BESCHREIBUNG DER
DOKUMENTATIONSPROJEKTE
- BADEN-WÜRTTEMBERG -
A F F A L T R A C H
Die Dokumentation des jüdischen Friedhofes in Affaltrach beruht vor allem auf dem Engagement des Verein zur Erhaltung der Synagoge Affaltrach. Mitte der 80er Jahre wurde mit der Arbeit begonnen. Herr Reinhard Kahl begann die Grabsteine zu numerieren, fotografieren sowie die Inschriften abzuschreiben und zu übersetzen. Die Grabsteine im neueren Teil des Friedhofes wurden von Herrn Horst Opiola vermessen, ebenso fertigte er einen Lageplan vom gesamten Friedhof an. (In Kahl 1987 wird über diese erste Arbeitsphase berichtet.)
Zwischenzeitlich wurde im Jahr 1990 der Friedhof durch das Zentralarchiv fotografisch
dokumentiert (519 Grabsteine). Herr Dr. Frowald Gil Hüttenmeister, damals zuständig für die
Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Württemberg beim Landesdenkmalamt
Baden-Württemberg, empfahl eine Volldokumentation des Friedhofes. 1992 wurde
unter seiner Anleitung der Friedhof nochmals vollständig fotografisch erfaßt
und zum Teil die Inschriften abgeschrieben. Im alten Teil des Friedhofes wurden
zahlreiche weitere Grabsteine, welche unter der Erde verborgen waren, gefunden.
Insgesamt konnten 619 Grabsteine fotografisch dokumentiert werden. Unterstützt
wurde die Arbeit durch Herrn Martin Ritter (Mitglied des Freundeskreises
ehemalige Synagoge Affaltrach e.V.) sowie ein Workcamp der Aktion Sühnezeichen
und später Schüler der Klasse 10 der Obersulmer Realschule. Seit 1992 arbeitete
Dr. Benjamin Nir (Israel) an der Übersetzung der hebräischen Inschriften.
Ein neuer Lageplan vom Friedhof wurde 1993/94 durch das Ingenieurbüro für
Vermessung und Planung Schmid, Fulte und Fingerle (Obersulm) angefertigt.
Mit der Publikation von einigen ausgewählten Grabsteinen (Ritter/Nir 1995) ermöglichte
Herr Martin Ritter einen ersten Einblick in die Dokumentationsergebnisse. 1998
konnten die Arbeit endgültig abgeschlossen werden und die Ergebnisse wurden in
Form einer Volldokumentation vom Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach
e.V. publiziert (Nir/Ritter 1998).
Die Grabsteinnumerierung in dieser Publikation richtet sich nach der des
Adressen:
Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e.V.
Helmut Krause (Vorstand)
St. Georgensgasse 3
74182 Obersulm-Willensbach
bzw.
Martin Ritter
Dorfbergstraße 15
74182 Obersulm
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Die Inschriften der Grabsteine des jüdischen Friedhofs in Wiesloch waren Thema der Magisterarbeit von Daniel
Alter, welche er an der Hochschule für Jüdische Studien (Heidelberg) im Jahre
1990 vorlegte (Alter 1990). In seiner Arbeit
berücksichtigte er die Grabsteine aus der Zeitspanne von 1670 bis 1819 und
übersetzte die Inschriften von 73 Grabsteinen. Grundlage war die fotografische
Dokumentation des Wieslocher Friedhofes, welche im Jahr 1987 vom Zentralarchiv durchgeführt
wurde.
Je ein Exemplar der Magisterarbeit befindet sich an der Hochschule für Jüdische
Studien und im
Adressen:
Hochschule für Jüdische Studien
Friedrichstraße 9
69117 Heidelberg
Tel.: 0 62 21 - 2 25 76
Fax: 0 62 21 - 16 76 96
http://www.hjs.uni-heidelberg.de
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Herr Naftali Bar-Giora Bamberger (1919-2000) dokumentierte seit 1984 zahlreiche Friedhöfe in der Bundesrepublik. Im Bundesland Baden-Württemberg erarbeitete er Dokumentationen der Friedhöfe Diersburg, Gailingen, Jebenhausen und Göppingen, Offenburg, Schmieheim, sowie der Friedhöfe im Hohenlohekreis (Berlichingen, Hohebach, Krautheim, Laibach, Öhringen). Eine ausführliche Projektbeschreibung befindet sich unter Bamberger in der Liste der länderübergreifenden Dokumentationsprojekte.
Herr John H. Bergmann (1908-1996, gebürtiger Laupheimer, vor den
Nationalsozialisten in die USA emigriert) beschäftigte sich in den 70/80er
Jahren mit der Genealogie der jüdischen Familien Laupheims. In diesem
Zusammenhang war für ihn auch der Laupheimer
jüdische Friedhof von Interesse.
Herr Ernst Schäll (Laupheim) gehört einem Kreis von einigen Laupheimer Bürgern
an, die ehrenamtlich seit 1981 auf dem Friedhof Pflegemaßnahmen durchführen.
Neben gärtnerischen Arbeiten werden auch Grabsteine restauratorisch und
konservatorisch behandelt sowie Grabsteinfragmente zusammengesetzt (siehe auch Schäll 1996, S. 416). Neben
dieser Tätigkeit war Herr Schäll die lokale Kontaktperson für Herrn Bergmann.
Herr Schäll setzte sich auch schon sehr frühzeitig für eine schnelle und
vollständige Dokumentation der Grabmale des Laupheimer Friedhofes ein.
Vom Friedhof legte Herr Bergmann einen Plan an, in den alle Grabsteine
eingetragen wurden und soweit lesbar, die Namen und Daten der Verstorbenen
(topographisches Beerdigungsregister). 1981 war eine erste Fassung
fertiggestellt. In den darauffolgenden Jahren wurde der Plan von Herrn Ernst
Schäll weiterbearbeitet (Fassungen von 1985 und 1990). Der Plan wurde bei der
Friedhofsdokumentation von Frau Hüttenmeister in den
Jahren 1991/92, insbesondere bei den völlig verwitterten Grabsteinen, mehrfach
genutzt.
Zusammen veröffentlichten Herr Bergmann und Herr Schäll einen längeren Artikel
zur Geschichte des Laupheimer jüdischen Friedhofes (Laupheim 1983).
Weitere Abhandlungen über den Friedhof wurden in Schäll 1994 und Schäll 1996 publiziert.
Adressen:
Ernst Schäll
Weldenstraße 81
88471 Laupheim
Seit Ende der 80er Jahren arbeitet Herr Dan Bondy an Dokumentationen jüdischer Friedhöfe in verschiedenen Bundesländern in Deutschland. Seine Tätigkeit konzentriert sich vor allem auf die Arbeit mit dem Text, d.h. Abschrift und Übersetzung der Inschriften. Im Bundesland Baden-Württemberg beschäftigte sich Herr Bondy mit den Friedhöfen Heilbronn (Im Breitenloch) und Sontheim. Auf beiden Friedhöfen schrieb er die Grabsteininschriften ab und übersetzte sie. Eine ausführliche Beschreibung befindet sich unter Bondy in der Liste der länderübergreifenden Projekte.
Im Jahre 1977 widmeten sich der Herr Josef Braun (Historiker, Museumsleiter, Konrektor i.R.) und Herr Helmut Pysik (Mitglied des Museumskuratoriums Laupheim) dem jüdischen Friedhof Laupheim. Gemeinsam schrieben sie die auf der Rückseite der Grabsteine befindlichen deutschen gereimten Grabsprüche ab. Das Manuskript der Arbeit ("Grabinschriften in Reimform auf dem jüdischen Friedhof Laupheim", abgeschlossen 1977) wurde nicht veröffentlicht. Einen Überblick zu diesen Grabsprüchen liefert ein Artikel von Herrn Braun (Braun 1977).
Im Jahre 1977 erarbeitete Pastor Arnd Breuning eine Grunddokumentation vom
jüdischen Friedhof Hochberg. Das
maschinenschriftliche Manuskript der Dokumentation befindet sich im Archiv der Gemeinde
Remseck (Breuning 1977).
Von Herrn Breuning wurden 201 Grabsteine bearbeitet. Jeder Grabstein wurde
knapp beschrieben (Form, Gestaltung, Schrift) und soweit es ihm möglich war der
Inschriftentext wiedergegeben. Dazu merkt Herr Breuning an, daß aufgrund seiner
geringen hebräischen Sprachkenntnisse die Wiedergabe lückenhaft ist. Im
Manuskript ist desweiteren ein Belegungsplan und ein kurzer Abriß zur
Geschichte der Juden in Hochberg enthalten.
Adressen:
Archiv der Gemeinde Remseck a.N.
Försterweg 7
71686 Remseck a.N.
Tel. 0 71 46 - 81 03 75
1989 wurden ca. 850 Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente gefunden, die in der
Nähe des jüdischen Friedhofes Obergrombach
in einem 700 m langen Hohlweg eingebaut waren. Man nimmt an, daß sie während
der NS-Zeit von dem Friedhof entfernt wurden. Ab 1992 wurden die Steine vom
Stadtbauamt geborgen und auf den Friedhof zurückgebracht. 123 Steine wurden
restauriert. An der Finanzierung der Bergungs- und Restaurierungsarbeiten war
das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg beteiligt. Am
1999 sind erneut Grabsteine bzw. Fragmente gefunden worden, die während der NS-Zeit vom Obergrombacher Friedhof entwendet worden waren, um den Unteröwisheimer Weg zu befestigen. Die Bergung dieser insgesamt 788 Steine zog sich bis 2004 hin. Auch diesmal wurden alle Steine fotografiert. Die kleinen Fragmene sind wie schon bei dem ersten Fund, auf einem dem Friedhof neu angegliederten Grundstück vergraben worden. Die größeren Fragmente wurden auf Stelen montiert, die rings um diesen Platz aufgestellt wurden. Siehe dazu den Bericht Strassler 2005.
Adressen
Stadt Bruchsal
- Stadtbauamt -
Abt. Garten- und Sportanlagen
Postfach 23 20
76613 Bruchsal
Tel.: 0 72 51 - 79 419
Fax: 0 72 51 - 79 499
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
- Der Oberrat -
Postfach 48 06
76031 Karlsruhe
Tel.: 07 21 - 972 50 0
Fax: 07 21 - 972 50 20
Die Dokumentation des Crailsheimer
jüdischen Friedhofes basiert auf der Arbeit mehrerer Personen. Der Initiator
der Dokumentation war Heinz Illich. Aus persönlichem Interesse und auf privater
Basis fotografierte er 1980 sämtliche Grabsteine des Friedhofes
(schwarz-weiß-Fotos). Eine nochmalige vollständige fotografische Dokumentation
durch ihn erfolgte in den Jahren 1992 (Farbdias) und 1996 (schwarz-weiß-Fotos).
Sein Interesse lag in einer Übersetzung aller Grabsteininschriften. In der
Folgezeit wurde Herr Illich durch den Arbeitskreis "Erinnerung und
Begegnung" unterstützt. Das Ziel dieses Arbeitskreises bestand darin,
Kontakte zu ehemaligen Crailsheimer jüdischen Mitbürgern zu knüpfen und diese
nach Crailsheim einzuladen. Der Leiter des Arbeitskreises, Ernst Huonker
(Crailsheim), suchte nach einem geeigneten Übersetzer der hebräischen Grabinschriften.
Karl W. Schubsky, damals Kulturreferent der jüdischen Gemeinde München, wurde
für diese Aufgabe verpflichtet. In den Jahren 1992 bis 1993 schrieb er die
Inschriften von den Grabsteinen ab und übersetzte sie. Ergänzt und verglichen
wurden die von den Grabsteinen ermittelten Angaben mit denen aus
Personenstandsregistern.
Im Rahmen der Veröffentlichung der Friedhofsdokumentation erhielt das Projekt
eine weitere Unterstützung, durch den Historischen Verein für
Württembergisch-Franken. Der Verein veranlaßte die Erweiterung der reinen
Friedhofsdokumentation durch historische Abhandlungen zur Geschichte der Juden
in Crailsheim. Als Autoren sind vor allem Dr. Gerhard Taddey, Markus Lang,
Giselher Technau und Knut Siewert zu nennen (vgl. Inhaltsverzeichnis als auch
Vorworte in Crailsheim 1996,
S. 7-11). Am 11.12.1996 konnte die Dokumentation des jüdischen Friedhofes
in Buchform der Öffentlichkeit vorgestellt werden (Crailsheim 1996).
Sämtliche Negative, Positive und Abzüge der Grabsteinfotos, die von Herrn
Illich angefertigt wurden, befinden sich in seinem Besitz. Kopien des
Druckmanuskriptes befinden sich bei Herrn Illich als auch im Stadtarchiv
Crailsheim.
Desweiteren hat Herr Illich 1995 sämtliche Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Michelbach fotografisch erfaßt (Farbfotos). Negative und Abzüge befinden sich bei ihm zu Hause. Er beabsichtigte eine Dokumentation auf eigene Kosten, jedoch fehlt ihm ein Übersetzer für die hebräischen Inschriften.
Adressen:
Heinz Illich
Katzentäle 3
71672 Marbach
Stadt Crailsheim
- Archiv -
Marktplatz 1
74564 Crailsheim
Tel.: 0 79 51 - 40 32 90 oder 40 31 06
Fax: 0 79 51 - 40 34 00
Der Lehrer (für Deutsch, Latein, Gemeinschaftskunde,
Griechisch, Geschichte und Ethik) Johann Deiters hat Mitte der neunziger Jahre
angefangen, Führungen auf dem Jüdischen Friedhof in Kuppenheim durchzuführen. 2004 hat er dann
ausgewählte Grabsteine mit einer Digitalkamera aufgenommen (Die CD mit den
Fotos bewahrt er zu Hause auf). Nach seiner Pensionierung im August 2006
besucht er seit dem WS 06/07 als Gasthörer Kurse an der Heidelberger Hochschule
für Jüdische Studien, um seine Kenntnisse vom Judentum zu vertiefen. Im
Sommer 2005 stellte er ein Manuskript zur Geschichte des Jüdischen Friedhofs
Kuppenheim fertig, das auch die Volldokumentation von 11 ausgewählten
Inschriften enthält (Deiters 2005). Von
dieser Arbeit haben folgende Institutionen je ein Exemplar erhalten:
Bibliothek Germania Judaica in Köln, Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt,
Badische Landesbibliothek Karlsruhe, sowie das Heidelberger
Adressen
Johann Deiters
Gunzenbachstr. 41
76530 Baden-Baden
johann-deiters@gmx.de
Im Jahre 1984 ließ die Gemeinde Hohberg den jüdischen Friedhof Diersburg dokumentieren. Zunächst wurde ein Plan
vom Friedhof angefertigt und alle Grabsteine wurden durch Herrn Paul Hahn
fotografiert. Mit den weiteren Aufgaben wurde Herr Naftali Bar-Giora Bamberger beauftragt. Er schrieb
die hebräischen Inschriften von den Grabsteinen ab und erarbeitete eine
Belegungsliste und einen Belegungsplan.
