BESCHREIBUNG DER DOKUMENTATIONSPROJEKTE

- DOKUMENTATION VON FRIEDHÖFEN IN MEHREREN BUNDESLÄNDERN -

 

 

A L E M A N N I A  -  J U D A I C A

 

Die 1992 gegründete Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum hat 2003 unter dem Namen Alemannia - Judaica ein Kommunikationsforum im Internet geschaffen, das von zahlreichen Einrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen unterstützt und genutzt wird: http://www.alemannia-judaica.de/index.htm. Im Zentrum der gemeinsamen Interessen steht die Erforschung der jüdischen Geschichte der Region sowie die Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Kooperation bei der Forschungsarbeit in Süddeutschland sowie der grenzüberschreitende Informationsaustausch mit Initiativen und Einrichtungen in Frankreich, der Schweiz und Österreich. Neben Hinweisen auf jüdische Kulturdenkmäler und Museen findet sich auf den Webseiten eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht zu jüdischen Friedhöfen, die auch über den süddeutschen Raum hinausreicht: http://www.alemannia-judaica.de/juedische_friedhoefe.htm. Die Angaben zu den einzelnen Friedhöfen enthalten vorwiegend Mitteilungen zur Lage und Geschichte des jeweiligen Friedhofs und bieten Links zu den Webseiten der politischen Gemeinden.

Mitorganisator und Webmaster der Seiten der Alemannia – Judaica ist Pfarrer Dr.°Joachim Hahn, der für die Friedhofsübersicht zahlreiche neuere Fotos zur Verfügung stellte. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gesamtaufnahmen der Friedhöfe und eine Auswahl einzelner Steine vor Ort. Bereits seit Mitte der 80er Jahren war Herr Dr. Hahn auf zahlreichen Friedhöfen in Baden-Württemberg tätig, die er ausführlich dokumentierte. Von daher verfügt Herr Dr. Hahn über ein umfangreiches Fotoarchiv, das er selbst verwaltet.

Adressen:

 

Dr. Joachim Hahn
Anne-Frank-Weg 21
73207 Plochingen
Tel.: 0 71 53 - 2 10 82
Fax: 0 71 53 - 7 34 08
e-mail: JoachimSHahn@web.de


B A M B E R G E R

Naftali Bar-Giora Bamberger stammt aus einer bekannten Rabbinerfamilie. Er wurde 1919 in Hamburg geboren. 1933 wanderte er nach Palästina aus. 1984 hat er dann angefangen, jüdische Friedhöfe zu dokumentieren, Familienbücher zu erarbeiten und an Ausstellungen zur Geschichte der Juden in Deutschland mitzuwirken. Seit 1990 unterhielt er ein Büro in Stuttgart und das von ihm gegründete "Bamberger Familien Archiv" in Jerusalem mit mehreren Mitarbeitern. 1997 wurde Naftali Bar-Giora Bamberger mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Im Januar 2000 ist Herr Bamberger verstorben.

Die Friedhofsdokumentationen erarbeitete Herr Bamberger gewöhnlich im Auftrag der jeweiligen Kommunalverwaltungen. Die Inschriften der Grabsteine wurden vor Ort abgeschrieben und außerdem noch fotografiert. Für die Endredaktion der Dokumentationen wurden alle auffindbaren Register und archivischen Quellen ausgewertet. Die Publikation der Ergebnisse erfolgte in der Regel in Form von Volldokumentationen. Die Materialsammlungen sind Bestandteil des "Bamberger Familienarchivs", welches bereits zu großen Teilen vom Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland verwahrt wird. An der Vollendung und Drucklegung einiger Dokumentationen wird nach Herrn Bambergers Tod unter Leitung von Herrn Werner Hauser (Stuttgart) weitergearbeitet.

Übersicht zu den von Herrn Bamberger auf diese Weise bearbeiteten Friedhöfen:

I. BADEN-WÜRTTEMBERG

- Diersburg
1984 begann die Gemeinde Hohberg, eine Dokumentation des jüdischen Friedhofs Diersburg zu erarbeiten. Zuerst wurde ein Plan des Friedhofes gezeichnet und danach alle Grabsteine fotografiert (siehe auch Projekt Diersburg). Herr Bamberger schrieb dann die Grabinschriften ab und legte eine Belegungsliste an. Die gesamten Dokumentationsunterlagen befinden sich bei der Ortsverwaltung in Niederschopfheim und können dort eingesehen werden. Das Zentralarchiv erhielt 1988 eine Kopie der Belegungsliste und der Abschriften der hebräischen Grabinschriften. 1999 übernahm das Zentralarchiv die Materialsammlung von Herrn Bamberger zum geplanten Buch über den jüdischen Friedhof (Bestand B. 3/27, Zugang 99/5, Nr. 50). Einen historischen Überblick zum Friedhof Diersburg und zur Grabsteingestaltung liefert Bamberger 1985.

- Gailingen
Volldokumentation veröffentlicht: Bamberger 1994
Vom "Verein für die Erhaltung des Jüdischen Friedhofes Gailingen" und der Gemeinde Gailingen wurde 1990 Herr Bamberger mit der Volldokumentation des Friedhofes beauftragt. Die Fotos der Grabsteine wurden von Herrn Gerold Kühnl (Gailingen) angefertigt. Herr Bamberger schrieb die Inschriften ab und übersetzte die hebräischen ins Deutsche.
Teile der Materialsammlung wurden 1993,1996 und 1999 dem Zentralarchiv übergeben (Bestand B. 3/27, Zugang 93/10, Zugang 96/6, Nr. 1 und 2 sowie Zugang 99/5, Nr. 85-88).

- Jebenhausen und Göppingen
Volldokumentation veröffentlicht: Bamberger 1990
1986 begannen die Städte Göppingen und Kircheim unter Teck, eine Dokumentation der beiden jüdischen Friedhöfe Jebenhausen und Göppingen zu erarbeiten. Es wurden Pläne von den Friedhöfen angefertigt und alle Grabsteine fotografiert (siehe auch Projekt Göppingen). Mit der Abschrift und Übersetzung der Inschriften wurde Herr Bamberger beauftragt. Diese Arbeit war Ende 1987 beendet und im Januar 1988 konnte die Dokumentation (maschinenschriftlich) der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Typoskript wurde auf Anregung der beiden Städte weiterbearbeitet und 1990 in Buchform herausgegeben (Bamberger 1990).
Die Dokumentationsunterlagen befinden sich heute im Stadtarchiv Göppingen. Ein Satz Abzüge der Grabsteinfotos des Friedhofes Jebenhausen wurde 1999 von Herrn Bamberger dem Zentralarchiv übergeben (Bestand B. 3/27, Zugang 99/5, Nr. 13, 14, 20)

- Offenburg (Neuer Friedhof)
ca. 1980 Dokumentation von 9 Grabsteinen, welche sich heute auf dem Neuen Friedhof in Offenburg befinden und vermutlich vom Alten Friedhof in Offenburg stammen.

- Schmieheim
Volldokumentation veröffentlicht: Bamberger 1999
Seit den 80er Jahren bemühten sich der "Deutsch-Israelische Arbeitskreis Südlicher Oberrhein e.V." und der Bürgermeister der Gemeinde Kippenheim um eine Dokumentation des Schmieheimer Friedhofes. In den Jahren 1990-1994 wurde der Friedhof vollständig fotografisch erfaßt (siehe auch Projekt Schmieheim).
Seit 1994 arbeitete Herr Naftali Bar-Giora Bamberger unter Zuhilfenahme der Fotos an der Abschrift und Übersetzung der Grabinschriften. Von ca. 530 Grabsteinen (älterer Grabsteinbestand) fertigte er eine Volldokumentation an, von den restlichen eine Grunddokumentation. Die Dokumentationsergebnisse wurden 1999 zusammen mit den Fotos in einem zweibändigen Buch publiziert (Bamberger1999). Seine Materialsammlung zur Friedhofsdokumentation hat Herr Bamberger 1999 dem Zentralarchiv übergeben (Bestand B. 3/27, Zugang 99/5, Nr. 23-43)

- Friedhöfe im Hohenlohekreis
Berlichingen, Hohebach, Krautheim, Laibach, Öhringen
Die Friedhöfe wurden im Auftrag des Landkreises Hohenlohe durch Herrn Bamberger in Form einer Volldokumentation bearbeitet. Die Drucklegung erfolgte erst nach seinem Tod: Bamberger 2002.

 

II. BAYERN

- Höchberg bei Würzburg
Die Arbeit an der Dokumentation begann 1985 im Auftrag Stadt Höchberg. Fotos der Grabsteine wurden von Israel Schwierz angefertigt. Die Ergebnisse sind dann als Volldokumentation in Bamberger 1991 veröffentlicht worden. Für diese Publikation, die auch den Lage- und Belegungsplan enthält, stellten das Stadtarchiv Würzburg Informationen über die Verstorbenen Würzburger und das Stadtarchiv Höchberg Informationen über die Verstorbenen Höchberger zur Verfügung.

Teile der Materialsammlung wurden 1991 und 1999 dem Heidelberger Zentralarchiv übergeben (Bestand B. 3/27 Zugang 91/13, Zugang 99/5, Nr. 12, 16).

 

III. HAMBURG

- Wandsbek
Volldokumentation veröffentlicht: Bamberger 1997.
Die Materialien zur Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hamburg wurden 1999 dem Zentralarchiv übergeben (Bestand B. 3/27 Zugang 99/5, Nr. 1, 21, 45-49).

 

IV. HESSEN

- Hanau und Steinheim bei Frankfurt
Volldokumentation in Arbeit

 

V. NIEDERSACHSEN

- Celle
Volldokumentation veröffentlicht: Bamberger 1992.
Die Arbeit an der Dokumentation begann Mitte der siebziger Jahre im Auftrag des Stadtarchivs Celle. Zunächst hat Bamberger mit Fotos gearbeitet, die zwischen 1974 und 1977 im wesentlichen durch Detlev van Eupen angefertigt wurden (Negative und Abzüge verwahrt das Stadtarchiv Celle). Kurz vor der Veröffentlichung wurden die Grabsteine 1991 nochmals von Nils Römer fotografiert. Die Negative und Abzüge der Grabsteinfotos sowie seine Materialsammlung gelangten 1996 und 1999 in das Heidelberger Zentralarchiv(Bestand B. 3/27, Zugang 96/6, Nr. 35 und Zugang 99/5, Nr. 11, 15, 19).

