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27. April 2004

Das Hepatitis-C-Virus dauerhaft eliminieren

Medizinische Universitätsklinik Heidelberg leitet multizentrische Studie zu neuem Therapieschema bei chronischer Hepatitis-C-Infektion / Teilnehmer gesucht

Die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg bietet Patienten, die an einer chronischen Leberentzündung mit dem Hepatitis-C-Virus mit einem bestimmten Erbgut (Genotyp 2 und 3) leiden, die Teilnahme an einer Studie an. Dabei wird getestet, ob eine verkürzte Therapie mit bewährten Medikamente den Erreger dauerhaft eliminieren und die Lebensqualität im Vergleich zur Standardtherapie erhöhen kann. Eine Infektion mit dem Genotyp 2 und 3-Virus liegt bei ca. 20-30 Prozent der Patienten vor.

Die sechsmonatige Studie wird an mehr als zehn deutschen Universitätskliniken, u.a. in München, Hamburg , Köln, Frankfurt, und Heidelberg, durchgeführt und von Privatdozentin Dr. Birgit Kallinowski, Oberärztin in der Heidelberger Abteilung Gastroenterologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Wolfgang Stremmel), federführend geleitet. Insgesamt sind 218 Patienten als Teilnehmer vorgesehen.

Durch eine sechsmonatige Kombinationstherapie mit sogenanntem pegyliertem Interferon-alfa und Ribavirin können 80 Prozent aller mit dem Hepatitis C-Virus infizierten Patienten mit dem Genotyp 2 oder 3 geheilt werden: Die Patienten verlieren dauerhaft das Hepatitis C Virus und die Leberwerte normalisieren sich. Die Kombinationstherapie ruft jedoch erhebliche Nebenwirkungen wie Blutarmut, grippeartige Symptome und Magen-Darm Beschwerden hervor.

Getestet wird nun, ob eine verkürzte Therapie mit pegyliertem Interferon 2alpha und Ribavirin der sechsmonatigen Therapie ebenbürtig ist und das Virus ebenfalls in den meisten Fällen dauerhaft eliminieren kann. Dadurch wird zudem eine deutlich höhere Lebensqualität erwartet, da weniger Nebenwirkungen auftreten dürften.

In Deutschland gibt es derzeit ca. 500.000 Patienten, die an einer chronischen Hepatitis-C-Infektion leiden. Ohne Therapie entwickelt etwa ein Drittel der Patienten nach ca. 25 Jahren eine Leberzirrhose. Dabei wird die Leber von Bindegewebe durchsetzt und büßt ihre lebenswichtigen Funktionen ein; bei etwa 2 - 5 Prozent der Patienten bildet sich ein bösartiger Tumor auf der Grundlage der Zirrhose. Infektionen mit dem Genotyp 2 und 3 des Virus haben eine deutlich bessere Prognose als eine Infektion mit Genotyp 1, die bei ca. 70 Prozent der Patienten zu finden ist.

Patienten mit einer chronischen Hepatitis durch ein Virus des Genotyps 2 oder 3, deren Erkrankung bislang noch nicht behandelt wurde, können sich an die Leber-Ambulanz der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg, wenden. Tel: 06221 - 56 8702 oder Study Nurse: S. Dykstra / A. Stifter 06221 - 56 31343.

Information im Internet: www.gastroenterologie.uni-hd.de/leber/hep_studien.php

Ansprechpartner:
PD Dr. Birgit Kallinowski
Leberambulanz der Medizinischen Universitätsklinik
06221 / 56-8774

Rückfragen bitte an:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät
der Universität Heidelberg
Voßstraße 2, Gebäude 4040
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
Handy: 0170 / 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.med.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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