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27. April 2004

Pfützen-Skulpturen als neue Gattung

Ein "Meister der Boden-Eingriffe" – Micha Ullman im Heidelberger Kunstverein

Michael Ullman im Heidelberger Kunstverein

Michael Ullman im Heidelberger Kunstverein vor den Schablonen zu seinem "Neumond-Projekt" (Foto: Kresin)

Am bekanntesten wurde er hierzulande durch seine 1995 entstandene unterirdische Bibliothek, die am Bebelplatz in Berlin an die Bücherverbrennung von 1933 erinnert. Wer nachts durch die auf dem Boden eingelassene Glasplatte auf das erleuchtete Gelass mit den leeren Regalen aus Beton herabschaut, fühlt sich gerade durch die Schlichtheit und den unspektakulären Charakter dieses Mahnmals berührt.

Micha Ullman, 1939 in Tel Aviv geboren, hat in Jerusalem und London studiert und ist seit 1991 Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wo er auch einen Teil des Jahres lebt. Jetzt nahm der international renommierte Künstler an der Vernissage zu seiner Ausstellung im Heidelberger Kunstverein teil, die (wie auch der wichtige, da Ullmans theoretisches Rüstzeug erläuternde Katalog) Konzept und Genese der Heidelberger Bodenskulptur "Echo" dokumentiert, aber anhand von Modellen und Zeichnungen auch andere Arbeiten, die der Künstler innerhalb der letzten zehn Jahre in Baden-Württemberg verwirklichte, mit einbezieht.

"Echo", im Auftrag der Heidelberger Universität entstanden und im November 2003 im Neuenheimer Feld 227 eingeweiht, zeigt den Künstler als "Meister der Boden-Eingriffe", wie es Kunst-Professor Peter Anselm Riedl in seiner Eröffnungsansprache formulierte, denn Micha Ullmans Schaffen wird geprägt von seinem Umgang mit der Erde, wie ihn überhaupt die elementaren Kräfte faszinieren. Das kommt auch in seinen Sandaufschüttungen zum Ausdruck, von denen eine vor drei Jahren innerhalb der Zimzum-Ausstellung im Kunstverein zu sehen war, und das verraten auch seine kosmologischen Arbeiten, in deren inhaltlichen und formalen Kontext das Echo-Projekt einzuordnen ist.

Die formal stringente Bodenarbeit besteht aus neun, sich wellenartig ausbreitenden Kreisen aus unterschiedlichen Steinarten. Alle Formen und Größenverhältnisse bezog der Künstler auf Körpermaße, und eine kleine Mulde auf der Deckfläche des Mittelelements steht für die Sonne.

Prof. Riedl, der den offenen Charakter und die Transparenz der Arbeit rühmt, auch den Rhythmus der Kreise und ihre stimmigen Proportionen, erläuterte ausführlich Ullmans Vorstellungswelt, die Raum gibt für eine Vielfalt an Assoziationen. Die kosmologische Dimension der neuen "Pfützen-Skulpturen" konnte man gestern morgen im Lichthof beobachten, als durch dessen große Fenster die Sonne einfiel und sich interessante Licht-Schatten-Konstellationen in den Vertiefungen der Steinquader ergaben. Eine dieser charakteristischen Mulden, angesichts derer sich mancher an das kindliche Murmelspiel erinnert fühlt, fräste der Künstler auch in die Sandsteinmauer des Studios, wo die Entwürfe für "Echo" zu sehen sind, während der Lichthof mit Objekten und Skizzen den Blick auf die Entstehung von Projekten wie "Neumond" auf dem Vorplatz des Schlosses Solitude in Stuttgart oder "Schüssel" in Stuttgart-Vaihingen lenkt. Das auf dem Boden liegende grüne Modell zu dieser Arbeit erwies sich bei der Eröffnung allerdings für manchen als "Stein des Anstoßes"

.

Es wäre der Ausstellung dienlich, wenn man den Skizzen und Entwürfen Fotos von den fertigen Arbeiten zur Seite stellen würde. Der gegenwärtige Eindruck der Übersicht ist unbefriedigend für den, der die Objekte ohne Katalog betrachtet. (Bis 20. Mai).

Heide Seele

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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Tel. 542311
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