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Surrealismus und Wahnsinn

Sonderausstellung der Sammlung Prinzhorn mit zusätzlichen Führungen

 

Else Blankenhorn, o.T.
Else Blankenhorn, o.T., unda­tiert, Pinsel in Deckfarben auf Papier, 22,5 x 18 cm.

© Sammlung Prinzhorn, Heidelberg

Die von der Sammlung Prinzhorn initiierte Sonderausstellung „Surrealismus und Wahnsinn“ stößt auf großes Publikumsinteresse. Aus diesem Grund werden zusätzliche öffentliche Führungen angeboten. Sie finden am 26. und 27. Dezember 2009 sowie am 3. und 6. Januar 2010 jeweils zwischen 14 und 15.30 Uhr statt und sind kostenlos. Der Eintritt in die Ausstellung beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Die Heidelberger Sammlung geht auf den Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn zurück, der rund 4.500 Werke von Anstaltsinsassen aus ganz Deutschland zusammentrug. Sein 1922 erschienenes Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ brachte Max Ernst noch im Erscheinungsjahr nach Paris und machte es dort im Kreis der Surrealisten bekannt. Dort wurde es zur „Bibel der Surrealisten“, die vielen Künstlern als Inspirationsquelle diente. Die Bedeutung des Wahnsinns für die surrealistische Bewegung wurde immer wieder herausgestellt.

In der Ausstellung „Surrealismus und Wahnsinn“, in der Bestände der Sammlung Prinzhorn sowie Leihgaben aus Museen und Privatbesitz gezeigt werden, kann der Betrachter diesen Bezug in seinen vielfältigen künstlerischen Brechungen unter anderem durch Bildvergleiche anschaulich nachvollziehen. In Bildvergleichen werden Werke von August Natterer und Max Ernst, August Klett und Hans Bellmer oder Carl Lange und Salvador Dalí gegenübergestellt. Zugleich wird jene Ausstellung psychisch kranker Künstler in der Pariser Galerie Bine aus dem Jahr 1929 teilweise rekonstruiert, die von den Surrealisten mit großem Interesse aufgenommen wurde. In der Sammlung Prinzhorn hat sich eine Inventarliste der damals aus Heidelberg geschickten Exponate erhalten. So ist es möglich zu zeigen, welche Werke die Surrealisten im Original gesehen haben. Schließlich geht es in einem weiteren Teil der Ausstellung um das tatsächliche Erleben von Wahnsinn mancher Künstler des Surrealismus: Ein Kabinett der Ausstellung ist der Entwicklung von Unica Zürn gewidmet, die seit den frühen 1960er Jahren immer wieder in Psychiatrien behandelt wurde und sich 1970 das Leben nahm.

Die Ausstellung in der Sammlung Prinzhorn, Voßstraße 2, ist noch bis zum 14. Februar 2010 zu sehen und hat folgende Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Mittwoch, 11 bis 20 Uhr; montags ist sie geschlossen. Weitere Informationen können unter www.prinzhorn.uni-hd.de abgerufen werden.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 11.07.2014