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8. April 2004

Die globale Alumni-Familie wächst

Albrecht Bayer pflegt den Kontakt zu ehemaligen Heidelberger Studenten weltweit

Albrecht Bayer trat seine Stelle im Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg 1972 an. Ende April 2004 verabschiedet er sich nun wieder – in den wohlverdienten Ruhestand. In den dazwischen liegenden Jahren widmete er sich vor allem einer Aufgabe: Der Beratung und Betreuung von ausländischen Studierenden und Gastwissenschaftlern. Und da gab es einiges zu tun, denn mehr als 35000 Ausländer zog es in den letzten 25 Jahren an die Ruperto Carola. "Das deutsche Studiensystem genießt international einen guten Ruf. Die Einheit von Forschung und Lehre sowie der Humboldt'sche Gedanke des Transferlernens, der Erwerb einer persönlichen Bildung statt rein fachbezogener Büffelei strahlen weithin aus", so Bayers Resümee.

Die Marke Universität Heidelberg

Dazu kommen einige lokale Spezifika: Die schöne Altstadt mit ihrer romantischen Atmosphäre und das ungewöhnlich breite Spektrum an Studienfächern. Gerade die derzeit eigentlich so gar nicht im Trend liegenden kleineren Fächer, halb anerkennend halb spöttelnd "Orchideenfächer" genannt, machen den Nimbus Heidelbergs aus, ist sich Bayer sicher: "Die Marke Universität Heidelberg ist mittlerweile in hohem Maße mit diesem Angebot an exklusiven Studienangeboten verknüpft. Aus internationalem Blickwinkel sind wir durch wissenschaftliche Raritäten, die andere nicht bieten, interessant. Sie leisten einen beachtlichen Beitrag zum Profil der Universität."

Als Albrecht Bayer vor 32 Jahren seinen Dienst antrat, bestanden zwar schon viele internationale Verbindungen, aber der Gedanke eines weltweiten Netzwerks ehemaliger Studenten war noch lange nicht geboren. So rief erst Bayer die Heidelberger Alumni-Initiative ins Leben. Dabei nutzte er seine Erfahrungen als Koordinator bei internationalen EU-Universitätsprojekten.

Wissenschaftliche Raritäten im Angebot

Heute, am Ende seiner Dienstzeit, übergibt er unter dem Signet "Heidelberg Alumni International" eine Adressenliste mit über 30000 Adressen ehemaliger Alumni in 136 Ländern. Ein Schlüsselerlebnis für Bayer war der "Internationale Ferienkurs" im Jubiläumsjahr der Universität 1986. Rund 100 ausländische Ehemalige nahmen teil und baten ihn, doch eine Plattform für Heidelberger Alumni zu schaffen.

"Zwar hatten wir schon früher weltweit unsere Weihnachtsgrußkarten verschickt, aber dass es ein solches Gemeinschaftsgefühl gab, war uns gar nicht bewusst." Zigtausende Karteikarten durchforstete Bayer daraufhin, 5000 Alumni schrieb er an. Das Ergebnis war überraschend: 40 Prozent Rücklauf kamen im Laufe eines Jahres, die Antwort lautete unisono: "Wir wären begeistert über ein Alumni-Netzwerk!" Mit dieser ersten umfangreichen Sammlung an Lebensläufen ausländischer Ehemaliger begann er den Aufbau einer systematischen Kontaktpflege. 1996 wurde Alumni International als weltweite Verbindung aus der Taufe gehoben, seitdem werden Treffen organisiert, es gibt einen eigenen Alumni-Service mit einer Alumni-Card und nicht zuletzt die von Bayer herausgegebene Zeitschrift "Heidelberg Alumni International-Revue". Mit einer Auflage von 5000 Exemplaren wird sie weltweit verschickt. Ein Mal im Halbjahr, wenn ein neues Heft gedruckt ist, heißt es für Bayer und seine Mitarbeiter drei Tage lang im Akkord einpacken und die Zeitschrift stapelweise zur Post bringen. Und die Nachfrage steigt, die Auflage soll bald 8000 Exemplare betragen. Was die Ehemaligen vor allem interessiert, sind Themen rund um die Universität und aus dem studentischen Leben.

