Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: 
Bestände: Personen: Maison:

Vorwort

Im Laufe des Jahres 1999 erhielt das Zentralarchiv verteilt auf mehrere Zusendungen von Frau Tamara Kochricht in Paris Unterlagen zur Geschichte ihrer Familie. Ihr Großvater, der aus München stammende Architekt Hellmuth Maison (1872-1950), ist Ende der dreißiger Jahre nach Frankreich emigriert (Brief vom 5. 9.99). 1947 hat er in Paris fragmentarische Lebenserinnerungen zu Papier gebracht (Nr. 1). Von seinem Vater, dem bayerischen Landtagsabgeordneten Karl Maison (1840 - 1896), sind zahlreiche Nachrufe überliefert (Nr. 3). Karl Maison ist in Oberdorf (Württemberg) als Sohn des Schullehrers Uri Maison (1792-1856) geboren (*), von dem ein Rechnungsbuch mit Eintragungen aus den Jahren 1835-1837 ins Archiv gelangt ist (Nr. 4). Wann und warum dieser die Namensänderung von Frankfurter zu Maison vorgenommen hat, ist unklar. Frau Kochricht gibt eine Familientradition wieder, die diesen Wechsel mit einem Freund im Elsass in Verbindung bringt (Brief vom 21.6.99). Ein von Hellmuth Maison noch vor dem Krieg in München skizzierter Stammbaum, der bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht (Nr. 5) weist auf Verbindungslinien zu bedeutenden Trägern des Namens Frankfurter hin, unter denen sich Rabbiner, Buchdrucker und Ärzte befinden.

Die Familienpapiere einschließlich der beigelegten Kopien sind in einem Archivkarton untergebracht. Frau Kochricht hat sich bei der Übergabe mit einer uneingeschränkten Benutzung einverstanden erklärt (Brief vom 5.9.99).

Heidelberg, im Februar 2000

Peter Honigmann

(*) Lebensdaten von Uri Maison (abweichend vom Stammbaum, Nr. 5) nach der (unveröffentlichten) "Dokumentation des Jüdischen Friedhofs in Oberdorf, erstellt im Auftrag des Landesdenkmalamtes Karlsruhe und des Trägervereins ehem. Syangoge Oberdorf e.V. unter Verwendung der Fotografien des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland von Emily Link" (Berlin 1998), Grabstein Nr. 85. Zur Namensänderung vergleiche auch die dort aus dem "Totenbuch der israelitischen Gemeinde zu Oberdorf" übernommene Bemerkung zu Grabstein Nr. 348: "Frau des Schullehrers Uria Maison Frankfurter".


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