 

VI. RHEINLAND-PFALZ

- Niederbieber
Volldokumentation von Feld A veröffentlicht: Bamberger 1987
Die Bearbeitung der Felder B, C und D konnte von Herrn Bamberger noch abgeschlossen werden. Die Drucklegung der Volldokumentation des gesamten Friedhofs, in der auch die Inschriften von Feld A nochmal gründlich überarbeitet wurden, erfolgte nur wenige Monate nach dem Ableben des Autors: Bamberger 2000.

- Linz am Rhein und Leubsdorf
Dokumentation der beiden Friedhöfe durch Herrn Bamberger 1986 im Auftrag der Stadt Linz. Die Manuskripte werden vom Stadtarchiv Linz verwahrt. Informationen über Bambergers Dokumentationstätigkeit finden sich bei Peters 1996a, S.70 und bei Rings 1989, S. 175. Zahlreiche Daten aus Bambergers Dokumentationen sind in die genealogischen Übersichten bei Rings 1989, S. 176-217 eingeflossen.

 

Adressen

"Bamberger Fam. Archives"
91070 Jerusalem P.O.B. 7038 Israel
Tel/Fax: 00972- 2 – 28 38 17

"Bamberger Familienarchiv"
- Werner Hauser -
70003 Stuttgart
Postfach 10 04 04
Tel/Fax: 0711 - 649 16 54

Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 06221-18 10 49
E-Mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de

 

Adressen zu einzelnen Friedhöfen:

Celle:
Stadtarchiv Celle
Westerceller Str. 4
29227 Celle

Diersburg
Gemeinde Hohberg
- Ortsverwaltung Diersburg-Niederschopfheim -
Freiburger Straße 30
77409 Hohberg
Tel. 0 78 08 - 88 5

Jebenhausen/Göppingen:
Stadt Göppingen
Archiv und Museen
Postfach 11 49
73011 Göppingen
Tel.: 07161 - 97 95 22
Fax: 07161 - 97 95 21
e-mail: archiv-museen.stadt.goeppingen@T-online.de

Linz und Leubsdorf
Stadtarchiv Linz am Rhein
Servitessenkirche
Klosterstraße 13
53545 Linz am Rhein

Schmieheim:
- Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim
http://home.t-online.de/home/EhSynKipp/dhome2.htm
- Gemeindeverwaltung Kippenheim
77971 Kippenheim

 


B O N D Y

Seit Ende der 80er Jahren arbeitet Herr Dan Bondy an Dokumentationen jüdischer Friedhöfe. Seine Tätigkeit konzentriert sich vor allem auf die textliche Arbeit, d.h. Abschrift und Übersetzung der Inschriften. Sein erste Arbeit war 1988 zu den jüdischen Friedhöfen Weilerswist und Lommersum. Tätig wurde Herr Bondy in verschiedenen Bundesländern. (In der folgenden Auflistung seiner Dokumentationsarbeiten wird zunächst nur näher auf das Bundesland Baden-Württemberg eingegangen.)
Über die jüdischen Friedhöfe in Sachsen-Anhalt publizierte Herr Bondy zusammen mit Frau Nathanja Hüttenmeister einen Aufsatz in einem Sammelband (Sachsen-Anhalt 1998).

I. Abgeschlossenen Friedhofsdokumentationen

a) Baden-Württemberg

- Sontheim
Auf dem jüdischen Friedhof Sontheim schrieb Herr Bondy 1990 im Auftrag der Stadt Heilbronn sämtliche Inschriften ab und übersetzte sie anschließend. An Bildmaterial lagen ihm die 1985/87 von den Schülern der Realschule Heilbronn angefertigten Grabsteinfotos vor. 1990 schloß er seine Dokumentationsarbeit ab und sie wurde als maschinenschriftliches Manuskript xerox-vervielfältigt (Bondy 1990).

- Heilbronn (Im Breitenloch)
Im Auftrag der Stadt wurde Herr Bondy hier, in gleicher Weise wie in Sontheim, im Jahre 1991 tätig. An Bildmaterial waren die 1984 von der Realschule Heilbronn und 1990 vom Stadtarchiv Heilbronn erstellten Photodokumentationen des Friedhofes vorhanden. Im gleichen Jahr schloß er seine Arbeit ab und die Inschriften und Übersetzungen wurden publiziert (Bondy 1992, maschinschriftliches, xerox-vervielfältigtes Manuskript).

Exemplare seiner Arbeit befinden sich im Stadtarchiv Heilbronn, beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, bei der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs sowie im Zentralarchiv.

b) Hessen

Frankfurt am Main (Alter Friedhof, Battonstraße)
1991-1998 Volldokumentation unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Brocke
Mitarbeit u.a. von Dan Bondy
Auszüge der Dokumentation publiziert: Brocke 1996a

c) Nordrhein-Westfalen

Godesberg
Volldokumentationdes Friedhofes durch Dan Bondy
publiziert: Bondy 1991

Schwarzrheindorf (Stadt Bonn)
1987 -1997 Volldokumentation des Friedhofes durch Michael Brocke und Dan Bondy. Die Ergebnisse der Arbeit wurden 1998 publiziert: Brocke/Bondy 1998

Solingen
1989 Volldokumentation des Friedhofes unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Brocke, Mitarbeit von Dan Bondy (Grabsteinkommentare), publiziert: Brocke 1996b.

Weilerswist
(Friedhöfe in Großvernich und Lommersum)
Abschrift und Übersetzung: alle Steine sowie Belegungsplan durch Dan Bondy
Inschriften und Übersetzung sowie Belegungsplan publiziert in Bondy 1988

d) Rheinland-Pfalz

Bad Breisig

Volldokumentation des Friedhofs Bad Breisig (Burg Rheineck) im Rahmen des 1992 bis 1995 durchgeführten Projektes "Erfassung jüdischer Friedhöfe" (siehe Denkmalpflege 1996, S. 19-22) durch Michael Brocke und Dan Bondy. Dokumentationsergebnisse wurden publiziert in: Bad Breisig 1996.

Bingen
Volldokumentation des Friedhofes im Rahmen des 1992 bis 1995 durchgeführten Projektes "Erfassung jüdischer Friedhöfe" (siehe Denkmalpflege 1996 , S. 19-22) durch Dan Bondy und Martina Strehlen. Dokumentationsergebnisse wurden auszugsweise in Strehlen 1996 abgedruckt.

Miesenheim (Rheinland-Pfalz)
Dokumentation des Friedhofes durch Martin Roggatz, Übersetzung der Inschriften durch Dan Bondy. Ergebnisse wurden 1996 publiziert: Miesenheim 1996

 

II. LAUFENDE PROJEKTE

Arolsen (Hessen)

Siegburg (Nordrhein-Westfalen)
Seit 1997 Volldokumentation durch Dan Bondy in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Kreisarchiv Siegburg. Eine Veröffentlichung ist geplant.

Chemnitz (Sachsen)

 

Adressen:

Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs
Hospitalstraße 36
70174 Stuttgart
Tel.: 07 11 - 2 28 36 0
Fax: 07 11 - 2 28 36 18

Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
Bienenstraße 5
69117 Heidelberg
Fax: 06221-18 10 49
E-Mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de


C A S S U T O

Alfonso Cassuto (1910-1990) hat sich vor seiner Auswanderung nach Portugal im Jahr 1933 intensiv mit der Geschichte der portugisieschen Juden in Norddeutschland beschäftigt. In diesem Zusammenhang galt sein Interesse auch den jüdischen Friedhöfen in Emden (Neuer Friedhof), Glückstadt (in Schleswig-Holstein) und vor allem in Altona (Königstraße). In Vorbereitung einer Dissertation hat er in den Jahren 1927-1930 zahlreiche portugiesischen Inschriften abgeschrieben (s. dazu Studemund-Halévy 1997a). Die Manuskripte liegen heute im Staatsarchiv Hamburg (Bestand 522-1, Signatur 996e). Einzelne Resultate wurden von Cassuto bereits vor dem Krieg publiziert (über Emden in Cassuto 1929). In den neunziger Jahren griff Michael Studemund-Halevy die Arbeit von Alfonso Cassuto auf, sichtete seine Manuskripte, und veröffentlichte insbesondere eine überarbeitete Version der portugiesisch-spanischen Grabinschriften in Emden und Glückstadt (Studemund-Halévy 1997b).

Adresse
Staatsarchiv Hamburg
Kattumbleiche 19
22041 Hamburg


H A M B U R G

1966 wurde in Hamburg das Institut für die Geschichte der deutschen Juden gegründet (siehe Freimark 1991). Neben der Auswertung der zum großen Teil im Hamburger Staatsarchiv verbliebenen Vorkriegsakten der jüdischen Gemeinden Hamburg, Altona und Wandsbek, stellt seit 1973 die Beschäftigung mit den ungefähr 25 000 Fotos von jüdischen Grabsteinen in Hamburg, die zwischen 1936 und 1960 entstanden sind (Negative im Hamburger Staatsarchiv, Abzüge als Leihgabe des Denkmalschutzamtes im Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg, und in den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem), einen Schwerpunkt in der Tätigkeit des Instituts dar.(Siehe dazu zunächst Freimark 1991, Marwedel/Zürn 1993 und Studemund-Halévy 1997a, S. 737ff. Beim weiteren Ausbau der Übersicht werden auch die Hamburger Friedhöfe noch eingehend zur Sprache kommen. Im Moment muß es bei diesen kurzen Bemerkungen bleiben.). Da auf diese Weise am Hamburger Institut früher als andernorts Kompetenz für Friedhofdokumentation entstand, gelangte auch Dokumentationsmaterial zu zahlreichen jüdischen Friedhöfen außerhalb Hamburgs in die Sammlungen des Instituts. Lediglich die fotografische Dokumentation der drei jüdischen Friedhöfe in Hildesheim wurde im Auftrag des Instituts durchgeführt. Die anderen Materialien sind dem Institut übergeben worden:

 

I. Baden-Württemberg

Dettensee:
124 Fotos, aufgenommen 1944, aus dem Nachlaß von Frank Freytag

II. Brandenburg

Joachimsthal:
10 Farbfotos (Abzüge), dem Institut 1981 von Dr. Ole Harck zugeschickt.

