Bereichsbild
Kontakt

Friederike Rauch
Museum Sammlung Prinzhorn
Tel. +49 6221 56-4725
friederike.rauch@med.uni-heidelberg.de
Besucherinformation: +49 6221 56-4739

 
Öffnungszeiten und Preise

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Führungen werden mittwochs um 18 Uhr und sonntags um 14 Uhr angeboten. Der Eintritt zur Ausstellung beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

 
Weitere Informationen
SUCHE

„Das Wunder in der Schuheinlegesohle“

27. April 2015

Neue Ausstellung im Museum Sammlung Prinzhorn

Teufelsziege

Bild: Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Künstler Anonym, Teufelsziege, um 1926 oder früher ​​

In einer neuen Ausstellung mit dem Titel „Das Wunder in der Schuheinlegesohle“ zeigt das Museum Sammlung Prinzhorn an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg eine Auswahl von 120 Werken aus seinen Beständen. Die Gemälde und Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Textilien wurden von Insassen psychiatrischer Anstalten geschaffen. Sie zeugen davon, wie diese Patienten die Welt gedeutet und mit den Mitteln ihrer Vorstellungskraft versucht haben, Kontrolle über sie zu erlangen. Dabei sind historische Ereignisse für die Patienten ebenso bedeutsam wie Alltagsbeobachtungen, etwa die Schweißflecken auf einer Schuheinlegesohle. Die Ausstellung wird am Mittwoch, 29. April 2015, um 19 Uhr in der Sammlung, Voßstraße 2, eröffnet. Sie wird bis zum 16. August zu sehen sein.

Viele der gezeigten Werke sind noch in der Wilhelminischen Ära entstanden und spiegeln preußische Ideale von Tugend, Recht und Ordnung sowie die Rolle der Religion in der damaligen Gesellschaft wider. Wie die Initiatoren der Schau hervorheben, nähert sich die Ausstellung den Werken in einem Parcours aus konzentrischen Kreisen – von außen nach innen. Sie beginnt mit Porträts, die den Aspekt von Norm und Abnorm problematisieren und den Betrachter mit dieser Differenzierung konfrontieren. Es folgen Bilder, in denen Anstaltsinsassen ihren psychischen und körperlichen Zustand reflektieren und diagnostizieren. Manche Exponate thematisieren unheimliche und beklemmende Situationen und führen so in den Kreis psychischer Ausnahmeerfahrungen. Hinzu kommen Bilder, mit denen die Künstler aus dem Kern psychischer Krisenerfahrung heraus mit der Außenwelt zu kommunizieren versuchen: Signaturen und selbst erstellte Zeugnisse, Botschaften und Zertifikate, die für Außenstehende nur schwer zu verstehen sind. Abgeschlossen wird die Ausstellung mit drei Werken, die Brücken zu gesellschaftlich anerkannten Kunstsprachen schlagen.

Die Ausstellung war zuvor von Ende November 2014 bis Anfang April 2015 in Berlin in der Sammlung Scharf-Gerstenberg, einem Teil der Nationalgalerie, zu sehen. „Das Wunder in der Schuheinlegesohle“ war die größte Berliner Präsentation der Sammlung Prinzhorn seit fast 35 Jahren. Nach Angaben der Veranstalter kamen mehr als 24.000 Besucher, um die Heidelberger Exponate zu sehen.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 27.04.2015
zum Seitenanfang/up