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9. März 2004

Naturwissenschaft verständlich gemacht

Klaus Tschira Stiftung bot Schreibwerkstatt für Nachwuchsforscher der Universität Heidelberg in der Villa Bosch

Manchmal ist es zum Heulen. Da forschen junge Nachwuchswissenschaftler wie die Wilden, erzielen beachtliche Ergebnisse und niemand kapiert, womit sie sich eigentlich beschäftigen. Damit das künftig anders wird, hat die Klaus Tschira Stiftung der Universität eine Schreibwerkstatt kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Ruperto Carola wiederum schrieb unter den potenziellen Teilnehmern einen Wettbewerb aus.

Um hierbei zu bestehen, mussten die jungen Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler sich bereits einer kniffligen Aufgabe unterziehen: Das eigene Forschungsprojekt in maximal 2500 Zeichen allgemeinverständlich darzustellen und das Ganze auch noch mit einer attraktiven Überschrift versehen. Zwölf junge Männer und Frauen wurden schließlich aus den Bewerbern ausgewählt, ihren Texten im zweitägigen Workshop den letzten Schliff zu verleihen.

Das Problem ist nicht neu. Selbst profilierten Forschern verschlägt es nicht selten die Sprache, wenn ihnen ein Mikrofon entgegen gestreckt wird oder sie einen Bericht über ihre Arbeit schreiben müssen. Dabei wird es für Wissenschaftler immer wichtiger zu wissen, nach welchen Spielregeln Journalismus funktioniert. Deshalb, so erklärt Renate Ries von der Klaus Tschira Stiftung, gibt es eine doppelte Zielrichtung der Schreibwerkstätten. Zum einen bauen sie Brücken von der Wissenschaft zur Öffentlichkeit, zum anderen wird langfristig das Ansehen der Forscher in der Öffentlichkeit gefördert. Schließlich verbergen sich oft spannende Erkenntnisse hinter komplizierten Wissenschaftsbeiträgen.

Deshalb werden die Workshops und das Medientraining seit 2001 in der Villa Bosch als Weiterbildung angeboten. Nur eben nicht kostenfrei wie jetzt für die Universität. Inhalt der Schreibwerkstätten sind neben praktischen Übungen auch der Perspektivenwechsel in die Rolle der Journalisten. Oft, so weiß Renate Ries, ist den Wissenschaftlern nämlich gar nicht klar, unter welchen Bedingungen und welchem Zeitdruck dort produziert wird. Deshalb ergehen sich die Akademiker in den Details ihrer Forschung, während die Medienvertreter möglichst schnell und publikumswirksam die "Message" rüber bringen wollen. Kein Wunder, dass das dann oft zu Verdruss führt. Die Wissenschaftler fühlen sich falsch zitiert, die Journalisten ärgern sich über die mühsame Recherche.

"Sehr erstaunt", war denn auch Seminarteilnehmer Markus Diener über die große Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Schreiben und Journalismus. "Oft ist uns gar nicht mehr klar, was Fachsprache ist und was nicht", bestätigte auch Michaela Bilic im RNZ-Gespräch. Ihr sei in der Schreibwerkstatt klar geworden, dass Wissenschaftler bei Laien viel zu viele Gedankengänge voraussetzen und oft unfähig seien, sich auf das Wesentliche zu reduzieren.

Allerdings, so merkt sie an, lernen vor allem Naturwissenschaftler eigentlich nie richtig zu schreiben. Und wenn sie veröffentlichen oder referieren, so pflichtet ihr der Mineraloge Georg Partzsch bei, dann oft nur in den eigenen Fachkreisen. Mitunter, das räumt auch Sven Feuerbacher ein, tut es zwar schon weh, sich von Erklärungs-Details über die eigene Arbeit zu trennen. Doch letztlich habe er vom Workshop stark profitiert.

Denn auch für den Chemiker, der sich vor allem mit Grundlagenforschung befasst, ist es nicht gerade toll, dass er auf die Frage, was er eigentliche mache, bislang keine befriedigende Erklärung hatte. Jetzt fühlt er sich so gut gewappnet, dass er sogar der Bitte, einen Artikel für eine Website zu verfassen gelassener ins Auge blickt. "Wir haben trainiert, unsere Gedanken zu ordnen", bestätigt Markus Diener. Alle Teilnehmer haben es genossen, dass die Schreibwerkstatt so bunt zusammengewürfelt waren. Physiker waren ebenso vertreten wie Astronomen, Chemiker, Biologen und Mediziner. Gut möglich, dass man noch viel von ihnen hören und lesen wird. In einer Sprache natürlich, die auch die Laien verstehen.

Informationen zu den Schreibwerkstätten für Naturwissenschaftler sind per E-mail bei renate.ries@kts.villa-bosch.de zu bekommen.

Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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