II. Niedersachsen

Bad Pyrmont (Bombergallee):
18 Fotos und 10 Negative. Unvollständige Belegungsliste.

Cuxhaven: 8 Negative

Dannenberg:
13 Fotos (Abzüge), dem Institut 1978 von Kurt Heinemann zugeschickt.

Hildesheim (Teichstraße): 607 Fotos (Abzüge)
Hildesheim (Zentralfriedhof): 7 Fotos (Abzüge)
Hildesheim (Moritzberg): 39 Fotos (Abzüge)
Die insgesamt 653 Fotos auf den jüdischen Friedhöfe in Hildesheim wurden 1978/79 von Herbert Eisenhauer im Auftrag des Instituts aufgenommen.

Hitzacker:
- Material zur Geschichte, 1967 von W. Honig erarbeitet.
- 26 Fotos (Abzüge) von 13 Grabsteinen, dem Institut 1978 von Kurt Heinemann zugeschickt.

Schnackenburg:
15 Negative, dem Institut 1983 von Dr. Ole Harck überreicht

Wingst: 2 Fotos, 4 Negative

IV. Rheinland-Pfalz

Kirrweiler: Material zur Geschichte

V. Schleswig Holstein

Bad Segeberg: Belegungsliste, Material zur Geschichte

Glückstadt: 1 Negativplatte

 

Adresse

Institut für die Geschichte der deutschen Juden
Rothenbaumchaussee 7
20148 Hamburg
Tel.: 040 - 41 23 26 17 / 18
Fax: 040 - 448 08 66

 


H E I N R I T Z

Herr Hansjürgen Heinritz arbeitet seit Jahren am Aufbau einer Privatsammlung zur jüdischen Lokalgeschichte in Deutschland. Vor allem bemüht er sich um die Dokumentation von Synagogen und jüdischen Friedhöfen. Seine Sammlung enthält Fotos, Dia-Serien, Drucksachen u.a. schriftliche Unterlagen. In der Regel hat er die von ihm dokumentierten Orte selbst aufgesucht. Teilweise liegt auch Material über Orte und Gebäude außerhalb Deutschlands vor. Für die Bundesrepublik sind Materialien zu jüdischen Friedhöfe an folgenden Orten vorhanden:

Bayern
Gunzenhausen, Pappenheim, Rothenburg o.T.

Berlin
Weißensee

Hessen
Wiesbaden

Niedersachsen
Bodenwerder, Esens

Nordrhein-Westfalen
Ahaus, Anholt, Billerbeck, Bork, Borken, Bocholt, Coesfeld, Detmold, Dormagen, Dortmund, Dülmen, Essen, Gemen, Gescher, Gütersloh, Gronau, Haltern, Havixbeck, Lüdenscheid, Lennestadt, Münster, Nottuln, Nümbrecht, Rees, Rheine, Schöppingen, Stadtlohn, Südlohn, Telgte, Vreden, Warstein

Saarland
Blieskastel

Sachsen-Anhalt
Halberstadt, Quedlinburg

Schleswig-Holstein
Neustadt

 

Adresse
Hansjürgen Heinritz
Hof zum Ahaus 28
48683 Ahaus
Tel.: 02561-55 57


 

H E Y E C K H A U S

 

Norbert A. Heyeckhaus, Inhaber einer Werkstatt für Grabmalkunst in Altendiez (an der Lahn, östlich von Koblenz), begann 2004, jüdische Grabsteine mit einer Digitalkamera zu fotografieren. Zum Vertrieb der auf CD-ROM bzw. DVD-ROM abgelegten Fotoserien gründete er den Verlag Friedhof und Denkmal, der im Internet unter www.1media.org präsent ist. Bisher sind vor allem Friedhöfe im Rheinland dokumentiert worden. Konkret können folgende Ergebnisse verzeichnet werden:

 

 

HESSEN

 

Alsbach-Hähnlein
Im November 2006 erschien eine DVD (= Vol. 14) mit mehr als 3000 Fotos, ergänzt durch eine Namensliste.

 

Bad Homburg v.d.H.
Im Mai 2007 erschien eine DVD (= Vol. 16) mit mehr als 850 Fotos. Der Friedhof ist vollständig dokumentiert worden, zahlreiche Detailaufnahmen.

 

Dieburg
Im August 2006 erschien eine DVD ( Vol. 13) mit ca. 1000 Fotos.

 

Frankfurt (Rat-Beil-Straße)

Zwischen Okt. 2004 und Februar 2005 wurden sämtliche Grabsteine auf diesem Friedhof aufgenommen. Es entstanden ca. 17 000 Fotos. Die vorwiegend für Bibliotheken, Universitäten und Museen hergestellte Gesamtausgabe umfaßt 5 DVD's und wurde auf 33 Exemplare limitiert. Eine Auswahl mit über 400 Aufnahmen erschien auf einer CD (= Vol. 5). Im Mai 2007 erschien die Gesamtausgabe dann auf 3 DVD’s (Vol. 15). Zusätztlich zu den Grabsteinfotos ist dort auch das 159 Seiten umfassende Friedhofsbuch (als pdf-Datei) enthalten.

 

Frankfurt (Battonstraße)

Eine DVD (= Vol. 7): Fotografische Gesamtdokumentation mit mehr als 1100 Aufnahmen.

 

Frankfurt (Austrittsgemeinde)

Im Jahr 2004 zwei CD (= Vol. 2) mit ca. 2000 Fotos von sämtlichen Grabsteinen auf dem Friedhof der "Israelitischen Religionsgemeinschaft" in Frankfurt am Main.

 

Frankfurt Stadtteile.
Im Sep. 2006 erschien eine DVD (= Vol. 12) mit ca. 650 Fotos von den jüdischen Friedhöfe in den Frankfurter Stadteilen Bergen-Enkheim, Bockenheim, Heddernheim, Griesheim und Rödelheim.

 

Limburg -Weilburg

Im Jahr 2004 eine CD (= Vol. 1) mit über 500 Fotos von sämtlichen Grabsteinen auf den beiden Friedhöfen

 

Wiesbaden

Im April 2005 erschien eine DVD (= Vol. 6) mit dem Titel Die Jüdischen Friedhöfe in Wiesbaden,
auf der ca. 2000 Fotos von sämtlichen Grabsteinen der folgenden drei Friedhöfe gespeichert sind:

-   Wiesbaden (Alter Friedhof), 1747-1890

-   Wiesbaden (Neuer Friedhof), 1891-1945

-   Wiesbaden (Austrittsgemeinde), 1877-

 

 

RHEINLAND-PFALZ

 

Bingen
Im Jahr 2009 eine DVD (=Vol. 18) mit mehr als 900 Aufnahmen. Außerdem ein schematischer Belegungsplan.
Kein begleitender Text. (Siehe in der Literaturliste unter Heyeckhaus 2009 a)

 

Koblenz
Im August 2005 wurden sämtliche Grabsteine auf dem Friedhof fotografiert, wobei 611 Fotos entstanden,
die zusammen mit den Fotos von Niederbieber auf einer DVD (= Vol. 9) vertrieben werden. (Siehe in der
Literaturliste unter Heyeckhaus 2005 b)

 

Mainz (Alter Friedhof)
Im Jahr 2008 eine DVD (= Vol. 17) mit mehr als 1400 Aufnahmen (einschließlich Denkmalfiedhof).
Kein begleitender Text. (Siehe in der Literaturliste unter Heyeckhaus 2008 a)

 

Mainz (Neuer Friedhof)
Im Jahr 2005 eine DVD (= Vol. 8) mit mehr als 2400 Fotos vom gesamten Grabsteinbestand.
Kein begleitender Text. (Siehe in der Literaturliste unter Heyeckhaus 2005 a)

 

Niederbieber
Im August 2005 wurden sämtliche Grabsteine auf diesem Friedhof fotografiert, wobei 703 Fotos entstanden,
die zusammen mit den Fotos von Koblenz auf einer DVD (= Vol. 9) vertrieben werden.
(Siehe in der
Literaturliste unter Heyeckhaus 2005 b)

 

Worms (Alter Friedhof)
Im Jahr 2004 zwei CD-ROM (= Vol. 4) mit mehr als 850 Fotos

(Siehe in der Literaturliste unter Heyeckhaus 2004 b ).

 

Rhein-Lahn-Kreis
Zwei CD-ROM ( = Vol. 3) Ende 2004 mit annähernd 2000 Fotos.
Dokumentiert wurden alle Friedhöfe des Rhein-Lahn-Kreises (bis auf Holzappel):
Bad Ems, Cramberg ,Balduinstein, Bornich, Braubach, Burgschwalbach, Dachsenhausen, Diez (Neuer Friedhof), Fachbach, Flacht, Frücht, Kördorf, Miehlen, Nassau, Nastätten, Niedertiefenbach, Nochern, Oberlahnstein (Neuer Friedhof), Osterspai, Seelbach, Singhofen, Wasenbach

Die Fotoserien wurden ergänzt durch Lagepläne sowie kurze Texte zu den einzelnen Friedhöfen, die Adressen, Zustandsbeschreibungen und Angaben zur Materialqualität der Grabsteine enthalten.

 

 

NORDRHEIN-WESTFALEN

 

Deutz
Im Januar 2006 erschien eine DVD (= Vol. 11).

 

Köln (Bocklemünd)
Im September 2005 erschien eine DVD (= Vol. 10) mit ca. 3000 Fotos von sämtlichen Grabsteinen.

