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16. Januar 2004

"Heidelberg ist schon jetzt eine Elite-Uni"

Der Ex-Harvard-Professor und jetzige Heidelberger Anthropologe William Sax äußert sich kritisch zur geplanten Uni-Reform

Kopfschütteln ist die erste Reaktion des Anthropologieprofessors William Sax, wenn man ihn nach seiner Meinung zur geplanten Reformierung des deutschen Uni-Systems fragt. Der Mann, der unter anderem an der US-Top-Universität Harvard und in Neuseeland lehrte, hält das Schielen nach Amerika für wenig fruchtbar. Die Universitätssysteme seien so unterschiedlich, "dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden". Er spricht von "ungenauen und irreführenden Vergleichen", die fundamentale Unterschiede außer Acht lassen.

Während die deutschen Hochschulen fast ausschließlich in staatlicher Hand sind, überwiegen in den USA die Privat-Unis. Die US-Universitäten konkurrieren im offenen Wettbewerb um die besten Professoren und Studenten und damit letztlich auch um ihre wissenschaftliche Reputation. Dieser Wettbewerb fördert die Qualität, ist aber auch extrem kostspielig. Das bekommen insbesondere die Studenten zu spüren, die oft horrende Studiengebühren berappen müssen. In Deutschland hingegen erhalten die Hochschulen ihre Mittel durch staatliche Zuteilung. Außerdem herrscht in Sax' Augen im Gegensatz zum amerikanischen Wettbewerbs-Gedanken in Deutschland der gesellschaftliche Wunsch vor, dass alle Universitäten gleich gut sein sollen.

Tatsächlich gebe es aber schon heute auch in Deutschland erhebliche Qualitätsunterschiede: "Heidelberg ist schon jetzt eine Elite-Uni." Zumindest auf seinen Fachbereich treffe das zu. Der Ethnologe hält seine Einrichtung, das Südasien-Institut, für "den besten Ort auf der Welt", um die Kulturen des südasiatischen Raumes zu erforschen. Doch auch sein Institut habe durch die Reformen der letzten Jahre schon Schaden genommen, etwa durch die drastische Reduzierung der Stellen im akademischen Mittelbau. Gerade diese Wissenschaftler trugen nach Sax' Einschätzung maßgeblich zum Erfolg der deutschen Hochschulen bei. "Ich habe mich sehr darauf gefreut, mit diesen Leuten zusammenzuarbeiten", erklärt Sax, doch mittlerweile hat sich einiges geändert. Die Verträge sind zeitlich befristet, wer nicht rechtzeitig die nächste Sprosse der Karriereleiter erklimmt, steht auf der Straße.

Um tatsächlich mit den USA gleichzuziehen, wären andere Maßnahmen nötig: "Ich würde als erstes die Zahl der Professoren vervierfachen", schlägt Sax vor. Das weitaus bessere Zahlenverhältnis von Studierenden und Lehrenden sei ein wirklicher Vorteil der US-Universitäten. Außerdem sei es in den USA die Regel, dass man zuerst einige Jahre lehrt, bevor man sich an die Promotion macht. Nicht zuletzt deshalb seien die amerikanischen Doktorabschlüsse die besten der Welt. Der Grund, warum über diese Möglichkeiten der Qualitätssteigerung hierzulande nicht nachgedacht wird, liegt für Sax auf der Hand: "So etwas kostet Geld." Und eben das ist aufgrund der fundamental verschiedenen Universitätssysteme knapp. Neuseeland hat Sax übrigens verlassen, als dort ähnliche Reformen eingeführt wurden, wie sie in Deutschland gerade im Gespräch sind. "Die Deutschen sind dabei, dieselben Fehler zu machen", meint Sax. "In Neuseeland sind sie gerade dabei, ihr System wieder aufzubauen."

Ulrich Wittmann

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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und
Irene Thewalt
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