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30. April 2004

Was verbindet den Gorilla mit dem Zuckerladen?

Oliver Fink, Redakteur des Unispiegel, legt sein neues Buch "Heidelberg neu entdecken" vor

Print Media Academy

Der Print Media Academy ist ein Kapitel in Oliver Finks neuem Heidelberg-Buch gewidmet; sie besticht durch kühle Eleganz. Unser Foto zeigt einen Blick von innen auf die Transparente und die Türme Richtung Bahnhof. Foto: Stefan Kresin

Alle Heidelberg-Kundigen kennen den Hofnarren Perkeo, aber wer kennt das Stadtoriginal Eulenförster? Die meisten waren schon einmal im Studentenkarzer, aber wem sagt der Name des Hochstaplers da Silva etwas, dem von dort aus einst die Flucht gelang? "Heidelberg neu entdecken" ist ganz zu Recht der Titel eines Bildbandes, in dem sich Autor Oliver Fink auf Entdeckungsreise durch die Stadt begibt. Der Band ist in der Reihe "Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs" erschienen und befindet sich dort in guter Gesellschaft mit weiteren Büchern des Autors zur Stadtgeschichte.

Oliver Fink, Jahrgang 1969, kennt "seine" Stadt sehr gut; er erlebte sie als Student der Germanistik und Geschichte und promovierte vor zwei Jahren über Wilhelm Meyer-Försters Erfolgsstück "Alt-Heidelberg". Jetzt arbeitet er als Redakteur beim "Unispiegel" und gelegentlich für andere Zeitschriften. Für sein neues Heidelberg-Buch hat sich Fink den "Brückenaffen" als Begleiter und Kommentator gesucht; der macht auf Dinge aufmerksam, die viele Heidelberger zwar täglich sehen, aber nicht bewusst wahrnehmen.

"Skurril" beispielsweise findet der "Brückenaffe" die weitgehend unbekannte Geschichte vom Eulenförster; der zeichnete sich nicht nur durch seine Vorliebe für die Jagd auf Eulen aus, sondern auch durch einen unglaublichen Schnurrbart, wie ein Foto des Stadtarchivs aus dem Jahr 1871 beweist. Mit bürgerlichem Namen hieß das Stadtoriginal Georg Thiele; angestellt war er als Kanonier bei der Stadt, und er nahm, wie ein Chronist vermerkt, ein "unrühmliches Ende".

Natürlich widmet sich ein Kapitel des Buches auch der Bibliotheca Palatina; weit weniger bekannt ist eine andere Handschrift, die sich seit 1816 wieder in Heidelberg befindet. Der Text, abgedruckt als Faksimile, ist die griechische Übersetzung eines Reiseberichts des Karthagers Hanno. Das wäre an sich unspektakulär, berichtete der nicht etwa 500 v.Chr. aus Afrika von am ganzen Körper behaarten Wesen, für die er den Namen "Gorillai" findet; dieser wurde später auf jede Art von Menschenaffen übertragen. Schon gewusst, dass der Gorilla aus Heidelberg stammt?

Wer als alter Heidelberger meint, die Peterskirche ziemlich gut zu kennen, muss sich die Frage gefallen lassen, warum die Maria Magdalena auf dem Osterbild in der Kirche Züge von Cosima Wagner trägt. Gestiftet hat das Gemälde Daniela Thode, Gattin des Heidelberger Kunsthistorikers und Wagner-Verehrers Henry Thode, und eine Tochter aus Cosima Wagners erster Ehe. Ob Cosima Wagner bei der feierlichen Enthüllung des Bildes 1902 gelächelt hat, ist nicht überliefert, aber immerhin denkbar.

Auch dem Bergfriedhof widmet Oliver Fink eine gut bebilderte Doppelseite. Dass der 1844 eröffnete Friedhof nicht nur Heidelbergs Topadresse für stadtgeschichtlich verdiente Verstorbene ist, sondern auch eine wundervolle Parkanlage mit insgesamt 30 Kilometern Spazierwege, erfährt der Leser ebenso wie den Hintergrund eines der ungewöhnlichsten Grabmäler dort. 2002 wurde hier ein Grabfeld eingerichtet für "Kinder, die zu klein oder zu krank waren, um mit uns zu leben", so die Inschrift.

Oliver Finks Heidelberg-Buch enthält eine gute Mischung von Bekanntem und Unbekanntem, von Altem und Neuem. Christos spektakuläre Verpackungsaktion des Deutsch-Amerikanischen Instituts, die 1969 Schlagzeilen machte, lässt Fink ebenso Revue passieren wie den Zuckerladen in der Plöck, "die zarteste Versuchung", sowie seine Betreiber Marion und Jürgen (deren Nachnamen nichts zur Sache tun). Das letzte Kapitel des Buches ist der Print Media Academy (PMA) gewidmet und ihrem Wahrzeichen, dem dreibeinigen Pferd. Damit ist Heidelberg im 21. Jahrhundert angekommen und die Zeitreise, die mit dem "Homo Heidelbergensis" begonnen hat, zu Ende.

Dass im obersten Stockwerk der PMA Edelkoch Manfred Schwarz den Kochlöffel schwingt, würde bei einer eventuellen Neuauflage mit Sicherheit ergänzt.

Ingeborg Salomon

Dr. Oliver Fink, Heidelberg neu entdecken, 48 Seiten, zahlreiche Farbfotos, Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2003, 13,80 Euro.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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