 

 

In der Regel werden sämtliche Steine eines Friedhofs aufgenommen. Die hochauflösenden Fotos sind meist von guter Qualität und erlauben das Lesen der Inschriften. Mitunter liegt die Inschrift jedoch im Schatten, worunter der Informationswert der Aufnahmen leidet. Oft wurden verschiedene Belichtungen eines Motivs abgespeichert. Neben den einzelnen Steinen sind Fotos von Details und Übersichtaufnahmen zu finden. Alle Aufnahmen sind nummeriert worden, ohne daß diese Nummern jedoch auf einen Belegungsplan verweisen würden. Lediglich die Feldeinteilung auf dem Friedhofsgelände ist bei größeren Friedhöfen in der Verzeichnisstruktur abgebildet worden. Auf den meisten CD’s bzw. DVD’s sind auch die Namen der Verstorbenen noch nicht ermittelt worden, so daß man dort nicht gezielt nach bestimmten Personen suchen kann. Dieses Defizit wird seit Oktober 2005 durch den Aufbau einer online-Datenbank (http://www.jcdp.de/login.php ) langsam behoben. Unter Mitwirkung amerikanischer Genealogen werden die Inschriften auf den Grabsteinfotos gelesen und die wichtigsten Angaben festgehalten (Name, Sterbejahr, Friedhof, Feld). Von insgesamt 60 000 Fotos waren Ende 2006 ungefähr 15 000 Fotos zusammen mit den zugehörigen Angaben erfaßt. Die Nutzung der Datenbank ist kostenlos, setzt jedoch eine Registrierung vorraus, für die auf der Webseite ein Formular bereit gehalten wird. Die Datenbank wird zum Zwecke der Langzeitarchivierung auch im Leo-Baeck Institute New-York geführt und kann dort (offline) eingesehen werden.

 

 

Adressen

 

Verlag Friedhof und Denkmal

Norbert A. Heyeckhaus

Bergstraße 17

65432 Altendiez

 

Telefon: 06432-98240-0

Telefax : 06432-84297

 

E-Mail : webmaster@1media.org

Webseite: www.1media.org

 


H Ü T T E N M E I S T E R , N A T H A N J A

Einen engen Kontakt mit der Dokumentation jüdischer Friedhöfe hatte Frau Nathanja Hüttenmeister bereits in ihrem Elternhaus. Ihr Vater, Dr. Frowald Gil Hüttenmeister, dokumentiert jüdische Friedhöfe bereits seit den 80er Jahren. Während ihres Studiums der Judaistik (Berlin und Jerusalem) bei Prof. Dr. Michael Brocke wurde dies noch vertieft. In ihrer Studienzeit arbeitete sie an mehreren Friedhofsdokumentationen mit (beispielsweise Berlin-Spandau). Die Magisterarbeit, die 2005 veröffentlicht wurde (Hüttenmeister 2005), schrieb sie über den alten jüdischen Friedhof in Berlin (Große Hamburger Straße). Neben der Übersetzung der Inschriften war sie bei Gemeinschaftsprojekten vorrangig für die Kommentierung der Inschriften verantwortlich. Über die jüdischen Friedhöfe in Sachsen-Anhalt publizierte sie zusammen mit Herrn Bondy einen Aufsatz in einem Sammelband (Sachsen-Anhalt 1998). Seit Oktober 2003 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Salomon Ludwig Steinheim-Institut, bei dem sie vor allem für Epigraphik und Memorbücher zuständig ist. In den Jahren 2007-2008 dokumentierte N. Hüttenmeister gemeinsam mit Dan Bondy mehrere Friedhöfe in Nordrhein-Westfalen im Zuge des Euregio-Projekts.

 

BADEN-WÜRTTEMBERG

Laupheim
- 1991-1992 Volldokumentation des Friedhofes im Auftrag der Stadt Laupheim und in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt.
- Auf Grundlage dieser Arbeit und unter Einbeziehung zusätzlicher Quellen (Personenstandsregister und andere Archivbestände sowie von Rabbiner Leopold Treitel und Josef Schönle erarbeitete Materialien) Weiterbearbeitung im Auftrag der Stadt Laupheim mit dem Ziel einer Buchpublikation (siehe auch Projekt Laupheim).
Publiziert: Hüttenmeister 1998 und online unter http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?function=Inf&sel=lau

BAYERN

Ansbach
- 2007-2008 Volldokumentation des Friedhofes, initiiert von Dr. Gisela Lehmann und Alexander Biernoth.
- Dr. Bert Sommer fertigte die Fotos der einzelnen Grabsteine an und Denny Spyra, Ralf Spyra und Annette Sauerhammer einen Lageplan.
- Fotos liegen im Steinheim-Institut und sind auch über den unten stehenden Link einzusehen.
Publiziert: Hüttenmeister 2008 und online unter http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?function=Inf&sel=ans

BERLIN

Berlin (Alter Friedhof, Große Hamburger Straße)
1997 Magisterabeit (zur Geschichte des Friedhofes), Hüttenmeister 1997
2005 veröffentlichte Magisterarbeit (mit Christiane E. Müller), Hüttenmeister 2005

Spandau
1993 Mitarbeit an der Volldokumentation der mittelalterlichen Grabsteine Spandaus, publiziert: Brocke 1994b

HESSEN

Bommersheim
2007/08 Volldokumentation der Grabsteinfragmente, die bei der Grabung des Mainzer Judaisten Prof. Andreas Lehnardt und des Archäologen Frank Lorscheider M.A. vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege gefunden wurden. Die Lesung der Inschriften erfolgte später durch N. Hüttenmeister anhand der Fotos, die bei der Grabung angefertigt wurden. Die Ergebnisse wurden vollständig publiziert in Hüttenmeister 2008 b und online
unter http://steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/epidat?function=Inf&sel=bom ,
Auszüge in Hüttenmeister 2008 a und online
unter http://www.steinheim-institut.de/edocs/kalonymos/kalonymos_2008_4.pdf#P.22

Frankfurt am Main
1991-1998 Volldokumentation unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Brocke
Mitarbeit u.a. von Nathanja Hüttenmeister
Auszüge der Dokumentation publiziert: Brocke 1996a

NORDRHEIN-WESTFALEN

Fürstenau
2007/08 Volldokumentation von Nathanja Hüttenmeister auf den Webseiten des Steinheim-Instituts in der epigraphischen Datenbank unter: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?function=Inf&sel=hxf

Linnich
2007/08 Volldokumentation von Nathanja Hüttenmeister auf den Webseiten des Steinheim-Instituts in der epigraphischen Datenbank unter: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?function=Inf&sel=lin

Soest
Volldokumentation unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Brocke
Mitarbeit u.a. von Nathanja Hüttenmeister (Durcharbeitung archivalischer Quellen und Kommentierung der Inschriften)
publiziert: Brocke 1993

Solingen
1989 Volldokumentation unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Brocke
Mitarbeit u.a. von Nathanja Hüttenmeister
publiziert: Brocke 1996b

Weisweiler (Stadt Eschweiler)
1995 Volldokumentation durch Prof. Dr. Michael Brocke unter Mitarbeit von Nathanja Hüttenmeister
publiziert in Schröter 1995, S. 30-57.

THÜRINGEN

Sondershausen
2005-2006 Volldokumentation des Friedhofes;
die von Henryk Bies erstellten Fotos (1992-1996) konnten jedoch aufgrund der großen Menge nicht alle publiziert werden;
publiziert: Hüttenmeister 2006

 

Adresse:

 

Nathanja Hüttenmeister
Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen
Edmund Körner-Platz 2
45127 Essen

Tel: 0201 20164434
Fax 0201 82162916

E-Mail: hut@steinheim-institut.org
http://134.91.195.113/wiki/index.php/Hauptseite


M O R G E N S T E R N - W U L F F

 

BAYERN

 

Ermetzhofen

Der Ort Ermetzhofen nahm am Bundeswettberwerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil. Das Jurymitglied Prof. Dr. Gerhard Richter regte in diesem Zusammenhang eine Dokumentation des jüdischen Friedhofes an. Johanna Morgenstern-Wulff erstellte darauf hin eine Dokumentation des Friedhofes Ermetzhofen. Diese Arbeit wurde veröffentlicht (Morgenstern-Wulff 1988) und enthält einen Belegungsplan, 11 Fotos und teilweise Übersetzungen dieser 11 Inschriften, ergänzt mit archivarischem Material. Die Fotos wurden von Frau Morgenstern-Wulff sowie von den Lehrkräften der Christian-von-Bomhard-Schule (Uffenheim), Alfred Wagner und Wolfgang Hümmer angefertigt.

NORDRHEIN-WESTFALEN

Im Rahmen eines von der Stiftung Volkswagenwerk geförderten Forschungsprojektes zur "Erfassung und Dokumentation der Sepulkralkultur zwischen 1750 - 1850" beauftragte die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, e. V., Kassel, Johanna Morgenstern - Wulff zur Erstellung einer Studie über die jüdischen Begräbnisplätze in Wittgenstein. Zwischen 1979 und 1981 dokumentierte Johanna Morgenstern - Wulff die jüdischen Friedhöfe in Wittgenstein jeweils vor Ort, indem sie Lage - und Belegungspläne sowie Belegungslisten erarbeitete für: Berleburg (Alter Friedhof), Berleburg (Neuer Friedhof), Elsoff, Laasphe. Einzelne Grabstein Inschriften besonders repräsentativer älterer Steine in Berleburg (Alter Friedhof) und Laasphe wurden mit Unterstützung von Landesrabbiner E. Davidovic, Ruth Röcher und K. Wulff übersetzt. Zudem fotografierte Morgenstern-Wulff ausgesuchte Grabsteine in den Jahren 1979 -1981.
Das Manuskript der Dokumentation entstand 1981-1982 und konnte 1988 erstmals veröffentlicht werden in: Wittgenstein, Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins, e.V., Jhg. 76, Bd. 52, Heft 4. Für eine zusammenfassenden Darstellung der jüdischen Friedhöfe im gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein, erschienen im Verlag der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, e.V., Siegen-Wittenstein 1991, wurde der Aufsatz von Johanna Morgenstern-Wulff in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht und ergänzt um die Darstellung der jüdischen Friedhöfe des Siegerlandes, bearbeitetet von Klaus Dietermann.
Das im Rahmen des Forschungsprojektes zwischen 1979 - 1981 zusammengetragene Material befindet sich in der Bibliothek des Zentralinstitutes für Sepulkralkultur.