Die gesamten Dokumentationsunterlagen befinden sich bei der Ortsverwaltung in Niederschopfheim
und können dort eingesehen werden.
Das Zentralarchiv erwarb
1985 einen Satz der Fotoserie vom Friedhof Diersburg (nur Abzüge). Auf eine
eigene fotografische Dokumentation des Friedhofes wurde verzichtet. Ebenfalls
erhielt 1988 das
Adressen:
Gemeinde Hohberg
- Ortsverwaltung Diersburg-Niederschopfheim -
Freiburger Straße 30
77409 Hohberg
Tel. 0 78 08 - 88 5
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Im Sommer 1998 dokumentierte Samy Dzialoszynski auf privater Basis den jüdischen Friedhof in Offenburg (Neuer Friedhof). Angeregt wurde diese Arbeit von Dr. Martin Ruch, der bis Juni 1998 Direktor des Museums im Ritterhaus (Offenburg) war. (Danach hat Herr Ruch eine Kulturagentur gegründet, die er zusammen mit seiner Frau betreibt.) Die Dokumentation führte Herr Dzialoszynski vor Ort durch. Er schrieb die hebräischen und deutschen Inschriften direkt vom Grabstein ab und übersetzte anschließend die hebräischen Inschriften ins Deutsche. Vor Beginn der Arbeiten fertigte er einen Belegungsplan an. Später konnte er auch ein topographisches Grabregister benutzen, das 1970 von der Städtischen Friedhofsverwaltung erarbeitet worden war. Die Dokumentationsunterlagen befinden sich bei Herrn Dzialoszynski. Kopien der Ergebnisse erhielt Dr. Ruch. Im November 2000 konnten die Ergebnisse der Arbeit von Dzialoszynski (Übersetzung der Inschriften) und Ruch (historische Einleitung) in Buchform veröffentlicht werden (Offenburg 2000). Herr Dzialoszynski ist im November 2004 in Strasbourg gestorben. Das Buch ist mittlerweile (mit einem ergänzenden Nachruf auf Samy Dzialoszynski s.A.) auch auf dem Dokumentenserver der Uni Freiburg zugänglich (www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/2922).
Außerdem ist Herr Dzialoszynski 2001 vom Historischen Verein Zell a.H. gebeten worden, die Grabsteine mit hebräischer Inschrift auf dem Friedhof des Rothschildschen Sanatorium in Nordrach zu dokumentieren. Unter Verwendung von Fotos, die wohl auch 2001 aufgenommen wurden, hat Dzialoszynski insgesamt 14 Inschriften bearbeitet. Das Zentralarchiv erhielt Scans der zugehörigen Dokumentationsblätter (jeweils: Foto, Transkription und deutsche Übersetzung der hebräischen Inschrift) sowie eine auf alle 30 Steine dieses Friedhofs bezügliche Belegungsliste im Oktober 2009 von Herrn Hofer vom Historischen Verein Nordrach. Über den Verbleib der Fotos aus dem Jahr 2001 konnte Herr Hofer keine Aussage machen.
Adressen:
Samy Dzialoszynski
10 rue Ehrman
F - 67000 Strasbourg
Tel.: 03 88 36 37 75
Kultur Agentur "am Oberrhein",
Dr. Martin Ruch
Waldseestr. 53
77731 Willstätt
Tel.: 07852 - 9112617,
http://www.kulturagentur.de
e-mail. ruch@kulturagentur.de
Die Dokumentation des Friedhofes in Eppingen
basierte auf der privaten Initiative von Herrn Ralf Bischoff und Herrn Reinhard
Hauke. In den Jahren von 1983 bis 1987 säuberten und fotografierten sie die
Grabsteine und schrieben die deutschen Inschriften ab. Dieses Material sollte
als Grundlage für eine Publikation, in Zusammenarbeit mit den
"Heimatfreunden Eppingen", dienen.
Für die Übersetzung der hebräischen Inschriften konnte Herr Andreas Gotzmann gewonnen werden. Bei seiner Übersetzungsarbeit im
Jahre 1988 benutzte er die Fotodokumentation der Herren Bischoff und Reinhard
sowie die 1986 vom Zentralarchiv
angefertigten Grabsteinfotos. Bei Unsicherheiten wurde die Grabsteininschrift
nochmals vor Ort überprüft.
Zusammen mit mehreren Aufsätzen zur Geschichte der Eppinger Juden und des
Friedhofes wurden 1989 die Ergebnisse in Form einer Volldokumentation
veröffentlicht (Eppingen 1989).
Die Materialien der Friedhofsdokumentation befinden sich im Stadtarchiv und
können dort eingesehen werden.
Adresse:
Bürgermeisteramt
- Stadtarchiv -
Rathausstraße 14
75031 Eppingen
Tel. 0 72 62 - 43 51
Heimatfreunde Eppingen
Eppinger Historischer Verein e.V.
Kneippstr. 3
75031 Eppingen
Der Verein "Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental"
wurde 1982 gegründet und hat seinen Sitz im Gebäudeensemble der ehemaligen
Synagoge Freudental, welches zwischen 1982 und 1985 renoviert und zu einer
Tagungsstätte ausgebaut wurde. Vom Verein werden Veranstaltungen, Begegnungen
und Studienreisen zur jüdischen Geschichte durchgeführt. Ein weiterer
Schwerpunkt des "Pädagogisch-Kulturellen Centrums" lag auf der
Dokumentation des Freudentaler
jüdischen Friedhofs, welche in den Jahre 1985-1996 erarbeitet wurde.
Die fotografische Erfassung der Grabsteine begann 1985 und wurde 1986 beendet.
1992 wurde begonnen, die Grabinschriften abzuschreiben und zu übersetzen. 1996
waren die Arbeiten abgeschlossen und die Ergebnisse wurden in Form einer
Volldokumentation veröffentlicht (Freudental 1996).
Die Übersetzung der hebräischen Grabinschriften wurde von Dr. Chaim Goren und
Frau Situtunga Michal Antmann angefertigt (siehe Impressum in Freudental 1996, [S. 2]).
1997 wurde vom Landesdenkmalamt
eine Konkordanz für das Nummernsystem von Freudental und des Zentralarchivs erarbeitet
(Exemplare beim Landedenkmalamt und
Adresse:
Pädagogisch-Kulturelles Centrum
Ehemalige Synagoge Freudental
Strombergstraße 19
74392 Freudental
Tel.: 0 71 43 - 2 41 51
Fax: 0 71 43 - 2 81 96
http://surf.to/pkc
e-mail: pkc-freudental@iname.com
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
1985 beschlossen die Städte Göppingen und Kirchheim unter Teck die beiden
jüdischen Friedhöfe in Jebenhausen und Göppingen zu dokumentieren.
Die Dokumentationsarbeit wurde ab 1986 in mehreren Schritten durchgeführt.
Zunächst wurden Lagepläne durch das Stadtmessungsamt Göppingen angefertigt und
das Stadtplanungsamt Kirchheim unter Teck ließ alle Grabsteine im Frühjahr 1986
fotografieren. Fotografen waren Ewald Greschner und Dieter Dehnert (vgl.
Impressum in Bamberger 1990,
S. 4).
Für die Übersetzungen der hebräischen Inschriften konnte Naftali Bar-Giora Bamberger engagiert werden. Diese
Arbeit war Ende 1987 beendet und die Dokumentation (maschinenschriftlich)
konnte im Januar 1988 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Typoskript
wurde auf Anregung der beiden Städte weiterbearbeitet und 1990 in Buchform
herausgegeben (Bamberger 1990).
Die Dokumentationsunterlagen befinden sich heute im Stadtarchiv Göppingen.
Ein Satz Abzüge der Grabsteinfotos des Friedhofes Jebenhausen wurde 1999 von
Herrn Bamberger dem
Adressen:
Stadt Göppingen
Archiv und Museen
Postfach 11 49
73011 Göppingen
Tel.: 07161 - 97 95 22
Fax: 07161 - 97 95 21
e-mail: archiv-museen.stadt.goeppingen@T-online.de
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Im Auftrag des Zentralarchivs
erarbeitete 1988 Herr Andreas Gotzmann eine Belegungsliste des jüdischen
Friedhofs Bühl sowie eine Namensliste des
Friedhofes Karlsruhe (Kriegsstraße).
Desweiteren wurde er 1988 von den "Eppinger Heimatfreunden" mit der
Übersetzung der Grabinschriften des Eppinger
jüdischen Friedhofs beauftragt (siehe auch Projekt Eppingen).
Im Jahre 1998 übersetzte Dr. Andreas Gotzmann 133 hebräische Inschriften von
ausgewählten Grabsteinen, die sich auf dem Friedhof Karlsruhe (Kriegsstraße) befinden.
Als Vorlage dienten ihm die Grabsteinfotos, die 1985 vom Zentralarchiv angefertigt
wurden. Ausgewählt wurden von Dr. Gotzmann hauptsächlich Grabsteine von
Rabbinern, Gemeindevorstehern, Hoffaktoren und deren Familien. Mit dieser
Methode beabsichtigte er die internen Strukturen der ehemaligen jüdischen
Gemeinde Karlsruhe im 18. und 19. Jahrhundert rekonstruieren.
Das Manuskript seiner Arbeit befindet sich bei ihm und eine Kopie beim
Stadtarchiv Karlsruhe.
Adressen:
Prof. Dr. Andreas Gotzmann
Universität Erfurt
- Philosophische Fakultät -
- Lehrstuhl für Judaistik -
Postfach 307
99006 Erfurt
Tel.: 03 61 - 73 74 100
Fax: 03 61 - 73 74 109
e-mail: Andreas.Gotzmann@Uni-Erfurt.de
Stadt Karlsruhe
- Stadtarchiv -
Markgrafenstr. 29
76124 Karlsruhe
Tel.: 07 21 - 133 42 25
Fax: 07 21 - 133 42 99
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Herr Karl Günther beschäftigt sich privat mit den jüdischen Friedhöfen in Emmendingen und Wiesloch. Zur Zeit ist er Pastor in Schlierbach.
EMMENDINGEN
1. Alter Friedhof
Mitte der 60er Jahre beschäftigte sich Karl Günther erstmals mit dem
Alten Jüdischen Friedhof in Emmendingen. Über die Geschichte des Friedhofes und
einzelne Grabsteine berichtete er 1967/68 in der Badischen Zeitung (Günther 1967/68).
Durch die Umsiedlung von seinem Heimatort Emmendingen nach Heidelberg
unterbrach die aktive Arbeit an diesem Friedhof. In den Vordergrund rückte ab
der 80er Jahre der jüdische Friedhof in Wiesloch (siehe unten). Durch die
Studentin Rosemarie Schwemmer wurde er 1989 zur
erneuten Beschäftigung mit dem alten Friedhof in Emmendingen angeregt. Für ihre
Arbeit (Staatsprüfung Lehramt) las und "übersetzte" er die
Namen und Sterbedaten von den Grabsteine mit hebräischen Inschriften. Basierend
auf den von ihr angefertigten Fotos erarbeitete Karl Günther eine
Volldokumentation. Die Grabsteine wurden vermessen, die Inschriften
abgeschrieben (zuerst vom Foto, danach Überprüfung vor Ort) und übersetzt. Im
Jahr 1994 schloß Karl Günther seine Dokumentationsarbeit ab. Die Ergebnisse
wurden als 4teilige Serie in einem Jahrbuch abgedruckt (Günther 1991/94).
Dabei wurden 121 Grabsteine von insgesamt 466 erhaltenen Grabsteinen bzw.
Fragmenten publiziert. In der Grunddokumentation des Landesdenkmalamtes
aus dem Jahre 1997 wurde die Arbeit von Herrn Günther berücksichtigt und eine
Konkordanz seines Nummernsystems zu dem des
Die gesamten Dokumentationsunterlagen befinden sich bei ihm zu Hause. Er plant
eine Abgabe der Materialien an das Stadtarchiv Emmendingen. Von den Fotos von
Frau Schwemmer besitzt er nur Abzüge.
1994 wurden 150 Grabsteinfragmente, die er bis dato noch nicht berücksichtigt
hatte, an der Seite des Friedhofes zur Markgrafenschule gesäubert und fotografisch
durch die Stadt Emmendingen erfaßt. Die Negative befinden sich im Stadtarchiv.
Abzüge besitzt Herr Günther.
2. Neuer Friedhof
Mit dem Neuen Jüdischen Friedhof in Emmendingen hat sich Karl Günther nicht
besonders beschäftigt. Unter Umständen wird er es im Auftrag der Stadt in den
nächsten Jahren tun. Für das Jahr 2000 ist eine Publikation zu den christlichen
als auch jüdischen Friedhöfen in Emmendingen geplant. Dabei sollen ausgewählte
Grabsteine vorgestellt werden (insgesamt ca. 120-150). Möglicherweise wird
dabei auch der Neue Jüdische Friedhof berücksichtigt.
WIESLOCH
Seit den 80er Jahren beschäftigt sich Karl Günther mit dem jüdischen Friedhof
in Wiesloch. Er wurde von der Stadt Leimen um
Hilfe beim Entziffern von Grabinschriften gebeten. Anfang der 90er Jahre wurden
die Grabsteine aller in Wiesloch beerdigten Leimener Juden fotografisch durch
Herrn Manfred Fuchs (Angestellter der Stadt Leimen) erfaßt. Herr Fuchs wurde
privat von Herrn Günther dazu beauftragt. Angefertigt wurden Diapostive. Die
Positive besitzt Herr Fuchs, ein Satz Abzüge erhielt Herr Günther.
Bei der Bearbeitung der Grabsteine beschränkte sich Karl Günther in der
Folgezeit auf die der Familie Seligmann, welche nach ihrem Weggang aus Leimen
Hoffaktoren des bayrischen Königshauses waren.
Seine erste Veröffentlichung zum Wieslocher Friedhof erschien 1990 über den
Grabstein des Manis aus Nußloch und seiner Frau (Günther 1990a).
Auszüge aus seinen Forschungen über die Familie Seligmann und ihre Grabsteine
publizierte er erstmals 1994 (Günther 1994).
