8. Juni 2002
Neue Wildbienen am alten Güterbahnhof
"Tag der Artenvielfalt" brachte für Fachleute und für das breite Publikum interessante Erkenntnisse Exkursionen gefragt
Kaz. Der zweite "Tag der Artenvielfalt" lockte am Samstag allein in Heidelberg wieder Hunderte, wenn nicht Tausende, zu Exkursionen unter fachkundiger Anleitung in die freie Natur sowie in das Zoologische Institut, wo zahlreiche Vorträge und Demonstrationen stattfanden.
Laut Prof. Dr. Volker Storch, Leiter der Abteilung Ökologie/Morphologie, signalisierten allein für die anmeldungspflichtigen Veranstaltungen im Vorfeld über vierhundert Menschen ihre Teilnahme und erschienen dann nicht selten doppelt so viele. Ab zehn Uhr waren beispielsweise im Siebenmühlental in Handschuhsheim bei idealem Ausflugswetter gleich drei Gruppen unterwegs. Zur Familien-Exkursion hatte die Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe eingeladen.
Dabei stand das Thema "Wassertiere und Wildkräuter" im Mittelpunkt, es kam in Sachen "vernetzte Umwelt" aber auch eine fallschirmähnliche bunte Plastikplane zum Einsatz. Der Aufforderung, im Bachlauf auf der Suche nach den Tierchen doch mal ein paar Steine umzudrehen, folgten die Kinder die zumeist mit Gummistiefeln ausgestattet waren gerne.
Auch jene, die unter Regie der "Erlebnisschule" Dossenheim zur fünfstündigen "Waldsafari" aufbrachen. Schwerpunkt der dritten Führung durch Privatdozent Dr. Dirk-Henner Lankenau vom Zoologischen Institut waren die Käfer und Gliedertiere. Laufkäfer sollen im Siebenmühlental im Übrigen stark verbreitet sein und in Arten vorkommen. Darauf verwies der Wissenschaftler schon in dem vor über einem Jahr erschienenen Band über der ersten "Tag der Artenvielfalt", der im Juni 2000 stattfand. Die Beobachtung der Käfer könne viele biologische Fragen beantworten, heißt es da und weiter: "Sie sind besonders geeignet zum Studium ökophysiologischer Adaptionen und damit gleichzeitig ausgezeichnete Leitorganismen der Biodiversität unterschiedlichster Lebensräume".
Parallel zum öffentlichen Teil des Aktionstages waren am Samstag wie schon beim ersten Mal an die fünfzig Fachleute in Heidelberg unterwegs, die zum Teil von weit her kamen, um eine Bestandsaufnahme verschiedener Organismen zu machen.
Wie zu erfahren war, wurden beispielsweise im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofes neue Wildbienen-Arten entdeckt, worüber wir zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer berichten werden. Insgesamt seien die Fachleute mit ihrer Ausbeute "sehr, sehr zufrieden" gewesen, hieß es. Auch beim Publikum sei "der Funke übergesprungen".
Die Idee, einen "Tag der Artenvielfalt" zu veranstalten, geht im Übrigen auf den UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro im Jahr 1992 zurück, bei der 150 Staaten eine Konvention über die biologische Vielfalt zurück. Daraufhin veranstaltete die Zeitschrift "GEO" im Jahr 1999 erstmals in Schleswig-Holstein solch eine Aktion. Dem folgte der Aufruf, diesen Tag in allen deutschsprachigen Ländern zu festen Institution zum machen.
Ein zweiter Band in Sachen "Artenvielfalt" soll, wie es hieß, in den nächsten Monaten erstellt und dann wie der erste auch im Internet abrufbar sein.
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Updated:
11.06.2002