Adresse:

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstrasse 25 - 27
34 117 Kassel


P E T E R S

Neben seiner Arbeit als Postbeamter in Aachen begann Dieter Peters Ende der 80er Jahren mit der Erforschung jüdischer Friedhöfe. Für seine genealogisch ausgerichteten Recherchen nutzte Peters zunächst sowohl archivarische Quellen wie Bestandsaufnahmen von jüdischen Friedhöfen von Klaus H. S. Schulte, die dieser seit den 70er Jahren vor Ort durchgeführt hatte. Während bei Schulte Grabsteine, Sockel und auch Reste ohne Inschriften nur erwähnt werden, konnte Peters durch seine erweiterte archivarische Forschung Namenslisten und Lebensdaten ergänzen und mit seiner Veröffentlichung Peters 1993 eine breite Grundlage schaffen. Da sich diese Publikation auf die ehemalige Rheinprovinz und die niederländische Provinz Limburg bezieht, finden hier Orte Erwähnung, die heute auf dem Gebiet der Niederlande sowie in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz liegen. (Bei der Namensgebung der Friedhöfe orientiert sich Peters an den heute gebräuchlichen Ortsnamen, wobei er für die Ortsbezeichnungen das Postleitzahlenverzeichnis von 1993 zugrunde legt.)

 

In der Fortsetzung seiner intensiven Beschäftigung mit der Geschichte jüdischer Friedhöfe im angegebenen Gebiet (sowie vereinzelt darüber hinaus) veröffentlichte Dieter Peters weitere Forschungsergebnisse sowohl in Zeitschriften wie auch im Selbstverlag. Seit 1994 ist Herr Peters als freier Mitarbeiter im Sinne eines Friedhofsbeauftragten des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein tätig, wobei er auch über Zustand und Pflege der Begräbnisstätten wacht und Nachrichten über Friedhofsschändungen im gesamten Bundesgebiet sammelt. Sein Engagement konzentriert sich gegenwärtig im Rahmen des Denkmalförderungsprogramms vorwiegend auf Nordrhein-Westfalen.

Mitte der 90er Jahre hat Dieter Peters mit dem Aufbau einer umfangreichen Fotosammlung begonnen. Im Jahr 2001 befanden sich dort bereits ca. 5000 Aufnahmen, bis Mai 2006 sind dann noch weitere 16 000 digitale Fotos hinzu gekommen, die überwiegend von Friedhöfen in Nordrhein-Westfalen stammen. Im März 2001 stellte Peters dem Zentralarchiv eine Aufstellung der von ihm gefertigten Fotos von jüdischen Friedhöfen und Grabsteinen zur Verfügung. Auf dieses umfangreiche Fotoarchiv wird bei den jeweiligen Friedhöfen in zusammengefasster Form mit Stand vom 23.3.2001 hingewiesen, d.h. es wird nicht unterschieden zwischen Grabsteinfotos und Friedhofsansichten. Die von Peters dokumentierten Friedhöfe liegen vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch jüdische Friedhöfe aus anderen Bundesländern sind vertreten.

Übersicht zu den von Dieter Peters dokumentierten Friedhöfen:

NORDRHEIN-WESTFALEN

Belegungslisten für 158 Friedhöfe in Peters 1993

 

Aachen (Lütticher Straße), siehe dazu Peters 2001

Bielefeld (Haller Weg), siehe dazu Peters 1996 (Peters konnte auf Vorarbeiten zurückgreifen, die der ehemalige
                   Leiter des Garten - Forst - und Friedhofsamtes Bielefeld, Karl - Wilhelm Röhs zwischen 1984 - 85 erbracht hatte.)

Boslar, siehe dazu Boslar 1991

Brüggen (Alter Friedhof), siehe dazu Peters 2003

Garzweiler (Neu-Garzweiler), siehe dazu Peters 1995b

Geilenkirchen, siehe dazu Peters 1995a

Kleve, siehe dazu Peters 1999a (Bei der Übersetzung der hebräischen Inschriften erhielt Peters Unterstützung durch Winfried Günther aus Köln)

Tetz, siehe dazu die Veröffentlichung Boslar 1991

Uedem (Neuer Friedhof), siehe dazu Peters 1999b (Bei der Übersetzung der hebräischen Inschriften
                erhielt Peters Unterstützung durch Martina Strehlen )

 

Kreis Viersen

Die Publikation Peters 2002 bietet einen topographisch-historischen Überblick über alle 22 jüdischen Friedhöfe im Kreis Viersen.


In Vorbereitung sind Arbeiten zu Issum, Sonsbeck, Xanten.

 

Das Fotoarchiv von Dieter Peters umfasst mit Stand vom 23.3.2001 (bezogen auf NRW) Aufnahmen folgender Orte (Die jeweilige Zahl der Aufnahmen findet sich bei den Informationen zu den einzelnen Friedhöfen):
Aachen (Lütticher Strasse), Aachen (Waldfriedhof), Aldenhoven, Alfter, Alpen, Alsdorf (Nordfriedhof), Anrath, Arloff, Bad Godesberg (Neuer Friedhof), Bad Godesberg (Alter Friedhof), Bad Münstereifel, Bedburg (Neuer Friedhof), Begau, Bettendorf, Bleibuir, Bliedinghausen, Bonn-Ückesdorf, Bornheim, Boslar, Bracht, Broichweiden, Brück, Brüggen (Stadt Kerpen), Brüggen (Kreis Viersen), Brühl, Dirmerzheim, Dormagen, Dülken (Alter Friedhof), Dülken (Kampweg), Düren (Alter Friedhof), Düren (Neuer Friedhof), Drove, Eilendorf, Eitorf, Elsdorf, Embken, Endenich, Erkelenz, Erp, Eschweiler, Euskirchen, Flamersheim, Fliesteden, Frechen, Frenz, Friesheim, Gangelt, Garzweiler (Alt-Garzweiler), Garzweiler (Neu-Garzweiler), Geilenkirchen, Geistingen, Gemünd, Gey, Gladbach (Gemeinde Vettweiß) s. Müddersheim, Goch (Alter Friedhof), Goch (Hinter der Mauer), Grevenbroich (Neuer Friedhof), Grimlinghausen, Großvernich, Gürzenich, Gymnich, Haaren (Aachen), Heimerzheim, Heinsberg, Hemmerden (Neuer Friedhof), Hersel, Hochneukirch, Hoerstgen, Hülchrath (Neuer Friedhof), Issum, Jüchen, Jülich, Kaldenkirchen (Alter Friedhof), Kaldenkirchen (Akazienweg), Kall, Kelz, Kempen, Kerpen, Kettenheim, Kirchheim, Kleve, Kommern, Kornelimünster, Kuchenheim, Krefeld (Alter Friedhof), Krudenburg, Langenberg, Langerwehe, Langweiler, Lechenich (Alter Friedhof), Lechenich (Neuer Friedhof), Liblar, Linn, Linnich, Lommersum, Lüxheim, Mechernich, Meckenheim, Medebach, Mehlem, Meinerzhagen (Neuer Friedhof), Monheim, Morsbach, Müddersheim, Müntz, Nettesheim (Butzheim), Neuenkleusheim, Neuss (Glehner Weg), Neviges, Orsoy, Paffendorf, Pier, Randerath, Rheinbach (Neuer Friedhof), Rheindahlen, Richrath, Rödingen, Rommerskirchen, Rosellen, Ruppichteroth, Schermbeck, Schiefbahn (Neuer Friedhof), Schleiden, Schwarzrheindorf, Schweinheim, Setterich, Sindorf, Sinzenich, Sonsbeck (Neuer Friedhof), Stolberg, Stommeln, Süchteln, Uedem (Neuer Friedhof), Velbert, Viersen (Alter Friedhof), Viersen (Auf der Löh),Walberberg, Waldniel (Neuer Friedhof), Weisweiler, Wesel (Ostglacis), Wevelinghoven (Neuer Friedhof), Wickrath, Willich, Winterberg, Winterswick, Wormersdorf, Zons, Xanten.

 

 

RHEINLAND – PFALZ

Belegungslisten für 58 Friedhöfe in Peters 1993

 

Gemeinsam mit Martina Stehlen, damals beim Landesamt für Denkmalpflege in Mainz, erstellte Peters eine Liste sämtlicher jüdischen Friedhöfe in Rheinland-Pfalz ( Peters/Strehlen 1998 ).

 

Leubsdorf

Unter Verwendung eigener Fotos und mit Unterstützung von Winfried Günther aus Köln, der die Übersetzung der hebräischen Inschriften übernahm, publizierte Peters eine Volldokumentation ( Peters 1996a ).

 

Fotoarchiv
(Die jeweilige Zahl der Aufnahmen findet sich bei den Informationen zu den einzelnen Friedhöfen)

Ahrweiler (Neuer Friedhof), Bad Breisig (Burg Rheineck) Bad Breisig (Neuer Friedhof), Bitburg, Dernau, Enkirch, Erpel, Freudenburg, Hammerstein, Hennweiler (Neuer Friedhof), Irrel, Kirn (Neuer Friedhof), Klotten, Könen, Königsfeld, Konz,  Leubsdorf, Malberg, Meddersheim, Nahbollenbach, Nickenich, Oberemmel, Oberstein,  Remagen (Alter Friedhof), Remagen (Neuer Friedhof), Rheinbrohl, Rolandseck, Sinzig, Staudernheim, Trier (Hauptfriedhof), Unkel,Weierbach.

 

 

HESSEN

Fotoarchiv
Bad Nauheim, Diemelsee-Adorf, Frankfurt, Rhoden

 

BRANDENBURG

Fotoarchiv
Luckenwalde, Meinsdorf

 

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Fotoarchiv
Eckernförde, Friedrichstadt, Kropp, Westerrönfeld.

 

MECKLENBURG-VORPOMMERN

Fotoarchiv
Stralsund, Niederhof, Ribnitz-Damgarten.

