Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
11. März 2004

Die Wohnung wird im Alter zum wichtigsten Ort

Das ideale Wohnumfeld der Senioren – Tagung des Zentrums für Alternsforschung an der Universität Heidelberg

Man ist so alt wie man sich fühlt: Diese Lebensweisheit ließe sich wissenschaftlich untersuchen, würde man kalendarisches und "gefühltes Alter" vergleichen. Seit 1995 gibt es an der Universität Heidelberg das Deutsche Zentrum für Alternsforschung (DZFA). Deren Abteilung für Soziale und Ökologische Gerontologie veranstaltete gestern eine Tagung zum Thema "Wohnumwelt im Alter".

Die Veranstaltung in der Stadtbücherei war vor allem für Gäste interessant, die beruflich mit Seniorinnen und Senioren zu tun haben. Unter dem Stichwort "Reaktionen aus der Praxis" berichtete Hermann Bühler vom Amt für soziale Angelegenheiten und Altenarbeit über Vollendetes und Geplantes. So ist in der Stadt bisher 218 Mal "betreutes Wohnen" möglich, befinden sich 55 dafür geeignete Wohnungen im Bau und sind weitere 64 geplant.

Die Zahl der über 65-Jährigen in Heidelberg bezifferte er auf über 21000, die der über 80-Jährigen auf über 6000 und die der über 90-Jährigen auf über 1100. Rund 2500 Pflegebedürftige würden zu Hause versorgt, rund 1100 in Heimen. Aus der Statistik geht allerdings auch hervor, dass zwei Drittel der über 80-jährigen Frauen und ein Drittel der gleichaltrigen Männer noch in der eigenen Wohnung leben. Ebenso, dass auch die meisten "jüngeren Alten" noch ganz gut alleine zurecht kommen. Über die Stellung der Seniorenzentren in der Stadt sagte Hermann Bühler: "Es gibt in der Bundesrepublik nichts Vergleichbares". In den Einrichtungen entstehe so manches "soziale Geflecht". Dabei sei es wichtig, den Menschen zu vermitteln, dass sie für sich und andere etwas tun könnten. "Bürgerbeteiligung fängt mit 60 erst richtig an", so seine Überzeugung.

Ein von der EU finanziertes Forschungsprojekt stellte Diplom-Soziologin Dörte Naumann vor. Dort wird die Lebenssituation von 75- bis 90-Jährigen aus Deutschland, Schweden, England, Lettland und Ungarn erfasst. Im Raum Mannheim/Heidelberg gab es rund 400 Befragungen. Als ideales Wohnumfeld beschreiben einige aus dem genannten Personenkreis Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und einen guten Anschluss an den Öffentlichen Nahverkehr. Allerdings wird auch deutlich, dass mit zunehmendem Alter der Kraftaufwand zur Alltagsbewältigung größer und die Wohnung zum wichtigsten Ort wird. Wobei es Menschen gibt, die sich dorthin zurückziehen und solche, die von dort aus nach wie vor Kontakt zur Außenwelt suchen – und sei es nur durch das Gespräch vom Fenster aus oder per Telefon. "Im Alter zurechtzukommen, ist kein Kinderspiel" sagte die Referentin.

"Offen bleiben für neue Ideen..." Dieser Tipp zur "Altersvorsorge" kam von Dr. Frank Oswald. Er riet überdies dazu, sich rechtzeitig über eine altersgerechte Wohnung Gedanken zu machen beziehungsweise die häusliche Umgebung entsprechend zu gestalten. In seinen Untersuchungen hat er festgestellt, dass ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, oft einen "Lieblingsplatz" haben, von dem aus alles was sie so brauchen, in greifbarer Nähe ist.

Wo alltägliche Dinge zum Problem werden, hilft es also oft, die Umgebung etwas umzugestalten. Informationen über technische Hilfsmittel gab es an einem der Ausstellungsstände im Foyer. Ebenso, wie Seniorinnen und Senioren ihren Stadtteil einschätzen. Zu diesem Thema stand auch ein Film über Bergheim auf dem Programm. Bei der Befragung aus dem Jahr 1999 kam der aufstrebende Stadtteil allerdings noch schlecht weg. Wobei sich an der dort bemängelten Verkehrssituation in der Mittermaierstraße in absehbarer Zeit wohl nichts ändern wird. Bis 2020 könnte es in Heidelberg übrigens schon an die 35000 über 65-Jährige geben.

Kaz.

Rückfragen bitte an
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English