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30. Januar 2004

Ballonmoleküle machen Chemie begreifbar

Heidelberger Jungchemiker hatten Asif Karim eingeladen – Der Europameister im Ballonknoten präsentiert Moleküle zum Anfassen

Luftballons, das ist doch Kinderkram. So denken vermutlich viele, die Asif Karim noch nie erlebt haben. Was der Doktorand der Chemie nämlich mit den aufblasbaren Gummidingern treibt, ist vergnügliche Wissenschaft zum Anfassen. Mit ein paar Ballons und einer ausgefeilten Kneif-Dreh-Technik baut er Molekülmodelle aus Luft. Und die sind so anschaulich, dass sie manchem gestandenen Professor vor Andacht schier die Tränen in die Augen treiben. Aber auch Menschen, die bisher mit Chemie eher wenig am Hut hatten, haben garantiert ihren Spaß. Wo gibt es schon einen Diamant zum Reingreifen oder Kohlenstoff-Fußballatome, die herrlich durch die Gegend fliegen. Bindung und Struktur der klitzekleinen Moleküle werden so endlich "begreifbar".

Dass der angehende Doktor der Chemie und Europameister im Ballonknoten den Weg von Hamburg nach Heidelberg fand, ist dem Jungchemikerforum zu verdanken. Darin haben sich nämlich Heidelberger Chemiestudenten und Doktoranden zusammengefunden, denen es am Herzen liegt, die Berührungsängste mit ihrem Fach ein wenig abzubauen.

Hier drängte sich der Kontakt zu Asif Karim nahezu auf. Der hat vor rund einem Jahrzehnt die Ballons als Mittel der Unterhaltung entdeckt. Mit den von ihm eher verächtlich beurteilten "Pudelwürgern" aus den Hauptstraßen dieser Republik will er freilich nichts zu tun haben. Er quetscht und knäult nicht in Nullkommanichts relativ lieblos aus einem Luftballon eine hundeähnliches Gebilde, sondern Asif Karim macht Kunst und Wissenschaft.

Natürlich kreiert er aus Jux schon mal einen Bikini aus Ballons. Doch letztlich gilt seine Neigung der Chemie. Während Folien, Bilder oder sogar Steckmodelle zwangsläufig eher zweidimensional beziehungsweise sperrig sind, liegen bei den Ballons die Vorteile auf der Hand. Sie sind leicht, ziemlich billig, schnell zu fertigen, variabel und alleine herzustellen. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Winkelung der Verbindungen, die sogar gestandenen Chemikern mitunter die Schweißperlen auf die Stirn treibt, mit den Ballons fast von selbst ergeben. Kein Wunder, dass sich Karim im letzten Jahr sogar an die gedrehte "Strickleiter" der DNA wagte. Über mehrere Meter zog sich das Modell und, so versichert er, "die Drehung ergab sich nahezu von selbst".

Dass es kinderleicht geht, demonstriert der Meister selbst an diesem Nachmittag im Heidelberger Hörsaal. Schön wäre allerdings, wenn der Ton dabei abzustellen wäre. Denn für empfindliche Ohren hört es sich ziemlich grässlich an, wenn er die Ballons "knüddelt", um sie in die richtige Form zu bringen. Eine Minute und ein großer Ballon und das Ringmolekül ist fertig. Das Ganze wird noch mit einem Schlupfknoten gesichert und hält dann mehrere Tage.

Ein bisschen chemisches Wissen gehört natürlich schon dazu, um die Modelle ins richtige Größenverhältnis zu bringen. Aber selbst Laien drängt sich angesichts der Ballonkreationen auf, warum Diamant unglaublich hart und Graphit unglaublich weich ist, obwohl sie sich chemisch so ähneln. Manche der Supermoleküle haben sogar gestandenen Wissenschaftlern völlig neue Perspektiven ihrer Forschungsobjekte eröffnet.

Ganz zu schweigen davon, dass es bei Kongressen für ganz schön Aufsehen sorgt, wenn der Referent zur Veranschaulichung den Luftballon aus der Tasche zieht. "Unsere Forschung ist zu hart, um nicht verstanden zu werden", meint Karim dazu und seine Erfolge in der Schule geben ihm Recht. Zwar dauert es ein Weilchen, bis die Kinder die Bastelarbeit geleistet haben, doch das Wissen und das selbst gebaute Molekül, das sitzt.

INFO: Wie man Ballonmoleküle baut, zeigt Asif Karim im Internet unter www.ballonmolekuele.de, das Heidelberger Jungchemikerforum mit seinen Veranstaltungen ist auf der Homepage www.jcf-heidelberg.de zu erreichen.

Kirsten Baumbusch

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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