 

Adresse
E-mail Adresse von Dieter Peters: verlautenheide@arcor.de

 


R A D D A Y

 

Dr. Yehuda T. Radday (1913-2001) war Professor für Jüdische Studien am Israel Institute of Technology in Haifa und hat auch mehr als ein Jahrzehnt lang als Gastprofessor an der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien das Fach Bibel vertretern. Gelegentlich übersetzte und erläuterte er hebräische Grabinschriften auf jüdischen Friedhöfen und war so an der Dokumentation folgender Friedhöfe beteiligt:

Nordrhein-Westfalen

Langerwehe, Weisweiler

Im Zusammenhang mit der fotografischen Dokumentation aller jüdischen Grabsteine im Kreis Düren, die ab 1974 auf Veranlassung von Stadtarchivar Hans J. Domsta durchgeführt wurde, übersetzte und kommentierte Radday ausgewählte hebräische Grabinschriften der Friedhöfe in Langerwehe und Weisweiler, siehe Radday 1980. Die Fotos der Grabsteine hatte Heinz Wassenberg gefertigt, sie befinden sich im Stadtarchiv Düren.

Rheinland-Pfalz

Bad Breisig (Burg Rheineck)

Für eine Schrift des Heimatforschers Carl Bertram Hommen über die Geschichte der Grabmale von Burg Rheineck übersetzte Yehuda T. Radday den vollständigen Inschriftenbestand; veröffentlicht in Bad Breisig 1983. Die Fotos der Steine in Bad Breisig (Burg Rheineck) fertigte der Herausgeber der Schrift, Carl Bertram Hommen, der zudem eine Belegungsliste für den neueren Friedhof erstellte; Bad Breisig (Neuer Friedhof); Bad Breisig 1983.


R E I C H S I N S T I T U T

Das nationalsozialistische Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschland besaß seit 1936 eine Forschungsabteilung Judenfrage. Da man dort davon ausging, dass die jüdischen Friedhöfe unmittelbar vor ihrer Auflösung stehen, fing man im Sommer 1942 mit der Dokumentation von Grabinschriften an. Für genealogische und demographische Untersuchungen war man an einer fotografischen Sicherung der Inschriften in Ergänzung zu den (durch das Reichssippenamt eingezogenen) jüdischen Personenstandsregistern interessiert. Mit dem Fotografieren von Grabsteinen wurde auf dem Währinger Zentralfriedhof in Wien begonnen. Das Projekt wurde wenigstens zwei Jahre lang, d.h. bis etwa Oktober 1944 betrieben. Eine eingehende Untersuchung über diesen Tätigkeitsbereich des Reichsinstituts liegt bis heute nicht vor. Insbesondere kann nicht gesagt werden, auf welchen jüdischen Friedhöfen und in welchem Umfang Grabinschriften fotografiert wurden. Bekannt ist die Beteiligung des Reichsinstituts an der Beendigung der Fotoarbeiten auf dem jüdischen Friedhof in Altona (s. Zürn 1991, S. 125f). In dem kurzen Abschnitt, den Helmut Heiber diesem Projekt in seiner Darstellung der Gesamtgeschichte des Reichsinstituts widmet, ist noch die Rede von Grabsteinaufnahmen in "Berlin und auf den jüdischen Friedhöfen anderer Städte" (Heiber 1966, S. 474f). Erwähnt werden lediglich Stettin und Schlawe, weil es dort zu Komplikationen kam. Ansonsten wird jedoch offen gelassen, welches die anderen Städte sind, auf die das Reichsinstitut sein Projekt ausgedehnt hat.
Aus einer neueren Publikation geht hervor, dass 1943 z.B. auch in Stade (Niedersachsen) im Auftrag des Reichsinstituts die bereits vom Friedhof abgeräumten Steine fotografiert wurden (Bohmbach 1992, S. 57), allerdings nur diejenigen (insgesamt 13) Grabsteine, die aus der Zeit vor 1874 stammten. Die Fotos liegen heute im Stadtarchiv Stade, inzwischen wurden sie veröffentlicht (Bohmbach 2002, S. 14-22).
Ebenfalls 1943 ließ das Reichsinstitut im westfälischen Bielefeld (Alter Friedhof) Grabsteine fotografieren. Auch auf diesem Friedhof, der bereits im 17. Jahrhundert angelegt worden war und auf dem bis 1891 an die 400 Grabstellen entstanden waren, wurde nach einen Auswahlprinzip fotografiert. Wie aus der im Stadtarchiv vorhandenen Korrespondenz mit dem Reichsinstitut hervorgeht, wurden zunächst Fotos von allen Grabsteinen aus der Zeit vor 1823 gefordert. Zusätzlich sollten aus späteren Zeiten aber auch "alle Grabsteine mit doppelseitiger hebräischer und deutscher Inschrift" sowie solche Grabinschriften aufgenommen werden, "welche wegen des betreffenden Juden oder wegen für die allgemeine Kenntnis des Judentums aufschlußreichen Angaben besonders wertvoll sind". Insgesamt erhielt das Reichsinstitut damals aus Bielefeld 32 Fotos, die heute trotz intensiver Nachforschungen nicht mehr auffindbar sind (Minniniger 1998, S. 35). Auch in Münster sind Spuren der damaligen Bemühungen des Reichsinstituts zu finden. Laut Handbuch 2008, S. 509 forderte das Reichsinstitut am 10. Juli 1944 vom Stadtarchiv Münster eine Bestandsaufnahme des dortigen Jüdischen Friedhofs, da der „Weiterbestand der Judenfriedhöfe“ fraglich sei.
Tätig wurde das Reichsinstitut auch auf Friedhöfen, die im heutigen Bundesland Baden-Württemberg liegen. So wurden alle Grabsteine auf den Friedhöfen Haigerloch, Hechingen und Weildorf im Frühjahr 1944 fotografiert. Die Fotos wurden über das Staatsarchiv Sigmaringen an das Reichsinstitut gesendet. Über das weitere Schicksal der Fotos ist nichts bekannt. [Zu Hechingen vgl. Werner 1984/85, S. 173-174; zu Haigerloch und Weildorf vgl. Steim 1989 und Schubert 1990, S. 38-40. S.a. die Erwähnung bei Hahn 1988, S. 67]. Im Institut für Personengeschichte Bensheim liegt außerdem ein Schreiben vom Sommer 1943, in dem es um die Vorbereitung der Fotoarbeiten auf den Friedhöfen in Haigerloch und Weildorf geht.
An manch anderen Orten lassen sich aus den Archiven die Verhandlungen rekonstruieren, die in Vorbereitung entsprechender Dokumentationen jüdischer Grabinschriften vom Reichsinstitut mit lokalen Behörden geführt wurden. So etwa für den Friedhof Haested, der seit 1803 zu Bremen gehörte, und für Delemenhorst in Niedersachsen, wie bei Jakobowski 2002, S. 83-85 nachzulesen ist. Der dort referierte Schriftwechsel beginnt im Dezember 1943 und zieht sich bis April 1944, zu einer Aufnahme der Grabsteine scheint es dann nicht mehr gekommen zu sein. Auch bei diesen Friedhöfen ging es dem Reichinstitut vor allem um die Daten aus der Zeit vor 1876, d.h. vor Einführung der Standesämter.
Im Institut für Personengeschichte Bensheim liegen mehrere ausgefüllte Fragebögen, die vom Reichsinstitut 1943 zur Vorbereitung von Fotoarbeiten an verschiedene Bürgermeisterämter in Bayern verschickt wurden (Baiersdorf, Uehlfeld, Schnaittach, Sulzbach-Rosenberg).

 

Adresse
Stadtarchiv Stade
Johannisstr. 5
21677 Stade

 


S C H A L L E R

Prof. Dr. Berndt Schaller vom Fachbereich Theologie, Abteilung Antikes Judentum an der Georg-August-Universität Göttingen fing 1983 an, sich mit den Grabinschriften auf jüdischen Friedhöfen im Göttinger Umland zu beschäftigen. Zeitweilig wurde dieses Projekt von der Stiftung Niedersachsen unterstützt. Jeweils während des Sommersemsters begab sich Professor Schaller eine Woche lang mit einer Gruppe von etwa zehn Studenten auf die Friedhöfe. Einer seiner Studenten, Fritz Pinne, hat den jüdischen Friedhof in Bad Gandersheim dann allein dokumentiert. In den Lankreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden kam es zu einer Zusammenarbeit mit Bernhard Gelderblom.

Die anfängliche Vorstellung, die Grabinschriften vor Ort lediglich zu fotografieren und alle weiteren Arbeiten dann am Schreibtisch auszuführen, wurde bald aufgegeben. Professor Schaller machte die Erfahrung, daß in vielen Fällen die Inschrift direkt am Stein vollständiger und zuverlässiger entziffert werden kann als von einem Foto. Er ging deshalb dazu über, grundsätzlich alle Inschriften am Stein zu lesen. Die unter seiner Anleitung erarbeiteten Dokumentationen bestehen hauptsächlich aus Abschriften der Grabinschriften und Übersetzungen der hebräischen Texte. Teilweise wurden die Grabsteine auch fotografiert (Bremke, Dankelshausen, Göttingen, Hedemünden, Nörten, Osterode, Sievershausen, Sudheim, Wöllmarshausen, Heiligenstadt). Die Dokumentationsergebnisse liegen sämtlich bei den Vereinigten Theologischen Seminaren, Göttingen. Von der bereits als Manuskript fertiggestellten Arbeit über eine Auswahl von 71 Steinen auf dem Friedhof Hannover (Strangriede) erhielt der Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachen eine Kopie. In der Regel wurden von Professor Schaller und seinen Studenten alle Steine eines Friedhofs bearbeitet, die Aufnahme einer Auswahl der Inschriften blieb eine Ausnahme: Hannover (Strangriede), Holzminden (Allersheimer Straße), Schwalenberg (in Nordrhein-Westfalen). Für die Volldokumentation des jüdischen Friedhofs in Goslar, an der Professor Schaller von 1999 bis 2003 gemeinsam mit Jens Behnsen arbeitete, wurden sämtliche Steine (im Jahr 2002) von Friedhelm Geyer mit einer Digitalkamera fotografiert. Die Aufnahmen sind bei der Firma Creaktiv in Goslar elektronisch gespeichert (Kontakt über: www.creaktiv-printandmore.de ), das Stadtarchiv Goslar erhielt Abzüge.