Der Chirurg Hikmat Rizk, Professor an der Lebanese American University, studierte von 1968 bis 1974 in Heidelberg Medizin. Er erinnert sich gerne an diese Zeit zurück: "Trotz wiederkehrender Schwierigkeiten, war ich immer begeistert vom romantischen Charme Heidelbergs, der für mich bis heute nicht verflogen ist und dazu geführt hat, dass Deutschland und insbesondere Heidelberg für mich eine zweite Heimat sind." Vor allem die Mentalität machte dem Orientalen anfangs jedoch etwas zu schaffen: "Sie wirkte zu streng und korrekt auf mich. Doch dann machte ich sie mir sogar teilweise zu eigen. Obwohl die zwischenmenschlichen Kontakte anfangs fehlten und auch schwierig waren, herrschte eine ausgezeichnete Aufnahmebereitschaft seitens der Verwaltungen der Universität und des Staates." Rizk empfiehlt Heidelberg seinen Studenten weiter. Eine seiner Schülerinnen plant, an der Ruperto Carola zu studieren. Auch wenn derzeit noch kein Alumni-Netzwerk im Libanon existiert, so plant der Professor doch, eines zu gründen. "Meine große Hoffnung bleibt, dass die Nachfolger von Herrn Albrecht Bayer seine Projekte fortsetzen und unsere Wünsche verwirklichen."

Alumni-Netzwerk im Libanon?

Tatsächlich sind die Erwartungen an die Universität von Seiten der ausländischen Studierenden in einer globalen Wissenswelt gewachsen. Deshalb bietet das Auslandsamt einen so genannten "Full Service" an, der den Nachwuchswissenschaftlern von der Einschreibung bis zur Exmatrikulation hilfreich zur Seite steht. Neben einer Orientierungswoche, stehen gemeinsame Exkursionen auf dem Programm, werden Tutorien und Sprachkurse angeboten, gibt es bei Bedarf aber auch juristische und psychologische Beratung. "Leben und Studieren bilden eine Einheit. Es liegt an uns, dem ausländischen Studenten etwas zu bieten, das er dauerhaft positiv in Erinnerung behält. Dafür erhalten wir aber auch eine Menge. Unsere Studenten entstammen oft den Eliten ihrer Heimatländer. Sie werden damit zu Botschaftern unserer Hochschule."

Möchte Heidelberg auch in Zukunft mit den besten Hochschulen weltweit konkurrieren, muss sich diese persönliche Bindung der Alumni auch finanziell niederschlagen. Dieser Gedanke eines "fund raising", also einer Kapitalakquise auch bei privaten Spendern, ist in Deutschland noch relativ neu. Doch ähnlich wie in den angloamerikanischen Ländern wird er auch hierzulande kommen. "Nur wenn wir jetzt säen, werden wir später ernten. Wir werden die Erfolge unseres Engagements für die Alumni nicht sofort sehen. Im Gegenteil, es entstehen uns derzeit eigentlich nur Kosten", so Bayer. "Doch wenn ich einmal zehn Jahre in die Zukunft blicke, dann legen wir jetzt den Grundstock für Bindungen, die wie ein Ringanker die Universität im weltweiten Wettbewerb stärken."

Aber das heißt auch mehr Personaleinsatz und ein konsequentes Sich-einlassen auf Anregungen aus dem Ausland. Ein Schritt in diese Richtung ist der Aufbau von Alumni-Clubs, die in verschiedenen Ländern vor Ort Ehemaligen-Treffen und Konferenzen organisieren. Auch das Experiment mit dem medizinischen Weiterbildungsprogramm "Alumni.med.Live" soll ein Multiplikator für den Wissenschaftsstandort Heidelberg werden. Alumni erhalten über diese Verbindung Zugang zu einer multimedialen Wissensbank, können in einer virtuellen medizinischen Fakultät mit Experten aus anderen Fachbereichen Kontakt aufnehmen und an Konferenzen weltweit teilnehmen.

Heute säen, in Zukunft ernten

Ein grundlegendes Umdenken werde es in vielen Bereichen des universitären Lebens geben müssen, betont Bayer. So sei vor allem der Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Darstellung eigener Leistungen nach außen wie nach innen hin unvergleichlich wichtiger als früher. Die Universität stehe, wie ein Privatunternehmen auch, in der Pflicht, nicht nur die aufgewandten Gelder zu legitimieren, sondern neben Forschung und Lehre auch persönliche Verbindungen stärker in den Fokus zu nehmen. Und nicht nur die ausländischen, gerade auch die deutschen Alumni müssten besser betreut werden. "Früher war das Verhältnis von Professoren und Studenten wesentlich enger und stiftete dadurch auch nach dem Studium in einem hohen Maße Identität, wie etwa das Beispiel Gadamers zeigt. Für viele Professoren bedeutet dies in Zukunft, sich wieder viel stärker dem ,Kundendienst' zu widmen und sich bewusst für das positive Bild der Universität Heidelberg weltweit zu engagieren."

Johannes Schnurr

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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