Der Abdruck der Volldokumentation der Grabsteine der Familie Seligmann mit
einer zusätzlichen Familiengeschichte ist in den Irseer-Schriften (im Jahr
2000) geplant.
Adressen:
Karl Günther
Am Gutleuthofhang
69118 Heidelberg
Tel.: 0 62 21 - 80 03 36
bzw.
Karl-Friedrich-Straße 83
79312 Emmendingen
Tel.: 0 76 41 - 84 40
Dr. Joachim Hahn, geboren 1954 in Stuttgart, studierte Evangelische
Theologie und hatte nach seiner Promotion ab 1980 eine Lehrstelle am
Evangelischen Stift in Tübingen inne und war von 1983 bis 1988 Studieninspektor
am Pfarrseminar der Evangelischen Landeskirche Württembergs in Stuttgart. Von
1988 bis 1994 bekleidete er die Stelle eines Gemeindepfarrers in Plochingen.
Danach unterrichtete er als Dozent an der Evangelischen Fachhochschule für
Diakonie in Ludwigsburg. Regelmäßige Aufenthalte in Israel ab den 70er Jahren
legten die Basis für seine spätere sehr intensive Beschäftigung mit der
jüdischen Geschichte und Kultur. In den 80er Jahren begann Dr. Hahn sich mit
dem ehemaligen jüdischen Leben in Baden-Württemberg zu beschäftigen. Ein Aspekt
lag dabei auf der jüdischen Sachkultur, wie Synagogen, Friedhöfen etc. 1987
erschien sein Buch zu den Synagogen in Baden-Württemberg, bereits 1985
veröffentlichte er eine Übersicht zu den jüdischen Friedhöfen im gleichen
Bundesland (Hahn 1985a). In seinem 1988
publizierten Nachschlagewerk zu Zeugnissen jüdischer Kultur in
Baden-Württemberg (Hahn 1988)
liefert er unter den jeweiligen Ortsartikeln teilweise umfangreiche
Informationen zur Geschichte des Friedhofes als auch Literaturangaben.
Neben dieser umfangreichen Datensammlung zur jüdischen Geschichte, zu
Ansiedlungen und Einrichtungen der ehemaligen jüdischen Gemeinden beschäftigte
sich Dr. Hahn mit mehreren Friedhöfen im Detail. Zu nennen sind die Friedhöfe Bad Cannstatt (Steigfriedhof),
Esslingen (Alter und Neuer Friedhof), Ludwigsburg (Alter und Neuer Friedhof) sowie
Friedhöfe in Stuttgart
Angeregt wurden die Dokumentationen der jüdischen Friedhöfe in Stuttgart
vom Stadtarchiv Stuttgart unter dem damaligen Direktor Dr. Paul Sauer.
a) Hoppenlaufriedhof
1987 bis 1988 wurde der Israelitische Teil auf dem Hoppenlaufriedhof in
b) Pragfriedhof
Als nächstes wurde in den Jahren 1990 bis 1992 der Israelitische Teil auf dem
Stuttgarter Pragfriedhof dokumentiert. Im Frühjahr/Sommer 1990 wurden alle
Grabsteine durch Herrn Richard Klotz fotografiert (Farbaufnahmen, ein Teil der
Grabsteine wurde zusätzlich für die Publikation in schwarz-weiß fotografiert).
Aus verschiedenen zusðtzlichen Quellen (Friedhofsbuch, Angaben aus
Adreßbüchern, Todesanzeigen in der Presse etc.) wurden die Angaben auf dem
Grabstein ergänzt. Erarbeitet wurden eine topographische, chronologische und
alphabetische Belegungsliste. Publiziert wurde 1992 aus Platzgründen lediglich
die alphabetische Belegungsliste des Pragfriedhofes (Hahn 1992).
c) Bad Cannstatt
(Steigfriedhof)
An die Dokumentation des Israelitischen Teils des Stuttgarter Pragfriedhofes
schloß sich bis 1995 die Dokumentation des Israelitischen Teils des Bad
Cannstatter Steigfriedhofes durch Joachim Hahn an. Eine erste Arbeitsgrundlage
waren die Familienregister der ehemaligen jüdischen Gemeinde Cannstatt und das
Friedhofsregister. Wie bereits beim Stuttgarter Pragfriedhof wurden die Angaben
aus dem Friedhofsregister und von den Grabsteinen aus verschiedenen Quellen
ergänzt (Familienregister, Adreßbücher etc.). Im Frühjahr/Sommer 1994 und im
Sommer 1995 wurden alle Grabsteine durch Joachim Hahn fotografiert. Teilweise
wurden die Fotoarbeiten mit Farbmaterial, teilweise mit schwarz-weiß-Material
ausgeführt. Eine alphabetische Belegungsliste wurde 1995 durch Joachim Hahn
publiziert (Hahn 1995).
Friedhöfe in Esslingen
In den Jahren 1990 bis 1994 beschäftigte sich Dr. Joachim Hahn mit der
Geschichte der jüdischen Gemeinde in Esslingen und publizierte die Ergebnisse
1994 in einer umfangreichen Schrift (Hahn 1994).
Enthalten ist auch eine Dokumentation der beiden jüdischen Friedhöfe in
Esslingen (Alter Friedhof, Neuer Friedhof). Grundlage der
Arbeit von Dr. Hahn waren die Dokumentation des Friedhofs am Beutautor (Alter
Friedhof) durch den Lehrer Mayer Levi aus den Jahren
1862-1873, die fotografische Erfassung der beiden Friedhöfe durch das Zentralarchiv im Jahr 1988 und
die darauf basierende Grunddokumentation des Landesdenkmalamtes
(Bearbeiter: Dr. Frowald Gil Hüttenmeister) aus dem Jahre 1992. Zusammen mit
Herrn Mordechai Ansbacher (Jerusalem) und Dr. Frowald Gil Hüttenmeister (Tübingen) arbeitete Joachim
Hahn an der Übersetzung der hebräischen Inschriften. Sämtliche Grabsteine
wurden durch Herrn Hahn fotografiert. Die Ergebnisse der Volldokumentation
wurden von Herrn Hahn 1994 in in seinem Buch über die ehemalige jüdische
Gemeinde Esslingen publiziert (Hahn 1994).
Friedhöfe in Ludwigsburg
In einer ähnlichen Art, wie Dr. Hahn sich in den Jahren 1990 bis 1994 mit der
jüdischen Geschichte Esslingens beschäftigt hatte, arbeitete er von 1995 bis
1998 an einem Buch über das jüdische Leben in Ludwigsburg (Hahn 1998). Im Rahmen dieser Arbeit
wurde durch Dr. Hahn in Zusammenarbeit mit Herrn Abraham Frank (Jerusalem) der Alte Friedhof und der Neue Friedhof in Ludwigsburg
dokumentiert. Sämtliche Grabsteine wurden fotografiert, die Inschriften wurden
abgeschrieben und die hebräischen übersetzt. Die Ergebnisse wurden in Form
einer Volldokumentation publiziert (Hahn 1998).
Sämtliche Unterlagen aller oben angeführten Dokumentationen befinden sich bei ihm zu Hause. Eine Abgabe an ein Archiv ist geplant.
Adressen:
Dr. Joachim Hahn
Anne-Frank-Weg 21
73207 Plochingen
Tel.: 0 71 53 - 2 10 82
Fax: 0 71 53 - 7 34 08
e-mail: JoachimSHahn@web.de
H A M B U R G E R / S C H M A L Z B A C H
Vom Herbst 1935 bis Dezember 1937 wurden auf dem jüdischen Friedhof Hechingen durch den Rabbinatsverweser Leon
Schmalzbach und Kultusbeamten Karl Hamburger sämtliche Grabsteine registriert
und mit Nummern versehen. Im neuen Teil des Friedhofes wurden die Nummern auf
der Rückseite des Grabsteines eingemeißelt. Die Namen und Daten der
Verstorbenen wurden von den Grabsteinen gelesen und später durch Informationen
aus den Toten-, Geburts-, Familien- und Trauungsbüchern ergänzt. Fertiggestellt
war die Dokumentation im Jahre 1937 und umfaßte vor allem eine Belegungsliste
und einen Belegungsplan (Hamburger/Schmalzbach 1937).
1938 mußte die Gräberliste nach Berlin, ans Reichsippenamt abgeliefert werden
(Inventarnummer: RSA J 1379). Am 03.02.1945 wurde die Gräberliste durch die
Firma Gatermann (Duisburg) verfilmt (siehe auch Kohring 1985,
S. 212). Der Orginalfilm und eine Benutzerkopie befinden sich im
Hauptstaatsarchiv Stuttgart, im Bestand J 386 (Filme und Fotokopien von
den Standesregistern der jüdischen Gemeinden in Baden, Württemberg und
Hohenzollern) verwahrt, Band Nr. 243. Der Ausdruck umfaßt 610 Seiten. Eine
weitere Kopie befindet sich bei der Israelitischen Religionsgemeinschaft
Württembergs. Im provisorischen Findbuch des Hauptstaatsarchivs
Gräberverzeichnis 1935-1939
Register S. 75-81, 555-612
Verzeichnis der vorhandenen numerierten Grabsteine S. 82-554
Ehrengedenkblätter für die Gefallenen der Jüd. Gemeinde Hechingen im Weltkrieg
1914-1918, S. 26-28
Lageplan vom Jüd. Friedhof in Hechingen S. 29-30
maschinenschriftlich, teilweise Hebräisch
Im Stadtarchiv Hechingen befindet sich eine Abschrift des
Gräberverzeichnisses. Sie wurde 1965 durch das Verkehrs- und Kulturamt der
Stadt Hechingen angelegt. Als Vorlage diente die bei der Israelitischen
Religionsgemeinschaft befindliche Kopie.
Bei der Volldokumentation des Hechinger Friedhofes durch das Landesdenkmalamt wurden die Angaben des Hechinger
Gräberverzeichnisses von Hamburger und Schmalzbach berücksichtigt und
miteingearbeitet. Desweiteren wurde eine Konkordanz für die Grabsteinnummern
von Hamburger/Schmalzbach und des Zentralarchivs angelegt.
Adressen:
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad-Adenauer-Straße 4
70173 Stuttgart
Tel.: 07 11 - 212 43 35
Fax: 07 11 - 212 43 60
http://www.lad-bw.de/hstas.htm
e-mail: Hauptstaatsarchiv@S.lad-bw.de
Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Hospitalstraße 36
70174 Stuttgart
Tel.: 07 11 - 2 28 36 0
Fax: 07 11 - 2 28 36 18
Stadtarchiv Hechingen
Postfach 222
72375 Hechingen
Tel.: 0 74 71 - 94 01 81/82
Fax: 0 74 71 - 94 01 08
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
H E I L B R O N N . (R E A L S C H U L E )
1. Jüdischer Friedhof Heilbronn
(Im Breitenloch)
In der Zeit von 1982 bis 1984 wurde der jüdische Friedhof Heilbronn (Im
Breitenloch) durch die Arbeitsgemeinschaft Geschichte der
Helene-Lange-Realschule Heilbronn dokumentiert. Leiter der Arbeitsgemeinschaft
und somit auch des Dokumentationsprojektes war Herr Hartmut Gräf. Im Laufe der
Jahre beteiligten sich fast 200 Schüler an dem Dokumentationsprojekt.
Ausgangspunkt war ein Besuch der Schüler auf dem Friedhof im Jahr 1981. Ab 1982
wurde begonnen, einen maßstabsgetreuen Belegungsplan zu erarbeiten, sowie für
jeden Grabstein ein Formularblatt anzufertigen, in dem die Grabsteinnummer,
Namen und Daten, Maße, Material und Erhaltungszustand des Grabsteines sowie
alle deutschen Inschriften erfaßt wurden. Einige Erwachsene des des Historischen
Vereins Heilbronn fanden sich zu einem "Arbeitskreis Jüdischer
Friedhof Heilbronn" zusammen und betreuten die Schüler. Zu nennen sind in
diesem Zusammenhang Frau Edith Frasch, Prof. Dr. H. Riegraf, Hermann Bayer und
Herbert Radel.
Bereits im Jahr 1955 hatte das Garten- und Friedhofsamt Heilbronn eine
Belegungsliste des jüdischen Friedhofes angelegt. Diese Liste wurde nun durch
die Angaben der Schüler (von den Grabsteinen abgelesen) und durch weitere
standesamtliche Angaben ergänzt. 1986 war die Bearbeitung der Belegungsliste
vollständig abgeschlossen und wurde xerox-vervielfältig.
1984 wurde beschlossen, die Grabsteine auch vollständig fotografisch zu
erfassen, um vor allem die hebräischen Inschriften zu dokumentieren. Insgesamt
wurden von den 491 Grabsteinen 1027 Aufnahmen angefertigt. Die Negative der
Grabsteinfotos befinden sich bei Herrn Gräf.
Die Formblätter von jedem Grabstein wurden zusammen mit den jeweiligen
Grabsteinfotos in 5facher Ausfertigung in Leitzordnern geordnet (je 5 Ordner).
Jeweils einen Satz der Dokumentation erhielten: die Helene-Lange-Realschule,
das Städtische Museum Heilbronn, die Israelitische Religionsgemeinschaft
Stuttgart, der Verein "Ehemalige Synagoge Affaltrach" sowie Prof. Dr.
Michael Brocke (damals an der Universität Duisburg). Desweiteren fasste Herr
Hartmut Gräf die Ergebnisse der Dokumentation und Angaben zur Geschichte des
jüdischen Friedhofes in einem maschinenschriftlichen Manuskript zusammen.
Dieses war die Grundlage für die beiden Artikel Gräf 1986a
und Gräf 1986b [Darin geht Herr Gräf auch
detailliert auf den Dokumentationsablauf ein].
Beim dem von der Robert-Bosch-Stiftung ausgeschriebenen Wettbewerb
"Praktisches Lernen in der Schule" wurde das Dokumentationsprojekt
des Heilbronner Friedhofes 1985 mit dem 1. Preis von über 5.000 DM
ausgezeichnet. Vom Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn erhielten die Schüler
eine Anerkennung von 300 DM.
1991 wurden die Grabsteininschriften von Herrn Dan Bondy im Auftrag der Stadt Heilbronn
abgeschrieben und übersetzt. Neben den Fotos der Grabsteine, die 1990 vom Stadtarchiv Heilbronn angefertigt wurden,
benutzte Herr Bondy für seine Arbeit auch die von den Schülern angefertigten
Aufnahmen.
