Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland:
Bestände: Verschiedenes: Foto-Sammlung Lange:
Bestand B. 3/47


Vorwort

Die Stadt Gerolstein liegt ca. 60 km nördlich von Trier, in Rheinland-Pfalz. Obwohl einzelne Juden in Gerolstein in den Quellen des Mittelalters sowie in der Neuzeit erwähnt werden, entwickelt sich die jüdische Gemeinde erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1926 wohnen dort 26 Juden. 1943 werden die letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Vernichtungslager deportiert.[1]

Der Gerolsteiner Fotograf Fritz (Fredy) Lange hat in den 30er Jahren die damals noch am Ort lebenden Juden in seinem Atelier fotografiert.[2] Prof. Dr. Löckenhoff, ein Schwiegersohn von Fritz Lange, hat dem Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland die aus 50 Glasplatten bestehende Sammlung der Negative im Dezember 2001 geschenkt. Einzel- und Gruppen-Portraits stellen insgesamt mehr als 30 Personen dar, einige von denen mehrmals abgebildet werden. Die Aufnahmen wurden 2004 im Zentralarchiv digitalisiert und Papier-Abzüge wurden zwecks Sicherung und Benutzung angefertigt. Der gesamte Bestand B.3/47 beinhaltet folgende Originalaufnahmen und Kopien:

1.    Die Original-Negative auf Glasplatten

2.    CD mit den digitalisierten Aufnahmen (zwei Exemplare)

3.    Papier-Abzüge für jede Aufnahme

 

Hinweise auf weitere, durch Fritz Lange hergestellte Aufnahmen der Gerolsteiner Juden aus den 30er Jahren

Über die oben angesprochenen Porträtaufnahmen hinaus, hat Fritz Lange auch Passbilder von Gerolsteiner Juden für die so genannten Kennkarten 1938 hergestellt. 1984 hatte er Abzüge dieser Bilder dem Lehrgebiet Judaistik der Universität Duisburg geschickt, sie befinden sich inzwischen im Salomon Ludwig Steinheim Institut Duisburg. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf die Aufnahmen der Entwürfe einer nicht errichteten Synagoge in Gerolstein.[3]

 

20. Dezember 2004

Elijahu Tarantul

 

Anmerkungen

[1] Lutz Engelskirchen: Gerolstein, die Geschichte der jüdischen Gemeinde, ein Aufsatz im Internet: http://www.roscheiderhof.de/kulturdb/kultur/kultur5841.html. Ein Ausdruck befindet sich in der Dienstbibliothek des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland.

[2] Eine genaue Datierung der Fotos war bisher nicht möglich. Die Zeitspanne der 30er Jahre wird durch Begleitbriefe von Prof. Dr. Löckenhoff belegt, die sich in der Dienstregistratur des Zentralarchivs befinden (Aktenzeichen 7522/Lange), sowie durch die Abbildung eines Grabsteines von 1936 (Foto Nr. 43). Durch Erwähnungen einzelner abgebildeter Personen in diversen Dokumenten der 30er Jahre (vgl. den oben angeführten Aufsatz von Lutz Engelskirchen) wird die zeitliche Einordnung bestätigt.

[3] Vgl. zwei Briefe von Dr. (inzwischen Prof. Dr.) Michael Brocke an Fritz Lange, vom 19.12.1984 und vom 18.10.1984. Die Kopien befinden sich in der Dienstregistratur des Zentralarchivs, Aktenzeichen 7522/Lange.


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