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16. Januar 2004

Mit Kartoffel zur Lesung

Deutschland-Premiere für den chinesischen Poeten Gu Cheng

Dass die Zuhörer an einer besonderen Veranstaltung teilnehmen würden, war noch vor dem Hinsetzen klar: auf jedem Besucherstuhl lag bereits eine rohe Kartoffel. Ähnlich skurril gestaltete sich auch die anschließende zweisprachige Lesestunde.

Dozent Hans Peter Hoffmann und seine Studenten vom Sinologischen Seminar der Universität baten in der Buchhandlung Himmelheber unter dem Titel "Kleine Kartoffel unter dem Mond" zu einem besonderen Poesie-Ereignis. Zum ersten Mal wurde der in China bekannte Gedicht-Zyklus "Die Akte Windelin" in deutscher Sprache vorgetragen. Die Übersetzungen stammen aus der Feder des Sinologie-Professors Hoffmann, der bereits für seine Doktorarbeit das Gesamtwerk des Chinesen Gu Cheng ins Deutsche übertrug. Dabei halfen dem Sinologen auch die persönlichen Begegnungen mit dem Poeten, der 1987 auf seiner Lese-Tour durch Europa einige Zeit in Heidelberg verweilte.

Gu Cheng, der sich anfangs der 90er im Exil in Neuseeland 37-jährig das Leben nahm, gehörte zu den Dichtern der Menglong-Lyrik. Die Anhänger dieser "Obskuren Poesie" standen nach der Kulturrevolution Ende der 70er Jahre in China vor einem vergleichbaren Problem wie die deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Ähnlich wie sich Heinrich Böll oder Günter Grass mit einer vom Führer-Kult verbrauchten Sprache konfrontiert sahen, versuchten Gu Cheng und andere, wieder über Liebe zu schreiben, die nicht die Liebe zum Großen Vorsitzenden Mao meinte. Dafür mussten sie eine Sprache finden, die jenseits des Alltäglichen lag. Dass Gu Cheng, einer der Hauptakteure der "Obskuren Poesie", dabei besonders heraussticht, merkten die Zuhörer bereits beim ersten Gedicht des Abends: "Kleine Kartoffel unter dem Mond/ kleine Kartoffel unter dem Mond/ kommt ein Hund und/ beschnüffelt die/ kleine Kartoffel unter dem Mond."

Oliver L. Radtke

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