Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personen: Goldschmidt

VORWORT

Im Herbst 1991 schickte Herr Detlef Riemer dem Zentralarchiv ein Exemplar des von ihm erarbeiteten "Verzeichnis der Juden in Luckenwalde" (1991). Eine wichtige Quelle waren Listen, die sich unter den nachgelassenen Papieren von Leiser Goldschmidt befanden (s. Verzeichnis S. 39 ff). Der Nachlaß wurde von Frau Eva Goldschmidt, der Schwiegertochter des Verstorbenen, verwahrt, welche sich freundlicherweise bereit erklärt, ihn geschlossen dem Zentralarchiv zu übergeben.

Bei der Ordnung und Verzeichnung im Zentralarchiv wurden zur Sicherung von Originalen im schlechten Erhaltungszustand teilweise Kopien gefertigt und neben die Originale gelegt. Der Bestand ist durchgehend paginiert worden.

Biographische Mitteilungen über Leiser Goldschmidt finden sich in dem erwähnten "Verzeichnis der Juden in Luckenwalde" von Detlef Riemer (S. 82) , in dem vom gleichen Autor herausgegebenen Buch "Jüdische Mitbürger in Luckenwalde" (1988; S. 83 ff) sowie in der von Herbert Fiedler zusammengestellten "Dokumentation über Leben und Leiden der jüdischen Familien Luckenwaldes in den Jahren 1933-1945" (1991: S. 62, 107). Leiser Goldschmidt (1889-1960) lebte in Berlin und Luckenwalde und war von Beruf Modezeichner. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde er einen Monat im KZ Sachsenhausen festgehalten. Seine 1920 in Luckenwalde geschlossene Ehe galt in der nationalsozialistischen Zeit als "privilegierte Mischehe", was ihm vor schweren Verfolgungen Schutz bot. Seit 1951 war Leiser Goldschmidt Stadtverordneter in Luckenwalde.

Der Bestand B. 3/29 umfaßt 6 Nummern mit ca. 0,01 lfm.

Peter Honigmann
Heidelberg, Februar 1992

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