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6. April 2004

Wer schön schreiben will, muss Häkchen üben

Die Kinder-Uni im Netz hatte Kalligrafin Sabine Hunecke zu Gast

Einen Ausflug in die Kalligrafie unternahm die Kinder-Uni im Netz

Einen Ausflug in die Kalligrafie unternahm die Kinder-Uni im Netz. Die Fachfrau in Sachen "Schönschreiben", Sabine Hunecke, war dazu extra in die RNZ-Redaktion gekommen. Foto: Stefan Kresin

In kunstvollen Schwüngen zieht Franziska die Stahlfeder übers weiße Blatt Papier. Um ihren Namen in violetter Tinte rankt sich ein blaues Muster, das sie mit einer Art Holzspatel gezogen hat. Maximilian hat sich gleich an etwas ganz besonders Schwieriges gewagt. Er entwirft mit Hilfe von Glasfeder und Tusche ein fast dreidimensionales Bild und das sogar ohne zu klecksen. Marius hat es noch schwerer. Er ist Linkshänder, und die müssen ganz schön aufpassen, dass sie nichts verschmieren.

Allen gemeinsam ist aber, dass die Feder auf dem Papier ganz schön kratzt. "Das muss so sein", erklärt Sabine Hunecke. Sie muss es wissen, schließlich ist sie Schriftkünstlerin. Der "Schriftkunst" oder Kalligrafie auf der Spur war die Redaktion Kinder-Uni im Netz, einem Gemeinschaftsprojekt von Universität und Rhein-Neckar-Zeitung.

Das Thema lag nahe. Schließlich ging es bei den Kinder-Uni-Vorlesungen von Professor Angelos Chaniotis um die Entstehung der Schrift. Die Kinder-Uni im Netz hat sich seit ihrem Start am 6. Februar vorgenommen, den Wissenskosmos Zug um Zug auszubauen. Und das ist den pfiffigen Kinder-Redakteuren bisher auch trefflich gelungen.

Nun also stand die Kalligrafie auf dem Plan. Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen (kalós für schön, und graphein für schreiben) und bedeutet auf Deutsch "Schönschreiben". Sabine Hunecke lebt in Messel bei Darmstadt und hat sich ihre Kunstfertigkeit in langen Jahren hart erarbeitet. Ursprünglich hat sie Glasmalerin gelernt. Auch dort ist Schreiben gefragt, denn viele der uralten Kirchenfenster weisen Inschriften auf. "Es war eine harte Zeit", erinnert sich die heutige Schönschreiberin an ihre Lehre. Danach hatte sie erst einmal eine ganze Weile die Nase voll. Dann landete sie in einer Ausstellung von Schriftkunst und wusste genau, "das möchte ich können". Eine Ausbildung dafür zu finden ist allerdings gar nicht so leicht. "Früher", so erklärt sie denn wissbegierigen Kinder-Redakteuren, "gehörte das schöne Schreiben zur Ausbildung der Grafiker". Schließlich ist es gar nicht einfach, so zu schreiben, dass das Auge des Betrachters ein Wort als Ganzes wahrnimmt. Das "o" beispielsweise nimmt viel mehr Raum ein als das "t", deshalb braucht man unterschiedliche Abstände. Doch seit der Computer auch bei den Grafikern Einzug gehalten hat, müssen sich die Schriftbegeisterten spezielle Schulen suchen.

Später war sie sogar in China und hat bei einem dortigen Meister das Tuschemalen gelernt. 4000 chinesische Zeichen muss ein Maler dort können. Deshalb beginnt die lange Lehre meistens schon in der Kinderzeit. "Üben, üben, üben", das gilt aber für alle, die sich in Kalligrafie versuchen. "Die Schüler hören das nicht gerne", weiß Sabine Hunecke, die selbst auch Workshops in Kalligrafie gibt. Aber ein Meister ist eben noch nirgends vom Himmel gefallen.

Der Anfang der Kalligrafie erinnert die Kinder-Redaktion an ihre ersten Schreibversuche. Häkchen reiht sich da an Häkchen und die Blätter haben viele Linien, damit die kunstvollen Buchstaben auch die richtigen Unter- und Oberlängen bekommen. Neben den Federn gehört zum Handwerkszeug einer Kalligrafin natürlich auch der Pinsel. "Ein guter Pinsel verliert keine Haare und ist sehr teuer", erklärt die Fachfrau. Das ist auch kein Wunder, denn die Haare vom Kaninchen, Marder, Dachs, Pferd oder sogar Schwein müssen eng zusammengelegt und dann ganz fest gewickelt werden. Die Chinesen verwenden sogar Pinsel mit zwei verschiedenen Haarsorten. Innen sind sie ganz weich und außen sind raue Borsten.

"Wieso schreiben Chinesen von oben nach unten und nicht wie wir von links nach rechts?", will Patrick wissen. "Die Chinesen betrachten die Welt anders", erklärt die Fachfrau. Das ist auch kein Wunder, schließlich gibt es viele verschiedene Weisen zu denken und dadurch eben auch zu schreiben.

INFO: Die Kinder-Uni im Netz hat die Internetadresse www.kinder-hd-uni.de. Sabine Hunecke ist unter der Adresse Bahnhofstraße 58, 64409 Messel, zu erreichen.

Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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