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23. März 2004

Heidelberg-Studie 2003 liegt vor

Studierende des Instituts für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg befragten mehr als 1200 Bürger und Bürgerinnen zu lokalen Themen

Das Angebot an Lebensmitteln, Dienstleistungen und öffentlichen Einrichtungen in den Wohnvierteln ist aus der Sicht der Heidelbergerinnen und Heidelberger insgesamt gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Heidelberg-Studie 2003, die im Wintersemester 2003 zum vierten Mal von Studierenden des Instituts für Politische Wissenschaft (IPW) der Universität Heidelberg durchgeführt wurde. Die wissenschaftliche Leitung übernahmen wie vor drei Jahren Prof. Dr. Dieter Roth und Dr. Andreas Wüst, die beide am IPW lehren. Oberbürgermeisterin Beate Weber: „Die Einschätzungen des Versorgungsgrades der Bürgerinnen und Bürger zeigen insgesamt gute Ergebnisse, aber auch einzelne Versorgungslücken z.B. bei den Postämtern, die von der Stadt Heidelberg selbst nicht zu schließen sind.“

Beim Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) gibt es nach Meinung der Heidelberger Bevölkerung kaum Versorgungsprobleme: 97 Prozent sagten den Interviewern, in ihrer näheren Umgebung gäbe es eine Bus- oder Straßenbahnhaltestelle. In keinem Stadtteil fällt die ÖPNV-Versorgung unter 85 Prozent. Auch bei Ärzten, Apotheken, Kindergärten, Grundschulen und Geldautomaten liegt die Versorgung in der Stadt insgesamt über 80 Prozent. Defizite gibt es vor allem im Osten. Am Beispiel der Versorgung mit Postämtern: Nur knapp zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Heidelbergerinnen und Heidelberger gaben an, dass es in ihrer näheren Umgebung ein Postamt gibt. Der Engpass ist im Pfaffengrund am stärksten ausgeprägt, gefolgt von Schlierbach und Neuenheim. In Schlierbach gibt es auch Probleme bei der Lebensmittelversorgung: Ein Supermarkt ist nur für 21 Prozent der befragten Schlierbacher in der näheren Umgebung zu finden, bei Metzgereien und Bäckereien lediglich für 14 Prozent.

Bei der Lebensmittelversorgung schneidet auch der Süden unterdurchschnittlich ab: Im Emmertsgrund und auf dem Boxberg fehlen Metzgereien; Supermärkte sucht man im Em­mertsgrund, aber auch in großen Teilen der Südstadt vergebens. In Heidelberg insgesamt geben jedoch 88 Prozent der Befragten an, dass es in ihrer näheren Umgebung eine Bäckerei gibt, 75 Prozent einen Obst- und Gemüsehändler, 74 Prozent einen Supermarkt und im­merhin noch 68 Prozent eine Metzgerei. Es passt in dieses gute Gesamtbild, dass die Hälfte aller Interviewten auf die Frage danach, was sie in ihrer Umgebung besonders vermissen, „Nichts“ antworten. Jede/r achte Befragte wünscht sich einen Supermarkt in seiner/ihrer Umgebung, und jede/r zwanzigste eine Sportstätte bzw. Schwimmbad oder einen Park.

Wie in den vorangegangenen Studien wurden die Heidelbergerinnen und Heidelberger auch 2003 nach ihrem jeweils wichtigsten Problem gefragt. Nach wie vor steht der Verkehr ganz oben auf der Liste. Gegenüber dem Jahr 2000 sind die Nennungen jedoch von 55 auf 48 Prozent zurückgegangen. Unter diesen 48 Prozent gab es 8 Prozent, die sagten, Baustellen seien das wichtigste Problem in Heidelberg. Beim Abschluss einiger Verkehrsbaustellen kann eine weitere Verbesserung der Verkehrssituation durchaus erwartet werden. An der Situation der Autofahrer hat sich im Vergleich zu den Vorgängerstudien jedoch wenig verändert: 2003 sagen 47 Prozent, dass mehr für Autofahrer getan werden sollte, und seit 1997 geben kontinuierlich weniger Heidelberger an, dass für Autofahrer zu viel getan wird. Dagegen sind inzwischen weniger als ein Drittel (31 Prozent) der Heidelberger der Ansicht, dass für Radfahrer mehr getan werden sollte. 1994 sah hier noch über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) Handlungsbedarf. Schließlich sind mittlerweile knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Heidelberger der Meinung, das Angebot im Öffentlichen Personen-Nahverkehr sei ausreichend, während dies 1994 nur 41 Prozent sagten.

