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16. April 2004

Ein Zenmönch weckte ihre Liebe zu Japan – in Italien

Dr. Melanie Trede ist die erste Professorin auf dem neuen Lehrstuhl für Japanische Kunstgeschichte – Stationen in Berlin, Tokio und New York

Dr. Melanie Trede

Melanie Trede ist die erste Professorin für japanische Kunstgeschichte. Foto: Alfred Gerold

Heidelberg – Berlin – Tokio – New York – Heidelberg heißen die wichtigsten Stationen im beruflichen Werdegang von Dr. Melanie Trede. In Heidelberg wurde sie 1963 geboren, in ihre Geburtsstadt kam sie jetzt zurück, um die neu eingerichtete Professur für japanische Kunstgeschichte anzutreten.

"Heidelberg hat sich als erste Universität in der Geschichte des Landes diesen Lehrstuhl geleistet", erklärt die junge Professorin im Gespräch mit der RNZ. Ihre C3-Professur verdankt Dr. Trede den Bleibeverhandlungen von Professor Lothar Ledderose, Spezialist auf dem Gebiet ostasiatischer Kunstgeschichte, der ein attraktives Angebot in die USA ablehnte und am Neckar blieb. So wurde dieser Fachbereich an der Ruperto Carola mit Unterstützung der Philosophischen Fakultät ausgebaut, und die neu berufene Professorin Dr. Melanie Trede packte in New York ihre Koffer.

"In den USA gibt es an allen großen Forschungseinrichtungen Historiker für japanische Kunst, in Europa ist dieser Weitblick noch nicht so verbreitet; er steht Heidelberg aber auch in Hinblick auf die Elite-Diskussion gut an", freut sich Dr. Trede. Sehr gerne sei sie in ihre Geburtsstadt zurückgekommen, hier hat sie das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium besucht, studiert und 1999 mit "summa cum laude" promoviert; ihre Eltern leben in Mannheim, wo die Tochter zurzeit noch wohnt, bis das neue Familiendomizil in der Weststadt bezugsfertig ist.

So ganz gradlinig war der berufliche Weg der jungen Frau, die aus einer berühmten Musiker- und Medizinerfamilie stammt, nicht. Die Liebe zu Japan entbrannte ausgerechnet in Italien, genauer gesagt, in Perugia, wo die junge Kunstgeschichtsstudentin einen Italienisch-Kurs besuchte. "Ich lernte zwei außergewöhnliche japanische Studenten kennen", erinnert sie sich. Der eine, ein Zenmönch, konnte nicht nur exzellent kochen, sondern berichtete auch so begeisternd von seiner Sprache und Kultur, dass Melanie Trede nach ihrer Rückkehr nach Berlin begann, Japanisch zu lernen.

Sie machte ihre Zwischenprüfung und ging ein Jahr nach Tokio, um Sprache und Kultur intensiv zu studieren. "Man muss sich auf völlig Fremdes einstellen und dabei die eigene Kultur bewahren", so Dr. Trede; diese Balance sei nicht immer einfach. In Heidelberg machte sie ihren Magister und ging zu einem Graduiertenstudium wieder nach Tokio und promovierte schließlich in Heidelberg. Hier hat Melanie Trede anschließend auch geheiratet, einen Schweizer Sinologen, den sie in Tokio kennen gelernt hatte.

1999 wagten beide den Sprung über den großen Teich, eine Gastprofessur führte Dr. Trede für sechs Monate an die renommierte Columbia University, anschließend lehrte sie am Institute of Fine Arts an der New York University. "Ich forschte direkt gegenüber dem Metropolitan Museum unter für deutsche Verhältnisse paradiesischen Bedingungen", erzählt sie. Alle Studenten waren handverlesene, hoch motivierte Graduierte, Dr. Tredes Deputat betrug nur zwei Veranstaltungen à zwei Stunden pro Woche, der Umgang mit Forschungssemestern war äußerst großzügig, Verwaltungsarbeit fiel fast keine an. Vermögende Privatsammler und Händler sponsorten zwei internationale Symposien, die Dr. Trede an ihrem Institut organisierte. "Da werde ich mich hier umstellen müssen", weiß sie.

Gespannt schaut Dr. Trede dem neuen Semester entgegen. Sie wird unter anderem eine Vorlesung über narrative Malerei Japans anbieten. "Wir untersuchen dabei, wie Text und Bild die gesellschaftliche Entwicklung wiedergeben, und wie die Geschichten transportiert werden", erläutert sie. Auch die Formate sind interessant, sie reichen von riesigen Wandschirmen bis zum zierlichen Fächer. In Dr. Tredes Arbeitszimmer finden sich Modelle davon, in den Regalen stehen Bücher in enger Reihe. Englisch, Japanisch und Italienisch beherrscht Dr. Trede in Wort und Schrift, Chinesisch, Französisch, Holländisch und Latein kann sie lesen.

Dr. Trede freut sich auf die Studierenden und die Arbeit in Heidelberg. Wenn jetzt noch der von der Frauenbeauftragten der Universität geplante Kindergarten für Wissenschaftliche Angestellte in die Tat umgesetzt würde und ihre eineinhalbjährige Tochter Klara einen Platz bekäme, dann hätte Heidelberg New York in ihren Augen sogar noch einen weiteren Pluspunkt voraus.

Ingeborg Salomon

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
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