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4. Dezember 2003

Gewebereparatur im Herzen

Medizinische Universitätsklinik Heidelberg startet Studie zur Stammzell-Therapie nach akutem Herzinfarkt

An der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg wird voraussichtlich noch in diesem Jahr mit einer Studie begonnen, die den Einsatz von adulten Stammzellen bei Patienten mit akutem Herzinfarkt untersucht, deren verschlossene Herzkranzgefässe bereits mit Hilfe eines Ballonkatheters erfolgreich eröffnet worden sind. Dabei handelt es sich um die zweite "kontrollierte" Studie zu diesem Verfahren in Deutschland, das heißt: Die neue Behandlungsmethode wird mit einer Scheinbehandlung verglichen. Erstmals wird versucht, die Stammzellen nicht direkt, sondern über das venöse Blut zuzuführen.

"Wir möchten bei insgesamt 60 Patienten das Verfahren testen", erklärt Prof. Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kardiologie, Pulmologie und Angiologie. Erste klinische Versuche in Deutschland und im Ausland sowie positive Ergebnisse im Tierexperiment legen nahe, dass die Stammzellen das akut geschädigte Herzgewebe wiederherstellen können. Allerdings hätten erste Therapieversuche noch keine eindeutigen Beweise geliefert. Ein Einsatz dieser innovativen Therapie bei Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche sei derzeit nicht geplant, für die Zukunft jedoch denkbar.

Adulte Stammzellen, die vor allem im Knochenmark, dem Ort der Blutbildung, anzutreffen sind, gelten als Hoffnungsträger der modernen Medizin: Die unreifen Blutzellen besitzen das Potenzial, zu verschiedenen Zelltypen heranzureifen und deren Funktionen zu übernehmen. "Neue Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass Stammzellen und ihre Vorläufer nach einem Herzinfarkt mobilisiert werden und in das geschädigte Muskelgewebe wandern", erklärt Privatdozent Dr. Thomas Dengler, Oberarzt in der Heidelberger Klinik.

Dieser natürliche Vorgang soll nun bei der Stammzell-Therapie des Herzinfarkts nachgeahmt und verstärkt werden. Die Stammzellen werden dem Knochenmark oder Blut des Patienten entnommen, im Labor aufbereitet und dem Patienten bereits nach sechs Stunden wieder zugeführt. Einem Teil der Patienten werden die Zellen in eine Vene gespritzt; die anderen Patienten erhalten die Stammzell-Transfusion über einen Katheter direkt in die Herzkranzgefässe; ein weitere Gruppe von Patienten erhält eine Scheinbehandlung. Da die Zuordnung zu den beiden Gruppen randomisiert, also zufällig, erfolgt, kann die Wirksamkeit beider Verfahren miteinander verglichen werden. Alle Patienten werden vor der Zusatzbehandlung nach dem aktuellen Therapiestandard behandelt.

"Die Stammzell-Therapie ist die erste Behandlungsmethode, bei der zerstörtes Herzmuskelgewebe wiederhergestellt wird, und verhindert damit erstmals die Ursache der Herzinsuffizienz", erklärt Professor Katus. Zahlreiche Modifikationen dieser Therapie seien vorstellbar: So könnten Stammzellen beispielsweise genetisch derart verändert werden, so dass sie bestimmte Proteine produzieren, die die Pumpfunktion des Herzens erheblich verbessern.

Literatur:
Dengler T, Katus H: Stem Cell Therapy for the Infarcted Heart ("Cellular Cardiomyoplasty"). In: Herz 27:2002, Nr.7, 598-610.

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Thomas Dengler
Thomas_Dengler@med.uni-heidelberg.de
Prof. Dr. Hugo A. Katus: 06221 / 56-8670 (Sekretariat)

Rückfragen bitte an:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät
der Universität Heidelberg
Voßstraße 2, Gebäude 4040
69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
Handy: 0170 / 57 24 725
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
www.med.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg


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