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23. Januar 2004

Universität Heidelberg verabschiedete bisherige Kanzlerin Romana Gräfin vom Hagen und begrüßte neue Kanzlerin Dr. Marina Frost

Sehr gut besuchte Festveranstaltung in der Aula der Neuen Universität – Altkanzlerin Gräfin vom Hagen mit der Großen Universitätsmedaille ausgezeichnet – Hier die Ansprache von Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff im Wortlaut

Kanzlerinnenwechsel in Heidelberg

Kanzlerinnenwechsel in Heidelberg: links Romana Gräfin vom Hagen, rechts Dr. Marina Frost (mit Rektor Hommelhoff) Foto: Rothe

In Anwesenheit von Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg und zahlreichen Gästen verabschiedete die Universität Heidelberg heute ihre bisherige Kanzlerin Romana Gräfin vom Hagen und begrüßte als neue Kanzlerin Dr. Marina Frost (zu deren Wahl im Senat siehe www.uni-heidelberg.de/presse/ news/2309senat.html). Viele "Rektoren, Prorektoren, Kanzler, Altrektoren, Altprorektoren und Altkanzler", so Rektor Hommelhoff, sowie Vertreter des öffentlichen Lebens nahmen an dem Festakt teil. Als "Dank und Anerkennung für ihre langjährigen Verdienste um die Entwicklung der Ruprecht-Karls-Universität" wurde Altkanzlerin Romana Gräfin vom Hagen mit der Großen Universitätsmedaille ausgezeichnet. Hier die Rede von Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff im Wortlaut.

"Wie gern hätte ich Sie alle im feierlichen Ambiente der Alten Aula begrüßt. Aber Ihre große Zahl hat deren Fassungsvermögen und Standsicherheit bei weitem überschritten und beansprucht. So zwingt uns Ihr großes Interesse, das die Universität dankbar vermerkt, in die Neue Aula mit all' ihrer Nüchternheit; es tut mir leid.

In der Ruprecht-Karls-Universität fällt der Wechsel im Amt der Kanzlerin fast zeitgleich zusammen mit der Reform des Hochschulrechts in Baden-Württemberg: Das bislang exklusive Universitätsgesetz soll eingeschmolzen werden in ein allgemeines und umfassendes, wenn auch deutlich schmaleres Landeshochschulgesetz. Zum Kanzler wird sich das neue Gesetz in doppelter Hinsicht bemerkenswert äußern: Zum einen wird der Kanzler im Bestellungsverfahren dem Rektor gleichgestellt, und zum anderen wird die Stellung des Kanzlers als Teil des Kollegialorgans Rektorat mit Spezialzuständigkeit für Personal und Finanzen unterstrichen werden. Aus der Sicht der Universität Heidelberg sind dies beifallswürdige Schritte nach vorn, für die dem Wissenschaftsministerium unter seinem Amtschef, Herrn Ministerialdirektor Fröhlich, und dem Abteilungsleiter Universitäten, Herrn Ministerialdirigent Müller-Arens, sehr zu danken ist; eine Einschätzung, von der ich hoffe, dass sie auch die sämtlich hier versammelten Kanzler der Landesuniversitäten unter der Leitung ihres Sprechers, Herrn Apitz aus Konstanz, teilen, aber auch die Kanzler aus der ganzen Bundesrepublik, für die ich heute deren Sprecher, Herrn Dr. Schultz aus Weimar, begrüßen darf.

In den beiden Neuerungen des Landeshochschulgesetzes, im identischen Besetzungsverfahren für Rektor und Kanzler ebenso wie in der kollegialen Einbindung des Kanzlers in das Rektorat, kommt die in Heidelberg gelebte Wirklichkeit der beiden letzten Jahrzehnte überaus klar zum Ausdruck: Hierfür möchte ich Ihnen, hochverehrte, liebe Gräfin Hagen, im Namen der Ruperto Carola und aller Rektorate, denen Sie angehört haben, herzlich danken. Sie haben den wechselnden Rektoren und Prorektoren Ihre besonderen Kenntnisse und Erfahrungen – aus langer Zugehörigkeit zur Universität Heidelberg geboren – stets loyal zur Verfügung gestellt, haben immer das Ganze der Ruperto Carola und zugleich die vielfältigen Besonderheiten ihrer Fakultäten und Einrichtungen, vor allem aber ihre individuellen Angehörigen vor Augen gehabt. Sie, verehrte Gräfin Hagen, wahrten die Kontinuität im Wandel und hatten deshalb eine herausragend starke Stellung in der Universität gleichermaßen wie im Rektorat; Sie waren das "gute Gewissen" der Ruperto Carola mit einer Fülle sofort abrufbarer Erinnerungen.