2. Jüdischer Friedhof Sontheim
In den Schuljahren 1985/86 und 1986/87 wurde die Arbeitsgemeinschaft Geschichte
der Helene-Lange-Realschule auf einem weiteren jüdischen Friedhof, dem in
Sontheim, tätig. Finanziert wurde die Dokumentation durch den zuvor von der
Robert-Bosch-Stiftung gewonnenen Preis. Die Vorgehensweise bei der
Dokumentation war wie auf dem Heilbronner Friedhof: Anlegen eines maßstäblichen
Planes, Abschrift der deutschen Inschriften und Erfassung weiter Angaben zum
Grabstein (Zustand, Form etc.) auf einem Formblatt. Desweiteren wurden alle
Grabsteine fotografiert. Unterstützt und betreut wurden die Schüler von
Erwachsenen des Arbeitskreises "Jüdischer Friedhof
Heilbronn-Sontheim", der sich durch Vermittlung des Evangelischen
Pfarramtes gebildet hatte. Die Projektleitung oblag Herrn Hartmut Gräf. Die
Fotos und die Formblätter wurden wieder in 5facher Ausfertigung
zusammengestellt (je 4 Leitz-Ordner) und je ein Satz der
Dokumentationsunterlagen erhielten: die Helene-Lange-Realschule, das Städtische
Museum Heilbronn, die Israelitische Religionsgemeinschaft Stuttgart, der Verein
"Ehemalige Synagoge Affaltrach" sowie Prof. Dr. Michael Brocke
(damals an der Universität Duisburg). Die Negative der Fotos besitzt Herr Gräf.
Die Ergebnisse der Dokumentation und eine alphabetische Belegungsliste wurden
1987 von den Schülern in einer xerox-vervielfältigen Schrift zusammengefasst (Sontheim 1987) [Darin ist auch eine
detaillierte Projektbeschreibung, inklusive einer Namensliste der Mitarbeiter
enthalten.].
Die von den Schülern angefertigten Fotos waren 1991 die Grundlage für die
Abschrift und Übersetzung der hebräischen Inschriften durch Herrn Dan Bondy im Auftrag der Stadt Heilbronn.
Adressen:
Helene-Lange-Realschule
Weststraße 33
74072 Heilbronn
Tel.: 0 71 31 - 56 24 41
Fax: 0 71 31 - 56 37 88
Hartmut Gräf
Schlossackerweg 5
78337 Öhningen - Kattenhorn
Tel.: 0 77 35 - 93 85 33
Stadt Heilbronn
Städtische Museen
Deutschhofstraße 6
74072 Heilbronn
Tel.: 0 71 31 - 56 22 95
Fax: 0 71 31 - 56 31 94
Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Hospitalstraße 36
70174 Stuttgart
Tel.: 07 11 - 2 28 36 0
Fax: 07 11 - 2 28 36 18
H E I L B R O N N . (S T A D T A R C H I V
)
In den Jahren 1990 und 1991 erarbeitete Herr Dan Bondy im Auftrag der Stadt Heilbronn eine Dokumentation (Abschrift und Übersetzung der Inschriften) der jüdischen Friedhöfe Sontheim und Heilbronn (Im Breitenloch).
Das Stadtarchiv Heilbronn ließ zu diesem Zweck den Friedhof in Heilbronn im Jahre 1990 von der Fotografin Barbara Kimmerle vollständig fotografisch dokumentieren. Negative und Abzüge befinden sich im Stadtarchiv. Diese Fotos waren die Grundlage der textlichen Dokumentation der Grabsteininschriften durch Herrn Bondy.
Für die Dokumentation des Friedhofes in Sontheim verwendete Herr Bondy die Fotos, welche 1985-1988 von der Realschule Heilbronn angefertigt wurden.
Adresse:
Stadtarchiv Heilbronn
Eichgasse 1
74072 Heilbronn
Tel. 0 71 31 - 56 22 92
Fax 0 71 31 - 56 31 95
Im Jahre 1992 wurde vom jüdischen Friedhof Hochberg
im Auftrag der Gemeinde Remseck der jüdische Friedhof in Form einer
Grunddokumentation von Frau Ulrike Sill bearbeitet.
Auf Basis dieser Dokumentation wird zur Zeit im Auftrag der Gemeinde eine
Volldokumentation des Friedhofes durch Frau Ulrike Sill in Zusammenarbeit mit
Frau Gertrud Bolay, Dr. Frowald Gil Hüttenmeister
und Herrn Eduard Theiner erarbeitet. Das Rohmanuskript wurde zwischenzeitlich
abgeschlossen (1999). Ziel ist eine Buchpublikation, möglicherweise bereits im
Herbst 2000/Anfang 2001.
Neben den 1989 vom Zentralarchiv
angefertigten Fotos der Grabsteine wurden auch die Grabsteinfotos von Herrn
Heinz Pfizenmayer aus den Jahren 1986/87 benutzt.
Für die Publikation werden einzelne Grabsteine nochmals fotografiert werden.
Adressen:
Archiv der Gemeinde Remseck a.N.
Försterweg 7
71686 Remseck a.N.
Tel. 0 71 46 - 81 03 75
Insgesamt sechs jüdische Friedhöfe befinden sich heute im Gebiet der Stadt Horb (Dettensee, Horb, Mühlen, Mühringen, Nordstetten, Rexingen). Vor allem das Stadtarchiv Horb sowie der Kultur- und Museumsverein Horb haben sich besonders für die Dokumentation dieser Friedhöfe engagiert.
Jüdischer Friedhof Nordstetten
Der Ausgangspunkt der Dokumentation des jüdischen Friedhofes in Nordstetten
waren zwei Vorträge von Dr. Reinhold Mayer (Tübingen) über das Judentum auf
Einladung der Kreisvolkshochschule Horb und des Kultur- und Museumsvereins Horb
im Jahre 1982. Der Kultur- und Museumsverein Horb beabsichtigte im Rahmen der
Bearbeitung der Heimatgeschichte die jüdischen Friedhöfe auf dem Gebiet der
Stadt Horb zu dokumentieren. Unter den sechs jüdischen Friedhöfen in Horb wurde
der Friedhof Nordstetten unter Bezugname auf das Auerbach-Jahr 1982 ausgewählt.
[Berthold Auerbach (1812-1882) wurde in Nordstetten geboren und beigesetzt.]
Für die Dokumentation der Inschriften konnte Dr. Reinhold Mayer gewonnen werden.
Er war seinerzeit akademischer Rat am Institutum
Judaicum in Tübingen. Im September und Oktober 1983 wurden während
zweieinhalb Wochen durch Dr. Mayer und seine Helfer (Rolf Decrauzat, Ursula
Bauer, Manuel Werner, Cornelia Hübner - alle waren Studierende am Institutum
Judaicum) die Grabsteine gesäubert und die Inschriften abgeschrieben. Fotos
wurden keine angefertigt.
Das Typoskript der Dokumentation war 1984 fertiggestellt und wurde dem Kultur-
und Museumsverein Horb übergeben. 1985 wurde es zusammen mit einigen
Ergänzungen durch den Kultur- und Museumsverein in einigen Exemplaren
xerox-vervielfältigt. Exemplare dieser Dokumentation befinden sich beim Kultur-
und Museumsverein Horb, Stadtarchiv Horb sowie im
Jüdischer Friedhof Rexingen
1993 wurde auf Anregung des Landesdenkmalamtes vom Gemeinderat der Stadt Horb
beschlossen, den jüdischen Friedhof in Rexingen zu dokumentieren und zwar in
Form einer Volldokumentation. Die Koordination der Arbeiten übernahm das
Stadtarchiv Horb.
Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Herrn Adolf Sayer (ehrenamtlicher
Archivar von Rexingen) begann 1993 mit dem Freilegen, Säubern und Fotografieren
der 936 Grabsteine. Mit der Übersetzung der Inschriften wurde Dr. Frowald Gil Hüttenmeister (Tübingen) und Nils-Christian
Engel beauftragt. 1996 konnten die Dokumentationsarbeiten abgeschlossen werden.
Das Ergebnis wurde 1996 als maschinenschriftliches Manuskript in einer geringen
Auflagenhöhe (15 Stück) publiziert (xerox-vervielfältigt) (Rexingen 1996). Exemplare
besitzen u.a. das Stadtarchiv Horb, das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
sowie das
Die Negative der Fotos befinden sich heute im Ortsarchiv Rexingen.
Die durch das Projekt Horb erarbeitete Belegungsliste des Rexinger Friedhofes
kann auf den websites des
Jüdischer Friedhof Mühringen
Im Auftrag der Stadt Horb und in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt
arbeitet Herr Nils-Christian Engel seit 1996 an einer Volldokumentation vom
Mühringer jüdischen Friedhof. Eine vorläufige Fassung wurde von ihm im Sommer
1997 fertiggestellt. In einer zweiten Arbeitsphase wurden archivische Quellen
ausgewertet und unter Einbeziehung zahlreicher weiterer Mitarbeiter Aufsätze
zur Gemeindegeschichte hinzugefügt. So entstand schließlich als Band II der
Reihe Jüdische Friedhöfe der Stadt Horb die umfangreiche Buchpublikation
Mühringen 2003. Für die
wissenschaftliche Betreuung des Projekts konnte Dr. Frowald Gil Hüttenmeister hinzugewonnen werden. 1999
wurden in seinem Auftrag alle Grabsteine des Friedhofes durch Herrn Marek
Leszczynski digital fotografiert. Die Speichermedien befinden sich bei Herrn
Hüttenmeister. Die Dokumentationsunterlagen befinden sich zur Zeit noch bei
Herrn Engel und werden nach Fertigstellung im Stadtarchiv Horb einsehbar sein.
Kopien erhalten das Landesdenkmalamt sowie das
Die drei weiteren jüdischen Friedhöfe auf dem Gebiet der Stadt Horb, Dettensee, Horb und Mühlen, wurden 1996 vom Landesdenkmalamt in Form einer Grunddokumentation bearbeitet. Zur Zeit werden von den drei Friedhöfen im Auftrag der Stadt Horb Volldokumentationen erarbeitet. Bearbeiter des Friedhofes Horb sind Herr Manfred Steck und Dr. Frowald Gil Hüttenmeister (Übersetzungen). Die Dokumentationsarbeit des Friedhofes Mühlen wird voraussichtlich im Jahr 2000 beginnen und von Frau Ulrike Sill durchgeführt werden. Der Friedhof in Dettensee wird von Herrn Nils-Christian Engel bearbeitet.
Adressen:
Kultur- und Museumsverein
Postfach 1147
72151 Horb
Stadtarchiv Horb
c/o Stadtarchivarin Dr. Renate Karoline Adler
Oberamteigasse 2
72160 Horb
Tel. 07451-8675
e-mail: stadtinfo@horb.de
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
H Ü T T E N M E I S T E R , F R O W A L D
G I L
Dr. Frowald Gil Hüttenmeister beschäftigt sich schon seit gut zwanzig Jahren
mit jüdischen Friedhöfen und hebräischen Grabinschriften. Begonnen hatte es
Mitte der 80er Jahre am Institutum Judaicum
an der Universität Tübingen. Dr. Hüttenmeister war damals Angestellter am
Institut und Mitarbeiter beim "Tübinger Atlas des Vorderen Orients",
sowie später beim DFG-Projekt "Übersetzung des Talmud Yeruschalmi".
Ab 1986 wurden zusammen mit Studenten des Instituts Exkursionen auf die
jüdischen Friedhöfe im Umkreis von Tübingen unternommen, mit der Zielsetzung,
diese zu dokumentieren (siehe auch Projekt Institutum
Judaicum). Auf dieser Arbeitsgrundlage entstand 1995 die Volldokumentation
des jüdischen Friedhofes Wankheim durch Dr.
Hüttenmeister (siehe auch unten). In den Jahren 1990-1993 war Dr. Hüttenmeister
beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
angestellt und für die Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Württemberg
zuständig. Für das Landesdenkmalamt erarbeitete er vorrangig
Grunddokumentationen der Friedhöfe (siehe unten).
Desweiteren arbeitete Dr. Hüttenmeister an den Volldokumentationen der
Friedhöfe in Affaltrach (siehe auch Projekt Affaltrach) und Rexingen
(siehe auch Projekt Horb) mit. In Affaltrach wurden unter
seiner Anleitung sämtliche Grabsteine fotografiert und teilweise schrieb er die
Inschriften ab. Auf dem Friedhof in Rexingen schrieb er zusammen mit Studenten
des Institutum Judaicum die Inschriften ab und übersetzte die hebräischen ins
Deutsche. Im Rahmen der Forschung von Dr. Joachim Hahn über Esslingen (Hahn 1994) arbeitete Dr.
Hüttenmeister zusammen mit Dr. Hahn und Herrn Mordechai Ansbacher an der
Übersetzung der Grabinschriften auf den beiden Esslinger jüdischen Friedhöfen
(siehe auch Projekt Hahn).
In Rheinland-Pfalz erarbeitete er im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege
die Volldokumentation des Essinger jüdischen Friedhofes [Ein Exemplar der
Arbeit befindet sich im
Im Jahre 1996 veröffentlichte Dr. Hüttenmeister ein Abkürzungsverzeichnis
hebräischer Grabinschriften (Hüttenmeister 1996).
Jüdischer Friedhof Wankheim
Eine erste Grundlage für die 1995 abgeschlossene Volldokumentation des
jüdischen Friedhofes Wankheim war die Arbeit des Institutum
Judaicum im Jahre 1988 auf diesem Friedhof. Damals schrieb Dr.
Hüttenmeister zusammen mit Studenten des Instituts sämtliche Inschriften von
den Grabsteinen ab. 1989 wurden die Grabsteine von Dr. Hüttenmeister und Peter
Neumann fotografiert. Ergänzt wurden die von den Grabsteinen gewonnenen Angaben
durch Informationen aus Personenstandsregistern. In seiner Arbeit wurde Dr.
Hüttenmeister vor allem von zwei ehemaligen Studenten des Institutum Judaicum,
von Elke und Jan Meier, unterstützt.
Ein Satz der von den Herren Hüttenmeister/Neumann erstellten Fotoserie (nur
Abzüge) wurde 1990 vom Zentralarchiv
angekauft.
