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24. Januar 2004

Ein großer Wurf für das Orchester

Collegium Musicum der Universität Heidelberg unter Peter Shannon mit Mahlers Fünfter Sinfonie und dem Viola-Konzert von William Walton

Die musikalischen Welten von Gustav Mahler blieben seinen Zeitgenossen zumeist fremd, wenn nicht gar suspekt. Er fühlte sich ergo unverstanden, so dass er 1904, also etwa zur Zeit der Uraufführung seiner 5. Sinfonie, schrieb: "O, könnt' ich meine Sinfonie 50 Jahre nach meinem Tode (ur-) aufführen!" Und wirklich dauerte es (Mahler starb 1911) rund 50 Jahre, bis seine Werke jene Anerkennung fanden, die sie verdienen (besonders Leonard Bernstein leistete hier Pionierarbeit).

Das Orchester der Universität Heidelberg unter Peter Shannon gab nun Mahlers Fünfte in der Stadthalle, gekoppelt mit William Waltons Konzert für Viola und Orchester. Die 1929 mit Paul Hindemith als Solisten uraufgeführte Komposition brauchte keine fünf Jahrzehnte, um sich durchzusetzen. Dies hat jedoch sicher nichts mit einer etwa gewachsenen Verständnisbereitschaft des Publikums zu tun als vielmehr mit den völlig veränderten sozio-musikalischen Rahmenbedingungen. Zum einen nahm sich die Schallplattenindustrie sogleich des Werkes an (bei Mahler war dies noch nicht möglich).

Verführerische Melodik...

Zum anderen war Walton aber auch ein rechter Rattenfänger: Geboren 1902, gestorben 1983, hinterließ er zwar ein relativ schmales Œuvre; dieses funkelt aber durch ausgepichtes Handwerk, verführerische Melodik und ein sicheres Gespür für den Effekt. Nicht umsonst komponierte Walton auch etliche Filmmusiken wie z.B. die zu "Henry V." mit Olivier. Heute ist das Violakonzert Standard-Repertoire für jeden Bratscher.

Edward Vanderspar gehört zu den renommierten Vertretern dieser Zunft. Als Solo-Bratscher des London Symphony Orchestra hat er mit Rostropovitch, Mehta und natürlich Sir Colin Davis musiziert; sein Instrument ist eine Brenzi-Viola von 1628. Das Publikum war von seinem Spiel so hingerissen, dass der Solist mehrfach herausgerufen wurde und sich nur mit einem kleinen Solowerk von Max Reger "freikaufen" konnte. Der Hauptakzent lag aber zweifelsohne auf der Fünften von Mahler.

Das Traditionsorchester mit seinen vielen jungen Mitgliedern hat sich durch seine Aufführungen der Hoch- und Spätromantiker wie Tschaikowsky, Berlioz, Sibelius oder Brahms einen blendenden Ruf gesichert. Es lag also nahe, dass eine Beschäftigung mit Gustav Mahler unumgänglich wird. Und man kann in summa attestieren, dass die Aufführung ein sehr, sehr guter Wurf geworden ist.

... und stürmische Bewegung

Mahler sah voraus: "Das Scherzo der Fünften Sinfonie ist ein verdammter Satz! Der wird eine lange Leidensgeschichte haben. Die Dirigenten werden ihn 50 Jahre lang zu schnell nehmen und einen Unsinn daraus machen." Nun – Mahler wäre mit der Auslegung von Peter Shannon (und der Hornistin Angelika Scherb) gewiss zufrieden gewesen.

Nichts war übereilt, nichts schnurrte da munter-bukolisch ab – alle Abgründe und mystischen Anklänge kamen zu ihrem Recht. Schwieriger ist da schon der sattsam bekannte 4. Satz zu beurteilen: Das "Adagietto" kam recht breit und etwas zu "Adagio" einher, war aber in sich geschlossen und konzise.

Das Rondo-Finale brauste gewaltig auf und bildete so nach dem großen Trauermarsch des 1. Satzes und dem "Stürmisch bewegt. Mit größter Vehemenz" des 2. den stimmigen Rahmen für die bewegenden Binnensätze.

Das Orchester entledigte sich seiner Aufgabe souverän und mit großer Tonschönheit; das Publikum war aufs Höchste enthusiasmiert.

Reginald Dehoff

Rückfragen bitte an
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Tel. 06221 542310, Fax 542317
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