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26. November 2003

Vanille muss schwitzen und trocknen

Im Botanischen Garten der Universität Heidelberg: Führung durch die faszinierende Welt der Gewürze – Sie schmecken gut und können heilsam sein – Weitere Themen im Jahr 2004: tropischer Regenwald, tropische Gewürze und exotische Früchte und die Artenschutzsammlung

Safran, Kardamom, Vanille: Das sind in dieser Reihenfolge die drei teuersten Gewürze überhaupt. Kein Wunder, dass bei der Weihnachtsbäckerei öfter das künstliche Aroma, nämlich das Vanillin, verwendet wird. Übrigens eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. Warum die echte Vanille so teuer ist, war jetzt bei einer Führung im Botanischen Garten mit der Diplom-Biologin Birgit Dörffel-Hemm zu erfahren. Die Orchideenart, die auf Plantagen angebaut wird, blüht nur wenige Stunden am Vormittag und muss in dieser Zeit von Hand befruchtet werden. Auch wenn nach einigen Monaten die Früchte in Form von Schoten geerntet werden, bedürfen sie noch intensiver Pflege, müssen abwechselnd schwitzen und trocknen, um ihren Geschmack optimal zu entfalten.

Gewürze sind schon etwas Faszinierendes und spielen in der Vorweihnachtszeit eine besondere Rolle. Sieben oder neun Gewürze gehören allein in einen Lebkuchen. Die Zahl hat laut Birgit-Dörffel Hemm Symbolcharakter und mit der himmlischen Drei und sowie der irdischen Vier zu tun. Anisplätzchen und Zimtsterne zeugen davon, dass bei der Weihnachtsbäckerei Gewürze von A bis Z vertreten sind. Anis ist übrigens ein Doldengewächs, Zimt ein Lorbeergewächs. Sternanis, Zimtstangen, Nelken, Letztere sind Myrtengewächse, kennt man überdies als Zutaten für Glühwein. Man stecke Gewürznelken rundherum in eine Apfelsine und schon hat man eine Duftkugel. So viel zum Thema "Weihnachtsdekoration".

An den langen Abenden in der Adventszeit macht auch das gemeinsame Spiel Spaß. Es könnte zum Beispiel "Gewürz-Memory" sein. Dazu werden verschiedene Gewürze (aber je zwei von der gleichen Sorte) unter kleinen Dosen versteckt und nacheinander aufgedeckt. Gerade für Kinder hat so ein Spiel auch einen Lerneffekt. Diejenigen, die bei der Führung dabei waren, zeigten sich äußerst wissbegierig und wollten die mitgebrachten Gewürze genau betrachten. Sogar das Reiben einer Muskatnuss erschien ihnen reizvoll. "Übungen zur Sinneswahrnehmung und Ratespiele zum Tasten, Riechen und Schmecken", bot Birgit Dörffel-Hemm auch schon bei einer Lehrerfortbildung zum Thema "Gewürze und Düfte in der Weihnachtszeit" an. Um den tropischen Regenwald geht es in einer weiteren Fortbildungsveranstaltung, die am 19. Februar 2004 zwischen 15.30 und 18 Uhr stattfindet. Interessierte können sich dazu schon jetzt unter der Telefonnummer 06221/182312 anmelden.

Für Sonntag, den 11. Januar, ist ab 14 Uhr für alle interessierten Gäste nochmals etwas über tropische Gewürze und exotische Früchte zu erfahren. Dies unter dem Motto "Wo der Pfeffer wächst". Infos zu dieser Veranstaltung unter 06221/545783. Pfeffer gibt es bekanntlich in mehreren Variationen. Was wiederum damit zu tun hat, in welchem Stadium er geerntet und ob die Körner mit Schale getrocknet wurden oder nicht. Eine Führung über die Artenschutzsammlungen im Botanischen Garten (Orchideen, Bromelien, Sukkulenten) steht für Sonntag, den 25. Januar um 14 Uhr auf dem Programm.

Ein ganz neues Angebot zur Vegetation in unseren Breitengraden machen Birgit Dörffel-Hemm und Dr. Peter Sack ab Mai nächsten Jahres. Es geht um einen Bestimmungskurs mit Exkursionen zu einheimischen Blütenpflanzenfamilien. Auch darüber kann man sich unter der erstgenannten Telefonnummer schon jetzt informieren. Ansprechpartner ist außerdem Dr. Peter Sack unter 06271/3795.

Damit noch ein kleiner Nachtrag zu den weihnachtlichen Gewürzen Anis und Zimt: Schon in der mittelalterlichen Heilkunde soll Zimt als Bestandteil von Arzneimitteln gegen Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen eingesetzt worden sein. Indessen verordnete man Anis schon im antiken Rom zur besseren Verdauung. Außerdem meinte der Naturwissenschaftler Plinius, Anisbüschel über dem Bett aufgehängt, verschone den Schlafenden vor bösen Träumen. Der Genuss von Anis verleihe dem Gesicht jugendliche Züge.

Karin Katzenberger-Ruf

Rückfragen bitte an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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und
Irene Thewalt
Pressestelle der Universität
Tel. 542311
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