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24. Mai 2000

Wissen Sie, was in Ihrer Kaffeetasse lebt?

Einladung zum regionalen "Tag der Artenvielfalt" der Region "Rhein-Neckar-Dreieck" am 3. Juni 2000 in Heidelberg und Umgebung – Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an den Aktionen zu beteiligen

Mehr als 150 Staaten haben 1992 anlässlich der UN-Konferenz in Rio de Janeiro die Konvention über die biologische Vielfalt unterzeichnet. Acht Jahre danach folgt man an 250 Orten in den deutschsprachigen Ländern dem Aufruf der Zeitschrift GEO, den ersten Samstag im Juni als "Tag der Artenvielfalt" zu begehen und eine Arteninventur durchzuführen. Auch in der Region "Rhein-Neckar-Dreieck" findet ein regionaler Tag der Artenvielfalt statt, initiiert vom Zoologischen Institut der Universität Heidelberg, der Stadt und der Volkshochschule Heidelberg. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an den Aktionen zu beteiligen.

Im Raum Heidelberg kommen am 3. Juni über 100 Fachleute zusammen, um möglichst viele Organismenarten nachzuweisen und der interessierten Bevölkerung im Rahmen von Demonstrationen und Exkursionen einen Einblick in die belebte Vielfalt zu geben. Während die Artenerhebung von Fachleuten in Gruppen unter studentischer Begleitung in Ruhe – und damit quasi "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" – durchgeführt werden muss, sind Demonstrationen und Exkursionen eigens für die Öffentlichkeit gedacht. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Exkursionen für Kinder gelegt.

Für die besten Fotos von Exkursionen und Demonstrationen werden Preise im Wert von 1000 Mark verliehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Gutschein für das Heidelberger Stadttheater, einem Abonnement der Zeitschrift GEO oder einem Frühstück im Walfisch? Folgende Einrichtungen bieten am 3. Juni 2000 von 10 bis 17 Uhr Demonstrationen mit Mikroskop, Binokular und Film an:

  1. Mess-Schiff "Max Honsell" der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, das die "Tiere des Neckars" vorstellt und zeigt, wie der Flussboden im Echolot aussieht. Anmeldungsmöglichkeit: siehe unten.
  2. Ökomobil der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe (ein Bus mit Mikroskopierplätzen), mit Demonstrationen zu "Tieren im Neckarsand" und zum "Naturerlebnis Bach". Anmeldungsmöglichkeit: siehe unten.
  3. Zoologisches Institut und Museum der Universität Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 230) mit Präsentationen verschiedener Gast-institute und Firmen. Hier erfahren Sie zum Beispiel, welche Tiere in Trinkwasserquellen leben. Es werden die "Unterwelttiere" vorgestellt, die unseren Kompost produzieren, und die Schnecken- und Amphibienfauna der Region. Ein Amphibienfahrzeug für die Untersuchung von Baggerseen wird demonstriert. Eine Ausstellung von etwa 100 Mikrofotos zeigt, welche Vielfalt von Algen sich hinter der "grünen Brühe" eines Teiches verbirgt. Per Video werden Algen demonstriert, und Interessierte sind eingeladen, ihre "eigene grüne Brühe" mitzubringen, um sie analysieren zu lassen. Jedes zweite Sauerstoffmolekül der Erdatmosphäre geht übrigens auf Algen zurück. Weitere Stände unterrichten über Zecken- und Mückenstiche und damit verbundene Gefahren, eingeführte Tropenkrankheiten, die von Tieren übertragen werden.
  4. Geologisch-Paläontologisches Museum der Universität Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 234). Hier sind Tiere und Pflanzen vergangener Zeiten ausgestellt, die in unserer Region sogar gesteinbildend sein können (Muschelkalke).
  5. Botanischer Garten der Universität Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 340), in dem zahlreiche einheimische und exotische Pflanzen besichtigt werden können. Aber auch geführte Touren werden durchgeführt (Anmeldemöglichkeit siehe unten).
  6. Pädagogische Hochschule (Im Neuenheimer Feld 562) mit einem Ökogarten sowie Demonstration zu begrünten Flachdächern, Bäumen des Neuenheimer Feldes und zu "Müllexperten".
  7. Tiergarten Heidelberg, Tiergartenstraße 3. Mit Führungen zu der Bedeutung von Zoos für die Artenvielfalt. Anmeldungsmöglichkeit: siehe unten.
  8. Biologische Bundesanstalt, Schwabenheimer Straße 110, Dossenheim, mit Führungen rund um Schädlinge im Obstbau. Anmeldungsmöglichkeit: siehe unten.

Für zahlreiche Exkursionen und Präsentationen unter Leitung fachkundiger Wissenschaftler ist eine Anmeldung nötig. Nachfolgend ist eine Auswahl der Veranstaltungen aufgeführt, für die Sie sich telefonisch bei der Volkshochschule Heidelberg (Tel. 06221-911912) am Samstag, 27. Mai 2000, von 9°°-12°° Uhr und 13°°-17°° Uhr anmelden können.

