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23. März 2004

Können Opas für kleine Kinder Blut spenden?

Kleine Redakteure der Kinder-Uni im Netz auf Recherche in der Heidelberger Blutspendezentrale – Antworten auf spannende Fragen

Logo Kinder-Uni im Netz

So eine Blutbank gibt echt Rätsel auf. Warum heißt es "Bank", obwohl dort nicht mit Geld, sondern mit Blut hantiert wird? Wieso darf man kein Blut spenden, wenn man frisch tätowiert ist?

Antworten auf all diese Fragen gab es für Marius, Marc-André, Nathalie, Sabrina, Patrick und Stefanie, allesamt kleine Redakteure der Kinder-Uni im Netz, von Dr. Susanne Winteroll persönlich. Sie ist Chefin der Heidelberger Blutspendezentrale in der Hospitalstraße 1.

Wer zum Blutspenden kommt, muss jede Menge Fragen beantworten. 43 an der Zahl, wenn es die erste Blutspende ist. "Sicherheit geht vor", erklärt Susanne Winteroll. Deshalb muss jeder ankreuzen, ob er auch mehr als 50 Kilo wiegt, Drogen nimmt, in den letzten Jahren in einem Malariagebiet war oder in den letzten sechs Monaten gepierct oder tätowiert wurde. "Dabei", meint die Ärztin, "könnten durch unsaubere Nadeln nämlich Krankheiten übertragen werden". Und das will ja schließlich niemand. Deshalb werden auch alle von der Blutspende ausgeschlossen, die in den letzten acht Tagen eine Zahnbehandlung hatten oder zwischen 1980 und 1996 länger als ein halbes Jahr in Großbritannien gelebt hatten. Der Grund dafür ist, dass solche Menschen, ohne es zu wissen, den Rinderwahnsinn (BSE) übertragen könnten.

Fast ein Fünftel derjenigen, die zum ersten Mal Blut spenden wollen, werden aussortiert. Meist nicht für immer. Wenn die Erkältung abgeklungen ist oder die Schwangerschaft länger zurückliegt, dürfen sie dann auch wieder mitmachen.

Doch beim Fragebogen bleibt es nicht. Gleich nach der Spende wird das Blut ganz genau untersucht. Dabei wird nicht nur die Blutgruppe bestimmt, sondern auch geschaut, ob keine Krankheitserreger wie Aids-Viren drin sind oder eine Leberentzündung, Hepatitis genannt, vorliegt. Blutspenden dürfen nur Erwachsene.

"Kann ein kleines Kind bei einem Unfall dann auch von einem Opa Blut bekommen?", interessiert Marius. "Das ist kein Problem", versichert ihm Susanne Winteroll, "das Blut ist absolut in Ordnung".

Wenn keine Einschränkungen vorliegen, könnte der Spender eigentlich schon angezapft werden. Vorher jedoch sollte er gut essen und trinken, weil es für den Körper ganz schön anstrengend ist, in knapp zehn Minuten einen halben Liter Blut zu verlieren. Deshalb sieht es in der Blutspendezentrale ein bisschen so aus wie in einem Lebensmittelgeschäft.

Es gibt leckere, süße Teilchen und einen Kühlschrank mit Getränken, wo sich jeder Spender bedienen kann. Danach wäre es nicht schlecht, sich eine halbe Stunde hinzulegen. Aus diesem Grund gibt es auch Ruhemöglichkeiten.

Zum Blutspenden kommen fast genauso viele Männer wie Frauen, allerdings dürfen Männer sechs Mal im Jahr eine so genannte Vollblutspende machen (das heißt einen halben Liter komplettes Blut), Frauen nur vier Mal. "Männer haben einfach mehr von dem roten Blutfarbstoff", weiß Susanne Winteroll. Ein paar Schritte weiter ist das Spenderzimmer. Dort sind blaue Sessel aufgebaut. In einigen liegen Menschen, in deren Arm eine Nadel gepiekst ist. Von dort führen Schläuche zu einem Beutel. Der schaukelt ganz gemütlich. Das muss so sein, damit sich das Blut gleichmäßig mit einem Mittel vermischt, das die Gerinnung verhindert. Schließlich soll es ja weiter flüssig bleiben.

Die ganze Zeit drücken die Spender dabei rhythmisch auf ein Bällchen. Das machen sie nicht etwa zum Spaß, sondern damit das Blut mit Muskelkraft schneller aus der Ader herausgepumpt wird. Im Labor gleich nebenan kommen die Beutel in eine große Zentrifuge. Das ist ein Schleudergerät, damit sich die roten Blutkörperchen als fester Bestandteil unten absetzen und das Blutplasma (vor allem Wasser und Eiweiß) oben bleibt. Die beiden Bestandteile werden dann getrennt und bei den roten Blutkörperchen auch noch Nährstoffe zugefügt. Sie sind sieben Wochen haltbar und dürfen in dieser Zeit nicht verhungern.

Ein paar Zimmer weiter findet die Plasmaspende statt. Die kann man viel öfter machen als die Spende von Vollblut. Dabei bekommen die Leute eine Nadel in den linken, die andere in den rechten Arm gepiekst. Aus dem einen an die Nadel angeschlossenen Schlauch fließt das Blut heraus in eine große Maschine, dort wird das Plasma herausgefiltert und auf der anderen Seite der Rest des Blutes wieder in den Körper zurückgeführt.

Plasma spenden kann man ziemlich oft, bis zu ein Mal die Woche. Es dauert aber auch bis zu einer Stunde. Allerdings gilt auch hier, je größer und schwerer ein Mensch ist, umso schneller geht's.

INFO: Die Website der Kinder-Uni im Netz ist unter www.kinder-hd-uni.de zu erreichen. Die Blutspendezentrale hat die Adresse www.blutspende.uni-hd.de.

Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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