Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland:
Bestände: Personen:

(Beimischung zu Bestand B. 1/13)

Familie Ludwig Leiffmann

Berlin 1906-1916
Frankfurt 1916-1931

 

Einleitung

 

Überlieferungsgeschichte

 

Zusammen mit den mehr als 300 lfm Altakten der Jüdischen Gemeinde Frankfurt aus den ersten vier Nachkriegsjahrzehnten (Bestand B. 1/13) sind 1993 auch 6 Fotoalben in das Heidelberger Zentralarchiv gelangt (Zugang 93/05). Es handelt sich um Familienbilder aus der Zeit 1910-1927. In jedem Album befand sich ein Zettel, auf dem mit Bleistift vermerkt war: „Familie Leiffmann, Frankfurt a. M., Städelstr. 6“. Dieser Vermerk stand jeweils auf der Rückseite eines Formulars vom Frankfurter Institut zur Erforschung der Judenfrage. Man kann also davon ausgehen, daß die Fotoalben aus dem Besitz der Familie Leiffmann stammen und bei der Deportation beschlagnahmt wurden. Eines der Alben (B. 1/13, K 196) trägt auf der Außenseite außerdem den Stempel Archival Depot Offenbach a. M.  In diesem Depot sind nach dem Krieg die von den verschiedenen NS-Behörden beschlagnahmten jüdischen Bücher und Kulturgüter zusammengeführt worden. Da sich in den Fotoalben ein Hinweis auf eine Frankfurter Familie fand, sind sie wahrscheinlich bei Auflösung des Offenbacher Depots der Jüdischen Gemeinde Frankfurt übergeben worden. Diese Fotoalben sind bei der Zugangsbearbeitung im Heidelberger Zentralarchiv innerhalb des Bestands B. 1/13 der Serie K zugewiesen worden, die für die zahlreichen Fotos aus dem Gemeindeleben eingerichtet worden war. Ein detailliertes Findbuch zu dieser Serie ist 1996 erarbeitet worden.

 

Fast zwanzig Jahre später erhielt das Zentralarchiv erneut Unterlagen aus dem Familienbesitz Leiffmann. Diesmal waren es drei Mappen mit Schulzeugnissen und ein Album mit eingeklebten Zeitungsausschnitten. Die Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien hatte im Jahr 2004 von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zahlreiche alte Bücher und Drucksachen übernommen, unter denen sich dann auch diese Zeugnismappen befanden. Sie wurden im Februar 2012 dem Zentralarchiv zur weiteren Verwahrung und Bearbeitung übergeben (Zugang 12/01). Um die Zusammenhänge wiederherzustellen, die durch das Überlieferungsschicksal offensichtlich auseinander gerissen wurden, sind jetzt die neu übernommenen Zeugnismappen zusammen mit den Fotoalben in einem der Familie Leiffmann gewidmeten Verzeichnis zusammengeführt worden. Die dort erschlossenen Unterlagen stammen aus dem Zeitraum 1906-1931, die jügste der beteiligten Personen wurde vor mehr als 90 Jahren geboren, so daß in Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt die Benutzung freigegeben wurde.

 

 

Familiengeschichte

 

Die Familie Leiffmann wohnte zunächst in Berlin. Dort haben die Eltern, Ludwig Leiffmann (1877-1921) und Else, geb. Bry, im Jahr 1907 geheiratet und dort sind die Brüder Werner (1908-1942), Rolf (1909-1942) und Kurt (1914-….) zur Welt gekommen. 1916 wurde Ludwig Leiffmann Direktor der Deutschen Bank Filiale Frankfurt. 1917 gingen die Brüder dann schon in Frankfurt a.M. zur Schule. Die Familie wohnte dort in der Städelstr. 6.  Ludwig Leiffmann starb bereits 1921 im Alter von nur 44 Jahren an einer Krankheit. Dem Gedenkbuch des Bundesarchivs kann man entnehmen, daß die Brüder Werner und Rolf Leiffmann 1942 in Auschwitz umgekommen sind. Kurt Leiffmann konnte möglicherweise noch rechtzeitig emigrieren und den NS-Verfolgungen entkommen. Über sein weiteres Schicksal konnte einstweilen nichts in Erfahrung gebracht werden.

