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13. April 2004

"Die Universität hat kein Tafelsilber zu verscherbeln"

Dr. Marina Frost ist seit 100 Tagen als neue Kanzlerin der Universität im Amt – Kontinuität wahren in Zeiten des Umbruchs

Wenn Dr. Marina Frost mit dem Bus zu ihrer Arbeitsstätte in die Seminarstraße fährt, fällt ihr immer wieder auf, wie international diese Stadt ist. "Heidelberg hat eben etwas Weltläufiges", meint die neue Kanzlerin der Universität. Seit 100 Tagen ist Marina Frost im Amt, in ihrem Arbeitszimmer sind die Kisten noch nicht ganz ausgepackt, und auch die großen Übersichtspläne des Klinikums hängen noch nicht an der Wand. "Meine Ländereien", lacht sie und gibt im selben Atemzug zu, dass sie sich im Neuenheimer Feld noch gelegentlich verirrt, wenn sie ein bestimmtes Gebäude sucht.

"Die letzten drei Monate waren sehr aufregend und sehr eindrucksvoll", so die Juristin, die zuletzt Vizepräsidentin der Georg-August-Universität in Göttingen war, bevor sie der Ruf an den Neckar erreichte. Viele Antrittsbesuche hätten in den letzten Wochen auf dem Programm gestanden, sowohl in Heidelberg als auch an den anderen Universitäten Baden-Württembergs. Als Kanzlerin ist Marina Frost nicht nur Personal-, sondern auch Finanzchefin der Universität, was jede Menge Kompetenzen, aber eben auch jede Menge Arbeit bedeutet.

Zudem ist die Hochschullandschaft derzeit heftig im Umbruch, eine ganze Professorengeneration geht in den Ruhestand, neue Gesichter rücken nach, Heidelberg soll (und will) Eliteuniversität werden, der Entwurf zum neuen Landeshochschulgesetz steht vor dem Anhörungsverfahren und im nächsten Jahr wird die Professorenbesoldung neu geregelt; zudem stehen große Bau- und Renovierungsmaßnahmen an. All das geschieht in finanziell klammen Zeiten, und Marina Frost räumt denn auch unumwunden ein: "Die Universität hat kein Tafelsilber zu verscherbeln."

Dafür bekommt die Hochschule in den nächsten Jahren viele neue Freiheiten und wird beispielsweise ihre Professoren selbst einstellen können. Sollte Heidelberg Eliteuniversität werden, müssten das Betreuungsangebot für die Studierenden sehr nachhaltig verbessert und neue Forschungsschwerpunkte gesetzt werden, hat Rektor Professor Peter Hommelhoff mehrfach betont. Der Kanzlerin kommt dabei eine entscheidende Aufgabe zu; "der Rektor und ich sind gemeinsam ein wirklich starkes Team", unterstreicht sie energisch.

Doch mit Umstrukturierungen kennt sich Marina Frost bestens aus, hat sie doch seit Mitte 2000 die komplette Neuorganisation der Universitätsverwaltung Göttingen umgesetzt. Unter ihrer Verantwortung wurde dort der Globalhaushalt sowie das kaufmännische Rechnungswesen eingeführt; die Universität Heidelberg ist diese Schritte ebenfalls gegangen, so dass Marina Frost auch Kontinuität in einem zentralen Reformprojekt gewährleiste, wie Rektor Hommelhoff bei ihrer Ernennung unterstrich.

Geboren im Januar 1950 studierte Marina Frost Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen, Marburg, Freiburg und Kiel, 1973 legte sie ihre erste, zwei Jahre später die große Juristische Staatsprüfung ab. Von 1976 bis 1978 arbeitete sie als Richterin, bevor sie 1980 in Kiel promovierte. Als Personaldezernentin, Justiziarin und Forschungsdezernentin arbeitete sie in Kiel, von 1992 bis 1997 war sie Kanzlerin der Universität Hildesheim, anschließend in Göttingen.

Sind die Universitäten Göttingen und Heidelberg einander so ähnlich, wie oft behauptet wird? "Die Universität Göttingen hat einen stärker naturwissenschaftlichen Schwerpunkt und liegt in einem strukturell eher schwachen Wirtschaftsgebiet", erklärt Marina Frost. Die Universität Heidelberg habe da viel mehr Möglichkeiten und natürlich auch viel mehr Tradition, stehe allerdings auch in einem ständigen Vergleich mit den Universitäten Tübingen und Freiburg. "Das ist eine sehr positive Konkurrenz", so die Kanzlerin.

Eingelebt hat sich Marina Frost in Heidelberg gut, auch wenn sie manchmal die Nähe zum Wasser vermisst, die sie in Kiel so zu schätzen gelernt hat. Noch ist sie auf der Suche nach einer bezahlbaren Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnung, "am liebsten in Flussnähe und in Fahrradentfernung zur Altstadt". Als begeisterte Tennisspielerin ist Marina Frost in den Heidelberger Tennis-Club (HTC) eingetreten, "das brauche ich zum Ausgleich".

Ingeborg Salomon

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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Tel. 542311
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