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Prof. Dr. rer. nat. Michael Boutros
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM)
Telefon (0621) 383 9650
michael.boutros@medma.uni-heidelberg.de

 
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Besseres Verständnis des programmierten Zelltods

Europäisches Forschungsprojekt zur systembiologischen Analyse von Apoptose-Signalnetzwerken - Koordination durch die Universität Heidelberg

 

Apoptose-Signalnetzwerk
Fluoreszenz-gefärbte Leberkrebszellen

Der Zell- und Molekularbiologe Prof. Dr. Michael Boutros, Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum, koordiniert das internationale ApoNET Forschungsprojekt. Mit modernen Next-Generation Sequenziermethoden und Computermodellen soll es zu einem besseren Verständnis von Apoptose-Signalnetzwerken beitragen und damit neue Therapien in der Krebsbehandlung ermöglichen. Das Vorhaben ist Teil einer EU-weiten Initiative zur Systembiologie und wird im Rahmen des Programms ERASysBio+ mit 1,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Biotechnology and Biological Sciences Research Council und der Europäischen Kommission gefördert.
 
Neuartige Krebstherapien sind darauf ausgerichtet, den Zelltod von Krebszellen gezielt herbeizuführen, ohne normale Zellen zu zerstören. Einige Krebsarten sind jedoch häufig resistent gegenüber diesen Formen der Behandlung, weil die Krebszellen den programmierten Zelltod, die Apoptose, nicht einleiten können. Dabei handelt es sich um eine Art Selbstmordprogramm der betroffenen Zellen. In diesem Prozess spielen sogenannte Todesrezeptoren eine entscheidende Rolle.
 
Das Forschungskonsortium um Prof. Boutros hat sich zum Ziel gesetzt, die während des programmierten Zelltods aktivierten Signalnetzwerke systematisch zu analysieren. Das Projekt zielt darauf ab, das grundlegende biologische System zu verstehen. Basierend auf experimentellen Hochdurchsatz Sequenzierungs-Daten generieren die Forscher computerbasierte Modelle, um die kritischen Punkte in der Regulation der Signalwege zu finden und deren Aktivitäten in Zellen zu rekonstruieren. Dadurch sollen mögliche neue Angriffspunkte für Therapien gefunden werden. Die Wissenschaftler erwarten, dass die Studie auch zu neuen Einsichten in prinzipielle Mechanismen der Tumorentstehung und die Therapie von resistenten Tumoren führt.
 
ERASysBio+ ist ein Programm, das gezielt die Anwendung systembiologischer Forschungsansätze in der Biomedizin fördert. Beteiligt sind daran die Staaten der Europäischen Union; die Abkürzung ERA steht für „European Research Area“. Projektpartner von Prof. Boutros, Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und Leiter der Abteilung Signalwege und Funktionelle Genomik am Deutschen Krebsforschungszentrum, sind Prof. Dr. Rainer Spang von der Universität Regensburg sowie Prof. Dr. Henning Walczak vom Imperial College London (Großbritannien). Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre.

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Letzte Änderung: 11.07.2014