Dokumentationen jüdischer Friedhöfe für das Landesdenkmalamt
a) Grunddokumentationen
Bad Wimpfen (1991), Braunsbach (1991), Crailsheim
(1995), Dünsbach (1991), Ellwangen (1991), Esslingen (Alter Friedhof), Esslingen (Neuer Friedhof) (beide
1992), Karlsruhe (Kriegsstraße)
(1995), Kochendorf (1991), Ludwigsburg (Alter Friedhof), Ludwigsburg (Neuer Friedhof)
(beide 1991), Michelbach (1991), Neckarsulm (1991), Oedheim
(1991), Rottweil (1995), Schluchtern (1991)
b) Volldokumentationen
Hechingen (1997). Für diese Dokumentation
wurden zusätzlich alle Grabsteine im Auftrag von Dr. Hüttenmeister durch Herrn
Marek Leszczynski digital fotografiert. Die Speichermedien befinden sich bei
Dr. Hüttenmeister und beim Verein "Alte Synagoge Hechingen e.V.".
Dokumentationen jüdischer Friedhöfe - in Arbeit
a) Zur Zeit arbeitet Dr. Hüttenmeister an folgenden Dokumentationen:
- Alter jüdischer Friedhof Dresden, Volldokumentation, Abschluß geplant 2002.
b) Dr. Hüttenmeister ist Mitarbeiter an folgenden Dokumentationen:
- Hochberg, Volldokumentation, Zusammenarbeit
mit Frau Gertrud Bolay, Frau Ulrike Sill und Herrn Eduard Theiner (siehe auch
Projekt Hochberg)
- Horb, Volldokumentation, Zusammenarbeit mit Herrn
Manfred Steck (Übersetzung der Grabinschriften durch Dr. Hüttenmeister) (siehe
auch Projekt Horb/Horb)
- Mühlen, Volldokumentation, Zusammenarbeit mit
Frau Ulrike Sill, Bearbeitung beginnt dieses Jahr (siehe auch Projekt Horb/Mühlen)
- Mühringen, Volldokumentation, Zusammenarbeit
mit Herrn Nils-Christian Engel (siehe auch Projekt Horb/Mühringen)
Dokumentationen jüdischer Friedhöfe im Ausland
a) abgeschlossen
-Dr. Hüttenmeister arbeitete an der Volldokumentation des Remu-Friedhofes in
Kraków (Krakau) mit. Diese wurde 1999 publiziert (Hońdo 1999)
-In Frankreich hat sich Dr. Hüttenmeister mit dem Friedhof in Hegenheim
(Elsass) beschäftigt. Eine Buchveröffentlichung, in der auch mehrere
historische Studien von Léa Rogg enthalten sind, erschien 2004 (Hüttenmeister 2004).
b) in Arbeit
Die Dokumentation des Friedhofes von Drmoul (Dürrmaul) in der Tschechischen
Republik wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2001 abgeschlossen sein.
Adressen:
Dr. Frowald Gil Hüttenmeister
Tessinstraße 39
72072 Tübingen
Tel.: 0 70 71 - 7 23 17
Alte Synagoge Hechingen e.V.
Geschäftsstelle
Goldschmiedstraße 22
72379 Hechingen
Tel./Fax: 0 74 71 - 62 10 31
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
H Ü T T E N M E I S T E R , N A T H
A N J A
Seit den 90er Jahren arbeitete Frau Nathanja Hüttenmeister an Dokumentationen jüdischer Friedhöfe in verschiedenen Bundesländern in Deutschland. Im Bundesland Baden-Württemberg beschäftigte sie sich mit dem Friedhof in Laupheim, von dem sie eine Volldokumentation erarbeitete. Eine ausführliche Beschreibung des Projektes befindet sich unter Hüttenmeister, Nathanja in der Liste der länderübergreifenden Projekte.
I N S T I T U T U M . J U D A I C U M
Das Institutum Judaicum ist eine Einichtung des Evangelisch-Theologischen
Seminars an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.
Dr. Reinhold Mayer, damals angestellt am Institutum Judaicum, erarbeitete
zusammen mit Studenten des Instituts im Jahre 1983 eine Dokumentation des
Friedhofes Nordstetten (siehe auch Projekt Horb/Nordstetten). Von 1986 an organisierte das Institut im
jeweiligen Sommersemester Lehrveranstaltungen mit Exkursionen zu den jüdischen
Friedhöfen in der Umgebung Tübingens. Unter der Leitung von Dr. Frowald Gil Hüttenmeister und Thomas Lehnardt arbeiteten
verschiedene Kollegen (u.a. Dr. Gottfried Reeg) sowie Studenten an dem Projekt
mit.
Herr Thomas Lehnardt war in den Jahren 1984 bis 1989 wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institutum Judaicum. Dr. Frowald Gil Hüttenmeister war
Mitarbeiter beim Tübinger Atlas des Vorderen Orients und später beim
DFG-Projekt Übersetzung des Talmud Yeruschalmi.
Projektiert war die Initiative nicht als großflächige Aktion der Dokumentation
jüdischer Friedhöfe, sondern die Friedhöfe und Grabinschriften sollten im
Rahmen eines lokalhistorischen Ansatzes untersucht werden. Bei der Bearbeitung
der Friedhöfe wurden die Inschriften abgeschrieben. Die von den Grabsteinen
gewonnen persönlichen Daten der Verstorbenen wurden in der Regel durch Angaben
aus Familienbüchern und Sterberegistern ergänzt.
Folgende Friedhöfe wurden dokumentiert:
Baisingen
- 1987 Abschrift aller Grabsteine
- Seit 1997 arbeitet Herr Thomas Lehnardt erneut an der Dokumentation des
Baisinger jüdischen Friedhofes im Rahmen des Landesdenkmalamt-Projekts.
Grundlage sind die 1987 erarbeiteten Materialien (siehe auch Projekt Rottenburg).
Freudental
- 1986 Abschrift aller Grabsteine
- Die Unterlagen wurden dem Pädagogisch-Kulturellen Centrum ehemalige Synagoge Freudental durch Dr. Hüttenmeister
übergeben. Sie sollten als Grundlage für eine Volldokumentation dienen.
Wankheim
- 1988 Abschrift aller Grabsteine
- Auf Grundlage dieser ersten Vorarbeiten Volldokumentation (Abschluß 1995)
durch Dr. Hüttenmeister in Zusammenarbeit mit Elke und Jan Maier (siehe auch
Projekt Hüttenmeister).
Weildorf
- Abschrift und Übersetzung der Inschriften (Dr. Reeg)
Im Schuljahr 1984/85 beschäftigte sich eine Schülergruppe der Grund-, Haupt-
und Realschule (GHRS) Neuenstadt im Rahmen des Erweiterten Bildungsangebotes an
Hauptschulen Baden-Württembergs unter der Leitung von Realschulkonrektor
Norbert Jung mit orts- bzw. regionalgeschichtlichen Themen und Objekten, wie
beispielsweise mit dem jüdischen Friedhof in Stein
am Kocher. Die etwa 12-14jährigen Schülerinnen und Schüler gehörten der
Klassenstufe 6 der GHRS Neuenstadt, Abteilung Hauptschule an.
Neben Pflegearbeiten auf dem Friedhof wurden die Namen und Sterbedaten von den
Grabsteinen abgeschrieben. Desweiteren wurde versucht, die Enstehung und
Geschichte des Friedhofes zu rekonstruieren. Die Arbeitsergebnisse wurden
abschließend vom Leiter der Projektgruppe, Herrn Norbert Jung, in einer Broschüre
veröffentlicht (Jung 1987a).
Die Grabinschriften von ausgewählten Grabsteinen wurden von Rahel Dror
(Stuttgart) und Joel Würzburger (Israel) übersetzt.
Adressen:
Herr Jung ist z.Zt. an der Helene-Lange-Realschule in Heilbronn als Lehrer tätig.
Norbert Jung
Helene-Lange-Realschule
Weststraße 33
74072 Heilbronn
Tel.: 0 71 31 - 56 24 41
Fax: 0 71 31 - 56 37 88
In den Jahren 1982/83 beschäftigte sich Dr. Heinrich Kohring mit den
Epitaphien der Gräber der Familie Kaulla, welche sich auf dem Friedhof in Hechingen befinden. Insgesamt handelt es sich
dabei um 5 Grabsteine. Er schrieb die Inschriften ab, übersetzte sie und
verfaßte einen philologischen und inhaltlichen Kommentar. Die Grabsteine wurden
für ihn durch Herrn Wolfgang Löffler (Hechingen) fotografiert. Veröffentlicht
wurde die Volldokumentation der Grabmäler der Familie Kaulla im Jahr 1985 (Kohring 1985).
Mit der Übersetzung der hebräischen Epitaphien auf dem Friedhof Steinbach wurde Dr. Kohring im Jahr 1986 von der
Stadt Schwäbisch Hall beauftragt (siehe auch Projekt Schwäbisch
Hall). Im September 1986 war er mehrfach auf dem Friedhof, um die
Inschriften abzuschreiben. Im August 1987 war die Arbeit an dem Manuskript
abgeschlossen. Zwischen 1990 und 1993 wurden die Grabsteine auf dem Friedhof im
Auftrag der Stadt Schwäbisch Hall fotografiert und 1996 wurden sie zusammen mit
dem Manuskript von Dr. Kohring publiziert (Kohring 1996).
1990 fertigte er auf Bitte von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums Nagold
Abschriften und Übersetzungen der Epitaphien von den 17 Grabsteinen auf dem
Friedhof Unterschwandorf an (siehe auch
Projekt Gymnasium Nagold). Diese wurden 1992 von
den Schülern veröffentlicht (Unterschwandorf 1992).
Seit 1995 beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler des
Lise-Meitner-Gymnasiums und der Williy-Brandt Realschule mit der Geschichte der
Juden in Königsbach. Unterstützt und geleitet wird die Arbeitsgruppe der
Schülerinnen und Schüler vor allem von Herrn Dr. Joachim Mehne (Lehrer).
Zeitweise wurde das Projekt von der Jugendstiftung des Landes
Baden-Württembergs gefördert.
Bei ihren Forschungen zur jüdischen Geschichte interessierten sich die
Schülerinnen und Schüler auch für den jüdischen Friedhof in Königsbach. Sie erarbeiteten eine Belegungsliste
sowie einen Belegungsplan, welche sie in ihrer Publikation zur jüdischen
Geschichte Königsbachs (Königsbach 1998)
abdruckten.
Die Projektarbeit wird auch in den folgenden Jahren weitergeführt werden,
jedoch mit anderen thematischen Aspekten. Seit dem Beginn im Jahre 1995 wurde
der Friedhof von den Schülern und Dr. Mehne mehrfach fotografisch dokumentiert,
um mögliche langjährige Wandlungen des Friedhofes festzuhalten.
Ein kurzer Bericht über das Projekt ist in Königsbach 1998, S. 76-79 abgedruckt.
Adressen:
Dr. Joachim Mehne
Lise-Meitner-Gymnasium
Bildungszentrum Königsbach
Steiner Straße 48
75203 Königsbach-Stein
Unter der Leitung von Frau Eva Maria Kraiss (Lehrerin) wurde im Juni 1985
eine Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Steinbach
von Schülern der Klasse 9F der Realschule im Schulzentrum West (Schwäbisch
Hall) erarbeitet. Unterstützt wurden Frau Kraiss und die Schülerinnen und Schüler
von Frau Marion Reuter (Fotos), Frau Gudrun Paus (Lageplan) und Herrn Pfarrer
Martin Majer (Übersetzungen).
Vom Friedhof wurde ein Lageplan angefertigt und eine alphabetische
Belegungsliste erarbeitet. Alle Grabsteine wurden fotografiert und teilweise die
hebräischen Inschriften abgeschrieben und übersetzt. Die Ergebnisse der
Dokumentationsarbeit wurden in einer Broschüre zusammengefaßt (Steinbach 1985). Mit dieser ersten
Dokumentation des Friedhofes Steinbach wurde der Grundstein für die weitere
Bearbeitung in Form einer Volldokumentation durch Herrn Dr. Heinrich
Kohring und Frau Marion Reuter (siehe Projekt Schwäbisch
Hall) gelegt.
Adressen:
Eva Maria Kraiss
Crailsheimer Straße 1
74523 Schwäbisch Hall
Der "Arbeitskreis Jüdische Geschichte in Ladenburg" enstand im Jahre 1983. Neben der Erforschung der jüdischen Geschichte in Ladenburg engagierte sich der Arbeitskreis auch in Aufgaben, wie Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen sowie Geschichtsspaziergängen durch Ladenburg. Im Jahr 1991 konnte der Arbeitskreis die Ergebnisse seiner Forschungen zur jüdischen Geschichte Ladenburgs publizieren (2. Auflage 1995: Ladenburg 1995).
Im Auftrag des Arbeitskreises fertigte im Oktober Dr. Franz Waller Fotos der auf dem Ladenburger jüdischen Friedhof befindlichen Grabsteine an. Die Negative befinden sich bei ihm. Ein Satz Abzüge (93 Farbabzüge und 22 S/W-Abzüge) erhielt der Arbeitskreis. Desweiteren wurde dem Zentralarchiv ein Satz Abzüge übergeben.
Adressen:
Arbeitskreis Jüdische Geschichte
Jürgen Zieher
Bachstelzenweg 3
14195 Berlin
E-mail: zieher@rz.uni-potsdam.de
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
L
A N D E S D E N K M A L A M T
1989 hat der Landtag von Baden-Württemberg einen Beschluß zur Dokumentation
und Erhaltung jüdischer Friedhöfe gefaßt und das Landesdenkmalamt mit
der Ausführung beauftragt. Da von vornherein klar war, daß die Mittel nicht
ausreichen würden, um alle Steine konservatorisch zu behandeln, galt es
zunächst, eine wohlüberlegte Auswahl zu treffen. Die Dokumentation hatte also
neben der allgemeinen Zustandsbeschreibung auch Grundlagen für eine Bewertung
zu liefern. Die vom Landesdenkmalamt für diese Arbeit herangezogenen Judaisten
orientierten sich deshalb vorrangig an historischen, kunst- und
sprachwissenschaftlichen Fragestellungen. Genealogische Interessen standen
nicht im Vordergrung. Trotzdem liefern alle vom Landesdenkmalamt erarbeiteten
Dokumentationen wertvolle Informationen für die Familienforschung. Für jeden
Grabstein wurden die wichtigsten personenbezogenen Daten (Name, Sterbedatum
usw.) in Formblätter eingetragen. Unter Hinzufügung alphabetisch geordneter
namentlicher Belegungslisten und kurzer Einführungen zur Friedhofsgeschichte
sind diese Formblätter dann zu sogenannten Grunddokumentationen
zusammengestellt worden. Mitunter wurden auch noch topographische,
chronologische und geographische Listen hinzugefügt. Nur in wenigen Fällen
wurde systematisch der gesamte Inschriftentext übersetzt (Volldokumentation).
