Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: 
Bestände: Personen: Schwarz

VORWORT

Im Jahre 1986 holte die Bibliothekarin der Hochschule für Jüdische Studien, Bettina Kaldenberg, die der Hochschule vermachten Bücher und Zeitschriften aus dem Nachlaß von DR. h. c. Stefan Schwarz in Straubing ab. Unter diesen Beständen befanden sich mehrere Hefter mit persönlichen Schriftstücken, die 1988 dem Zentralarchiv übergeben wurden. Es handelt sich dabei vor allem um Briefe und Glückwunschschreiben, die Ende 1971 und Anfang 1972 an Stefan Schwarz gesandt wurden. Es ist nicht bekannt, wo sich die übrige Korrespondenz von Stefan Schwarz befindet. Weiterhin befand sich unter den abgegebenen Materialien ein Hefter mit Schriftstücken betr. Stadtbaurat Karl Laabs, der angibt, in den Kriegsjahren Juden in Chrzanov (Polen) gerettet zu haben.

Dr. h.c. Stefan Schwarz wurde am 12. Oktober 1910 in Chrzanov (Polen) geboren. Er studierte Chemie in Prag und betätigte sich als Journalist. Während des 2. Weltkrieges war er in mehreren Konzentrationslagern gefangengehalten, zuletzt in Flossenbürg. Er wurde auf einem der "Todesmärsche" von Flossenbürg in Richtung Dachau befreit und siedelte sich in Straubing (Niederbayern) an, wo er die Israelitische Kultusgemeinde mitbegründete und bis 1984 deren Vorsitz ausübte. Schwarz war einer der Mitbegründer des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern und dessen langjähriger Geschäftsführer. Für sein Buch "Die Juden in Bayern im Wandel der Zeiten" (München 1963) wurde Stefan Schwarz von der Universität München der Doktortitel h.c. zugesprochen. Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen sind das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der Bayerische Verdienstorden und die Goldene Bürgermedaille der Stadt Straubing. Schwarz war auch Ehrenbürger der Stadt Straubing. In dem Erlebnisroman "Sage nie du gehst den letzten Weg" zeichnete Schwarz seine Erlebnisse während der Kriegsjahre nach. Stefan Schwarz verstarb im Juli 1985.

Der Bestand B. 2/3 umfaßt 9 Nummern mit ca. 0,02 lfd.m. Der Bestand wurde im August 1990 von Herrn Michael Brenner geordnet und verzeichnet.

Eberhard Gönner
Heidelberg, 28. August 1990


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