Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Startseite der Universität
Presse-Kontakt, WWW-Team Volltext-Suche, E-Mail-Suche, Datenbank-Suche Alle Seiten im Überblick English
Besucher, Internationale Beziehungen, Heidelberg und RegionStartseiten der FakultätenAufbau der Universität, Personalverzeichnis, ServiceeinrichtungenFächerübersicht, Beratung, Informationen für ausländische StudierendeProjekte, Publikationen, Technologietransfer

Startseite > Presse >

 
22. Januar 2004

Als Theologie-Professorin allein unter Männern

Ingrid Schoberth ist die einzige Frau am Theologischen Seminar – Qualifikation statt Quote – Enger Kontakt zu Schule und Seelsorge

"Die Qualifikation muss stimmen, ich fühle mich nicht als Quotenfrau", erklärt Professorin Ingrid Schoberth. Seit 1. Oktober hat die 45-Jährige eine C4-Professur am Praktisch-Theologischen Seminar der Universität, sie lehrt Religionspädagogik und Didaktik der evangelischen Religionslehre. Als einzige Frau unter ausschließlich männlichen Kollegen zu arbeiten, ist Ingrid Schoberth gewöhnt, auch an der Universität Wuppertal, wo sie die letzten vier Jahre eine C3-Stelle hatte, war das nicht anders.

"Ich bin hier wirklich nett aufgenommen worden und fühle mich in Heidelberg inzwischen sehr wohl", berichtet sie im Gespräch mit der RNZ. Ein bisschen sei ihre Biographie wohl typisch für die Frauen ihrer Generation, die wissenschaftliche Ambitionen mit Familienleben verbinden wollen und können. Verheiratet mit einem Professor für Systematische Theologie und Mutter einer 12-jährigen Tochter gelingt ihr der Spagat nicht nur zwischen Beruf und Familie, sondern auch zwischen Heidelberg und Bayreuth, wo Mann und Tochter wohnen. Doch das soll sich ändern: "Wir suchen in Heidelberg ein Haus, damit meine Familie hierher ziehen kann". Dann wird ihr Mann pendeln, die Lasten werden partnerschaftlich verteilt.

Trotz wissenschaftlicher Laufbahn hat Ingrid Schoberth den Kontakt zu Gemeindearbeit und Seelsorge nie verloren. In Pegnitz geboren, studierte sie Theologie in Erlangen, Tübingen und Neuendettelsau und promovierte nach dem ersten Examen als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Zwei Jahre arbeitete sie als Vikarin in Nürnberg, erlebte dort "sehr spannende Gemeindearbeit", machte ihr zweites theologisches Examen und bekam Tochter Milena.

"Glücklicherweise ist sie ein pflegeleichtes Kind, mit Hilfe von Schwiegermutter und Tagesmutter konnte ich Familie, Ehe, Kind und Wissenschaft verbinden", erinnert sie sich an diese Zeit. Ihre Unterrichtserfahrungen an einer Gesamtschule im bayrischen Hollfeld wurde 1998 Grundlage ihrer Habilitation "Glauben lernen – Grundlagen einer katechetischen Theologie". "Ohne die Förderung durch die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft wäre das nicht möglich gewesen", unterstreicht sie. Diese finanzielle Unterstützung hielt ihr Kopf und Rücken frei.

Gastprofessuren führten Ingrid Schoberth nach Bonn und Berlin, gleichzeitig arbeitete sie als Schulpfarrerin, "doch die Lehre gewann immer mehr an Gewicht". Eine Professur führte sie nach Wuppertal, Mann und Tochter blieben in Bayreuth; Ingrid Schoberth pendelte zwischen Arbeitsplatz und Familie und sieht das auch heute noch ganz unprätentiös: "Ich kann im Zug gut arbeiten".

Drei interessante Forschungsprojekte hat die neue Professorin nach Heidelberg mitgebracht. Zusammen mit der Escola Superior de Theologie in Sao Leopoldo in Brasilien forscht sie zum Thema "Heil und Heilung"; dabei geht es um die Frage, wie die Kirche mit afrobrasilianischen Kulturen und mit den verschiedenen Pfingstbewegungen umgeht, die in Südamerika viele Gläubige aus der traditionellen Kirche abziehen.

Als Theologin müsse man sich Fragen, wo diese Bewegungen die Menschen abholten, erklärt Ingrid Schoberth. Eine ähnliche Fragestellung interessiert sie beim interdisziplinären Forschungsvorhaben "Die unsichtbare Religion in der sichtbaren Religion"; im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Frage, wie Schüler mit Religiosität umgehen. Ein weitere Schwerpunkt "Religionspädagogik und Ästhetik" untersucht, wie die christliche Religion in moderner Kunst und Literatur wahrgenommen wird.

Ingrid Schoberth ist an ihrem Lehrstuhl auch eng in die Ausbildung der Vikare eingebunden; einmal pro Semester arbeitet sie vier Wochen mit den angehenden Theologen im Predigerseminar. Das schafft immer wieder Kontakt zur praktischen Seelsorge und verhindert akademische Elfenbeintürme. Entspannung findet Ingrid Schoberth beim Cellospielen, manchmal sind auch Ehemann Wolfgang am Saxophon und Tochter Milena mit der Querflöte mit von der Partie.

Ingeborg Salomon

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Page maintained by Pressestelle der Universität Heidelberg,
presse@rektorat.uni-heidelberg.de.
Copyright © Pressestelle der Universität Heidelberg.

Zurück

Top

Universität | Fakultäten | Einrichtungen | Studium | Forschung und Kooperation
Stellenmarkt | Termine | Intern | Presse | Alumni/Fördervereine | Projekt IMPULSE
Neues im Netz | Kontakt | Suche | Überblick | English