Als Grundlage für diese Arbeit dienten im wesentlichen die vom Heidelberger Zentralarchiv zur
Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland zwischen 1985 und 1992
angefertigten Fotos so gut wie aller jüdischen Grabsteine in Baden-Württemberg.
Die Fotosammlung des
Die Mehrzahl der vom Landesdenkmalamt erarbeiteteten oder in Auftrag gegebenen
Grunddokumentationen ist unveröffentlicht. Es existieren jedoch von jeder
Grunddokumentation mehrere Exemplare. Ein Exemplar erhielt (für Friedhöfe in
Baden) jeweils der Oberrat der Israeliten Badens, bzw. (für Friedhöfe in
Württemberg) die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs. Ein weiteres
Exemplar ging an die jeweilige Kommunalverwaltung, in deren Bereich der
Friedhof liegt, und auch das Heidelberger
Einen ausführlichen Bericht über die Dokumentationstätigkeit des
Landesdenkmalamtes und zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Baden bzw.
Württemberg haben Frau S. Michal Antmann und Frau Monika Preuß,
zwei der mit diesem Projekt über Jahre verbundenen Judaistinnen, in der Denkmalpflege 1996 veröffentlicht. Auch
Dr. Frowald Gil Hüttenmeister und Frau
Barbara Döpp haben mehrere Jahre an diesem Dokumentationsprojekt mitgewirkt.
Von 1999 bis Sommer 2004 war Frau Martina Strehlen in
Adressen:
Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Hospitalstraße 36
70174 Stuttgart
Israelitische Religionsgemeinschaft Baden - Der Oberrat
Postfach 48 06
76031 Karlsruhe
In den Jahren 1991 und 1992 erarbeitete Frau Nathanja Hüttenmeister im
Auftrag der Stadt Laupheim und in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt eine Volldokumentation des
jüdischen Friedhofes Laupheim. Die Inschriften
schrieb sie direkt vom Grabstein ab bzw. benutzte die im Jahre 1991/92 vom
"Laupheimer Fotokreis" angefertigten Fotos aller Grabsteine.
Im Auftrag der Stadt Laupheim überarbeitete sie die Dokumentation, erweiterte
sie durch die Einbeziehung von weiteren archivische Quellen (Rabbiner Leopold Treitel)und schrieb zusätzliche Beiträge. So konnte sie
u.a. auch auf Grabsteinfotos aus den 50er Jahren zurückgreifen, die damals vom
Fotografen Josef Schönle (Heidenheim) angefertig wurden.
1998 wurden von der Stadt Laupheim zusammen mit dem Verkehrs- und
Verschönerungsverein Laupheim e.V. die Dokumentationsergebnisse von Frau
Hüttenmeister publiziert (Hüttenmeister 1998).
Abzüge der Fotos des "Laupheimer Fotokreises" befinden sich im
Stadtarchiv Laupheim.
Adressen:
Stadtarchiv Laupheim
Eugen-Bolz-Str. 1
88471 Laupheim
Tel.: 0 73 92 - 1 66 91
Fax: 0 73 92 - 70 42 56
Mayer Levi (geboren 1813 oder 1814, gestorben 1874) war von 1844 bis 1874
bei der Esslinger jüdischen Gemeinde als Vorbeter, Lehrer und Schächter
angestellt. [Weitere Informationen: Hahn 1994,
S. 303-304.]1862 erarbeitete er eine Dokumentation von dem Alten jüdischen
Friedhof Esslingen (Am
Beutauturm). Er legte eine Belegungsliste sowie einen Belegungsplan an,
schrieb, soweit noch leserlich, die Inschriften ab und übersetzte sie
größtenteils.
Im Zuge der Beschlagnahmung von, bei jüdischen Gemeinden befindlichen,
Personenstandsregistern etc. durch das Reichssippenamt ab 1938 wurde auch das
von Mayer Levi angelegte Friedhofsregister eingezogen (Inventarnummer RSA J
855). 1943 bis 1945 wurden diese Unterlagen von der Firma Gatermann (Duisburg)
verfilmt. Die Filme überlebten den Krieg während die Originale heute als
verschollen bzw. vernichtet gelten. Im Besitz der Orginalfilme der Firma
Gatermann für das Bundesland Baden-Württemberg ist das Haupstaatsarchiv
Stuttgart. Für die Benutzung wurden Kopien angefertigt. Das Friedhofsregister
von Mayer Levi befindet sich im Bestand J 386, Band 186 und umfasst
153 Seiten. Eine Kopie befindet sich ebenfalls bei der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Stuttgart. Die Angaben und Übersetzung der
Grabinschriften von Mayer Levi waren bei der Dokumentation des Friedhofes durch
Dr. Joachim Hahn eine wichtige Grundlage.
Adressen:
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad-Adenauer-Straße 4
70173 Stuttgart
Tel. 07 11 - 212 43 35
Fax 07 11 - 212 43 60
http://www.lad-bw.de/hstas.htm
e-mail: Hauptstaatsarchiv@S.lad-bw.de
Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Hospitalstraße 36
70174 Stuttgart
Tel.: 07 11 - 2 28 36 0
Fax: 07 11 - 2 28 36 18
Herr Reinhart Lochmann ist seit 1990 Leiter des Dorfmuseums Sennfeld. Sein erstes Ziel nach Amtsübernahme war die Einrichtung einer Gedenkstätte für die ehemalige jüdische Gemeinde Sennfeld. Die Gedenkstätte besteht jetzt seit 1996.
Er arbeitet ebenfalls an einer "Geschichte der jüdischen Gemeinde
Sennfeld", welche publiziert werden soll. In diesem Zusammenhang hat Herr
Lochmann die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof Sennfeld
dokumentiert. Der Umfang seiner Arbeiten umfaßte die fotografische Erfassung
aller Grabsteine sowie die Abschrift der deutschen Grabinschriften. Eine
Übersetzung der hebräischen Inschriften ist in Arbeit. Weiterhin wurde ein
Belegungsplan angefertigt. Ergänzt wurde das Dokumentationsmaterial durch
standesamtliche Angaben und Dokumente.
Alle Dokumentationsunterlagen befinden sich im Moment bei ihm zu Hause und
können dort eingesehen werden. Nach Abschluß der Arbeiten ist geplant, die
Dokumentation in der Gedenkstätte auszulegen.
Adressen:
Dorfmuseum Sennfeld
- Gedenkstätte "Ehemalige Synagoge Sennfeld" für die jüdischen
Gemeinden Sennfeld und Adelsheim -
Hauptstraße 43
74740 Adelsheim
http://www.adelsheim.de
Leitung:
Reinhart Lochmann
Untere Eckenbergstr. 26
74740 Adelsheim
Tel. 06291/1408
Mannheim (Alter Friedhof)
Im Jahre 1890 wurde vom Kultusbeamten Leopold Mayer ein Inventar des Alten
jüdischen Friedhofes in Mannheim angefertigt (Rosenthal 1938, S. 16).
Unter Inventar ist in diesem Fall vermutlich eine Belegungsliste oder ein
topographisches Grabregister zu verstehen.
In den 1890er Jahren arbeitete Leopold Löwenstein an seiner "Geschichte
der Juden in der Kurpfalz", welche 1895 veröffentlicht wurde (Löwenstein 1895). In seinem
Vorwort (S. VII) erwähnt Löwenstein, daß der Synagogenrat für seine
Forschung Grabinschriften abschreiben ließ. In Anbetracht, daß das Inventar von
Leopold Mayer 1093 Grabsteine zählte, ist zu vermuten, daß dabei nur
ausgewählte Grabsteine berücksichtigt wurden. In diesem Fall handelte es sich
höchstwahrscheinlich um Grabinschriften von wichtigen Persönlichkeiten der
jüdischen Gemeinde Mannheim, die dort beerdigt wurden. Fünf Grabinschriften veröffentlichte
Löwenstein in seinem Buch (Löwenstein 1895,
S. 85, 89, 173, 243).
1911 übergab der Synagogenrat der jüdischen Gemeinde Mannheim dem Stadtarchiv Mannheim
26 Fotografien von historisch bedeutsamen Grabsteinen aus dem 17. Jahrhundert (Watzinger 1987, S. 162).
Es ist davon auszugehen, daß der Synagogenrat die Grabsteine fotografierte bzw.
den Auftrag dazu erteilte.
Im Zusammenhang mit der Räumung des Alten jüdischen Friedhofes im Jahre 1938
schreibt Berthold Rosenthal, daß von "künstlerisch und geschichtlich
wichtigen Grabsteinen" fotografische Aufnahmen angefertigt wurden (Rosenthal 1938, S. 18).
Es ist zu vermuten, daß der Synagogenrat die Grabsteine fotografierte bzw. den
Auftrag dazu erteilte.
Über den Verbleib der angeführten Unterlagen ist nichts bekannt. Lediglich die
von Löwenstein publizierten fünf Grabinschriften wurden in unsere Zeit
überliefert.
Nachdem Charlotte Mayenberger angefangen hatte, für die Stadt Bad Buchau Stadtführungen zu machen, entwickelte sie bald ein lebhaftes Interesse für den Jüdischen Friedhof. Sie studierte die Schrift von Rabbiner Weimann , in der die Grabsteine bis 1879 beschrieben waren. Seit 1990 schrieb sie dann die Inschriften der später hinzugekommenen Steine ab und machte auch vereinzelte fotografische Aufnahmen. Erst etwa zehn Jahr später reifte in ihr der Plan für eine zusammenfassende Dokumentation des gesamten Friedhofs. Vor allem war es die Beobachtung fortschreitender Verwitterung, die sie zu diesem Vorhaben motivierte. Sie fotografierte nun systematischer, zunächst klassisch, seit 2002 dann mit einer Digitalkamera. Das Fotomaterial verwahrt sie bei sich zu Hause auf. Im Februar 2005 legte sie das Ergebnis sowohl als Computerausdruck als auch auf CD nieder ( Mayenberger 2005 ). Zunächst hat sie 6 Exemplare ausgedruckt und 30 CD hergestellt. Die Darstellung enthält Fotos aller Steine, die mehr den Gesamtzustand wiedergeben, aber nur in wenigen Fällen das Lesen der Inschrift ermöglichen. Unter Verwendung der Arbeit von Rabbiner Weimann und der eigenen Abschriften konnten den allermeisten Fotos die wichtigsten Daten der dort Beerdigten zur Seite gestellt werden. Oft wurden auch die poetischen Texte reproduziert. Das hebräische Inschriftenmaterial ist jedoch nur insofern erschlossen als dies schon bei Weiman geschehen ist. Dem Buch sind Belegungspläne und ein Namensregister beigegeben. Bei der Numerierung der Steine hat Frau Mayenberger das vom Landesdenkmalamt verwendete System übernommen, das wiederum auf die Fotodokumentation des Zentralarchiv zurückgeht.
Adresse:
Charlotte Mayenberger
Irmengardisstr. 4
88422 Bad Buchau
charlotte.mayenberger@t-online.de
Im Jahre 1990 beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des
Otto-Hahn-Gymnasiums Nagold während ihrer Projekttage mit dem jüdischen
Friedhof in Unterschwandorf.
Ein Belegungsplan wurde angefertigt und alle Grabsteine wurden von den Schülern
fotografiert. Die Abschrift und die Übersetzung der Grabinschriften fertigte
Herr Heinrich Kohring unter Mithilfe von Dr. Frowald Gil
Hüttenmeister an.
Das erarbeitete Material wurde zum Abschluß der Projekttage in einer
Ausstellung gezeigt und anschließend in mehreren Heften veröffentlicht. Heft 2
behandelt den jüdischen Friedhof (Unterschwandorf 1992).
Abgedruckt wurde eine Volldokumentation der Grabsteine sowie eine Kopie der
Artikel Unterschwandorf 1925
und Unterschwandorf 1969.
Adresse:
Otto-Hahn-Gymnasium Nagold
Burgstraße 20
72202 Nagold
http://www.nagold.de (dann Bildung und dann
OHG anklicken)
Herr Walter Ott, hauptberuflich Landwirt, begann 1976 sich für die jüdische Geschichte Buttenhausens zu interessieren. Fortan kümmerte er sich auch um den jüdischen Friedhof Buttenhausen. Er richtete umgestürzte Grabsteine wieder auf, säuberte sie und legte vom Friedhof einen Belegungsplan an und erarbeitete eine Belegungsliste. Die Materialien befinden sich bei ihm.
Adressen:
Walter Ott
Wasserstedter Straße 18/1
72525 Münsingen
In den Jahren 1986/87 wurden unter der Leitung des ehrenamtlichen Archivars
der Gemeinde Remseck, Herrn Heinz Pfizenmayer, in Zusammenarbeit mit der
Photo-Arbeitsgemeinschaft der Hauptschule Remseck sämtliche Grabsteine des
Friedhofes Hochberg fotografisch erfasst.
Ein Satz Abzüge wurde in Ordnern archiviert (5 Stück) und befindet sich im
Gemeindearchiv. Diese Fotos werden zur Zeit für die Erarbeitung einer Volldokumentation
des Hochberger Friedhofes genutzt (siehe auch Projekt Hochberg).
Adressen:
Archiv der Gemeinde Remseck a.N.
Försterweg 7
71686 Remseck a.N.
Tel. 0 71 46 - 81 03 75
Die Grabsteine des Friedhofes in Wiesloch
aus der Zeitspanne von 1819 bis 1865 waren Thema der Magisterarbeit von Simone
Pöpl, welche sie an der Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg, im Jahre
1995 vorlegte (Pöpl 1995).
In ihrer Arbeit übersetzte sie die Inschriften von 53 Grabsteinen. Grundlage
war die fotografische Dokumentation des Wieslocher Friedhofes, welche im Jahr
1987 vom Zentralarchiv
durchgeführt wurde.
Je ein Exemeplar der Magisterarbeit befinden sich an der Hochschule für
Jüdische Studien und im
Adressen:
Hochschule für Jüdische Studien
Friedrichstraße 9
69117 Heidelberg
Tel.: 0 62 21 - 2 25 76
Fax: 0 62 21 - 16 76 96
http://www.hjs.uni-heidelberg.de
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Josef Preßburger (1858-1938) war von 1877 bis zu seinem Tode Vorsänger und
jüdischer Lehrer der jüdischen Gemeinde in Creglingen.
1892 erstellte er eine Belegungsliste des Friedhofes und ließ auf den
Rückseiten der Grabsteine Nummern einmeißeln. Dieses Gräberregister führte er
bis 1938 weiter.
