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8. Januar 2004

Die Spitzen-Universitäten im Wettbewerb ermitteln

Zum Vorstoß der SPD: Gespräch mit Rektor Peter Hommelhoff und Prorektor Angelos Chaniotis

Prof. Peter Hommelhoff, Rektor der Universität (li) und Prof.

Prof. Peter Hommelhoff, Rektor der Universität (li) und Prof. Angelos Chaniotis, Prorektor. Foto : Alex

Zu den Elite-Universitäten im Land soll nach dem Willen der SPD auch Heidelbergs Ruperto Carola gehören. Wir sprachen mit Rektor Peter Hommelhoff und Prorektor Angelos Chaniotis.

Herr Prof. Hommelhoff, haben die von der SPD geplanten Spitzenuniversitäten eine Chance auf Realisierung?

Hommelhoff: Ich hoffe doch sehr, dass dieser Vorstoß nicht versandet, denn er ist für die Universitäten hochinteressant. Es verdient Anerkennung, dass die Regierungspartei die wissenschaftliche Ausbildung und Forschung so stark in den Vordergrund rückt. Aus der reformierten Erbschafts- und Vermögenssteuer sollen wesentliche Teile als zusätzliche Mittel in die Universitäten fließen. Die Wissenschaftsaufwendungen von 2,5 auf 3 Prozent des Bruttosozialprodukts zu steigern, ist natürlich eine begrüßenswerte Zunahme. Und die Mittel sollen den Universitäten zugute kommen, also nicht den außeruniversitären Einrichtungen. Mit der Forschung wird eine Universitätskomponente angesprochen, die zuletzt gegenüber der Lehre im Hintergrund stand. Die Spitzenuniversitäten müssen nun im Wettbewerb ermittelt werden.

Wie sehen Sie die Chancen für die Universität Heidelberg, zur Spitzengruppe zu gehören?

Hommelhoff: Sie sind sehr gut, denn wir haben bei den verschiedensten Rankings stets erfolgreich abgeschnitten. Wenn es nach wissenschaftlicher Leistung geht, wird Heidelberg dabei sein.

Muss mit der Förderung als Spitzenuniversität auch eine stärkere Schwerpunktsetzung einhergehen?

Hommelhoff: Ich kann mir vorstellen, dass die Universität Heidelberg mit ihrem breiten Fächerspektrum eine Förderchance hat. Es gibt verschiedene Profile, die grundsätzlich förderungswürdig sind. Als besonderes Element wollen wir die Verknüpfung von Geistes-, Natur- und Lebenswissenschaften hervorheben.

An der Volluniversität wollen Sie also festhalten?

Hommelhoff: Wir wollen als Volluniversität Spitze sein.

US-Universitäten sind oftmals spezialisiert.

Hommelhoff: Harvard ist noch relativ breit aufgestellt, andere Universitäten wie Stanford schon weniger. Wir müssen aber nicht alle Besonderheiten übernehmen.

Kann die die Freiheit der Wissenschaft erhalten werden, wenn – wie geplant – zwei Drittel der Fördergelder aus der Wirtschaft kommen sollen?

Hommelhoff: Diesen Anteil halte ich für einen Traum. Die Wirtschaft ist schon heute unser Partner, aber dass flächendeckend zwei Drittel der Gelder aus der Wirtschaft kommen können, bezweifle ich. Auch sollte eine wirtschaftsorientierte Förderung nicht übertrieben werden. Uns sind die großen privaten Sponsoren in Heidelberg lieber, weil sie keine direkte Gegenleistung erwarten.

Herr Prof. Chaniotis, die Spitzenuniversitäten sollen im internationalen Wettbewerb mithalten können.

Chaniotis: Zunächst ist die Förderung von Spitzenuniversitäten nicht nur eine Geldangelegenheit. Der internationale Vergleich hat gezeigt, dass auch die allgemeinen Rahmenbedingungen wichtig sind. Zu ihnen zählt etwa die in Deutschland eingeschränkte Autonomie der Universitäten – also die Möglichkeit, flexibel und schnell auf Neuentwicklungen zu reagieren. Der jetzige Vorstoß ist begrüßenswert, aber nun müssen auch die realen Bedürfnisse der Universitäten hinsichtlich der Rahmenbedingungen diskutiert werden. Man sollte allerdings nicht den Begriff "Elite-Universitäten" verwenden, sondern von forschungsstarken Universitäten sprechen. Und die Ruperto Carola wird selbst in der ersten Weltliga als eine solche wahrgenommen.

Hommelhoff: Bei den Rahmenbedingungen für eine Spitzenposition in der Lehre ist die Betreuungsrelation zwischen Studenten und Professoren besonders wichtig. Im Gegensatz zum Ausland haben wir rechtliche Vorgaben, die unsere Freiheit beschränken.

Sind die Amerikaner, Franzosen und Engländer mit ihren Eliten glücklicher als die Deutschen?

Chaniotis: In Deutschland ruft das Wort "Elite" negative Reaktionen hervor. Ich glaube, dass dieser Begriff in anderen Ländern unproblematischer ist. Zum Beispiel in Frankreich gibt es seit Jahrhunderten eine Förderung der Eliten. Solche Traditionen wollte man in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg vermeiden.

Sind die Zukunftschancen für die Ruperto Carola nicht auch wegen der allgemeinen Wissenschaftsballung am Standort Heidelberg besonders gut?

Hommelhoff: Dies ist sicherlich schon heute ein wichtiger Aspekt für die Position der Universität Heidelberg. Eine solche Breite auch von außeruniversitären Forschungseinrichtungen existiert vielleicht nur noch in München und Berlin.

Heribert Vogt
Rhein-Neckar-Zeitung

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Dr. Michael Schwarz
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