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24. November 2003

Totgesagte senden länger

"doppelkeks e.V." veranstaltete Medienwerkstatt für Studierende – In Kooperation mit HeidelR@d, der multimedialen Lehrredaktion der Universität Heidelberg – Traumberuf Rundfunkjournalist: Welche Zukunft hat das Radio?

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion forderten Radioprogramme mit mehr journalistischem Profil.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion forderten Radioprogramme mit mehr journalistischem Profil. Foto : Reinhard Lask

"ÜberTöne", so lautete der Titel der 3. Medienwerkstatt des "doppelkeks e.V." in Zusammenarbeit mit HeidelR@d, der multimedialen Lehrredaktion der Universität Heidelberg. Drei Tage lang, vom 21. bis zum 23. November, kamen 35 Studierende aus ganz Deutschland nach Heidelberg, um sich über Chancen und Anforderungen des Rundfunkjournalismus zu informieren.

"Wir Referenten und Organisatoren der Medienwerkstatt kennen uns noch aus Studententagen. Zusammen haben wir die Zeitschrift »Ruprecht« herausgegeben", so Christoph Ecken, der zusammen mit Harald Nikolaus über das lange Wochenende im Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie (IDF) in der Plöck Quartier bezogen hat. Der gemeinnützige Verein "doppelkeks" wurde im September 2002 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den studentischen Mediennachwuchs im Rhein-Neckar-Dreieck zu fördern. Seinen Namen hat er von den Lieblingskeksen der Vereinsgründer: An den oft endlosen Layout-Wochenenden war das süße Gebäck nämlich deren Grundnahrungsmittel.

"Für viele Studenten ist Journalismus ein Traumberuf", erklärt Ecken. "Doch der Einstieg in die Medienbranche ist oft nicht einfach. Wir möchten deshalb einmal im Semester mit der Medienwerkstatt eine praktische Hilfestellung geben. Wir zeigen, welche Chancen und Möglichkeiten es gibt, aber auch welche Voraussetzungen man mitbringen muss, um Erfolg zu haben." Gerade der Spagat zwischen einer wissenschaftlichen Untersuchung, wie sie im Studium erlernt wird, und der kurzen aber prägnanten Darstellung, wie sie Radio oder Zeitung fordern, fällt vielen schwer. Worauf es ankommt, fasst Ecken, der heute als selbständiger PR-Berater arbeitet und die Branche gut kennt, bündig zusammen: "Hautnah und lebendig schreiben, den Hörer, den Leser erreichen. Und genau das üben wir hier."

Die Veranstaltung begann am Freitagabend mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Welche Zukunft hat das Radio?". Teilnehmer waren bekannte Radiomacher wie Michael Altrichter, Kulturchef von SWR 2, Patrik Lynen – früher beim SWF tätig, heute als Moderator bei WDR 2 unter Vertrag – Katja Heijnen (SWR 1) sowie Nils Birschmann, Redakteur bei Radio Regenbogen und Leiter von HeidelR@d, der multimedialen Lehrredaktion der Universität Heidelberg. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass in den letzten Jahren die meisten Radioprogramme viel zu sehr auf leichte Hörbarkeit und schiere Massentauglichkeit getrimmt worden seien.

Mittlerweile scheine sich der Trend jedoch wieder umzukehren. Immer mehr Hörer verlangten nach einem journalistisch fundierten Radioprogramm mit längeren Wortbeiträgen, nach einem Radio mit "Ecken und Kanten". Nils Birschmann hält die Nachwuchsförderung für besonders wichtig: "Bei HeidelR@d können die Studierenden praktische Erfahrungen mit den Medien sammeln. Sie können danach einschätzen, ob das Berufsbild Journalismus ihren Vorstellungen entspricht oder nicht. Gerade jetzt, wo es der Branche nicht so gut geht, ist eine frühzeitige Orientierung sinnvoll." Doch wer sich für eine fundierte Ausbildung im Bereich der Medien entscheide, der erhalte eine echte Chance: "In der Wissensgesellschaft der Zukunft werden wir gut ausgebildete Journalisten brauchen. Wer sich beizeiten das nötige handwerkliche Rüstzeug zulegt, der stellt sich in einem attraktiven Berufsfeld gut auf", ist Birschmann überzeugt.

Auch wenn das Radio seit Jahren notorisch totgesagt wird – die Wirklichkeit sieht trotz der Konkurrenz von Internet und Fernsehen ganz anders aus. Zurzeit gibt es allein in Deutschland über 300 Sender, ganze 195 Minuten verbringt der Bundesbürger jeden Tag im Durchschnitt vor dem Radio. Damit ist die durchschnittliche Verweildauer länger als vor dem TV! 2002 beliefen sich die ätherischen Werbeeinnahmen auf sage und schreibe 900 Millionen Euro. "Das Radio hat seine Mobilität in den letzten Jahren enorm ausgebaut. Es steht auf dem Nachttisch, ist in der Küche, ist ein Teil der edlen Stereoanlage und quasi in jedem Auto. Es ist als Massenmedium geradezu omnipräsent", so Eckard Müller in der Einführungsveranstaltung "Radiolandschaft Deutschland".

Während am Samstag vor allem die theoretische Seite der Rundfunks im Vordergrund stand, rückten am Sonntag die praktischen Übungen in den Fokus. Und das Programm war facettenreich: Neben Vorträgen zu journalistischen Darstellungsformen und Berufsperspektiven wurden anhand von konkreten Radiobeiträgen Reportagen analysiert, das Thema Recherche / Interview praxisnahe in Angriff genommen und sogar eine Sendung geschnitten. "Mir hat das Wochenende sehr gut gefallen und auch inhaltlich viel gebracht", resümiert Katja Kornmacher, die in Heidelberg Anglistische Literaturwissenschaft studierte. "Die Dozenten haben in einer sehr offenen und entspannten Atmosphäre nicht nur Praxiswissen vermittelt, sondern ich fühle mich richtig angeregt, nun selbst kreativ tätig zu werden. Ich habe mir während des Wochenendes deshalb auch schon das eine oder andere Projekt durch den Kopf gehen lassen." Johannes Schnurr

Mehr über doppelkeks e.V. und HeidelR@d im Internet: www.heidelred.uni-hd.de, www.doppelkeks-ev.de. doppelkeks gibt einen Newsletter heraus, der über die Homepage abonniert werden kann.

Rückfragen auch an
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse


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