Das Gräberregister wurde während der nationalsozialistischen Zeit (vermutlich
um 1938) vom Reichsippenamt eingezogen (Inventarnummer RSA J 603) und später
durch die Firma Gatermann (Duisburg) verfilmt. Der Orginalfilm und eine
Benutzerkopie befinden sich im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, im Bestand
J 386 (Filme und Fotokopien von den Standesregistern der jüdischen
Gemeinden in Baden, Württemberg und Hohenzollern), Band Nr. 141. Der
Ausdruck umfaßt 67 Seiten. Eine weitere Kopie befindet sich bei der
Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs.
In der Grunddokumentation des Landesdenkmalamtes
wurde die Belegungsliste von Josef Preßburger berücksichtigt sowie eine
Konkordanz zwischen seinem Nummernsystem und dem des Zentralarchivs erarbeitet.
Adressen:
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad-Adenauer-Straße 4
70173 Stuttgart
Tel. 07 11 - 212 43 35
Fax 07 11 - 212 43 60
http://www.lad-bw.de/hstas.htm
e-mail: Hauptstaatsarchiv@S.lad-bw.de
Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Hospitalstraße 36
70174 Stuttgart
Tel. 07 11 - 2 28 36 0
Fax 07 11 - 2 28 36 18
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Frau Monika Preuß war in den 90er Jahren über mehrere Jahre beim Landesdenkmalamt für die Dokumentation der
jüdischen Friedhöfe in Baden-Württemberg zuständig. Während dieser Zeit
erarbeitete sie Grunddokumentationen von folgenden 36 Friedhöfen:
Baden-Baden, Berwangen,
Breisach (Alter Friedhof), Breisach (Neuer Friedhof), Bruchsal, Eichtersheim,
Emmendingen (Alter Friedhof), Emmendingen (Neuer Friedhof), Feudenheim (Scheffelstraße), Feudenheim (Talstraße), Freistett, Heinsheim,
Huttenheim, Karlsruhe (Kriegstraße; in
Zusammenarbeit mit Barbara Döpp und Frowald Gil Hüttenmeister),
Karlsruhe (Haid- und
Neustraße, Orthodox), Kehl, Königsbach, Konstanz,
Lörrach (Alter Friedhof), Lörrach (Neuer Friedhof), Meckesheim, Mingolsheim,
Neuenbürg, Nonnenweier
(in Zusammenarbeit mit Barbara Döpp), Nordrach,
Offenburg (Neuer Friedhof, in
Zusammenarbeit mit Barbara Döpp), Randegg, Rastatt, Schwetzingen,
Sennfeld, Sinsheim,
Tiengen, Walldorf,
Wangen (in Zusamennarbeit mit Barbara Döpp), Weingarten, Worblingen.
Im Auftrag der Städte Bühl und Pforzheim erarbeitete Frau Preuß, basierend
auf der Fotodokumentation des Zentralarchivs,
eine Volldokumentation des jeweiligen Friedhofes. Die Bearbeitung des Bühler Friedhofes wurde 1992 abgeschlossen und die
Ergebnisse als maschinenschriftliches Manuskript zusammengefaßt (Preuß 1992). Xerox-vervielfältigte
Exemplare befinden sich bei der Stadt Bühl, dem Landesdenkmalamt und dem
Einen ausführlichen Bericht über die Dokumentationstätigkeit des Landesdenkmalamtes und zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Baden bzw. Württemberg hat Frau Monika Preuß zusammen mit Frau S. Michal Antmann in der Denkmalpflege 1996 veröffentlicht.
Adressen:
Stadtgeschichtliches Institut Bühl
Schloß Waldsteg
Otto-Stemmler-Straße 6
77815 Bühl-Neusatz
Tel.: 0 72 23 - 94 0 87 6
Fax: 0 72 23 - 940 87 77
E-mail: stgi-buehl@t-online.de
Stadt Pforzheim
Kulturamt
75158 Pforzheim
http://www.pforzheim.de/html/rathaus/aemter/weitere/kulturamt.html
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Auf dem jüdischen Friedhof Baisingen wurden
1987 die Grabinschriften durch das Institutum
Judaicum abgeschrieben. Im gleichen Jahr wurden die Grabsteine vom
Stadtarchiv Rottenburg fotografisch dokumentiert.
Herr Thomas Lehnardt vom Institutum Judaicum beabsichtigte auf Grundlage dieser
Materialien eine Volldokumentation der Grabsteine. 1997 wurde die Dokumentation
im Rahmen des Landesdenkmalamt-Projektes erneut
in Angriff genommen.
Die Negative und Abzüge der Grabsteinfotos befinden sich im Stadtarchiv Rottenburg. Die Dokumentationsarbeit wird voraussichlich im Sommer 2000 abgeschlossen sein. Exemplare der Dokumentationsarbeit werden beim Stadtarchiv Rottenburg, beim Zentralarchiv sowie beim Landesdenkmalamt einsehbar sein.
Adressen:
Stadtarchiv Rottenburg
Herr Geppert
Obere Gasse 12
Tel. 0 74 72 - 16 53 51
Fax 0 74 72 - 16 53 92
Postanschrift:
Stadtarchiv
Postfach 29
72101 Rottenburg
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Die Dokumentation des jüdischen Friedhofes Schmieheim beruht auf dem Engagement vieler Personen. Seit Ende der 80er Jahre bemühten sich der "Deutsch-Israelische Arbeitskreis Südlicher Oberrhein e.V." und der Bürgermeister der Gemeinde Kippenheim um eine Dokumentation des Schmieheimer Friedhofes.
1980 verfasste Herr Bernhard Uttenweiler (Studienrektor an der Heimschule
St. Landolin in Ettenheim, Vorsitzender des Historischen Vereins Ettenheim)
einen Aufsatz zum jüdischen Friedhof von Schmieheim, der 1988 publiziert wurde
(Uttenweiler 1988). Im April 1990
gründete er zusammen mit Schülern seiner Schule die Arbeitsgemeinschaft
"Jüdischer Friedhof Schmieheim", deren Ziel die fotografische
Dokumentation aller Grabsteine auf dem Friedhof war. Bis 1993 waren von der
Arbeitsgemeinschaft etwa die Hälfte aller Grabsteine (2491 Grabsteine)
fotografiert worden und wurden in diesem Jahr der Gemeinde Kippenheim
übergeben. Ab Frühjahr 1994 wurde die fotografische Arbeit von Herrn
Uttenweiler zusammen mit Herrn Thomas Wernstedt aus Schwanau (Mitglied des
Deutsch-Israelischen Arbeitskreis Ettenheim) fortgesetzt. Später setzte Herr
Wernstedt die Arbeit alleine fort. Im November 1994 wurde er von einem
Fotografen des Kulturamtes Offenburg unterstützt. Die vollständige
fotografische Dokumentation aller Grabsteine war im März 1995 abgeschlossen.
Einige Nachholaufnahmen wurden noch 1996 angefertigt. (Zum Ablauf der
fotografischen Dokumentation vgl. auch Bamberger 1999, S. 33).
Die Fotos sind Eigentum des Historischen Vereins Ettenheim. Negative und Abzüge
befinden sich bei ihm.
Ab 1994 arbeitete Herr Naftali Bar-Giora Bamberger unter Zuhilfenahme der
Fotos an der Abschrift und Übersetzung der Grabinschriften. Von ca. 530
Grabsteinen (älterer Grabsteinbestand) fertigte er eine Volldokumentation an,
von den restlichen eine Grunddokumentation. Die Dokumentationsergebnisse wurden
1999 zusammen mit den Fotos in einem zweibändigen Buch publiziert (Bamberger 1999).
Seine Materialien zur Schmieheimer Friedhofsdokumentation übergab Herr
Bamberger 1999 dem Zentralarchiv
(Bestand B. 3/27, Zugang 99/5, Nr. 23-43, siehe auch Projekt Bamberger).
Adressen:
Historischer Verein Ettenheim
Sonnenberg 14
77955 Ettenheim
Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim
http://home.t-online.de/home/EhSynKipp/dhome2.htm
Gemeindeverwaltung Kippenheim
77971 Kippenheim
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
In den 50er Jahren wurde der aus Laupheim stammende Fotograf Josef Schönle
beauftragt, alle Grabsteine auf dem Laupheimer
jüdischen Friedhof zu fotografieren. Auftraggeber war Herr Helmut Steiner (St.
Gallen), der sich nach dem zweiten Weltkrieg intensiv um die Erhaltung des
jüdischen Friedhofes seiner Muttergemeinde kümmerte (Informationen aus: Hüttenmeister 1998,
S. 11).
Die Negative der Grabsteinfotos befinden sich bei Herrn Schönle. Abzüge
erhielten Herr Steiner (heute vermutlich im Besitz der Nachfahren) und die
Stadt Laupheim.
Die fotografischen Aufnahmen von Herrn Schönle standen Frau Nathanja Hüttenmeister bei
ihrer Dokumentationsarbeit des Laupheimer Friedhofes zur Verfügung und wurden
auch teilweise in der 1998 publizierten Volldokumentation mitabgebildet (siehe
auch Projektbeschreibung Laupheim).
Adressen:
Fotostudio Josef Schönle
Bergstraße 21
89518 Heidenheim
1985 dokumentierten Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Frau Eva Maria Kraiss den jüdischen Friedhof Steinbach (siehe Projekt Kraiss). Auf Grundlage dieser Vorarbeiten beschloß die Stadt Schwäbisch Hall, vom Steinbacher Friedhof eine ausführliche Volldokumentation erarbeiten zu lassen. Für die Übersetzung der hebräischen Inschriften konnte Dr. Heinrich Kohring gewonnen werden. 1986 schrieb er alle Inschriften von den Grabsteinen ab und übersetzte sie. 1987 wurde das Manuskript von ihm fertiggestellt.
Sämtliche Grabsteine wurden von Frau Marion Reuter (Schwäbisch Hall)
zwischen 1990 und 1993 fotografisch dokumentiert. Negative und Abzüge der
Grabsteinfotos befinden sich bei ihr.
1996 wurden die Ergebnisse in Form einer Volldokumentation durch die Stadt
Schwäbisch Hall publiziert (Kohring 1996).
Adressen:
Marion Reuter
Crailsheimer Str. 1
74523 Schwäbisch Hall
Frau Barbara Schwedler beschäftigt sich seit 1978 privat mit dem jüdischen
Friedhöfen im Hohenlohe-Gebiet. Sie begann einzelne Grabsteine auf dem
jüdischen Friedhof Berlichingen zu
fotografieren, darunter alle Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert mit leserlichen
Inschriften. 1987 erarbeitete sie eine Ausstellung "Jüdische Friedhöfe in
Hohenlohe" im Auftrag des Landratsamtes Schwäbisch Hall (Bericht über die
Ausstellung in der Stuttgarter Zeitung vom
Die Negative der Aufnahmen von den Friedhöfen Braunsbach, Dünsbach und
Michelbach befinden sich bei Roland Bauer und Barbara Schwedler. Abzüge sind
bei Barbara Schwedler und im Kreisarchiv Schwäbisch Hall vorhanden. Die
Fotomaterialien vom Friedhof Berlichingen und die Materialien von der
Ausstellung befinden sich bei Frau Schwedler.
Adressen:
Landratsamt Schwäbisch Hall
- Kreisarchiv -
Münzstraße 1
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 07 91 - 75 53 98
Fax: 07 91 75 53 62
Barbara Schwedler
Niedernhaller Straße 48
74679 Weissbach
Tel.: 07947 - 76 70
Roland Bauer
Winterberg
74542 Braunsbach
Tel. 07605 - 747
In ihrer wissenschaftlichen Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das
Lehramt an Grund- und Hauptschulen beschäftigte sich 1989 Frau Rosemarie
Schwemmer mit den beiden jüdischen Friedhöfen in Emmendingen (Alter Friedhof, Neuer Friedhof). Der Schwerpunkt
ihrer Arbeit lag dabei auf der Geschichte der beiden Emmendinger Friedhöfe,
gestützt auf Archivstudien. Desweiteren fotografierte sie 204 Grabsteine auf
dem Alten Friedhof. Grabsteine die stark eingesunken bzw. von Vegetation
überwuchert waren, wurden nicht berücksichtigt. Insgesamt befinden sich 466
Grabsteine auf dem Friedhof. Pfarrer Karl Günther
(Heidelberg) las für sie die hebräischen Grabinschriften und
"übersetzte" Namen und Sterbedatum des Verstorbenen. Bei seiner
eigenen Dokumentation des Alten Friedhofes in den Jahren 1990-1994 benutzte
Herr Günther die Grabsteinfotos von Frau Schwemmer.
In der Zulassungsarbeit wurden im Anhang die Fotos von den 204 Grabsteinen
sowie die Namen und Sterbedaten mitabgedruckt (Schwemmer 1989).
Negative und Abzüge der von Frau Schwemmer angefertigten Grabsteinfotos befinden sich heute bei der Jüdischen Gemeinde Emmendingen. Abzüge besitzt auch Herr Karl Günther. Exemplare ihrer Zulassungsarbeit befinden sich in der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule Freiburg, im Stadtarchiv Emmendingen, in der Stadtbücherei Emmendingen, bei der jüdischen Gemeinde Emmendingen sowie im Zentralarchiv in Heidelberg.
Adressen:
Pädagogische Hochschule Freiburg
- Bibliothek -
Kunzenweg 21
79117 Freiburg
Tel.: 07 61 - 68 22 04
Fax: 07 61 - 68 24 15
Stadtarchiv Emmendingen
Kirchstraße 7
79312 Emmendingen
Tel.: 0 76 41 - 45 22 21
Fax: 0 76 41 - 45 22 37
Stadtbibliothek Emmendingen
Landvogtei 8
79312 Emmendingen
Tel.: 0 76 41 - 45 22 82
Jüdische Gemeinde Emmendingen
Postfach 14 23
79304 Emmendingen
Tel.: 0 76 41 - 57 19 89
Fax: 0 76 41 - 57 19 80
e-mail: JUEDGEMEM@aol.com
Karl Günther
Am Gutleuthofhang
69118 Heidelberg
Tel.: 0 62 21 - 80 03 36
bzw.
Karl-Friedrich-Straße 83
79312 Emmendingen
Tel.: 0 76 41 - 84 40
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
F. Steinem war um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) Lehrer der jüdischen Gemeinde Wangen. Da für den jüdischen Friedhof Wangen kein Begräbnisregister existierte, begann er eine Belegungsliste zu erarbeiten. Er schrieb die Namen und Sterbedaten der Beigesetzten von den Grabsteinen ab, stellte die Daten in einer Liste zusammen und zeichnete einen Belegungsplan. In seiner Belegungsliste sind die Namen und Sterbedaten der bis ins Jahr 1901 Beerdigten erfaßt. Zusammen mit einer kurzen Darstellung der Geschichte des Friedhofes ließ er den Belegungsplan und die Belegungsliste im Selbstverlag drucken (Steinem 1901).