Das vollständige Programm aller 50 Exkursionen können Sie unter http://www.artenvielfaltstag.de im Internet einsehen und sich dort auch online anmelden.

  • E2: Vogelfauna im Naturraum Rheinebene, 7.30 – 10.00 Uhr
  • E3: Wege zur Artenvielfalt – Projekte und Maßnahmen der Stadt Heidelberg, 10.00 – 12.30 Uhr
  • E4: Leben im Neckar – Demonstration des Mess-Schiffs "Max Honsell" der LfU Karlsruhe, 10.00 – 11.00 Uhr
  • E6: Insekten-Vielfalt am Apfel, Demonstration zu Möglichkeiten der biologischen Schädlingsbekämpfung an der Biologischen Bundesanstalt in Dossenheim, 9.00 – 12.00 Uhr
  • E7: Ökogarten der PH Heidelberg, 11.00 -13.00 Uhr
  • E8: Heidelberger Exoten – Demonstration endemischer Pflanzen Madagaskars in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg, 9.00 – 10.00 Uhr
  • E10: Stadtökologie – Grünflächen, Innenhöfe und Mauern der Heidelberger Altstadt, 10.00 – 13.00 Uhr
  • E12: Bäume im Neuenheimer Feld, 9.00 – 10.45 Uhr
  • E14: Amphibien in Heidelberg, 11.00 – 11.45 Uhr
  • E15: Biberlebensräume und Auenzonierung am Neckar
  • E16: Versteckte Tiere im Neckarsand entdecken. Ökomobil in Heidelberg, Alter 10 bis 13 Jahre, 10.00 – 12.00 Uhr
  • E17: Naturerlebnis Bach – Tiere und Pflanzen kennenlernen. Ökomobil in Heidelberg, Alter: Jugendliche und Erwachsene, 14.00 – 16.00 Uhr
  • E18: Orchideen – die erfolgreichste Pflanzenfamilie der Erde, 11.15 -12.00 Uhr
  • E20: Leben in Hitze, Wind und Trockenheit – Pflanzen auf einem Flachdach, 10.00 – 12.00 Uhr
  • E21: Forschungsreise zu den kleinen Echsen Heidelbergs (Kinderexkursion), 12.00 – 14.00 Uhr
  • E22: Frösche, Kröten und Molche – Amphibienexkursion (Kinderexkursion), ab 7 Jahren, 9.00 – 15.30 Uhr
  • E23: Pflegeloses Pflanzendach – Stadtökologie (Fahrradexkursion), 14.00 – 15.00 Uhr
  • E24: Artentstehung und Arterhaltung, Demonstration im Tiergarten Heidelberg, 10.00 – 11.30 Uhr
  • E25: Nachtexkursion Schmetterlinge, 2. (!) Juni, 22.00 – 2.00 Uhr
  • E26: Morsezeichen und geheime Pfeifsprache aus dem Wald! (Kinderexkursion), 9.00 – 12.00 Uhr, Alter: 7 – 12 Jahre
  • E27: Bannwald "Franzosenbusch" – Moose, Pilze und Insekten an Totholz, 10.00 – 13.00 Uhr
  • E28 und 29: Bedrohte Tierarten – Überleben im Zoo, E28: 11.30 – 13.00 Uhr, E29: 15.30 – 17.00 Uhr
  • E30: Erfassung von Farn- und Samenpflanzen am Heiligenberg, Handschuhsheim, 10.00 – 14.00 Uhr
  • E31: Der Botanische Garten der Universität Heidelberg als Überlebensraum für bedrohte Pflanzenarten,11.00 – 12.00 Uhr
  • E33: Dr. Dirk-Henner Lankenau: Dynamik der Artenvielfalt: Käfer und andere Gliedertiere, 10.00 – 12.30 Uhr
  • E35: Skurril und farbenfroh – tropische Insekten für Schule und Unterricht & "Müllexperten", 9.00 – 10.00 Uhr
  • E39: Phytopathogene Viren, Phytoplasmen und Pilze im Obstbau, Demonstration an der BBA Dossenheim, 9.00 – 12.00 Uhr
  • E40: Weicher Kern in harter Schale – die Gehäuseschnecken, 14.00 -17.00 Uhr
  • E41: Vegetation des oberen Mühltals in Handschuhsheim, 9.00 – 17.00 Uhr
  • E42: Tour to Heidelberg University's Zoological Museum and Botanical Gardens (Tour in English), 10.30 – 12.00 Uhr
  • E44: Via naturae – Wanderung im Schonwald Königstuhl, 10.00 – 16.00 Uhr
  • E45: Der Klapperstorch im Exil – Der Tiergarten Heidelberg als Lebensraum für wildlebende Vögel, 15.00 – 17.00 Uhr
  • E48: Vogelstimmen im Botanischen Garten, 7.30 – 9.30 Uhr.

Rückfragen von Journalisten bitte an:
Prof. Dr. Volker Storch
Zoologisches Institut der Universität Heidelberg
Tel. 06221 545655, Fax 546162
storch@mail.zoo.uni-heidelberg.de

oder: Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de


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Updated: 24.05.2000

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