Rektor Hommelhoff sprach der scheidenden Kanzlerin den Dank der

Rektor Hommelhoff sprach der scheidenden Kanzlerin den Dank der Universität aus. Foto: Rothe

Diese starke Stellung haben Sie jedoch nie missbraucht, um sich gegen den Rektor oder gegen Prorektoren zu profilieren oder gar als verkappte ‚Staatskommissarin' mit Ministerialbeamten gemeinsame Sache gegen die Universität zu machen. Sie waren (erlauben Sie bitte, das einer Rheinländerin in der Kurpfalz zu attestieren) von preußischer Loyalität. Als Kollegin im Kollegialorgan Rektorat haben Sie diesem über Ihren Kernzuständigkeitsbereich hinaus das gesamte Leistungspotential der Universitätsverwaltung kontinuierlich zur Verfügung gestellt. Jedem Prorektor und Rektor wurde effektiv zugearbeitet. Das Spannungsverhältnis zwischen den Einzelzuständigkeiten im Rektorat und der Einheit der Verwaltung haben Sie immer wieder zum Ausgleich gebracht – diskret und effektiv. Die so gefundene und erfolgreich gelebte Organisation wollen wir unverändert fortführen.

Diese besondere Situation in Heidelberg ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis glücklich, aber auch zielgerichtet angelegter Entwicklungen. Es begann mit Ihrer, verehrte Gräfin Hagen, für das Jahr 1968 ganz ungewöhnlichen, aber im Rückblick weitblickenden Entscheidung, in das Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung einzutreten – nicht Innen- oder Finanzverwaltung, Wissenschaftsverwaltung, eine Orchideenlaufbahn ohne rechte Perspektive damals. Sie aber blieben dieser Laufbahn treu: über die Gesellschaft für Schwerionenforschung gelangten Sie, vom damaligen Rektor zu Putlitz eingeworben, als Personaldezernentin zur Universität Heidelberg. Hier begegneten Sie jenem Kanzler, der dem Amt des leitenden Verwaltungsbeamten der Ruprecht-Karls-Universität sein unverwechselbares, bis heute für alle Wissenschaftler, Studierenden und sonstigen Universitätsangehörigen so glückliches Gepräge gegeben hat, Siegfried Kraft, unserem heutigen Ehrensenator. Von ihm haben Sie, Gräfin Hagen, all' das gelernt, was Rektor Ulmer in die Lage versetzte, Ihnen das Amt der Vizekanzlerin zu übertragen. In der Schule seines Rektorats haben Sie die Fertigkeiten, aber auch die Geschmeidigkeit und Härte erlernt, die es Rektor Siebke ermöglichte, Ihre Ernennung zur Kanzlerin zu betreiben.

Dieser Berufsweg, diese Karriere ist Beispiel-gebend für einen modernen Kanzler in Universitäten, die vielfältig dem Wettbewerb ausgesetzt sind und diesen zugleich kraftvoll mitgestalten wollen. Hierfür bedarf es in allen universitären Leitungspositionen, auch und insbesondere in der des Kanzlers, hoher, aber spezifisch universitärer Professionalität. Denn Universitäten sind, das gilt es immer wieder zu betonen, keine Wirtschaftsunternehmen. Wollte man sie in diese Richtung drängen, so würden sie irreparablen Schaden erleiden – ganz abgesehen davon, dass die Wissenschaftsfreiheit gegen den Zug zum Unternehmen schon verfassungsrechtliche Barrieren errichten würde.

Konsequent kann für das Amt eines Universitätskanzlers ungeeignet sein, wer für die Position eines CFO, eines Chief Finance Officer, in der Privatwirtschaft allerbeste Voraussetzungen mitbringt. Somit können Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, vielleicht die Schwierigkeiten ermessen, vor denen die Findungskommission stand, für Gräfin Hagen einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden. Aber mittlerweile wissen es viele in der ganzen Bundesrepublik: Die Ruprecht-Karls-Universität ist auf ungewöhnlichem, weil privatwirtschaftlich-unternehmerischem Weg zielgenau zum Erfolg gelangt:

Auch Frau Dr. Marina Frost hat ihre Karriere in der Wissenschaftsverwaltung durchlaufen: zunächst als Personaldezernentin und Justitiarin im Universitätsklinikum Kiel, sodann langjährig als Forschungsdezernentin der dortigen Christian-Albrechts-Universität. Hieran schlossen sich Kanzlerpositionen an: zunächst an der Universität Hildesheim und ab 1997 an der Georg-August-Universität Göttingen – eine Universität, die der Ruperto Carola in vielem ähnlich ist, so dass es nicht verwundern kann, dass Frau Frost und Gräfin Hagen manche gemeinsame Probleme kollegial berieten – wie etwa die dezentrale Ressourcendisposition oder das Gebäudemanagement.

Liebe Frau Frost, unter den vielen, die sich über Ihren Eintritt ins Heidelberger Rektorat von Herzen freuen, steht der Rektor an der Spitze und weiß sich darin mit der Altkanzlerin einig. Mögen Sie hier in Ihrer Amtsführung eine vergleichbar glückliche Hand haben. Wir danken Ihnen, dass Sie bis zur Lösung der beamtenrechtlichen Detailfragen, die mit dem Wechsel nach Baden-Württemberg verbunden waren, geduldig abgewartet haben; mein Dank gilt aber auch dem Wissenschaftsministerium, das bei der Lösung so engagiert mitgeholfen hat.

Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Sie der Ruprecht-Karls-Universität zum Kanzlerinnenwechsel in so Herz-erwärmend großer Zahl die Ehre geben, Sie alle heiße ich dankbar in der Neuen Aula willkommen" (Rektor Hommelhoff).

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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