Herr Benno Szklanowski dokumentierte in den 80er Jahren mehrere Friedhöfe in Hessen und Baden-Württemberg. Der Friedhof am Klingenteich in Heidelberg wurde von ihm in den Jahren 1982/83 bearbeitet. Eine ausführliche Projektbeschreibung befindet sich unter Szklanowski in der Liste der länderübergreifenden Dokumentationsprojekte.
Dr. Aron Tänzer war von 1907 bis zu seinem Tod im Jahr 1937 Rabbiner in
Göppingen. [Geboren 1871 in Preßburg, Studium in Preßburg, Berlin und Bern,
Rabbiner in Hohenems (1896-1905), Meran (1905-1907) und Göppingen (1907-1937),
Feldrabbiner (1915-1918). Zur Person von Dr. Aron Tänzer siehe Burmeister 1987.]
Neben seiner Rabbinertätigkeit galt Dr. Tänzers besonderes Interesse der Lokal-
und Regionalgeschichte des jeweiligen Ortes, in welchem er angestellt war.
Bereits 1897 begann er mit Forschungen zur Geschichte der Juden in Hohenems,
Vorarlberg und Tirol, deren erster Teil 1905 publiziert wurde (Tänzer 1905). In
diesem Zusammenhang beschäftigte er sich auch mit dem jüdischen Friedhof in
Hohenems. Von diesem fertigte er eine Belegungsliste und einen Belegungsplan an
und publizierte die Materialien bereits 1901 (Tänzer 1901). In dem
1905 herausgegebenen Werk wurden sie nochmals abgedruckt (Tänzer 1905,
S. 402 ff.)
Während seiner Zeit in Göppingen beschäftigte er sich mit der Geschichte der
Juden in Jebenhausen und Göppingen, die er 1927 in Buchform publizierte (Tänzer 1927). Im Rahmen seiner
lokalgeschichtlichen Forschung interessierte er sich auch für die beiden
Friedhöfen in Jebenhausen und Göppingen.
Jüdischer Friedhof Jebenhausen
1919 begann er die Grabsteine des neuen Friedhofsteils (Grabsteine ab dem Jahr
1843) zu numerieren. Der ältere Teil wurde von ihm nicht numeriert, jedoch
wurden die Grabsteine in die späteren Dokumentationsarbeiten miteinbezogen.
1926 fertigte er einen Belegungsplan des gesamten Friedhofes an. Desweiteren
schrieb er die Namen und Sterbedaten der Beigesetzten von den Grabsteinen ab
und ergänzte sie mit Angaben aus Familienregistern und Akten. Abgedruckt wurden
der Belegungsplan und die Belegungsliste in Tänzer 1927.
Seine Darstellung zur Geschichte der Juden in Jebenhausen ergänzte er durch
einige hebräische Grabinschriften bedeutender Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde
Jebenhausens (Tänzer 1927, S. 87, 156,
157, 200).
Jüdischer Friedhof Göppingen
Für diesen Friedhof erarbeitete Aron Tänzer eine Belegungsliste (Beigesetzte
bis 1927) und einen Belegungsplan. Abgedruckt wurde beides in Tänzer 1927, S. 511-514.
Die Belegungspläne und Belegungslisten waren sechzig Jahre später in der Volldokumentation von Naftali Bar-Giora Bamberger ein wichtiges Hilfsmittel zum Auffinden und Identifizieren von Grabsteinen (Vgl. Bamberger 1990, S. 9, 20, 25).
Dr. Leopold Treitel war von 1895 bis 1922 (oder 1925) Rabbiner in Laupheim.
Mit seiner Pensionierung wurde das Laupheimer Rabbinat nicht weitergeführt.
[Zur Person von Leopold Treitel: geboren 1845 in Breslau, gestorben 1831 in
Laupheim. 1866-1876 Ausbildung am Rabbinerseminar Breslau. Rabbiner in:
Koschmin (1878-1881), Briesen (1881-1884) und Karlsruhe (1884-1895, 2.
Stadtrabbiner), Laupheim (1895-1922/25). Zu den Daten vgl. Hahn 1988, S. 590 und Hüttenmeister 1998,
S. 504, einen ausführlicheren Artikel über Rabbiner Treitel liefert Emmerich 1998.]
Während seiner Tätigkeit als Rabbiner in Laupheim beschäftigte sich Rabbiner
Treitel mit der lokalen Geschichte der Juden und in diesem Zusammenhang auch
mit dem jüdischen Friedhof. Von den Grabsteinen las er die Namen sowie
Sterbedaten und legte eine Belegungsliste an, die alle Beerdigten bis zum Jahre
1916 berücksichtigt. Diese sogenannte Gräberliste wurde zusammen mit anderen
jüdischen Personenstandsregistern während der nationalsozialistischen Zeit vom
Reichssippenamt eingezogen (Inventarnr.: RSA J 1835) und zwischen Oktober 1944
und März 1945 von der Firma Gatermann (Duisburg) verfilmt. Die Orginale gelten
als verschollen. Im Besitz des Orginalfilms ist heute das Hauptstaatsarchiv
Bei der Bearbeitung des Lauheimer Friedhofes, in Form einer Volldokumentation,
durch Frau Nathanja Hüttenmeister
wurde die von Rabbiner Treitel angelegte Belegungsliste berücksichtigt.
Adressen:
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad-Adenauer-Straße 4
70173 Stuttgart
Tel. 07 11 - 212 43 35
Fax 07 11 - 212 43 60
http://www.lad-bw.de/hstas.htm
e-mail: Hauptstaatsarchiv@S.lad-bw.de
Stadtarchiv Laupheim
Eugen-Bolz-Str. 1
88471 Laupheim
Tel.: 0 73 92 - 1 66 91
Fax: 0 73 92 - 70 42 56
In das Städtische Museum Überlingen sind insgesamt 15 Grabsteinfragmente
gelangt, die von dem zerstörten Mittelalterlichen Friedhof in Überlingen stammen.
Diese Fragmente sind Mitte der 90er Jahre konserviert (hydrofugiert) worden, so
daß es wieder möglich wurde, sie im Freien aufzustellen. Im Jahr 2000 sind
diese Grabsteinfragmente von Renate Köberle für das Museum fotografiert worden.
Im Auftrag des Museums erarbeite Dr. G. Wilhelm Nebe, Dozent für Hebräische
Sprachwissenschaft an der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien, eine
Volldokumentation Nebe 2002, in der auf den S.
70-84 auch diese Fotos wiedergegeben sind.
Adressen:
Städtisches Museum Überlingen
Krummebergstr. 30
88662 Überlingen
Tel.: 07551-9910 79
Dr. G. Wilhelm Nebe
Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg
Friedrichstraße 9
D-69117 Heidelberg
Tel.: 06221 / 54-2961
E-mail: wilhelm.nebe@urz.uni-heidelberg.de
Im Schuljahr 1992/93 erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler des
Leistungskurses Geschichte am Schubart-Gymnasium Ulm unter Anleitung von Dr.
Gisela Rotermund eine Belegungsliste des neuen jüdischen Friedhofes in Ulm.
Die Daten der Belegungsliste wurden in der Regel der Grabsteininschrift
entnommen. Ergänzt wurden sie (wenn vorhanden) durch Angaben aus der Alphabetischen
Namensliste der Friedhofsverwaltung Ulm.
1994 wurden die Belegungsliste veröffentlicht (xerox-vervielfältigte
Exemplare). Sie ist beim Stadtarchiv Ulm zugänglich. Das Exemplar im Zentralarchiv und im Landesdenkmalamt erhält außerdem eine vom
Landesdenkmalamt erarbeitete Konkordanz für die Grabsteinnumerierung des
Projektes Ulm und des
Adressen:
Schubart Gymnasium
Innere Wallstraße 30
89077 Ulm
Tel. 0731 - 161 36 92
Stadtarchiv Ulm
Schwörhaus
Weinhof 12
89073 Ulm
Tel.: 07 31 - 16 14 200
Fax: 07 31 - 16 11 633
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
Die Erarbeitung einer Belegungsliste des Waibstadter jüdischen Friedhofes wurde vom damaligen israelitischen Friedhofsverband beschlossen (zwischen 1910-1913). Beauftragt mit der Arbeit wurde Herr Jakob Bloch (Lehrer, Neckarbischofsheim), der am Anfang noch von Herrn Tuch (Lehrer, Wollenberg) unterstützt wurde. 1913 waren die Arbeiten abgeschlossen und die Belegungsliste wurde gedruckt (Waibstadt 1914). Anschließend wurde die Liste von Herrn Bloch weitergeführt und die Ergänzungen 1936 gedruckt (Waibstadt 1936).
1951 und 1953 berichtete Frau Florence Guggenheim-Grünberg in der Presse
über den in Vergessenheit geratenen Friedhof in Waldshut
(Waldshut 1951 und Waldshut 1953). Im letzteren
Artikel rief sie zum Schutz des Friedhofes und der wenigen verbliebenen
Grabsteine auf. Der "Verein für Erhaltung und Unterhaltung des Friedhofes
in Endingen-Legnau" (Schweiz) gründete eine Kommission, die sich um die
Wiederinstandsetzung des Friedhofes kümmern sollte.
Jedoch wurde bereits zu dieser Zeit von amtlicher Seite geplant, im Zuge der
Rheinregulierung für die Schiffahrt, einen Hafen auf diesem Gelände zu
errichten. Deshalb wurde durch die Kommission und den Verein beschlossen,
Gebeine und Grabsteine auf den jüdischen Friedhof in Endingen-Lengnau zu überführen.
In den Jahren 1954/55 wurden dafür Grabungen auf dem Friedof durchgeführt, um
die Überreste der Verstorbenen exhumieren zu können. Für die Leitung der
Ausgrabungen war der Kantonsarchäologe Dr. Reinhold Bosch verantwortlich.
Insgesamt wurden 85 Gräber gefunden. Nach Ende der Grabungen wurde ein Plan des
Friedhofes gezeichnet.
Die Gebeine der Verstorbenen wurden im Dezember 1954 sowie September 1955 auf
dem jüdischen Friedhof in Endingen-Lengnau (Schweiz) beigesetzt. Die Grabsteine
und Grabsteinreste wurden ebenfalls dorthin überführt und an der Friedhofsmauer
aufgestellt.
In Endingen-Lengnau wurden alle Grabsteine fotografiert und die Inschriften
abgeschrieben; vermutlich von Frau Florence Guggenheim-Grünberg. In ihrer
Publikation (Guggenheim-Grünberg 1956)
druckte sie die Fotos und die Inschriften ab. Desweiteren liefert sie eine
Beschreibung der Grabsteine, die Übersetzung der Inschriften, einen
ausführlichen historischen Abriß zum Friedhof sowie einen Überblick zu den
Grabungsarbeiten.
Anfang der 80er Jahre ließ die politische Gemeinde Walzbachtal alle
Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Jöhlingen
fotografisch dokumentieren. Eine Serie dieser Fotos kaufte das Zentralarchiv an und sie
wurden in die eigene Fotodokumentation der jüdischen Friedhöfe
Baden-Württembergs miteingegliedert. Auf Grundlage dieser Fotos erarbeitete
1993 das Landesdenkmalamt eine Grunddokumentation.
Exemplare der Dokumentation befinden sich u.a. beim Landesdenkmalamt sowie im
Adressen:
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart
Tel. 07 11 - 16 94 0
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 0 62 21 - 18 10 49
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de
In den Jahren 1862 bis 1886 bekleidete Elkan Weimann das Amt des Rabbiners
in Buchau. [1818 in Treuchtlingen (Bayern) geboren, gestorben 1886; Rabbiner in
Welbhausen (Bayern, Landkreis Neustadt a.d. Aisch - Bad Winsheim),
Lehrensteinsfeld (Baden-Württemberg, Landkreis Heilbronn) und Buchau (vgl. Hahn 1988, S. 591)]
Sein Interesse während der Amtszeit in Buchau galt unter anderem dem dortigen
jüdischen Friedhof (Bad Buchau). Zu dieser
Zeit existierte kein Gräberregister. Er ließ deshalb einen Lageplan erstellen
und schrieb von ca. 500 Grabsteinen die Namen und Sterbedaten sowie die auf den
Grabsteinen befindlichen deutschen Grabsprüche ab. Zusammen mit einem kurzen
Überblick zur Geschichte des Friedhofes wurden diese Informationen im Jahre
1879 publiziert (Weimann 1879).
Im Schuljahr 1989/90 wurde am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Wertheim eine
Arbeitsgemeinschaft Geschichte eingerichtet. Unter der Leitung von Dr. Hugo
Eckert beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der jüdischen Kultur
und speziell dem Brauchtum beim Tod. In diesem Zusammenhang erarbeiteten sie
eine Belegungsliste und einen Belegungsplan von Grabsteinen mit deutschen
Inschriften auf dem jüdischen Friedhof Wertheim.
Die Ergebnisse der Arbeit wurden dann unter Anleitung von Dr. Eckert im
Schuljahr 1990/91 in einer Broschüre zusammengefaßt (Eckert 1990).
Die Orginalunterlagen befinden sich bei Herrn Dr. Hugo Eckert zu Hause. Kopien
sind in der Stadtbücherei Wertheim, im Grafschaftsmuseum sowie im Staatsarchiv
Wertheim vorhanden.
Adressen:
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach Nr. 19
97877 Wertheim
Tel.: 0 93 42 - 10 37
Fax: 0 93 42 - 2 23 38
http://www.lad-bw.de/staw.htm
e-mail: Archiv-Wertheim@W.lad-bw.de
Grafschaftsmuseum
Rathausgasse 10
97877 Wertheim
Tel. 0 93 42 - 30 14 10
Stadtbücherei Wertheim
Kulturhaus
Bahnhofstraße 1
97877 Wertheim
Tel.: 0 93 42 - 30 14 15
Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Hannelore Künzl (Hochschule für
Jüdische Studien, Heidelberg) wurde 1985 begonnen, jüdische Grabinschriften
fotografisch zu dokumentieren. 1987 wurde das
Die Auswertung der Aufnahmen begann 1990, vorrangig durch das Landesdenkmalamt Baden-Württembergs. Eine
Beschreibung der Tätigkeit des
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