Insgesamt sind von diesem Projekt bis jetzt auf 32 Friedhöfen jüdische Grabinschriften dokumentiert worden. Der größte Teil dieser Friedhöfe liegt in Niedersachsen, vereinzelt wurden jedoch auch Friedhöfe in anderen Bundesländern in die Arbeit einbezogen. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Nach seiner Emeritierung möchte Professor Schaller die Arbeit mit noch größerer Intensität fortsetzen. Bisher sind die Dokumentationsergebnisse von fünf Friedhöfen publiziert worden, für Bad Gandersheim in Pinne 1986, für Nörten in Schaller 1989 , für Hedemünden in Schaller/Markus 1992 , für Goslar in Schaller/Behnsen 2003 und für Adelebsen in Schaller/Dietert 2010. In einem 1994 veröffentlichten Beitrag zu einem Sammelband (Schaller 1994) hat Professor Schaller vor allem methodische Probleme zur Sprache gebracht.

 

Dokumentierte Friedhöfe:

Hessen
Hebenhausen (LK Werra-Meißner)

Niedersachsen
Adelebsen, Bad Gandersheim, Bad Münder, Bodenfelde, Bovenden, Bremke (Neuer Friedhof), Dankelshausen, Dassel, Goslar, Göttingen, Hameln, Hämelschenburg, Hannover (Strangriede), Hedemünden, Holzminden (Allersheimer Straße), Hoyerhagen, Lauenstein, Mackensen, Nörten, Osterode (Alter Friedhof), Ottenstein, Salzhemmendorf, Seesen, Sievershausen, Sudheim, Syke, Wöllmarshausen

Nordrhein-Westfalen
Belle, Reelkirchen, Schwalenberg

Thüringen
Heiligenstadt (LK Eichsfeld)

 

Adressen

Berndt Schaller
Ludwig-Beck-Str. 11
37075 Göttingen

Vereinigte Theologische Seminare
Platz der Göttinger Sieben 2
37073 Göttingen

Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen
Hindenburgstr.2 - 4
30175 Hannover
Tel.: 0511 - 81 27 62
Fax: 0511 - 85 45 90


 

S O M M E R

 

 


 

S T R E H L E N

 

Martina Strehlen hat in Köln, Jerusalem und an der FU Berlin Judaistik studiert. Unter Anleitung von Prof. Brocke hat sie sich bereits in ihrer Magisterarbeit mit der Dokumentation eines jüdischen Friedhofs beschäftigt (Potsdam). Nach ihrem Studium war Frau Strehlen dann viele Jahre lang hauptamtlich in die Dokumentation jüdischer Friedhöfe eingebunden, und zwar von 1992-1995 und dann nochmal von 1997-1999 beim Landesamt für Denkmalpflege in Mainz und im Anschluß daran, von 1999-2004 beim Landesdenkmalamt in Stuttgart. Seit Herbst 2005 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Alten Synagoge Essen. Konkret war sie in den einzelnen Bundesländern an folgenden Projekten beteiligt:

 

 

I. Brandenburg

 

Potsdam

1992 im Rahmen ihrer Magisterarbeit an der FU Berlin:
Geschichte und Volldokumentation der 152 ältesten Steine (1743-1849),
Siehe dazu die unveröffentlichte Magisterarbeit Strehlen 1992 und den daraus hervorgegangenen Beitrag Strehlen 1993 .

 

 

II. Rheinland-Pfalz

 

Allgemeines

Während ihrer Zeit beim Landesamt für Denkmalpflege in Mainz von 1992-95 und 1997- 99 war Frau Strehlen für das Projekt zur Erfassung jüdischer Kulturdenkmäler zuständig. Insbesondere erarbeitete sie eine Gesamtübersicht über die in Rheinland –Pfalz erhaltenen jüdischen Friedhöfe. Informationen zu diesem Projekt sowie zahlreiche Ergebnisse finden sich in der Veröffentlichung Denkmalpflege 1996.

Auf der Grundlage des Mainzer Projektes hat Frau Strehlen dann gemeinsam mit Dieter Peters eine kommentierte Liste aller jüdischer Friedhöfe in Rheinland-Pfalz veröffentlicht; Peters/Strehlen 1998. Darüber hinaus war auch an der Dokumentation mehrerer Friedhöfe beteiligt:

 

Bingen

Volldokumentation gemeinsam mit Dan Bondy, auszugsweise veröffentlicht in Strehlen 1996. Die Unterlagen einschließlich der Fotos befinden sich beim Landesamt für Denkmalpflegein Mainz.

 

Mainz (Alter Friedhof)

1997 begann Frau Strehlen mit der Grunddokumentation, diese Arbeit wurde jedoch nicht abgeschlossen. Die Unterlagen befinden sich beim Landesamt für Denkmalpflegein Mainz.

 

Bodenheim

Volldokumentation in Unterstützung der Arbeit von Horst Kasper; publiziert in Bodenheim 2004.

 

Guntersblum

Volldokumentation in Unterstützung der Arbeit von Dieter Michaelis, publiziert in Guntersblum 2002.

 

Obermoschel

Geschichte publiziert in Strehlen 2000.

 

Rülzheim

Inschriften und Übersetzungen ausgesuchter Steine, publiziert in Rülzheim 1998.

 

 

III. Nordrhein-Westfalen

 

Uedem (Neuer Friedhof)

Volldokumentation in Unterstützung von Dieter Peters, Aachen, publiziert in Peters 1999b.

 

 

IV. Baden-Württemberg

 

Allgemeines

1999-2004 war Frau Strehlen für das Dokumentationsprojekt am Landesdenkmalamt in Stuttgart tätig, ihr oblag die Projektkoordination und die Betreuung der in Auftrag gegebenen Dokumentationen. Einige Friedhöfe hat sie auch selbst dokumentiert:

 

Unterbalbach

Unveröffentlichte Grunddokumentation 2003 abgeschlossen

 

Waibstadt

Unveröffentlichte Grunddokumentation 2004 abgeschlossen

 

 

 

Adresse

Alte Synagoge Essen
Steelerstr. 29
45127 Essen

Tel.: 0201-8845221

 


S Z K L A N O W S K I

Herr Benno Szklanowski (gest. 1989) wurde neben seiner Arbeit als Kantor und Lehrer in den 80er Jahren auf mehreren Friedhöfen in Baden-Württemberg und Hessen tätig. 1981 begann er mit Dokumentationsarbeiten auf dem Darmstädter jüdischen Friedhof, die aber erst 1986/88 weitergeführt werden konnten. 1982/83 dokumentierte er den jüdischen Friedhof am Klingenteich in Heidelberg und 1984 den Friedhof in Offenbach.

Dokumentierte Friedhöfe:

BADEN-WÜRTTEMBERG

Heidelberg (Klingenteich)
1982-1983 Fotos aller Grabsteine, Abschrift und Übersetzung aller hebräischen Inschriften.
publiziert: Volldokumentation aller Grabsteine in Szklanowski 1984
 

HESSEN

Darmstadt

- 1981-1982 Foto, Abschrift und Übersetzung der ältesten Steine (rund 200).
- 1986-1988 Foto, Abschrift und Übersetzung der restlichen Grabsteine.
publiziert: Volldokumentation der Grabsteine von 1714-1848 in Darmstadt 1988. In die Publikation wurden alle Grabsteine aus den Jahren nach 1848 aus methodischen Gründen nicht einbezogen.

Offenbach
1984 Abschrift und Übersetzung, nicht publiziert

 


Z E N T R A L A R C H I V

Das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland wurde 1987 gegründet und hat seinen Sitz in Heidelberg. Es ist eine Einrichtung des Zentralrats der Juden in Deutschland und beschäftigt vier Mitarbeiter. Hauptanliegen ist die Aufbewahrung und Erschließung von historisch wertvollem Schriftgut jüdischer Gemeinden, Verbände und Personen. Besonders in den ersten Jahren wurde auch intensiv an einer fotografischen Dokumentation jüdischer Grabinschriften gearbeitet. Das Projekt wurde von Frau Prof. Dr. Hannelore Künzel, Inhaberin des Lehrstuhls für Jüdische Kunst an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg begonnen und unmittelbar nach seiner Gründung vom Zentralarchiv übernommen. Die ersten Fotos entstanden im Frühjahr 1985, die letzten Außenaufnahmen wurden im Herbst 1992 gemacht. (Seit 1988 wurde mit einer Kamera gearbeitet, die ein automatisches Einblenden des Aufnahmendatums ermöglichte.) Die Fotodokumentation war zunächst durch kunsthistorische Interessen motiviert. Unter dem Eindruck fortschreitender Witterungsschäden entwickelte sich das Projekt dann aber rasch zu einer flächendeckenden Sicherung sämtlicher jüdischer Grabinschriften, wobei die Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse bewußt zurückgestellt wurde. Aus arbeitsorganisatorischen Gründen beschränkte man sich in einer ersten Phase auf die Friedhöfe im Bundesland Baden-Württemberg. Nur ganz am Anfang, bevor diese Orientierung klar etabliert war, sind auch Fotos auf einem Friedhof in Hessen (Michelstadt) gemacht und bereits vorhandene Aufnahmen von Grabsteinen auf dem jüdischen Friehof in Bremen angekauft worden. Erst 1989 fing das Zentralarchiv dann an, in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen auch systematisch Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen eines anderen Bundeslandes zu fotografieren. Weiter unten wird davon noch die Rede sein.

In Baden-Württemberg sind vom Zentralarchiv in den sieben Jahren von 1985 bis 1992 insgesamt 53.515 Grabsteine auf 139 Friedhöfen fotografiert worden. Die Zahl der dabei entstandenen Fotos ist fast doppelt so groß (94.498 Fotos). In den meisten Fällen wurde neben der Gesamtansicht des Grabsteins zusätzlich noch die Rückseite oder ein Detail (in der Regel die Inschrift) aufgenommen. Mit nur wenigen Ausnahmen sind auf den bearbeiteten Friedhöfen auch Übersichtsaufnahmen angefertigt worden, die einen anschauliches Bild von der Anordnung der Grabsteine vermitteln. Die überwiegende Zahl der Aufnahmen stammt von Frau Jutta Čermelj, die am Zentralarchiv während der Dauer des Projekts halbtags angestellt und jeweils in den Semesterferien mehrere Monate mit studentischen Hilfskräften auf den Friedhöfen tätig war.

