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Prof. Dr. Hilmar Bading
Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften
Tel. +49 6221 54-8218
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Wissenschaftliche Grundlagen zur Entwicklung eines Nasensprays gegen neurodegenerative Erkrankungen erforscht

29.4.2016

Forscherteam des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften wurde dafür mit dem Innovationspreis 2016 ausgezeichnet

Für seine grundlegenden Forschungen zur Entwicklung eines Nasensprays, das bei neurodegenerativen Erkrankungen zum Einsatz kommen könnte, ist ein Team um den Heidelberger Neurowissenschaftler Prof. Dr. Hilmar Bading mit dem Innovationspreis 2016 ausgezeichnet worden. Die Forscher des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften der Universität Heidelberg haben die wissenschaftlichen Grundlagen für ein einfaches Spray geschaffen, mit dem der krankheitsbedingte Verlust funktionswichtiger Nervenstrukturen verhindert werden soll. Dadurch lässt sich in einem Maus-Modell das Außmaß von Hirnschädigungen beispielsweise nach einem Schlaganfall deutlich verkleinern. Mit dem Preis für innovative und anwendungsnahe Biotechnologie-Erfindungen prämiert der Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland jährlich drei herausragende wissenschaftliche Ideen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die wirtschaftliche Nutzung der Erfindung. Das Nasenspray soll nun zu einem marktfähigen Medikament weiterentwickelt werden.

„Krankheits- und altersbedingte Einschränkungen von Gedächtnisleistungen und anderen Hirnfunktionen gehen oft mit dem Verlust bäumchenartiger Verzweigungen der Neuronen, der sogenannten Dentriten, einher“, erklärt Hilmar Bading. „Der von uns entwickelte ‚Dendriten-Stabilisator‘ wird mit Hilfe eines Nasensprays appliziert. Dieser Stabilisator verhindert, dass funktionswichtige Nervenstrukturen verloren gehen.“ Nach Angaben von Prof. Bading, zu dessen Team auch Juniorprofessorin Dr. Daniela Mauceri und Dr. Bettina Buchtal  gehören, kann dieses neuartige, nicht-invasive und außergewöhnlich einfache Therapieprinzip Hirnschäden und Funktionsverluste nach einem Schlaganfall deutlich abschwächen. Weitere Möglichkeiten einer therapeutischen Anwendung sehen die Wissenschaftler bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS), bei der es zur Degeneration von Motorneuronen und Lähmungen kommt, sowie beim Glaukom und bei Demenzerkrankungen. Zur Entwicklung eines marktfähigen Medikaments hat das Wissenschaftlerteam mittlerweile zusammen mit dem Münchner Business Development Manager Dr. Thomas Schulze die Firma FundaMental Pharma gegründet.

Die Preisverleihung fand am 26. April 2016 im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage in Leipzig statt. Neben dem an der Universität Heidelberg entwickelten Nasenspray wurden biochip-basierte Organmodelle  (Technisches Universitätsklinikum Jena) und eine innovative Virotherapie zur Krebsbekämpfung (Universität Ulm) ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt jeweils 2.000 Euro. Der Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland ist ein Zusammenschluss lokaler Organisationen aller Bundesländer, die im Bereich Biotechnologie aktiv sind und die innovative Branche in den jeweiligen Regionen fördern.

 

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Letzte Änderung: 29.04.2016
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