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11. Mai 2004

"Interdisziplinäres Forum" eröffnet

Aufgrund der großen Resonanz entschloss sich das "Interdisziplinäre Forum", eine studentische Initiative aus Heidelberg, seine Vorlesungsreihe "Der designte Mensch" im Sommersemester fortzusetzen – Themen: Klonen, Präimplantationsdiagnostik und weiteres mehr...

 Der Stammzellenforscher Professor Hans Schöler diskutierte ethische Fragen des therapeutischen Klonens

Der Stammzellenforscher Professor Hans Schöler diskutierte ethische Fragen des therapeutischen Klonens. Eingeladen hatte die studentische Initiative "Interdisziplinäres Forum". Von links nach rechts: Jörg Moritz Heil, Professor Hans Schöler, Jonas Schaefer, Christina Kuhn und Patrick Klenk. Photo: Schlabing

Das "Interdisziplinäre Forum" ist eine Vereinigung Heidelberger Stipendiaten der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Seit dem Jahre 1992 organisieren die Studenten mit großem Erfolg Ringvorlesungen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten, die durch hochkarätige Wissenschaftler besetzt sind. Ziel der Vorträge ist es, komplexe Zusammenhänge, allgemeinverständlich und auf hohem Niveau zu präsentieren. Die Themen werden bewusst interdisziplinär und aus der breiten Palette der Geistes- und Naturwissenschaften gewählt.

Die aktuelle Vorlesungsreihe "Der designte Mensch", beschäftigt sich mit bioethischen Fragestellungen, die sich durch moderne Techniken, wie Klonen, Präimplantationsdiagnostik oder der Arbeit mit embryonalen Stammzellen ergeben. Schirmherr ist der Rektor der Universität Heidelberg Professor Peter Hommelhoff. "Wir hatten im letzten Semester gute Resonanz zur Vorlesungsreihe und stellten fest, dass dieses Thema auch inhaltlich weiterhin gut zu füllen ist", sagte Jörg Moritz Heil, Mitglied des Interdisziplinären Forums, vor gemischtem Auditorium. Heil freute sich über zahlreiche bekannte Gesichter. Wissenschaftler aus den Forschungseinrichtungen der Universität Heidelberg, interessierte Bürger und viele Studenten waren gekommen. Heil begrüßte den ersten Redner der Ringvorlesung, den Stammzellenforscher Professor Hans Schöler: "Einer der vielen, die Deutschland den Rücken kehrten und einer der wenigen, die jetzt wieder zurückkommen".

  Professor Hans Schöler

Der ehemalige Heidelberger Student Schöler ist seit April diesen Jahres Direktor des Max-Planck-Instituts für Molekulare Biomedizin in Münster. Zuvor war er für fünf Jahre Professor an der University of Pennsylvania gewesen. Mit seinen entwicklungsbiologischen Forschungen über embryonale Stammzellen der Maus, hatte er weltweit für Furore gesorgt. "In den vorangegangen Vorträgen wurde immer wieder auf seine Arbeiten referiert", freute sich Heil über die Anwesenheit des renommierten Biologen. Schöler berichtete von seinen Forschungen, bei denen es ihm und seiner Kollegin Karin Hübner gelang, aus embryonalen Stammzellen von Mäusen, im Labor Eizellen herzustellen. Kritiker befürchteten, dass diese Experimente einen weiteren Schritt zum geklonten Menschen darstellen. Für Schöler undenkbar und ethisch nicht zu vertreten: "Unser Ziel sind embryonale Stammzellen, die keinen Fötus ergeben können", betonte er. Diese Stammzellen möchte er in ferner Zukunft zur Regeneration kranker Gewebe und somit zur Therapie bisher unheilbarer Krankheiten verwenden. Das reproduktive Klonen, also das Erzeugen eines neuen Organismus, lehnt er grundsätzlich ab. Dies schon allein aus medizinischen Gründen: "Die Konsequenzen für die Klon-Nachkommen sind nicht vorhersagbar", erläuterte er.

Eine dritte Anwendung sei für ihn die Grundlagenforschung, die zurzeit noch in den Kinderschuhen stecke. Die ablaufenden Prozesse müssten vollständig verstanden werden, erst dann dürfe das therapeutische Klonen beim Menschen angewendet werden. Deshalb ist er als Grundlagenforscher mit der Maus zufrieden. "Hätte ich mit humanen Stammzellen arbeiten wollen, wäre ich nach Kalifornien gegangen", reagierte er auf die Zuschauerfrage, ob ihm Deutschland nicht zu forschungsfeindlich sei. Das liberale Forschungsklima sei in den USA momentan nicht mehr gegeben, ergänzte er. In Fragen wie der Abtreibung gebe es Tendenzen, die bisherigen Freiheiten zurückzunehmen. Er habe Verständnis, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte vorsichtig mit bioethischen Fragen umgehe.

Auch in den fünf weiteren Vorträgen werden bekannte Wissenschaftler aus ganz Deutschland Stellung zu ethischen Problemen der modernen Biowissenschaften nehmen. Zu den Referenten, die allesamt auf ein Honorar verzichten, gehören die Philosophen Professor Volker Gerhardt und Professor Matthias Kettner, sowie der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik, Professor Claus Bartram aus Heidelberg. Der nächste Vortrag der Professorin Eve-Marie Engels zum Thema "Xenotransplantation: Die Einverleibung von Tierorganen in den Menschen", findet am 1. Juni statt. Beginn ist 19 Uhr 15, Veranstaltungsort Hörsaal 8 in der Neuen Universität. Engels ist Mitglied im Nationalen Ethikrat und leitet den Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften an der Universität Tübingen.

Jochen Schlabing

Aktuelle Informationen zur Vorlesungsreihe siehe: www.interdisziplinaeres-forum.uni-hd.de

Rückfragen bitte an
Jörg Moritz Heil
Interdisziplinäres Forum
Tel. 06221-6 39 80 07, Fax 01212-5 10 44 34 68
jmheil@web.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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