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13. Dezember 2003

Die Bibliotheca Palatina kommt Buch für Buch zurück

Initiativkreis und Faksimile-Verlag Hand in Hand – Einbände aus Leder mit Goldbeschlägen – Peter Mack im Vatikan

Die Menschen standen 1986 bei Wind und Wetter Schlange, um sich in der Heiliggeistkirche die "Bibliotheca Palatina", die "Mutter aller Bibliotheken" anzusehen. Auf Vermittlung des damaligen Leiters der Universitätsbibliothek, Professor Dr. Elmar Mittler, war es gelungen, Teile dieses bibliophilen Schatzes zum 600-jährigen Bestehen der Universität als Ausstellung von Weltrang nach Heidelberg zu holen. Das geschah seinerzeit mit einem Sicherheitsaufwand, als würde Fort Knox verlagert.

Nun soll diese Bibliothek Band für Band wieder auferstehen und auch der Universität und Sammlern wieder zugänglich gemacht werden. Gestern Abend ging der "Initiativkreis Bibliotheca Palatina" im Europäischen Hof erstmals an die Öffentlichkeit, nachdem die Gründungsversammlung bereits im April im Manessesaal des "Güldenen Schafs" hinter verschlossenen Türen stattfand. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein, der, diplomatisch formuliert, folgendes Ziel hat: "Der Initiativkreis macht es sich zur Aufgabe, die in den Wirren des 30-jährigen Krieges abhanden gekommenen Bücher der Bibliotheca Palatina ... mit Hilfe von Spenden als Faksimile herzustellen. Sie sollen der Universität Heidelberg zur Verfügung gestellt werden, damit die Öffentlichkeit die unersetzlichen Bücher einsehen und damit forschen und lehren kann".

Zum Vorsitzenden wurde Professor Mittler gewählt, der heute Direktor der Niedersächsischem Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist. Zweiter Vorsitzender und Schatzmeister ist Dr. Frank Kreilein. Für die Herstellung der Bände wurde der Bibliotheca Palatina Faksimile-Verlag GmbH mit Sitz in Eppelheim gegründet.

Für die Identität der reproduzierten Folianten bürgt der Gold- und Silberschmied Peter Mack, der den Heidelbergern bereits durch die Reproduktion des Prachtkorans bekannt ist. Aus dieser gigantischen Aufgabe resultierten auch Patente, die nun wieder angewendet werden können, darunter eine spezielle Prägetechnik. Diese stellte Mack auch dem Präfekten Farina, Direktor der Bibliotheca Apostolica Vaticana, vor. So werden von den Original-Ledereinbänden Silicon-Abformungen gemacht, davon galvanisch Prägeplatte für den Naturledereinband. Auch die Goldbeschlagsarbeiten werden identisch reproduziert, dass im Inneren säurefreies Papier verwendet wird, versteht sich. Das Copyright verbleibt beim Vatikan.

Das erste Faksimile wird "Wirsungs Artzney Buch" sein, 1571 verfasst und von Johann Mayer in Heidelberg gedruckt, den Prachteinband fertigte Guillaume Plunion. Der Preis des Faksimiles dürfte bei rund 2000 Euro liegen. Im Verkaufspreis werden zehn Prozent der Kaufsumme als Spende an den Initiativkreis enthalten sein, für die es eine Spendenquittung gibt, da das Herstellen von Faksimiles und die Schenkung dieser Werke an die Heidelberger Universitätsbibliothek für Wissenschaft und Kultur erstrangig und damit als förderungswürdig anerkannt wurde. Ferner kann jeder Mitglied des Buch-Clubs Bibliotheca Palatina werden. Auf diese Art und Weise könnte theoretisch über Jahrzehnte die komplette Bibliotheca Palatina faksimiliert an die Heidelberger Universität zurückkehren.

Karl-Horst Möhl

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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