27. Februar 2002
Spende der Dietmar-Hopp-Stiftung für Ultraschallgeräte und MRT
Strahlenschutz bei Kindern durch Verfahren ohne ionisierende Strahlung
Die Abteilung für Pädiatrische Radiologie ist für den Einsatz von bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Röntgen und Magnetresonanztomographie) verantwortlich. Die Abteilung ist eine der fünf selbständigen kinderradiologischen Abteilungen an deutschen Universitäten. Im Jahr werden etwa 12 000 Kinder und Jugendliche in der Abteilung vorgestellt und 42 000 einzelne Untersuchungen vorgenommen.
Ein wissenschaftliches Hauptziel der Kinderradiologie Heidelberg ist der Strahlenschutz, da ionisierende Strahlen für den kindlichen Organismus besonders schädlich sind. Bildgebende Verfahren ohne ionisierende Strahlen (Ultraschall, Magnetresonanztomographie) sollen solche mit ionisierender Strahlung (Röntgen, Computertomographie, nuklearmedizinische Untersuchungen) ersetzen.
Die Dietmar-Hopp-Stiftung hat 1997 durch ihre großzügige Spende die Anschaffung eines hochdifferenzierten Ultraschallgerätes und eines Magnetresonanztomographie-Gerätes ermöglicht. Fortlaufende technische Verbesserungen halten diese auf dem neuesten Stand, auch für die Anschaffung der neuesten Software hat die Stiftung Mittel zur Verfügung gestellt. Ein zweites Ultraschallgerät, das vor allem in der Intensivstation eingesetzt wird, konnte jetzt in Betrieb genommen werden.
Die Spende an die Abteilung Kinderradiologie betrug insgesamt 1,2 Millionen Euro. Dadurch sind Spitzenforschungsleistungen ermöglicht worden, die der Versorgung der kleinen Patienten zugute kommen.
Ultraschall klärt Harnwegsinfektionen ab
Häufige Entzündungen von Blase, Harnwegen und Nieren können auf einer Refluxerkrankung beruhen: Dabei fließt der Urin aus der Blase zurück in den Harnleiter und die Niere. Letztlich droht der Funktionsverlust einer oder beider Nieren.
Hier spielt die Untersuchung mit Ultraschall eine wichtige Rolle: Durch Einsatz eines Kontrastmittels beim Ultraschall kann der Rückfluss von Urin aus der Blase in die Nieren sicher erkannt werden. Diese Untersuchung ersetzt in 55 Prozent die bisher notwendige Röntgenuntersuchung. In Heidelberg werden pro Jahr 200 Kinder auf Reflux untersucht bei 110 konnte also auf die Röntgenuntersuchung im Beckenbereich verzichtet werden. Dadurch wurden Eierstöcke und Hoden geschont. Diese Untersuchung erfolgt mit einem der beiden gespendeten Ultraschall-Geräten. Die übrigen 90 Kinder bedurften einer Darstellung der Harnröhre, die nur mit der Röntgenuntersuchung erkannt werden kann.
Die neue Ultraschall-Untersuchungsmethode (MUS) wurde in der Abteilung Kinderradiologie von Herrn Prof. Kassa Darge eingeführt und wissenschaftlich begleitet.
Untersuchung mit MRT ersetzt das Röntgen
Funktionieren die Nieren und haben sie normale Größe? Blockiert ein Hindernis den Urinfluss? Diese und andere Fragen kann das "Ausscheidungsurogramm" beantworten. Dafür wird Kontrastmittel in einer Infusion verabreicht, das Niere und Harntrakt abbildet.
Röntgen-Urogramme sind durch Forschungsarbeiten bereits in vielen Fällen durch die Ultraschalluntersuchung ersetzt worden. In der Vergangenheit musste jedoch vor Operationen, zur Kontrolle des Operationserfolges und in schwierigen Situationen das Röntgen-Urogramm weiterhin durchgeführt werden.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Niere und Harnwege hat die Röntgenuntersuchung nun überflüssig gemacht. MRT kann Flüssigkeiten, z.B. Urin, und Organe wie die Nieren exzellent darstellen. Durch eine neu entwickelte Untersuchungstechnik mit MRT-Kontrastmittel können nun auch die Ausscheidungsfunktion der Nieren und der Harnabfluss beurteilt werden. Dadurch sind in manchen Fällen auch nuklearmedizinischen Untersuchungen, also die Funktionstests der Nieren mit radioaktivem Material, entbehrlich geworden.
Für die wissenschaftliche Absicherung der neuen Untersuchungsmethode wurde die MRU mit den üblichen Untersuchungen (Röntgen und Ultraschall) verglichen werden. Dafür wurden sowohl die von der Dietmar-Hopp-Stiftung gespendeten Ultraschallgeräte als auch das MRT-Gerät verwendet.
Diese Untersuchungsmethode wurde in der Abteilung Kinderradiologie von Frau Privatdozent Dr. Wiltrud Rohrschneider eingeführt und wissenschaftlich begleitet.
Durch ihren Einsatz bei der wissenschaftlichen Bewertung von Methoden haben die von der Dietmar-Hopp-Stiftung gespendeten Geräte weit über Heidelberg hinaus Bedeutung erlangt. Für die Versorgung der kranken Kinder und der Jugendlichen in der Heidelberger Klinik sind sie unentbehrlich geworden. Die Spende des zweiten Ultraschallgerätes kommt auf der Intensivstation den schwerstkranken Kindern zu gute.
Ansprechpartner:
Professor Dr. Jochen Tröger
Ärztlicher Direktor der Abteilung Pädiatrische Radiologie
Im Neuenheimer Feld 150, 69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-2329
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums
Voßstrasse 2, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-4536
Fax: 06221 / 56-4544
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
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Updated:
27.02.2002