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26.1.2004

Schule in der Klinik: Mit dem Schulbuch am Bettrand

Kinder-Uni im Internet: Im Neuenheimer Feld gibt es eine Schule ohne Haus – 14 Lehrkräfte unterrichten das gesamte Spektrum von der Grundschule bis zum Abitur

Lernen in der Klinikschule

Lernen in der Klinikschule: Für die zehnjährige Melanie findet das Lernen derzeit im Krankenbett statt. Lehrerin Ulrike Junker hilft ihr dabei. Foto: Stefan Kresin

Es ist schon eine ganz besondere Schule, die da inmitten des Neuenheimer Feldes zuhause ist. "Zuhause" ist allerdings nicht ganz das richtige Wort. Denn: "Wir sind eine Schule ohne Haus", bringt Rektorin Heinke Richter eine Besonderheit der Klinikschule auf den Punkt. Mit auf Recherchetour waren vier Mitglieder der RNZ-Kinderredaktion. Tania, Lukas, Leonie und Malik schreiben darüber auf der Homepage der Kinder-Uni im Netz, die ihre Pforten offiziell am Samstag, 7. Februar, im Internet öffnet.

Auch die Schülerinnen und Schüler der Kinderklinikschule sind etwas ganz besonders. Sie leiden an Krebs, müssen zur Dialyse, haben gebrochene Beine oder schlimme Depressionen und wollen sich trotzdem nicht unterkriegen lassen. "Lernen hält lebendig", das könnte ihr Motto sein. Obwohl sie ihre Krankheit und der Aufenthalt in der Kinderklinik der Universität sehr in Anspruch nimmt, büffeln sie nämlich weiter englische Vokalen oder pauken auf die Mathe-Arbeit. Sie wollen den Anschluss an die "Welt draußen" nicht verlieren.

Wovon andere Lehrer nur träumen, das ist für Heinke Richter und ihre 13 Kolleginnen und Kollegen eine Selbstverständlichkeit: Einzelunterricht oder Lehren in kleinsten Gruppen. "Mitunter", so erzählt Heinke Richter, "geht es bei uns zu wie in einer Dorfschule". Obwohl alle Lehrkräfte mit Feuereifer dabei sind und es genießen, individuell auf ihre Schützlingen eingehen zu können, ist es manchmal auch ein harter Job. Es gibt keine Tafel, kein Klassenzimmer und die schweren Schicksale ihrer Schützlinge kommen auch den Lehrern ganz nah.

Die Klinikschule ist eine staatliche Schule für kranke Kinder unter dem Dach des Universitätsklinikums. Das Kollegium ist so vielfältig wie die Schullandschaft in Deutschland. Im Team sind Grund-, Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrer vertreten. Von der ersten Klasse bis zum Abitur können Schüler in der Klinikschule betreut werden.

Der Stoffplan der Klinikschule orientiert sich zwar grundsätzlich an der Heimatschule. Aber an einen "geregelten Unterricht" ist natürlich nicht zu denken. Da gibt es nämlich den Klinikalltag, Untersuchungen, Therapien und vieles andere mehr, um die herum der Unterricht organisiert werden muss. Trotzdem schreiben viele der Klinikschüler die Tests und Arbeiten ihrer Heimatschule mit. Die Arbeiten werden dann von dort nach Heidelberg gefaxt und dann wieder zum Korrigieren zurück.

Rund eine Stunde Einzelunterricht, teils am Bett, haben die durchschnittlich 60 Schüler der Klinikschule am Tag. Das wird aber ergänzt durch Lehrmaterialien, Bücher und Laptops, so dass die Jungen und Mädchen auch selbstständig weiter arbeiten können. Der Computer wird dann schon mal für sie eine Art Draht zur Welt.

Der Inhalt des Unterrichts muss aber immer wieder neu auf die Belastbarkeit und den Leistungsstand der einzelnen Schüler abgestimmt werden. Vielen bekommt das so gut, dass sie sogar besser in der Schule werden. Manchmal sind die Kinder aber auch einfach müde und geschafft, so dass es nicht so recht klappen willen mit dem Lernen. Trotzdem freuen sich Adalbert Heringer, Ulrike Junker und ihre Kollegen darüber, wie froh die Kinder über ihre Schule sind, selbst wenn sie mit lebensbedrohlichen Krankheiten kämpfen. Das Lernen bietet dann auch ein bisschen Ablenkung von der Krankheit.

Ganz eng ist der Kontakt der Klinikschule mit dem Krankenhauspersonal und mit den Eltern. Sie finden Rat bei Heinke Richter und ihrem Team, wenn es um die künftige Schullaufbahn ihres Kindes geht. "Wir bringen den Kindern auch von draußen mit, was sie vermissen", berichtet Adalbert Heringer von seiner Arbeit. Das können im Frühjahr Blumen sein, im Sommer ein paar Getreideähren oder eben auch Freunde aus der Klasse.

Doch dabei bleibt die Klinikschule nicht stehen. Sie hilft auch, Zukunftsperspektiven zu entwickeln für die Zeit nach der Klinik. Das ist gar nicht immer so einfach. Viele haben Angst, wenn sie lange weg waren, wieder in ihre alte Klasse zu kommen. Deshalb gehen Klinikschul-Lehrer wie Adalbert Heringer dann einfach mit. Sie sprechen mit den Mitschülern, erklären ihnen die Krankheit und geben Tipps, wie sie ihrem kranken Kumpel helfen können, damit er wieder fröhlich lachen kann.

Info: Klinikschule Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 150, 69120 Heidelberg, Telefon 06221 568408

Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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