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16. Februar 2004

Natascha findet die Schule in der Klinik prima

Kinder-Uni im Netz auf Recherchetour in der Universitätsklinik – Für kranke Jungen und Mädchen ist Lernen eine willkommene Abwechslung

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Natascha ist zwölf Jahre alt und geht in die siebte Klasse. Ein Jahr ist es her, dass sich ihr Leben total verändert hat. Ihre Niere funktioniert nicht mehr und seither muss das Mädchen drei Mal in der Woche zur Dialyse (Blutwäsche) in die Kinderklinik der Heidelberger Universität. Für vier Stunden wird sie dann an eine Maschine angeschlossen. Durch lange Schläuche fließt ihr Blut und wird im Innern der Maschine gereinigt. Das tut zwar nicht weh, erklärt sie tapfer, aber manchmal nervt das schon. Und braucht Zeit, die Natascha lieber mit ihren Freundinnen verbringen würde. Auch in der Schule muss sie sehen, dass sie den Anschluss nicht verpasst.

Deshalb ist sie froh, dass es im Neuenheimer Feld die Kinderklinikschule gibt. Die 14 Lehrkräfte um Schulleiterin Heinke Richter helfen kranken Kindern beim Lernen. Das lenkt einerseits ein bisschen von der Krankheit ab, hilft andererseits aber auch den Anschluss an den Stoff nicht völlig zu verlieren.

Interviewt wurden Natascha und andere Schüler der Kinderklinikschule von den kleinen Redakteuren der Kinder-Uni im Netz (www.kinder-hd-uni.de), einem Gemeinschaftsprojekt von RNZ und Universität. Tania Christiansen, Lukas Mairon und Leonie König waren unterwegs und haben ganz schön viel herausbekommen. "Mir wurde schlecht und schwindelig und irgendwann konnte ich nicht mehr laufen", so beschreibt Natascha den Beginn ihrer Krankheit. Jetzt hofft sie, dass sich irgendwann eine Spenderniere für sie findet. "Dann", so sagt sie, "könnte ich vielleicht wieder schwimmen oder Rad fahren".

Tomaten sind tabu

Natascha ist unheimlich froh, dass es die Klinikschule gibt. Sie geht zwar auch in Karlsruhe, wo sie wohnt, in die Schule, kriegt aber dort durch ihre Krankheit einfach nicht mehr so viel mit. So richtig vergessen kann die Zwölfjährige ihre Krankheit eigentlich nie. Auch das Leben daheim ist davon geprägt. Tomaten sind ebenso verboten wie Schokolade und Bananen. Ob es ihr nicht schlecht werde, wenn sie ihr Blut so durch die Schläuche fließen sieht, fragt Leonie. "Nö", meint Natascha, daran hat sie sich gewöhnt. Im Nachbarbett liegt der ebenfalls zwölfjährige Dennis. Auch sein Blut wird gerade gereinigt. Er kommt aus Edenkoben in die Heidelberger Kinderklinik. "Was machst du dann hier die ganze Zeit, damit dir nicht langweilig wird", will Tania wissen. "Die Oma ärgern", erwidert er und kichert. Krank ist Dennis seit seiner Geburt. Lange Zeit konnte er nichts essen und wurde künstlich ernährt.

Bei Kim-Alexander ist das anders. Vor einem Jahr wurde klar, dass er eigentlich eine Leber und eine Niere bräuchte. Da bisher keine Spenderorgane gefunden wurden, muss auch er vier Mal in der Woche an die Maschine. Essen darf er eigentlich alles, nur halt von allem nicht so viel.

Nur Spinat ist strikt verboten, aber das findet er nicht wirklich schlimm. Plötzlich blinkt die große Maschine "Alarm Alert". Doch Kim-Alexander kennt das schon. Völlig cool drückt er auf's richtige Knöpfchen und der Alarm verstummt. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, als die anderen so richtig verdutzt drein blicken.

Durch das Tunnel-Gewirr, mit denen alle Kliniken im Neuenheimer Feld miteinander verbunden sind, geht es in die nächste Station. Mundschutz ist hier angesagt und die Hände müssen desinfiziert werden. Auch wenn das Mittel ziemlich stinkt.

Wenn hier einen Schnupfen eingeschleppt wird, könnte das schlimme Folgen für die kleinen Patienten haben. Schließlich ist es gerade einmal drei Wochen her, dass der zehnjährigen Melanie eine Leber transplantiert wurde. Vor zehn Wochen haben die Ärzte herausgefunden, dass sie an einer schlimmen Krankheit leidet.

"War die Wartezeit schlimm", will Lukas wissen. "Ja schon", bestätigt ihm Melanie. Die Schule im Krankenhaus findet sie richtig prima. Bis sie wieder in ihre alte Schule kann, wird es nämlich noch ein Weilchen dauern. Mindestens zwei Monate muss das Mädchen pausieren. Die Ansteckungsgefahr wäre viel zu groß einen Infekt kann sich das Mädchen jetzt nicht leisten.

Für die gleichaltrige Sabine ist das alles noch ganz neu. Sie ist erst seit ein paar Tagen schwer krank. Ihr Blut ist zu dünn, deshalb muss das Plasma ausgetauscht werden. "Jedes Mal, wenn ich mich anstoße, gibt es riesige blaue Flecken", berichtet sie. Noch ist sie zu schwach für die Klinikschule, aber wenn es besser geht, will sie mit dem Lernen wieder anfangen.

INFO: Klinikschule Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 150, 69120 Heidelberg, Telefon 06221 568408. Die Kinder-Universität im Netz ist im Internet zu finden unter www.kinder-hd-uni.de

Von Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
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