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25. Februar 2004

Rektor: "Bildung braucht Brücken"

Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff argumentiert vehement für die fünfte Neckarquerung zur Erschließung des Neuenheimer Feldes und für eine schnelle Verbesserung der Campus-Anbindung – Warum die Universität Heidelberg die geplante Umweltverträglichkeitsprüfung mitfinanzieren will

Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff setzte sich in diesen Tagen erneut vehement für die fünfte Neckarquerung zur Erschließung des Neuenheimer Feldes ein und legte gegenüber der Grünen Hochschulgruppe detailliert die Argumente der Universität Heidelberg für eine schnelle Verbesserung der Campus-Anbindung dar. Anlass war die Übergabe einer Unterschriftenliste, mit der sich die Gruppe gegen die geplante Finanzierung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durch die Universität wandte.

Auf Bitten von Oberbürgermeisterin Beate Weber habe Hommelhoff seine Zusage zur Übernahme der Finanzierung nun schriftlich gegeben und bestätigt, dass die drei Großnutzer des Neuenheimer Feldes – die Universität Heidelberg, das Universitätsklinikum Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrum – diese Kosten übernehmen werden. "Lassen Sie mich Ihnen und damit auch den 2040 Unterschriftsleistenden erläutern, warum das eine sinnvolle Ausgabe ist", so der Rektor.

Hommelhoff: "Zu der Frage, wie die Verkehrsanbindung des Neuenheimer Feldes über den Neckar hinweg stattfinden soll, hat die Stadt ein Gutachten beim Max-Planck-Institut in Auftrag gegeben, und dieses Gutachten enthält die Kernaussage, dass über die Frage der Umweltverträglichkeit nur auf der Grundlage einer Umweltverträglichkeitsprüfung entschieden werden kann. Das heißt, die Umweltverträglichkeitsprüfung ist die unabdingbare Voraussetzung dafür zu entscheiden, ob eine Querung in Frage kommt oder nicht. Genau auf dieser Grundlage hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit, unter Einschluss der Grünen, die Umweltverträglichkeitsprüfung beschlossen – deshalb bin ich etwas erstaunt darüber, dass die Hochschulgruppe der Grünen diese Unterschriftensammlung durchgeführt hat. Die Gegenstimmen kamen nur aus dem Kreis der SPD, alle anderen Parteien waren dafür."

"Wir brauchen diese Umweltverträglichkeitsprüfung, um zu wissen, ob wir das Neuenheimer Feld über eine fünfte Neckarquerung werden anschließen können oder ob wir über einen Nordanbinder müssen." Hommelhoff wies die Vertreter der Grünen Hochschulgruppe darauf hin, dass der Nordanbinder am Rand des Handschuhsheimer Feldes bereits erhebliche politische Proteste hervorgerufen habe. 20 Trecker seien auf den Rathausplatz gefahren. "Das ist also eine so oder so für Teile der Bevölkerung bedrückende Entscheidung. Frage: Brauchen wir denn überhaupt diese Erschließung?"

Die Grüne Hochschulgruppe habe auf die Alternativen der Straßenbahn und Parkraumbewirtschaftung hingewiesen. Hommelhoff: "Um es noch einmal in aller Klarheit zu sagen: Das Konzept der Universität Heidelberg mit dem Klinikum und dem DKFZ als Großnutzern und jetzt auch mit den Max-Planck-Instituten und der Pädagogischen Hochschule, die ja auch in dem Gebiet liegt, ist ein Drei-Säulen-Konzept:

  1. Wir werden die Parkräume bewirtschaften müssen. Wenn jetzt im Juni beginnend die Krehl-Klinik ins Neuenheimer Feld zieht, kommen wir mit den dort verfügbaren Parkplätzen nicht mehr aus. Das heißt, wir müssen eine Bewirtschaftung jetzt einführen. Das wird zu einer Verringerung der Parkplätze führen und einer Zuteilung nach bestimmten Kriterien, die mit den Personalvertretungen abgestimmt werden.
  2. Das Neuenheimer Feld wird durch den öffentlichen Personennahverkehr qualitativ besser erschlossen werden müssen. Wir stehen mit der Stadt und der HSB auf dem Standpunkt, dies sollte über eine Straßenbahn passieren. Die Universität hat gerade in den letzten Wochen und Monaten wesentlich mit dazu beigetragen, dass dort an der so genannten Südkante eine Straßenbahnlinie geführt werden kann. Wir haben mit dem DKFZ, das starke Beeinträchtigungen seiner Apparate an der vorderen Kante der geplanten Straßenbahntrasse befürchtete, einen Grundstückstausch beschlossen. Das DKFZ bekommt also aus dem universitätsverfügbaren Land Gelände gestellt, damit es seine hochsensiblen Geräte von der Straßenbahntrasse wegnehmen kann. Darüber haben wir schon eine Verständigung gefunden – wir haben unseren Teil dazu beigetragen, jetzt muss sich das DKFZ noch gegenüber der HSB und der Stadt erklären.
  3. In diesem Konzept gibt es die dritte Säule Individualverkehr, und die ist unverzichtbar, vor allem für die Krankenversorgung. Wir sind das zentrale Krankenhaus für einen Radius von 60 bis 80 km um Heidelberg herum. Alle komplizierten Fälle kommen hierher, und das sollen sie auch. Wir brauchen dies, nicht primär um Geld zu verdienen, sondern um für Forschung und Lehre die notwendigen Patienten anzuziehen. Wir können keine Mediziner ausbilden, wenn hierher keine Kranken kommen. Das heißt, die Erreichbarkeit des Universitätsklinikums Heidelberg ist unverzichtbar, damit wir Lehre und Forschung in der Medizin und in den Lebenswissenschaften weiter fortführen können – wobei wir im Auge behalten müssen, dass die Lebenswissenschaften das Beste sind, was die Universität zu bieten hat. Wir sind mit diesen Wissenschaften im Weltmaßstab vorne mit dabei. Hier kommt besonders auch die Verbindung mit dem DKFZ hinzu."

Hommelhoff verwies weiter auf die im Bau befindliche Schwerionenanlage zur innovativen Behandlung von Krebskranken, die in der Bundesrepublik einmalig sein wird. "Das heißt, aus der ganzen Republik werden die Patienten herkommen, wenn diese große Behandlungsanlage ihren Betrieb aufgenommen hat." Außerdem werde in diesem Jahr der ersten Spatenstich und wahrscheinlich auch die Grundsteinlegung für das Comprehensive Cancer Center stattfinden. "Wir bringen dort Behandlungskompetenz zum Tragen, die in ihrem Umfang einzigartig in Europa ist."

Dafür brauche das Neuenheimer Feld den Individualverkehr. "Die Kranken können nicht mit der Straßenbahn herfahren, auch nicht mit dem Bus oder der S-Bahn." Es handle sind zum Teil um schwerkranke Patienten, die von ihren Angehörigen in die Klinik gefahren werden.

Die Grüne Hochschulgruppe habe die Frage aufgeworfen: "150.000 Euro, kann man die nicht woanders besser anbringen?" Noch sei kein einziges Tutorium deshalb geschlossen, kein Buch weniger angeschafft worden. Die Universität Heidelberg setze Finanzmittel dafür ein, die sie für Bücheranschaffungen nicht einsetzen dürfe: "Das ist kein Geld, das uns der Staat zur Verfügung stellt." Das Geld stamme, so Hommelhoff, von dritter Seite, von privaten Spendern, oder aus Zinsgewinnen. Auch müsse die Universität die Gesamtsumme nicht alleine bezahlen. "Ich gehe davon aus, dass der Betrag, den wir zu leisten haben, zwischen 25 000 und 35 000 Euro liegen wird."

Vor dem Hintergrund, Klarheit darüber bekommen zu müssen, wie es weitergehe, sei dies eine wichtige Investition. "Wir können das nicht schleifen lassen, denn wir sind dabei, Alt-Bergheim so schnell wie möglich zu räumen." Das Neuenheimer Feld werde einen gewaltigen Zuwachs bekommen. Dort sollen weitere universitäre Einrichtungen ausgebaut werden, wie es schon vor einem halben Jahrhundert in Planung war. "Alles, was man vor 50 Jahren geplant hat, kommt jetzt ganz schnell, Schlag auf Schlag – und wir sind verkehrsstrukturell nicht darauf vorbereitet. Das sind die Probleme, vor denen wir stehen, und ich kann nur sagen, etwas Klügeres hat uns die Stadt auch nicht angeboten."

"Bildung statt Brücke", hatte das Motto der Unterschriftenaktion gelautet. Hommelhoff hielt dem entgegen: "Bildung braucht Brücken". Der Tunnel könne nicht finanziert werden. Die Umweltverträglichkeitsprüfung werde ergeben, ob eine Brücke gebaut werden kann. "Wir können nicht mehr länger warten", so Hommelhoff.

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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