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Hohe Auszeichnung für wissenschaftliches Lebenswerk

4. März 2015

Der Heidelberger Physiker Franz Wegner erhielt Lars-Onsager-Preis der American Physical Society

Prof. Dr. Franz Wegner (links)

Foto: Ken Cole

Franz Wegner nahm den Lars-Onsager-Preis vom Präsidenten der American Physical Society, Samuel Aronson, entgegen.

Für sein wissenschaftliches Lebenswerk wurde der Physiker Prof. Dr. Franz Wegner von der Universität Heidelberg mit dem Lars-Onsager-Preis der American Physical Society (APS) ausgezeichnet. Der Emeritus am Institut für Theoretische Physik ist der erste deutsche Wissenschaftler, der diese mit 10.000 Dollar dotierte Auszeichnung erhält. Sie wird vergeben für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen statistischen Mechanik und der Theorie der Quanten­flüssig­keiten. Die Preisverleihung fand am 2. März 2015 während der APS-Frühjahrstagung in San Antonio (Texas) statt.

Wie es in der Laudatio heißt, hat Prof. Wegner den Onsager-Preis erhalten für „seine weitsichtigen Beiträge, die unser grundlegendes Verständnis der Begriffe von Ordnung und Unordnung vorangebracht haben, insbesondere die Formulierung der Ising-Gittereichtheorie und seine Arbeiten zum Lokalisierungsübergang und zur Renormierungsgruppe“. Das wissenschaftliche Werk Franz Wegners betrifft die statistische Mechanik und die Theorie der komplexen physikalischen Systeme. „Während in der öffentlichen Wahrnehmung die Physik oft damit assoziiert wird, dass Phänomene isoliert und reduziert werden, um ihre Ursachen zweifelsfrei festzustellen, wird in diesem bereits von Maxwell und Boltzmann begründeten Gebiet untersucht, was beim Zusammenfügen vieler Teile geschieht“, erläutert Prof. Dr. Manfred Salmhofer vom Institut für Theoretische Physik der Ruperto Carola. Von großer Bedeutung ist dies für nahezu alle makroskopischen Vorgänge – von der Thermodynamik über das Verhalten von Festkörpern bis zur Chemie und Biologie. „Das kollektive Verhalten von Systemen, die aus sehr vielen Teilen bestehen, führt oft zu qualitativ neuartigen Phänomenen, die in den einzelnen Bestandteilen nicht auftreten können. Franz Wegner hat mit seinen Arbeiten Bleibendes zum Verständnis komplexer Systeme beigetragen und damit wesentlich zum internationalen Ansehen der Heidelberger Physik beigetragen“, betont Prof. Salmhofer.

Franz Wegner, Jahrgang 1940, wurde 1968 an der Technischen Universität München promoviert. Nach Forschungsaufenthalten in Jülich und an der Brown University in Providence, Rhode Island (USA) wurde er 1974 als Professor an das Institut für Theoretische Physik der Universität Heidelberg berufen, die Emeritierung erfolgte im Jahr 2006. Für seine wissenschaftlichen Leistungen hat Prof. Wegner, der auch Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ist, bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 1976 den Walter-Schottky-Preis und 1986 die Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

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Letzte Änderung: 09.03.2015
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