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DKFZ-ZMBH-Allianz-Forum: Krebs als Systemfehler

25. September 2015

Internationale Konferenz befasst sich mit dem Zusammenspiel von Krankheit und Körper

Entzündungen, Blutversorgung oder Stoffwechsel: Zahlreiche Körperfunktionen haben Einfluss darauf, ob Krebs entsteht oder sich ausbreitet. Das Zusammenspiel von Krankheit und Körper steht im Mittelpunkt einer Konferenz, die vom 28. bis 30. September 2015 in Heidelberg stattfindet. Zu diesem „DKFZ-ZMBH-Allianz- Forum“ laden das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) gemeinsam ein. Im Rahmen der Veranstaltung werden international führende Experten aus den Lebenswissenschaften die Ergebnisse ihrer Arbeiten präsentieren. Zum Forum 2015 mit dem Titel „Tumor Microenvironment, Metabolism und Metastasis“ werden mehr als 300 Teilnehmer am DKFZ erwartet.

Während bösartige Tumoren früher häufig als lokal begrenzte Erkrankung betrachtet wurden, verstehen Wissenschaftler heute mehr und mehr, dass Krebs zumeist eine systemische, also eine den gesamten Organismus betreffende Krankheit ist. Krebszellen stehen im ständigen Austausch mit ihrer Mikroumgebung: Sie geben Signale an die gesunden Zellen des Körpers ab und empfangen im Gegenzug Botschaften aus dem Organismus. Aber nicht nur die direkte Umgebung eines Tumors, sondern auch weiter entfernte Körperregionen können sich darauf auswirken, dass Tumoren entstehen, wachsen und sich ausbreiten: So beeinflussen etwa Stoffwechselveränderungen und Störungen des Immunsystems das Fortschreiten von Krebserkrankungen maßgeblich. „Wir haben die weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesem spannenden Forschungsgebiet nach Heidelberg eingeladen“, betont Prof. Dr. Hellmut Augustin, der einer der Organisatoren der Konferenz ist und sowohl am Deutschen Krebsforschungszentrum als auch an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg forscht.

Mit Prof. Dr. Douglas Hanahan, Direktor des Schweizer Krebsforschungszentrums in Lausanne, konnten die Organisatoren den Autor der Veröffentlichung „Hallmarks of Cancer“ – der meistzitierten Krebsforschungspublikation überhaupt – als Redner gewinnen. Prof. Hanahan wird während der Tagung berichten, wie Entzündungen die Wirksamkeit von Immuntherapien gegen Krebs beeinflussen. Ebenfalls um Entzündungen geht es in dem Vortrag von Prof. Dr. Mathias Heikenwälder, der seit kurzem am DKFZ forscht. Er hat auf molekularer Ebene untersucht, wie entzündliche Veränderungen der Leber, beispielsweise Hepatitis, Leberkrebs verursachen. Prof. Dr. Celeste Simon, die Direktorin des Krebsforschungsinstituts der University of Pennsylvania in Philadelphia (USA), wird darüber sprechen, wie sich Tumorzellen an den lokalen Sauerstoffmangel innerhalb der Geschwulst anpassen und damit das Krebswachstum zusätzlich antreiben.

Die Konferenz hat das Ziel, sowohl Experten als auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs in kompakter Form einen Überblick über den aktuellen Stand wichtiger Forschungsfragen zu geben. Neben Deutschland, der Schweiz und den USA kommen die Redner aus Belgien, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich. und der Schweiz. Nachwuchswissenschaftler können ihre eigenen Arbeiten in einer Posterausstellung präsentieren. Die DKFZ-ZMBH-Allianz, die strategische Zusammenarbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Zentrums für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg, ist Teil des in der Exzellenzinitiative geförderten Zukunftskonzeptes der Ruperto Carola.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 25.09.2015
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