Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland:
Bestände: Institutionen: Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz:
B.1/40 (Neustadt)

 

Vorbemerkungen

 

Veranlasst durch den Umzug ihrer Verwaltung von Neustadt nach Speyer übergab die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz dem Zentralarchiv im Herbst 2010 (Zugang 10/08) und im Frühjahr 2011 (Zugänge 11/01 und 11/03) insgesamt 37 lfm Altakten aus den Jahren 1946 – 2008.

 

Unter den übernommenen Akten befanden sich neben Ordnern und Mappen aus dem Büro der Jüdischen Kultusgemeinde, die den weitaus größten Teil ausmachen, auch Unterlagen und Schriftgut des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland Pfalz und des Jüdischen Altersheims in Neustadt. Insgesamt sind also drei verschiedene Provenienzen nach Heidelberg gelangt. Bei der Eingangsbearbeitung im Zentralarchiv wurden einige Daten zur Organisationsgeschichte der einzelnen Registraturbildner zusammengetragen.

 

Die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz ist im Juli 1945 von wenigen Überlebenden zunächst in Landau unter dem Namen Israelitische Kultusvereinigung der Rheinpfalz gegründet worden. Die Umbenennung in Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz erfolgte 1948. Im Jahr 1951 wurde die die Kultusgemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und bezog Geschäftsräume in Neustadt a.d. Weinstraße. (Adresse: Ludwigstraße 20. In manchen Schriftstücken aus den 70er und 80er Jahren wird auch die Anschrift Hauberallee 13 angeführt.)

 

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz ist der Zusammenschluss aller jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz. Die Verwaltung des Landesverbandes befand sich mehr als zwanzig Jahre lang (etwa 1974 – 1997) ebenfalls in Neustadt, und zwar bis Anfang 1988 in der Hauberallee 13 und danach zusammen mit der Kultusgemeinde in der Ludwigstraße 20. Vermutlich ist diese Bürogemeinschaft der Grund, weshalb sich unter der Allgemeinen Korrespondenz der Kultusgemeinde auch einige Ordner mit Beimischungen von Schriftgut des Landesverbandes finden (siehe die Nr. 203-205, 216, 250, 255, 283-284). (Vor 1974 existierte lediglich eine Postfachadresse in Neustadt. In manchen Schriftstücken aus dem Jahr 1972 findet sich im Kopfbogen des Landesverbandes die Karolinenstraße 119, also die Anschrift des Altersheims.)

 

Bereits vor dem Krieg hatte ein jüdisches Altersheim in Neustadt bestanden (Karolinenstraße 119, Einweihung im Jahr 1914, siehe Akte Nr. 305). Anfang der 50er Jahre wurde das Altersheim im Rahmen der Rückerstattung von der Stadt Neustadt an die Kultusgemeinde zurückübertragen. 1959 ist nach mehrjähriger Bauzeit an der gleichen Adresse ein Neubau für das Altersheim eröffnet worden, das offiziell als Elternheim der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz bezeichnet wurde. Ab etwa 1974 bis zu seiner Schließung 1987 lief die Korrespondenz des Altersheims über die Hauberallee 13; offensichtlich wurde es von dort verwaltet. Auch bei den Altakten der Kultusgemeinde finden sich einige Ordner mit Unterlagen zum Altersheim, siehe in der Klassifikation insbesondere unter Organe und Verwaltung.

 

Bei der Bearbeitung im Archiv wurde ausgehend von der Zusammensetzung des vorgefundenen Aktenmaterials ein Klassifikationsschema entworfen. Unter jedem Klassifikationsbegriff wurden die Titelaufnahmen normalerweise chronologisch angeordnet. Aktentitel, die keinem Jahr zugeordnet werden konnten, sind stets am Ende zu finden. Bei einzelnen Klassifikationsbegriffen erschien es jedoch sinnvoll, alphabetisch zu sortieren, z.B. bei Personen und Friedhöfen, worauf dann in Vorbemerkungen zu den jeweiligen Kapiteln hingewiesen wird.

 

Heidelberg, im Januar 2012

Christine Kilian


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