Aus aktuellem Anlass wurden die Heidelberger in der diesjährigen Studie zu ihrem Verhältnis zu US-Amerikanern befragt. Mit ihren Sympathien gegenüber der amerikanischen Bevöl­kerung liegen die Heidelberger über dem Bundesdurchschnitt: 73 Prozent der Heidelberger gaben an, die Amerikaner zu mögen, 14 Prozent mögen die Amerikaner nicht besonders. Bei einer bundesweiten Umfrage im September 2003 wurden Werte von 62 bzw. 29 Prozent ermittelt. Die stärkere Bewachung der Kasernen und Wohngebiete der Amerikaner scheint den Großteil der Heidelberger nicht zu stören: Nur 18 Prozent der befragten Heidelberger sprechen von einer Beeinträchtigung. In den Stadtteilen, in denen die verschärften Sicher­heitsmaßnahmen eingesetzt wurden, verspürten jedoch deutlich mehr Bürger eine Beein­trächtigung: In Kirchheim gaben 26 Prozent, in Rohrbach 27 Prozent und in der Südstadt, wo auch das NATO-Hauptquartier liegt, sogar 48 Prozent der Befragten an, sich durch die militärischen Sicherheitsmaßnahmen persönlich beeinträchtigt zu fühlen. Diese wahrgenom­mene Beeinträchtigung löst aber keinesfalls anti-amerikanischen Effekte aus, denn die Einstellung gegenüber Amerikanern ist in all diesen Stadtteilen überdurchschnittlich positiv.

Bei den langfristigen politischen Orientierungen war der Rückgang der Bindungen an die SPD den Studierenden nähere Untersuchungen wert. Gaben 1994 noch 29 Prozent der Hei­delbergerinnen und Heidelberger an, der SPD Partei langfristig zuzuneigen, sank dieser Anteil 2003 auf 20 Prozent. Diese für die SPD negative Entwicklung, die sich auch bei der politischen Stimmung zeigt, läuft parallel zum Bundestrend und ist somit kein Heidelberger Spezifikum. Folgerichtig bleibt auch die Bewertung der Arbeit der Oberbürgermeisterin Beate Weber von diesen Veränderungen nahezu unberührt: 61 Prozent der Befragten meinten im Dezember 2003, Beate Weber habe ihre Sache gut gemacht und nur 24 Prozent sind mit ihrer Arbeit unzufrieden.

Schließlich wurden die Heidelberger gefragt, was sie von den vier Bundestagsabgeordneten halten, die 2002 im Wahlkreis Heidelberg kandidierten und entweder direkt oder über die jeweilige Landesliste ins Parlament einzogen. Hierbei war zunächst festzustellen, dass viele Befragte die Abgeordneten nicht kennen.

Dirk Niebel (FDP) war knapp der Hälfte der Befragten unbekannt, Dr. Karl Lamers (CDU) immerhin noch 36 Prozent. Obwohl am bekanntesten, wurde Dr. Lamers auf einer Skala von +5 bis –5 mit +0,4 am vergleichsweise schlechtesten bewertet, während der unbekanntere Niebel deutlich besser (+1,2) abschnitt. Die besten Noten erhielt mit +1,6 der Gewinner des Direktmandats, Binding (SPD), knapp gefolgt mit +1,5 von Kuhn (Grüne). Ein Grund für den guten Durchschnittswert Kuhns sind die besten Noten (+3,1) im Lager der eigenen Anhänger, während Dr. Lamers in den eigenen Reihen (+1,9) die schlechtesten Bewertungen aller Abgeordneten erhält.

Die Heidelberg-Studie 2003 ist für 6 Euro im Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Rathaus, Marktplatz 10, erhältlich. Im Internet ist die Studie auf der Homepage der Stadt Heidelberg (www.heidelberg.de) unter der Rubrik „Aktuelles“ zu finden.

Die Heidelberg-Studien 1994-2003
Im dreijährigen Rhythmus werden seit 1994 Heidelberger Bürgerinnen und Bürger von Stu­dierenden des Instituts für Politische Wissenschaft (IPW) der Universität Heidelberg befragt. Themenschwerpunkte waren bisher unter anderem lokale Probleme, kommunalpolitische Themen und Fragen der empirischen Wahlforschung. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts „Heidelberg-Studie 2003“ lag bei Prof. Dr. Dieter Roth, Honorarprofessor der Universität Heidelberg und Gründungsmitglied der Forschungsgruppe Wahlen, sowie bei Dr. Andreas Wüst, Lehrbeauftragter am IPW. Für die Studie wurden in der Zeit vom 1. bis 4. Dezember 2003 insgesamt 1226 Bürgerinnen und Bürger telefonisch befragt. Informationen zu allen Heidelberg-Studien sind unter umfrage.uni-hd.de im Internet abrufbar.
Die Stadt Heidelberg hat die Heidelberg-Studie 2003 mit einem Kostenzuschuss von 10.000 Euro unterstützt.

Rückfragen bitte an
Presse- und Informationsdienst der Stadt Heidelberg
Telefon 06221 581204/05, Fax 581290
oeffentlichkeitsarbeit@heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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