Die Grabsteine sind auf jedem Friedhof durchgehend numeriert worden. Unter Bezug auf dieses Nummernsystem ist dann jeweils ein Belegungsplan gezeichnet worden. Um die große Zahl der Fotos eindeutig zuordnen zu können, sind die Grabsteinnummern bei der Aufnahme entweder mit Kreide auf dem Stein vermerkt oder mit einer Schautafel ins Bild gehalten worden. Es ging bei dieser Dokumentationstechnik weniger um ästhetische Erinnerungsfotos als um eine schnelle und eindeutige Datensicherung. Dies hatte jedoch zur Folge, daß für die Herausgabe ansprechend illustrierter Buchveröffentlichungen dieselben Steine mitunter ein zweites Mal fotografiert wurden.

 

Fotografierte Friedhöfe (in Baden - Württemberg)
Im Bundesland Baden-Württemberg wurden vom Zentralarchiv so gut wie alle jüdischen Friedhöfe bearbeitet. Es gibt nur wenige Ausnahmen. So wurden einige Friedhöfe, bei denen gute Fotodokumentationen anderer Autoren bereits vorlagen, bewußt ausgelassen. In Göppingen und Jebenhausen sind z.B. 1986 im Auftrag der Kommunalverwaltung Fotos gemacht worden, die dann Naftali Bar-Giora Bamberger als Grundlage für seine 1990 publizierte Dokumentation dienten. Die von Bamberger verwendeten Abzüge der Fotos gelangten 1999 zusammen mit anderen Arbeitsmaterialien als Bestandteil des Bamberger Familienarchivs ins Zentralarchiv.
Auch von drei weiteren Friedhöfen sind keine Fotos durch das Zentralarchiv angefertigt worden, da das Vorhandensein von Fotoserien anderer Autoren bereits bekannt war. Von diesen Serien hat das Zentralarchiv Abzüge (aber keine Negative) erworben, und zwar 1985 von den Friedhöfen in Diersburg (die Fotos wurden 1984 von Paul Hahn angefertigt) und Jöhlingen (die Fotos entstanden Anfang der 80er Jahre im Auftrag des Bürgermeisteramtes Walzbachtal), 1990 von Wankheim (die Fotos wurden 1989 von Dr. Hüttenmeister angefertigt).
Damit besitzt das Zentralarchiv heute Fotos von so gut wie allen jüdischen Grabsteinen im Bundesland Baden-Württemberg. Es gibt nur einige Hundert Steine, die erst nach Abschluß der Außenarbeiten des Zentralarchivs entdeckt und durch andere Projektgruppen fotografiert wurden, und von denen das Zentralarchiv dann keine Abzüge erworben hat. Dazu gehören mehr als 700 Grabsteine vom Verbandsfriedhof in Obergrombach, die während der NS-Zeit für die Befestigung eines nahe gelegenen Hohlwegs verwendet und erst nach 1992 von der Stadt Bruchsal auf den Friedhof zurückgebracht und fotografiert wurden. Und auch während der Arbeit an der Dokumentation für den jüdischen Friedhof in Affaltrach sind 1992 nochmal 94 Grabsteine gefunden worden, von denen das Zentralarchiv ebenfalls keine Fotos besitzt. Desweiteren hat das Zentralarchiv nicht die mittelalterlichen Grabsteine fotografiert, die heute in Kirchen oder Wohnhäusern verbaut sind (beispielsweise Ulm) oder sich in Museen befinden (bespielsweise Überlingen).

 

Erschließung der Fotosammlung (für Baden - Württemberg)
Die vom Zentralarchiv angefertigten Fotos sind zunächst nur nach Orten und Nummern sortiert worden. In einer ersten Phase wurde das Lesen der Inschriften (vom Foto) und die Erfassung der wichtigsten Daten von Karol Sidon vorgenommen, der während der Jahre 1987-1990 neben seinem Studium an der Hochschule für Jüdische Studien als wissenschaftliche Hilfkraft am Zentralarchiv tätig war. (Später ging er als Rabbiner nach Prag zurück). Von ihm wurden abschließende Grunddokumentationen für die Friedhöfe Bretten, Eichtersheim, Michelfeld, Oberöwisheim und erste Arbeitsfassungen von Grunddokumentationen für die Friedhöfe Berlichingen (nur ein Teil der Steine) Bühl, Eubigheim, Durbach und Wertheim angefertigt.

1990 ging die Auswertung und namentliche Erschließung des umfangreichen Bildmaterials an das Landesdenkmalamt über. Von sämtlichen durch das Zentralarchiv angefertigten Aufnahmen auf jüdischen Friedhöfen in Baden-Württemberg wurden Abzüge für das Landesdenkmalamt angefertigt. Parallel zu dieser sich über mehrere Jahre hinziehenden Kopieraktion (1990-1995) wurden von Judaisten, die das Landesdenkmalamt eigens zu diesem Zweck angestellt hatte, dann Grunddokumentationen, in manchen Fällen auch Volldokumentationen erarbeitet, welche in der Regel unveröffentlicht blieben, von denen das Zentralarchiv aber Belegexemplare erhielt. Die Grunddokumentationen setzen sich aus Formblättern zusammen, auf denen für jeden Grabstein die wichtigsten Daten aus der Inschrift festgehalten werden. Außerdem bieten alphabetisch geordnete Namenslisten (und häufig auch topographische, chronologische und geographische Listen) eine gute Orientierungsmöglichkeit. Bis Juni 2013 lagen im Zentralarchiv ausgefüllte Formblätter für insgesamt 40 215 Grabinschriften von 116 jüdischen Friedhöfen vor (In diesen Zahlen sind auch die Ergebnisse von Karol Sidon enthalten). Die Fotosammlung für Baden - Württemberg ist damit zu 76 %, d.h fast zu drei Vierteln namentlich erschlossen. Insbesondere liegen Dokumentationen und damit auch alphabetische Belegungslisten für folgende Friedhöfe vor:

A - Aufhausen
B
-
Bad Buchau, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Baden-Baden, Baisingen, Berwangen, Binau,
      Bödigheim,
Braunsbach, Breisach (Alter Friedhof), Breisach (Neuer Friedhof), Bretten,
     
Bruchsal, Bühl, Buttenhausen
C -
Crailsheim, Creglingen
D -
Dettensee, Dünsbach, Durbach, Eberbach
E -
Eichstetten, Eichtersheim, Ellwangen, Emmendingen (Alter Friedhof), Emmendingen (Neuer Friedhof),
     
Esslingen (Alter Friedhof), Esslingen (Neuer Friedhof), Eubigheim
F -
Feudenheim (Scheffelstraße), Feudenheim (Talstraße), Flehingen, Freiburg, Freistett, Freudental
G -
Gissigheim, Grötzingen
H -
Haigerloch, Hardheim, Hechingen, Heidelberg (Bergfriedhof) Heinsheim, Hemsbach, Hochberg,
     
Hochhausen, Hockenheim, Horb, Huttenheim
I/J -
Ihringen, Ilvesheim, Ittlingen, Jöhlingen
K -
Karlsruhe (Kriegsstraße), Karlsruhe (Haid- und Neustraße/Orthodox), Karlsruhe (Haid- und Neustraße/Liberal),
     
Kehl, Kirchen, Kochendorf, Königheim, Königsbach, Konstanz, Külsheim
L - Ladenburg, Lörrach (Alter Friedhof), Lörrach (Neuer Friedhof), Ludwigsburg (Alter Friedhof),
     
Ludwigsburg (Neuer Friedhof)
M - Mannheim (Neuer Friedhof),
Meckesheim, Michelbach, Michelfeld, Mingolsheim, Mosbach,
      
Mühlen, Mühringen, Müllheim
N -
Neckarsulm, Neudenau, Neuenbürg, Niederstetten, Nonnenweier, Nordrach
O - Oberdorf, Obergrombach,
Oberöwisheim, Oedheim, Offenburg (Neuer Friedhof)
P -
Pflaumloch, Pforzheim (Alter Friedhof), Pforzheim (Neuer Friedhof)
R -
Randegg, Rastatt, Rexingen, Rottweil
S -
Schluchtern, Schriesheim, Schwetzingen, Sennfeld, Sinsheim, Sontheim, Stein am Kocher,
     
Steinbach, Sulzburg
T -
Tauberbischofsheim, Tiengen
U -
Ulm (Alter Friedhof), Ulm (Neuer Friedhof), Unterbalbach
W - Waibstadt,
Walldorf, Wangen, Weikersheim, Weildorf, Weingarten, Wenkheim, Wertheim,
       Wiesloch,
Worblingen

Über die fotografische Dokumentation der jüdischen Grabinschriften in Baden - Württemberg und den Fortgang der Erschließungsarbeiten ist mehrfach berichtet worden (Honigmann 1991, Honigmann 1993, Avotaynu 1994).

 

Niedersachsen
In den Jahren 1989/90 war das Zentralarchiv an einer Fotodokumentation von mehr als 5000 Grabinschriften in Niedersachsen beteiligt. Dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen stand während dieser zwei Jahre eine ABM-Kraft für die Arbeiten vor Ort zur Verfügung. Die wissenschaftliche Anleitung und die Sachkosten übernahm das Zentralarchiv. Auch die Arbeitsergebnisse gelangten zur dauernden Aufbewahrung nach Heidelberg. Dieses Gemeinschaftsprojekt Landesverband/Zentralarchiv wird ausführlicher unter den Dokumentationsprojekten für Niedersachsen beschrieben. Dort befindet sich auch die Liste der bearbeiteten Friedhöfe. Eine systematische namentliche Erschließung der Inschriften konnte für Niedersachsen noch nicht in Angriff genommen werden.

Liste der Dokumentationen, die unter Verwendung der Grabsteinfotos des Zentralarchivs erarbeitet wurden.

 

Adressen

Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
Landfriedstr. 12
69117 Heidelberg
e-mail: Zentralarchiv@urz.uni-heidelberg.de

Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
Postfach 10 29 37
70025 Stuttgart

Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen
Hindenburgstr.2 - 4
30175 Hannover
Tel.: 0511 - 81 27 62
Fax: 0511 - 85 45 90

 


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