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23. März 2004

"Leistung soll zählen, nicht Proporz" – Baden-württembergische Universitäten stellen Sechs-Punkte-Katalog zur Exzellenzförderung auf

Pressemitteilung der Landesrektorenkonferenz

Die baden-württembergische Rektorenkonferenz der Universitäten äußerte sich besorgt über den Vorschlag der Kultusministerkonferenz, die geplante Eliteförderung der Bundesforschungsministerin durch ein Länderkonzept zu ersetzen. "Wir sind natürlich keinesfalls dagegen, dass die Länder exzellente Wissenschaft zusätzlich fördern wollen", sagte der LRK-Vorsitzende Dieter Fritsch, "nur soll der Länderplan das Bundeskonzept nicht ersetzen, sondern mit zusätzlichen Mitteln ergänzen."

Dringend erforderlich sei es, die Universitäten in den Mittelpunkt der Förderung zu stellen. Hier finde die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses statt, den Wirtschaft und Gesellschaft für ihre Zukunftsfähigkeit dringend brauchten. "Im Kernbereich von Exzellenzclustern müssen die Universitäten stehen; andere Einrichtungen sind zur Ergänzung sinnvoll, dürfen aber nicht aus Proporzgedanken gleichermaßen gefördert werden", erläuterte Dieter Fritsch.

Deshalb habe man einen Sechs-Punkte-Katalog aufgestellt, der an die Entscheidungsträger in Bund und Länder gerichtet sei. "Spitzenleistungen erzielt man nicht mit der Gießkanne", so bringt Dieter Fritsch die Befürchtungen der Universitäten auf den Punkt. Man dränge auf eine rein an akademischen Kriterien orientierte Auswahl, denn nur so sei das gemeinsame Ziel zu erreichen, die deutsche Wissenschaft zu stärken. Untrennbar dazu gehöre eine bessere Betreuung der Studierenden – zumindest in Exzellenzstudiengängen – nur jenseits der geltenden Kapazitätsverordnung realisiert werden könne. "Hier müssen wir alle Möglichkeiten nutzen dürfen, von Exzellenzprogrammen über Drittmittel bis hin zu Studiengebühren" forderte Dieter Fritsch mit Nachdruck.

Zur Finanzierung der Programme äußerten sich die baden-württembergischen Universitäten dahingehend, dass dies Zukunftsinvestitionen seien, die zusätzlich aufgebracht werden müssten; keinesfalls dürfe man die bestehende Hochschulfinanzierung kürzen. Auf die Frage, woher die Finanzmittel kommen sollten, antwortete Dieter Fritsch mit der Aussage, solange man genügend Steuermittel aufbringe, um bei der Steinkohle überholte Techniken am Leben zu erhalten, halte er eine auf angeblichen Geldmangel gestützte Argumentation für wenig stichhaltig.

Hier das Sechs-Punkte-Papier der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg vom 19. März 2004:

Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg fordert Bund und Länder zu gemeinsamer Exzellenzförderung auf

  1. Das Bundeskonzept der Elite-Universitäten und das Länderkonzept eines Netzwerkes der Exzellenz verfolgen unterschiedliche Ziele. Während der Bund eine bestimmte Zahl herausragender Universitäten in die Lage versetzen will, zu den bekannten Wettbewerbern in den USA, in Ländern der Europäischen Union und in der Schweiz aufzuschließen, geht es den Ländern vordringlich darum, den Wettbewerb unter den wissenschaftlichen Einrichtungen noch weiter zu intensivieren. Die Landesrektorenkonferenz befürwortet beide Konzepte gleichermaßen und fordert deshalb die Bundesländer auf, das Bundeskonzept nicht durch ihr Konzept verdrängen zu wollen.
  2. Beide Konzepte zielen übereinstimmend darauf ab, die Forschung an den Universitäten bzw. ihren Einrichtungen nachdrücklich zu stärken. Dies begrüßt die Landesrektorenkonferenz lebhaft und fordert die Akteure im Bund und in den Ländern auf, die vorgesehenen Mittel im Wesentlichen an die Universitäten zu lenken. Das schließt selbstverständlich mit ein, dass die Universitäten und ihre Einrichtungen bei der Errichtung und dem Ausbau von Netzwerken, wo möglich, eng mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, der Wirtschaft und mit exzellenten Fachhochschulen zusammenarbeiten.
  3. Über das Bundeskonzept hinaus wollen die Länder im Rahmen der besonderen Exzellenzförderung auch qualifizierte Lehre maßgeblich fördern. Dem stimmt die Landesrektorenkonferenz schon deshalb zu, weil hervorragende Forschung eine ebenso hervorragende Lehre und Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses voraussetzt. Mit den politischen Akteuren sieht die Landesrektorenkonferenz einen Schwerpunkt der Spitzenförderung bei Promotionskollegs und Graduiertenschulen im Anschluss an exzellente Master- und Diplomstudiengänge.
  4. Exzellenz lässt sich, das zeigen insbesondere die ausländischen Wettbewerber und Vorbilder, nicht unter den Bedingungen von Massenuniversitäten erreichen und verwirklichen. Daher fordert die Landesrektorenkonferenz mit allem Nachdruck und vordringlich die Möglichkeit, die Betreuungsrelation in Exzellenzstudiengängen zumindest dann radikal verbessern zu können, wenn diese Verbesserung von den Universitäten selbst finanziert wird – sei es aus Mitteln der Exzellenzprogramme, aus sonstigen Drittmitteln oder aus Studiengebühren. Erst in diesem Zusammenhang gewinnen die noch weiter auszubauenden Eignungs- und Auswahlverfahren für Studierende ihren rechten Sinn.
  5. Die Auswahl der nach dem Bundes- und den Länderprogrammen exzellenten Einrichtungen, Programmen und Projekten der Universitäten und ihrer Einrichtungen muss ausschließlich und ohne jeden Abstrich nach akademischen Kriterien getroffen werden; für Strukturpolitik oder Länderproporz darf kein Raum sein. Konsequent muss sichergestellt sein, dass die Auswahlgremien allein nach wissenschaftlichen Maßstäben unter Einschluss internationaler Expertise zusammengesetzt werden, also ohne jede politische Implikation. Dies fordert die Landesrektorenkonferenz eindringlich ein.
  6. Zur Finanzierung dieser Exzellenzförderung fordert die Landesrektorenkonferenz die Bundesländer auf, ihrerseits einen Gesamtbeitrag beizusteuern, der dem des Bundes entspricht. Ebenso nachdrücklich werden Bund und Länder ersucht, die finanzielle Förderung nicht nach fünf Jahren abzubrechen, sondern sie langfristig zu verstetigen. Mit den Bundesländern fordert die Landesrektorenkonferenz, dass die Exzellenzförderung finanziell nicht zu Lasten der Gesamtheit aller Hochschulen gehen darf. Deshalb appellieren die Rektoren der Landesuniversitäten an Regierungen und Parlamente, nicht weiter die Hochschulhaushalte zu reduzieren. Die hier bereitgestellten Mittel sind die wichtigsten, weil erfolgversprechendsten Zukunftsinvestitionen.

Rückfragen bitte an
Katharina Kadel
Geschäftsstelle der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg
Kronenstraße 39
70174 Stuttgart
Telefon 0711 120 933 60
Telefax 0711 120 933 66
presse@lrk-bw.de

Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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