Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Sommersemester 2010

Vorlesungsverzeichnis als PDF-Dokument

Alle Veranstaltungen der Lateinischen Philologie des Mittelalters und er Neuzeit finden im Paläographieraum 027 (Grabengasse 3-5) statt.

Vorlesung (mit Lektüre)

Einführung in die Neulateinische Philologie

2st., Di 17.00-18.30    Beginn: 13.IV.            Prof.Wiegand
In dieser Vorlesung wird es darum gehen, Umfang, räumliche und zeitliche Ausdehnung der neulateinischen Literatur darzustellen und in die Methoden, Hilfsmittel und bisherigen Ergebnisse der noch jungen Wissenschaft «Neulateinische Philologie» einzuführen. Die neulateinische Literatur schließt an die mittellateinische zeitlich an und übertrifft sie an Umfang. Es soll der Versuch unternommen werden, einen ersten Überblick über die neulateinische Literatur zu geben und durch Lektürebeispiele aus verschiedenen Ländern einen Eindruck von den Leistungen neulateinischer Dichter und Prosaautoren zu geben. Einen Schwerpunkt werden Italien und der deutsche Kulturraum der Frühen Neuzeit bilden.




Seminar


Capita selecta der Mittellateinischen Philologie
2st., Di 14.15-15.45        Beginn: 13.IV.         Dr.Licht
Zur Examensvorbereitung sollen Lehrinhalte, Forschungsthemen und Methoden der Mittellateinischen Philologie wiederholt und vertieft werden. Behandelt werden unter anderem: frühe Hymnodie; leoninischer Reim und Formen der gereimten Hexameter; Rhythmik; mehrfacher Schriftsinn und Integumentumlehre; Prosimetrum, Opus geminum, Prosareim und Cursus; Schriftwandel im Übergang zum Frühmittelalter; Sequenz, Tropus und Offiziendichtung; Dichtung der Französischen Klassik; Fachgeschichte. Eingeladen sind neben den Studenten des Mittellateins auch fortgeschrittene Studenten der mediävistischen Nachbardisziplinen.




Proseminar

Einführung in die lateinische Sprache des Mittelalters
2st., Di 9.15-10.45        Beginn: 13.IV.            Dr.Licht
Die Entwicklung der lateinischen Sprache von der Spätantike bis zur Frühen Neuzeit ist Gegenstand dieser Einführungsver-anstaltung. Charakteristika der Epochen (Merowingerzeit, Klassik des XII.Jahrhunderts, Scholastik) werden anhand von Sprachzeugnissen (Inschriften, Biographie, Grammatiken) und Reflexionen über Sprache (Gregor der Große, Gunzo in St. Gallen, Lorenzo Valla) erarbeitet und illustriert, Nachschlagewerke, Hilfsmittel und einschlägige Studien zur mittellateinischen Sprachgeschichte vorgestellt und diskutiert. Zur Vorbereitung: Walter Berschin, Kleine Geschichte der lateinischen Sprache, in: Einleitung in die Lateinische Philologie des Mittelalters, Heidelberg 2008, abrufbar unter: http://www.uni-heidelberg.de/institute/fak9/mlat/einleitung.html



Lektüre

Lectura Vulgatae: Abrahamsgeschichten (Gn 12-24) ausgelegt nach dem sensus moralis (Ambrosius, De Abraham).
2st., Mo 11.15-12.45    Beginn: 12.IV.            Dr.Köhler
Die Gestalt des Patriarchen Abraham, des ersten Trägers der Verheißung Israels, ist Gegenstand zunächst der Lektüre des biblischen Textes, dann (in Teilen) der Auslegung durch den Kirchenvater Ambrosius. Im ersten Buch seiner Schrift De Abraham ist dieser als Vorbild jeglicher Tugend gezeichnet, dessen Haltung und Taten dem Leser zur Imitatio empfohlen werden.
Textgrundlage sind die Biblia Sacra iuxta vulgatam versionem, ed.R.Weber, Stuttgart 41994, und Ambrosius, De Abraham, ed. C. Schenkl, Wien 1897, (=CSEL 32); es werden Kopien ausgegeben.








Quellenübung: Autoren der Barbarengeschichte
2st., Di 11.15-12.45    Beginn: 13.IV.                Dr.Licht
Die Herrschaftsgründungen der Völkerwanderungszeit haben eine neue Form der Geschichtsschreibung befördert, in der die sagenhafte Herkunft und Geschichte des herrschenden Barbarenvolkes den Schwerpunkt bilden: Jordanes, Gregor von Tours, Beda Venerabilis und Paulus Diaconus sind die prominentesten Vertreter dieses neuen Genres. Die Quellenübung wird ausgehend von ihren Geschichtswerken einen Überblick über Gattungen und Formen der frühmittelalterlichen Quellen vermitteln. Zur Einführung: H.Grundmann, Geschichtsschreibung im Mittelalter, Göttingen 1965.







