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19. Januar 2004

Drei-Gänge-Menü im Psychologieseminar

Studierende der Universität Heidelberg auf kulinarischer Exkursion – Das Ambiente hat entscheidenden Einfluss auf das Geschmackserlebnis

Drei-Gänge-Menü im Psychologieseminar

Drei-Gänge-Menü im Psychologieseminar. Foto : Bernd Reuschenbach

Dass der Arbeitsalltag von Studenten nicht nur aus Hörsaal, Mensa und trockener Bücherkost bestehen muss, bewiesen am Freitag, 16. Januar, 17 Studierende der Universität Heidelberg während einer Exkursion nach Abstatt bei Heilbronn. Im Feinschmecker-Restaurant "Sperber" erlebten sie, warum das Ambiente einen entscheidenden Einfluss auf das Geschmackserleben hat.

Wer sich in einem Seminar mit dem Thema "Die Psychologie des Essens und Trinkens" befasst, der braucht auch wohl- schmeckendes Anschauungsmaterial, dachte sich Seminarleiter Diplom-Psychologe Bernd Reuschenbach und nahm Kontakt zu dem Hotelier und Koch, Jürgen Sperber, auf. Der verriet den Studierenden bereitwillig seine Tricks eines stimmigen Restaurant- und Hotelstils. Dazu gehörten vor allem bewusst eingesetztes Licht und dezente und zum Stil des Hauses passende Musik, erklärte Sperber. Auch Duftöle platziere er gerne in den Räumen – mit Ausnahme des Restaurants. Dort soll schließlich der Geruch der Speisen die Nasen der Gäste umschmeicheln. Emotionen mit solchen Reizen zu wecken, sei ein wichtiges psychologisches Mittel, damit die Gäste sich wohl fühlten und Essen ein Erlebnis für alle Sinne sei. Dafür müsse die Gesamtkonzeption vor allem authentisch und in sich stimmig sein sowie zur Architektur der Räumlichkeiten passen, betonte der 29-jährige Chef des Hauses.

Den meisten Studierenden war anzumerken, dass der Besuch eines gehobenen Restaurants für sie nicht gerade alltäglich ist. Und mancher wird bedauert haben, dass bei ihm zu Hause keine Petersilienwurzelschaumsuppe, Schwäbisch-Hallisches Schwein an Paprika-Gemüse oder Schokoladentörtchen mit Passionsfrucht-Koriander-Sorbet auf dem Tisch steht. Und auch mit dem Nachmachen der Dekoration dürften sich die meisten der jungen Wissenschaftler schwer tun. Obwohl sie bei deren Herstellung dem Patissier des Hauses über die Schulter schauen durften.

Doch die theoretischen Erkenntnisse, die sich die Studierenden in den vergangenen Seminarsitzungen zum Thema "Essen und Trinken" erarbeitet hatten, konnten sie nun auf angenehme Weise in der Praxis nachvollziehen. Die Inhalte reichten vom Einfluss der Stimmung auf die Lust am Essen über Forschungsergebnisse zur Erinnerung von Geschmäckern, der Entstehung von Hunger und Durst bis zum Einfluss von Farben oder Erziehungsfaktoren auf die Beliebtheit von Nahrungsmitteln.

Weitere Informationen zum Seminar "Die Psychologie des Essens und Trinkens" und der Exkursion im Internet unter www.psychologie-des-essens.uni-hd.de

oder bei
Dipl.-Psych. Bernd Reuschenbach
Psychologisches Institut der Universität Heidelberg
Telefon 06221 547301
Bernd.Reuschenbach@urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


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