Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: 
Bestände: Personen: Kahn

VORWORT

Im Jahre 1988 sandte Herr Roberto Kahn (Lissabon) nach Vermittlung von Frau Ilse Cohnen (Bonn) dem Zentralarchiv Schriftstücke aus dem Privatbesitz seiner Eltern zu. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Briefe von Verwandten aus Deutschland aus den Jahren 1941-1943. Unter den Schriftstücken befinden sich auch die Erinnerungen seines Onkels Arthur Kahn (New York) an die russische Kriegsgefangenschaft im 1. Weltkrieg sowie Briefe des Soldaten Albert Gerstle, die durch eine Erbschaft in den Besitz von Familie Kahn gelangt sind.

Durch Vermittlung von Roberto Kahn sandte seine Cousine, Frau Senta K. Simon (Flushing, New York), dem Zentralarchiv 1989 eine genealogische Übersicht der Familien Kahn und Rosenthal zu.

Roberto Kahn wurde 1925 in Hamburg geboren. Zusammen mit seinem Vater Hermann (Simmershausen 1896 - Lissabon 1989) und seiner Mutter Erna, geb. Heymann (Hamburg 1898 - Lissabon 1986), wanderte er bereits 1932 nach Spanien aus. Er lebt seit 1971 in Lissabon/Portugal. Seine Familie väterlicherseits stammt aus Simmershausen in Thüringen, mütterlicherseits aus Friedrichstadt bei Hamburg. Die Briefe folgender Angehöriger befinden sich in der Sammlung des Zentralarchivs:

Gustav Kahn (Simmershausen 1892 - 1942) war eine Schwester von Hermann Kahn. sie lebte mit ihrem zweiten Mann Jakob Wetzler (Kleinheubach 1883 - Izbica 1942) und ihrem Sohn Robert (Nürnberg 1922 - Izbica 1942) in Nürnberg. Ihr erster Mann, Ludwig Freudenthal, war 1915 in Polen gefallen.

Bella Ludwig, geb. Kahn (Simmershausen 1880 - Hildburghausen 1943), war eine angeheiratete Tante von Erna Kahn. Sie war mit Nathan Ludwig (Gleicherwiesen 1871 - Coburg 1939) verheiratet und lebte in Coburg. Sie soll am 27. November 1941 mit aderen Coburger Juden im Wald erschossen worden sein. Ihre Tochter Erna Hilde, verh. van Koppelen, (geb. 1912) und ihre Enkeltochter Sera wurden in Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort am 23. August 1943 ermordet.

Emmy Rosenthal, geb. Kahn (Simmershausen 1880 - Hildburghausen 1943) war eine angeheiratete Tante von Erna Kahn, geb. Rosenthal. Sie lebte mit ihrer Tochter Erna (Hildburghausen 1905 - 1943) in Hildburghausen/Thüringen. Vor der bevorstehenden Deportation nach Theresienstadt nahmen sich Mutter und Tochter am 5. März 1943 das Leben.

Albert Gerstle war ein Verwandter des Bräutigams einer Tante von Roberto Kahn, Leopold Oppenheimer.

Arthur Kahn (geb. 1894 in Simmershausen) ist ein Bruder von Hermann Kahn. Er lebt in New York.

Der Bestand B. 3/14 umfaßt 9 Nummern mit ca. 0,02 lfm. Er wurde im August 1990 von Michael Brenner geordnet und verzeichnet.

Heidelberg, im Juni 1991
Eberhard Gönner

Weiterer Zugang

Im März 2007 schickte Patrik von zur Mühlen von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn (Historisches Forschungszentrum: Sozial- und Zeitgeschichte) weitere Unterlagen an das Zentralarchiv, die er 1991 von Roberto Kahn erhalten hatte. Dieser neue Zugang 07/04 wurde den früheren, oben von Eberhard Gönner vorgestellten Zugängen 88/22 und 89/12 hinzugefügt. Im Verzeichnis werden die früheren Zugänge unter den Nummern 1 – 9 und der neue unter den Nummern 10 – 18 beschrieben. Nr. 10 ist die Ablieferungsliste, die Roberto Kahn für die Abgabe an die Friedrich-Ebert-Stiftung angefertigt hatte. Sie enthält auch Erläuterungen zu den Unterlagen. Alle aufgelisteten Dokumente sind im Zentralarchiv eingetroffen. Der Bestandsumfang ist auf ca. 0,05 lfm gewachsen.

Heidelberg, im April 2007
Alon Tauber

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