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12. Dezember 2003

Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg eröffnet Frühbehandlungszentrum für jugendliche Patienten

Erstmals gemeinsame Betreuung durch Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiater / Frühzeitige Behandlung verbessert Prognose

Der Aufenthaltsbereich des  neuen Heidelberger Frühbehandlungszentrums

Der Aufenthaltsbereich des neuen Heidelberger Frühbehandlungszentrums. / Foto: Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg.

Schwere psychische Krisen in der Jugend sind häufig: Etwa 15 bis 20 Prozent aller Jugendlichen sind betroffen. Werden sie nicht oder zu spät behandelt, droht daraus ein chronisches psychisches Leiden zu werden. Wird die Erkrankung jedoch frühzeitig erkannt und behandelt, ist der Krankheitsverlauf günstiger, wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben. An der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg ist am 12. Dezember 2003 ein Zentrum zur Frühbehandlung offiziell eröffnet worden, dass der Versorgung junger Menschen in psychischen Krisen gewidmet ist. Dort werden weltweit erstmals Patienten im Alter von 12 bis 28 Jahren gemeinsam von Kinder- und Jugendpsychiatern und Erwachsenen-Psychiatern behandelt.

"Dadurch ist es möglich, ein durchgängiges Behandlungskonzept für die gesamte Adoleszenz anzubieten," erklärte Prof. Dr. Christoph Mundt, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeine Psychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg. Die Patienten werden stets von demselben Team betreut, sowohl beim Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter als auch beim Wechsel zwischen der stationären, teilstationären oder ambulanten Behandlung.

Hohes Risiko für psychiatrische Erkrankung in der Adoleszenz

"Die Adoleszenz ist eine Lebensspanne mit erheblichem Risiko, an einem psychiatrischen Leiden zu erkranken und dem größten Risiko, einen Selbsttötungsversuch zu unternehmen," sagte Prof. Dr. Franz Resch, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg. Der Anteil an Jugendlichen mit schweren psychischen Problemen habe in den letzten Jahre kontinuierlich zugenommen und liege nun bei fast 20 Prozent. Da die Symptome oft sehr unspezifisch sind, kann zunächst häufig nur schwer entschieden werden, ob es sich um erste Anzeichen einer psychiatrischen Erkrankung, z.B. einer Schizophrenie, oder einer eher entwicklungsbedingten Krise handelt.

Psychiatrische Erkrankungen, die in der Adoleszenz beginnen, nehmen nicht selten einen chronischen Verlauf. Sie behindern die Entwicklungsmöglichkeiten der Betroffenen, beeinträchtigen ihre Familien und belasten die Gesellschaft durch erhebliche Kosten. Die Weichen für den Krankheitsverlauf werden bereits zu Beginn oder sogar schon vor Beginn der eigentlichen Erkrankung gestellt. Denn häufig gehen unspezifische Veränderungen und Symptome voraus, unter denen die Patienten und ihre Familien leiden und deshalb Hilfe suchen. Setzt die Behandlung mit Verzögerung ein, geht dies oft mit einer verzögerten und unvollständigen Ausheilung der Erkrankung einher.

Je später die Erkrankung behandelt wird, desto länger dauert die stationäre Behandlung und desto höher ist das Rückfallrisiko. Jugendliche, deren Erkrankung nicht oder zu spät erkannt wurde, haben ein erhöhtes Depressions- und Suizidrisiko. Ihre Arbeits- und Ausbildungssituation ist stark belastet, Drogenmissbrauch und vermehrtes kriminelles Verhalten kommen häufiger vor, die Behandlungskosten sind letztlich höher.

Kontinuierliche Betreuung durch dasselbe interdisziplinäre Team

Das Heidelberger Frühbehandlungszentrum kann derzeit 16 Patienten stationär behandeln; für die teilstationäre Behandlung sind drei Plätze vorgesehen. Zum Zentrum gehört auch eine nachstationäre aufsuchende Behandlungseinheit, ein Team, das Patienten bei Bedarf in ihrer häuslichen Umgebung aufsucht. In den nächsten Jahren soll die Kapazität des Zentrums erweitert werden. Seine Räumlichkeiten sind auf die speziellen Anforderungen der Jugendlichen zugeschnitten; es ist im kürzlich umgebauten und modern eingerichteten Westflügel des Hauptgebäudes der Heidelberger Psychiatrischen Universitätsklinik untergebracht, dessen Umbau unter der Leitung des Universitätsbauamts Heidelberg stattgefunden hat.

Behandelt werden in dem neuen Zentrum Patienten mit Entwicklungs- und Anpassungsschwierigkeiten in der Adoleszenz, sowie Patienten, die Anzeichen für oder bereits Symptome einer Psychose haben, die unter einer sogenannten "Borderline-Persönlichkeitsstörung" oder an emotionalen Störungen wie Angst- und Zwangskrankheiten leiden.

Das Behandlungsangebot umfasst vielfältige psychotherapeutische, pädagogische, musik-, ergo-, kunst-, bewegungs-, pflege- und arbeitstherapeutische Behandlungsbausteine. Die Patienten werden von einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Psychologen, Fachtherapeutinnen, Pflege-/ Erzieherkräften und Sozialarbeiterinnen der Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt. Die kontinuierliche Betreuung durch dasselbe Team stabilisiert die therapeutische Beziehung, die von entscheidender Bedeutung für einen günstigen Verlauf der Erkrankung ist.

Kontakt:
Frühbehandlungszentrum (FBZ)
Zentrum für junge Menschen in Krisen
Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg
Voßstraße 4
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-5464
Fax: 06221 / 56-1738
E-mail: station_fbz@med.uni-heidelberg.de

Rückfragen bitte an:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät
der Universität Heidelberg
Voßstraße 2, Gebäude 4040
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
Handy: 0170 / 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.med.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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