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12. Dezember 2003

Heidelberger Forschungsmagazin "Ruperto Carola 3/2003": Dunkle Mächte

Titelgeschichte schildert die Suche nach der Kraft, die unser Universum beherrscht – Außerdem: Zafar, eine Stadt und ihre Geheimnisse – Die molekularen Nachrichtenübermittler in der Zelle – Hat die Erde Geschwister? – "Auge um Auge, Zahn um Zahn" – Wasserdimere in der Atmosphäre

Titel Ruperto Carola 3/2003

Dunkle Energie dominiert unser Universum. Doch was genau die dunkle Energie ist, weiß niemand. Das soeben erschienene Heidelberger Forschungsmagazin "Ruperto Carola 3/2003" widmet sich in seiner Titelstory diesem magischen Thema. Wissenschaftlern ist lediglich bekannt, dass sich die dunkle Energie in perfekter Gleichförmigkeit im Universum verteilt und dass ihr Druck negativ ist. Es könnte sich um Einsteins "kosmologische Konstante" handeln oder aber um ein dynamisches Quantenfeld, die Quintessenz. Dann wäre eine "fünfte Kraft" verantwortlich für die dunkle Energie. Was es mit den geheimnisvollen dunklen Mächten auf sich hat, erklärt Christof Wetterich vom Institut für Theoretische Physik der Universität Heidelberg in dem neuen Heft. Weitere Themen: Zafar, eine Stadt und ihre Geheimnisse – Die molekularen Nachrichtenübermittler in der Zelle – Hat die Erde Geschwister? – "Auge um Auge, Zahn um Zahn", von einem Bibelwort und der böswilligen Verdrehung seines wahren Sinns – Wasserdimere in der Atmosphäre.

Editorial: scharfe Worte von Prorektorin Leopold zur aktuellen hochschulpolitischen Diskussion um die "Kleinen Fächer"

Im Editorial greift Prorektorin Prof. Dr. Silke Leopold mit scharfen Worten in die hochschulpolitische Diskussion um die so genannten "Kleinen Fächer" ein. Das waren nach bisheriger Definition Fächer mit vergleichsweise wenigen Studierenden und einem Minimum an Lehrpersonal, die mit geringen Ressourcen wichtige Beiträge zu Forschung und Lehre leisteten – "Orchideen eben, die ja bekanntlich auf kargen Böden herrliche Blüten treiben". Die Diskussion habe dieser Definition bisher immer Rechnung getragen, seit der Landesforschungsbeirat Empfehlungen aussprach, die auf Fächerkontexte, Vernetzungen oder Schwerpunktbildungen hinauslaufen. In der Überzeugung, dass viel Kleines "zusammen etwas Großes ergeben kann", haben – so die Prorektorin – diese Fächer an der Universität Heidelberg außerdem begonnen, neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erproben, ja sogar einen geisteswissenschaftlichen Sonderforschungsbereich eingerichtet.

Parvus – lateinisch für "klein" – "heißt aber auch ‚unbedeutend', ‚unwichtig', ‚gering', und es scheint, als würde sich diese Definition allmählich in die Diskussion um die kleinen Fächer einschleichen". Da lese man in einem Brief aus dem Wissenschaftsministerium, der "Kreis der Kleinen Fächer [werde] nicht nur durch die ‚Kleinheit' der Fächer definiert, sondern auch durch die Gegenstände, mit denen sich diese Fächer befassen." Verwundert reibe man sich die Augen: War bisher eine wenigstens messbare, wenn auch durchaus nicht unproblematische Größe wie die schiere Quantität Grundlage für die Zuweisung eines Faches zu den kleinen Fächern, so scheine es jetzt die Qualität des Gegenstandes zu sein.

Prof. Leopold fragt: "Was aber ist ein kleiner Gegenstand? Die Quarks? Mozart? Dürer? Und wenn es keine verbindliche Festlegung für die Zuordnung gibt, wer bestimmt dann, was ein kleines Fach ist?" Nach dieser neuen Definition dürfte nun wohl kein Fach mehr vor dem Verdikt sicher sein, ein kleines, das heißt unbedeutendes Fach zu sein – die Kunstgeschichte mit ihren nahezu tausend Studierenden ebenso wenig wie jedes andere "große" Fach. International spreche man deshalb von den "endangered subjects" – und das könne, wie etwa in Cambridge, auch Chemie sein oder andernorts Jura.