Erstlektüre für Historiker: Rodulfus Glaber, Historiae
2st., Mo 16.15-17.45     Beginn: 12.IV.    Dr.Otero Pereira
Rodulfus Glaber (†ca.1047) stammt wahrscheinlich aus Burgund. Um 1018 war er Mönch im Kloster des heiligen Benignus in Dijon. In den zwanziger Jahren begleitet er Abt Wilhlem von Volpiano auf eine Italienreise. In den frühen dreißiger Jahren finden wir ihn in Cluny und in den letzten Jahren seines Lebens in St-Germain d'Auxerre, wo er gestorben ist. Sein Hauptwerk ist eine Abt Odilo von Cluny gewidmete Geschichtsdarstellung, deren fünf Bücher den Zeitraum von den Anfängen des Hugo Capet bis 1044 umfassen. Im Mittelpunkt seiner Geschichte stehen die Ereignisse um das Jahr 1000. Ausgabe: Rodolfo il Glabro, Chronache dell'anno mille, edd.G.Cavallo/G.Orlandi, Milano 31991.

Übung

Paläographie I: Von den spätantiken Majuskelschriften zur karolingischen Minuskel (für Anfänger)
2st., Mi 9.15-10.45        Beginn: 14.IV.                Dr.Licht
Die Übung führt in das Lesen, Beschreiben und Bestimmen spätantiker und frühmittelalterlicher lateinischer Schriften anhand von Kopien aus Tafelwerken ein.

Paläographie III: Von der karolingischen Minuskel zu den gotischen Schriftarten
2st., Mi 11.15-12.45    Beginn: 14.IV.                Dr.Licht
Einführung in das Lesen, Beschreiben und Bestimmen lateinischer Schrift vom X. bis XIII.Jahrhundert. Interessenten ohne Vorkenntnisse mögen sich bitte per e-mail (Tino Licht) anmelden.







Exkursion/Blockseminar

Fragmenta Stuttgartensia II
Blockveranst.        Vorbespr.: 15.IV. 11.15 Uhr        Dr.Licht
Etwa 20 unpublizierte Fragmente aus Einbänden der Württembergischen Landesbibliothek sollen in einem zweiten Kurs beschrieben und veröffentlicht werden. Für die Teilnehmer ergibt sich die Möglichkeit, paläographisch-kodikologische Kenntnisse an Originalen des XI.-XVI.Jahrhunderts zu vertiefen und wissenschaftlich zu publizieren.

 




Colloquium Neolatinum

Ulularum speculum alias Triumphus stultitiae
2st., Di 16.15-17.45    Beginn: 14.IV.            Dr.Schouwink
Facta sive facinora cuiusdam Tyli Saxonis, vulgo Till Eulenspiegel, saeculo iam XV. lingua vernacula in lucem edita atque divulgata ob quandam sermonis rusticitatem eruditis parum placuerunt et ideo saeculo XVI. bis versibus latinis reddita sunt: primo a Ioanni Nemio Ducis Nemoris (S´Hertogenbosch) cive trimetris iambicis (1558), deinde ab Aegidio Periandro Bruxellensi versibus elegiacis (1567). Uterque auctor operam dedit, ut materiam obscenorum iocorum plenam elegantiae linguae poeticae aptaret, sine autem expurgatione partium, quae huius temporis lectoribus offensioni esse queunt. Imprimis voces et imagines ex auctoribus Romanis et Graecis exquisitae delectant: e. g. Tylus ut alter Odysseus 'polytropus' appellatur. Textus pretio modico in Seminarii aedibus acquiri poterunt. Sodales invitantur non solum ad lecturam, sed etiam ad oratiunculam de qualicumque materia latine proferendam.




Nach der Zwischenprüfungsordnung des Romanischen Seminars kann statt des Übungsscheins in einer zweiten romanischen Sprache auch ein Übungsschein aus dem Fach Mittellatein vorgelegt werden. Benotete Scheine werden für erfolgreiche Teilnahme an den 2-stündigen Veranstaltungen ausgegeben. Nach Beschluß der Fachgruppenkonferenz Romanistik-Mittellatein vom 7.XII.1977 kann auch ein zweiter Schein aus dem Fach Mittellatein für das Romanistikstudium angerechnet werden.

Nach der Zwischenprüfungsordnung für das Fach Mittlere und Neuere Geschichte vom 20.III.2002 kann bei fehlendem Latinum in den Studiengängen Magister (Hauptfach) und Promotion ersatzweise eine Ergänzungsprüfung in Mittel- und Neulatein abgelegt werden. Diese Prüfung wird im Anschluß an mindestens 2 Lektürekurse, zu deren Besuch Grundkenntnisse in Latein erforderlich sind, auf der Grundlage einer Übersetzungsklausur (ca. 60 Min.) und einer mündlichen Prüfung (ca. 15 Min.) abgenommen. Die für das Studium erforderlichen Lateinkenntnisse werden vom Leiter des Lektürekurses bescheinigt, sofern sie mit mindestens "ausreichend" (4,0) benotet sind. Eine ähnliche Regelung gilt für Studenten der Europäischen Kunstgeschichte und der Musikwissenschaft. Auskunft erteilen die Fachberater an den Seminaren.

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