 

 

 

Verzeichnis

 

Dokumente

1

Fotoalbum (30 x 24 cm), in das aber nicht Fotos, sondern v.a. Zeitungsausschnitte
und Drucksachen zu den Ereignissen im Berufs- und Familienleben von
Ludwig Leiffmann eingeklebt wurden, von der Verlobung mit Else Bry 1906 in
Berlin über die Geburt der Söhne, den Aufstieg in der Deutschen Bank bis zu seinem
Ableben 1921 in Frankfurt.

signatur:    B. 1/13, Zg. 12/01, Nr. 1

2

Mappe (34 x 22 cm) mit Schulzeugnissen für Kurt Leiffmann,
Frankfurt, 1921-1931

signatur:    B. 1/13, Zg. 12/01, Nr. 2

3

Mappe (36 x 24 cm) mit Schulzeugnissen für Werner Leiffmann,
Charlottenburg, 1915-1916
Frankfurt, 1917-1925
signatur:    B. 1/13, Zg. 12/01, Nr. 3

4

Mappe (36 x 24 cm) mit Schulzeugnissen für Rolf Leiffmann,
Charlottenburg, 1916
Frankfurt, 1917-1927
signatur:    B. 1/13, Zg. 12/01, Nr. 4

 

 

 

Fotoalben

 

5

Fotoalbum der Familie Leiffmann mit Kinderfotos der Brüder Werner und Rolf.
Das Album ist 1910 in Berlin begonnen worden. Alle Aufnahmen (sw, 8 x 8 cm)
sind datiert, sonst aber nicht weiter beschriftet.

beilage 1:   Neun Zertifikate (Nr. 1252-1260) der Kriegs-Gold-Sammlung,
                        ausgestellt auf die Namen Werner bzw. Rolf Leiffmann, 1916-1917.

beilage 2:   Ein Formular (Nr. 1261) vom „Institut zur Erforschung der Judenfrage“,
                        auf dessen freier Rückseite vermerkt wurde: „Familie Leiffmann,
                        Frankfurt a. M., Städelstr. 6“.

signatur:    B. 1/13, Zg. 93/05, K. 198

 

 

6

Fotoalbum der Familie Leiffmann mit Aufnahmen (sw, 8 x 8 cm)
von einer Reise nach Griechenland. Ohne Beschriftung.

beilage:       Ein Zettel (Nr. 1262), wie Beilage 2 zu K. 198

signatur:    B. 1/13, Zg. 93/05, K. 199

 

 

7

Fotoalbum der Familie Leiffmann aus Frankfurt mit Aufnahmen (sw, 8 x 8 cm)
der Brüder Werner und Rolf von Urlaubsaufenthalten in der Schweiz. Ohne Beschriftung.
Das Album trägt außen einen Stempel vom „Archival Depot Offenbach a. M.“

beilage:       Ein Zettel (Nr. 1247), wie Beilage 2 zu K. 198

signatur:    B. 1/13, Zg. 93/05, K. 196

 

 

8

Fotoalbum der Familie Leiffmann. Das Album enthält nur 22 Fotos.
Alle Aufnahmen (sw, 8 x 8 cm) sind datiert, sonst aber nicht weiter beschriftet.

beilage:       Ein Zettel (Nr. 1263), wie Beilage 2 zu K. 198

signatur:    B. 1/13, Zg. 93/05, K. 200

 

 

9

Fotoalbum der Familie Leiffmann.

Aufnahmen (sw, 8 x 8 cm) ohne Beschriftung, etwa 1925.

beilage 1:    Ein Umschlag mit losen Fotos (Nr. 1248-1250)

beilage 2:    Ein Zettel (Nr. 1251), wie Beilage 2 zu K. 198

signatur:    B. 1/13, Zg. 93/05, K. 197

 

 

10

Fotoalbum der Familie Leiffmann aus Frankfurt mit Aufnahmen (sw, 7 x 11 cm)
von Urlaubs-bzw. Kuraufenthalten im Taunus (Cronberg) und in der Schweiz.
Einzelne Fotos von Personen und Orten in Frankfurt. Mit Beschriftung.

beilage 1:    Ein Umschlag mit 14 losen Fotos (Nr. 1232-1245)

beilage 2:    Ein Zettel (Nr. 1246), wie Beilage 2 zu K. 198

signatur:    B. 1/13, Zg. 93/05, K. 195

 


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