"Ich kann mein Erschrecken über dieses neue Verständnis von ‚klein' nicht verhehlen. Und ich fürchte mich vor denen, die zu wissen glauben, welche Gegenstände ins Töpfchen und welche ins Kröpfchen gehören." Es sollte den Universitäten selbst überlassen bleiben, darüber zu entscheiden, mit welchen Fächern, ob klein oder groß, sie ihr Profil definieren. Niemand in Harvard oder Princeton, Berkeley oder Stanford, die von Seiten der Politik und der Medien als leuchtendes Vorbild hingestellt werden, käme auf die Idee, den Humanities ihre Existenzberechtigung abzusprechen. Im Gegenteil: Dort sei man auf deren Leistungen stolz – so die Prorektorin.

Zafar: eine Stadt und ihre Geheimnisse

Zafar war das Zentrum des antiken Reiches Himyar, das während seiner Blütezeit im vierten und fünften Jahrhundert Arabien dominierte. Die Arabienforschung gehört zu den jüngsten Sparten der vorderasiatischen Archäologie: 150 Jahre Forschung im Vorderen Orient stehen 24 Jahre Forschung im Jemen gegenüber. Paul Yule vom Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients beschreibt in der neuen "Ruperto Carola" die spannende Geschichte von Zafar und die archäologischen Funde, die Zeugnis ablegen von einer Zeit und einer Kultur, die viele Rätsel aufgibt.

Die Redakteure der Zelle

Bildlich gesprochen gleicht die Informationsverarbeitung in der Zelle einer Nachrichtenagentur, in der Redakteure Texte verfassen, redigieren, Korrektur lesen und zur Veröffentlichung freigeben. Der Aufwand, der betrieben wird, um zu gewährleisten, dass Informationen korrekt übermittelt werden, ist groß. Dennoch können Fehler passieren. Dass auch die "Redakteure der Zelle" nicht unfehlbar sind, beschreiben Gabriele Neu-Yilik und Andreas Kulozik von der Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie der Universitätskinderklinik in dem Magazin.

Kinderstube der Planeten

Seit Mitte der neunziger Jahre beobachten Wissenschaftler in den Entstehungsgebieten von Sternen Scheiben aus Staub und Gas – die "Kinderstuben" extrasolarer Planeten. Anfang dieses Jahres überschritt die Anzahl der Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurden, die Marke von 100. Wie sich die Planeten unseres eigenen Sonnensystems bildeten, vollziehen Heidelberger Wissenschaftler im Labor mit Asteroiden-Bruchstücken nach. Mario Trieloff vom Mineralogischen Institut schildert die spannenden Ergebnisse und erläutert, warum die Wissenschaftler darauf hoffen können, in einigen Jahren den ersten erdähnlichen extrasolaren Planeten nachzuweisen.

"Auge um Auge, Zahn um Zahn"

Wenn es darum geht, harte Vergeltung in eine griffige Formel zu fassen, muss zumeist das Bibelwort "Auge um Auge, Zahn um Zahn" herhalten. Die sprichwörtlich gewordene moderne Verwendung des Zitats wird dem biblischen Befund jedoch in keinem Fall gerecht. Manfred Oeming, Ordinarius für alttestamentliche Theologie und Prorektor der Hochschule für Jüdische Studien, weist in "Ruperto Carola" schlüssig nach, dass es sich bei der üblichen Auslegung des Bibelwortes um eine Verzerrung, ja böswillige Verdrehung seines wahren Sinnes handelt.

Erstmals Wasserdimere in der Atmosphäre nachgewiesen

Umweltphysiker der Universität Heidelberg berichteten kürzlich in der Zeitschrift "Science" von dem sensationellen Nachweis so genannter Wasserdimere in der Atmosphäre. Die "Ruperto Carola" hat bei Klaus Pfeilsticker, einem der Autoren des Beitrags, nachgefragt, was Wasserdimere sind und welche Bedeutung sie für Klima und Umwelt haben.

Rubriken schließen das Magazin ab, beginnend mit den am höchsten dotierten neuen Drittmittelprojekten. "Schönheit und Heldenmut" betrachtet Michael Wenzel in seiner vorgestellten Dissertation, die mit dem Ruprecht-Karls-Preis der Universität Heidelberg ausgezeichnet wurde. Unter "Meinungen" schreibt Prof. Eike Martin, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums, über das Arbeitszeitgesetz in Theorie und Praxis aus der Sicht des Krankenhausarztes.

Verlag des Forschungsmagazins ist der Universitätsverlag C. Winter Heidelberg. Ein Einzelheft kostet 5 Euro plus Versand. Es kann, ebenso wie das Förderabo für 30 Euro (vier Ausgaben), bestellt werden bei: Pressestelle der Universität Heidelberg, Postfach 10 57 60, 69047 Heidelberg. Kostenlose Ansichtsexemplare früherer Hefte liegen im Foyer der Alten Universität aus. Weitere Informationen und Volltexte früherer Ausgaben: http://www.uni-heidelberg.de/presse/publikat.html

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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