Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Neue Publikationen aus dem Haus




Natalie Maag: Alemannische Minuskel (744-846 n. Chr.)
Frühe Schriftkultur im Bodenseeraum und Voralpenland
Band 18 der Reihe "Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters"
Stuttgart, Hiersemann 2014
ISBN 978-3-7772-1422-1


Die alemannische Minuskel ist als Schrift Zeuge des kulturellen Aufbruchs am Vorabend der Karolingerzeit. Wie andere Regionalschriften dokumentiert sie den Umbruch im Schriftwesen vor der karolingischen Minuskel. Die Erschließung ihrer Schriftträger bietet einen direkten Zugang zu den bedeutenden Überlieferungszentren und gibt Einblick in die Arbeitsweise der Skriptorien. Man mag von Digraphie sprechen, wenn in den Schreibschulen alemannische und karolingische Minuskel parallel existieren – die höherwertige Schrift bleibt jedoch die alemannische Minuskel. Ludwig TRAUBE gab den Anstoß zur Erforschung dieser Schrift, die zuerst Albert BRUCKNER durch die Herausgabe der Scriptoria medii aevi Helvetica vorantrieb. Schließlich wurde der Terminus ‚alemannic Minuscule‘ auch von Elias A. LOWE und Bernhard BISCHOFF rezipiert und fand Eingang in den Katalog der Codices Latini Antiquiores. Durch die Verzahnung von Paläographie, Handschriftenphilologie, Kodikologie und Forschungen zur Buchmalerei konnte erstmals der gewaltige Kulturraum erforscht werden, der von der alemannischen Minuskel erfasst worden ist. Einem umfassenden Forschungsüberblick – mit kurzem Exkurs zur Kunstgeschichte – folgt eine Beschreibung von Anfang und Blüte der Schreibschulen St. Gallen und Reichenau. Die paläographischen Beobachtungen werden durch signifikante Abbildungen und korrespondierende Erläuterungen unmittelbar nachvollziehbar gemacht. Weitere alemannische Schreibstätten, die sich jenseits des Bodenseeraumes befinden (Freising, Mondsee, Kremsmünster etc.), schließen daran an.
Der Katalog verzeichnet 260 signifikante Handschriften und 130 Urkunden in alemannischer Minuskel; der farbige Tafelteil ermöglicht die besprochenen Schreibschulen wie in einem paläographischen Album durchzuschauen. Zusammen mit dem Handschriftenregister, dem Index nominum sowie einer Karte zum Verbreitungsgebiet der alemannischen Minuskel ist hier sowohl ein wissenschaftliches Nachschlagewerk als auch eine Biographie der ersten wirkmächtigen Buchschrift des Bodenseeraumes und des Voralpenlandes entstanden.


 







Zum Millenium der Geburt Hermanns des Lahmen von der Reichenau erschien in dritter, erweiterter Auflage W. Berschin/M. Hellmann, Hermann der Lahme. Gelehrter und Dichter (Heidelberg: Mattes, 114 S. und 19 Abb., davon 6 in Farbe) und Hermannus Contractus (1013-1054): Historia S. Magni, edd. D. Hiley/W. Berschin (Lions Bay, Canada: The Institute of Mediaeval Music, XXIII + 35 S., 1 Farbabb.). Mit dem Offizium auf Magnus von Füssen sind nunmehr drei Offiziendichtungen Hermanns (Wolfgang, Afra, Magnus) identifiziert und textlich/musikalisch ediert.
 









Guibert von Nogent: Die Autobiographie
Eingeleitet von Walter Berschin
Übersetzt und kommentiert von Elmar Wilhelm
Bibliothek der Mittellateinischen Literatur Band 10
Stuttgart, Hiersemann 2012
ISBN 978-3-7772-1204-3


Diese von dem hochbegabten und umfassend gebildeten nordfranzösischen Adelsspross Guibert von Nogent (* ca. 1055; 1104 Abt der Benediktiner von Nogent; † ca. 1124) verfasste Autobiographie, von ihm selbst absichtsvoll-verfremdend „Über sein Leben“ (De vita sua) betitelt (auch „Monodiae“ benannt), ist die erste Autobiographie des Mittelalters, die als realistischer Augenzeugenbericht über das Alltags- und Geistesleben seiner Zeit und als eine historische Quelle hohen Ranges gelten kann. Vom mittelalterlichen Alltags- und politischen Leben berichtet und kommentiert Guibert unmittelbar und mit meisterhafter, spürbarer Erzählfreude. Dabei wechseln Tragisches, Brutales, Komisches und auch Amüsantes einander ab. Die Selbstbiographie enthält detailreiche Schilderungen aus dem Leben der Kirche im Allgemeinen wie im Besonderen in den Klöstern (wie z.B. der Gründung der Grande Chartreuse, des Mutterklosters der Kartausen), Berichte von der Hinwendung frommer Adliger zu einem klösterlichen Leben genauso wie von unechter Frömmigkeit (die prompt bestraft wird) und frivolem Fehlverhalten lästerlicher Mönche. Aber auch Wundergeschichten spielen eine Rolle, denen gleichzeitig mit fast aufklärerisch anmutender Kritik begegnet wird. Diese Wunder, Visionen und Wahrträume, die dem Menschen den Weg zur Erlösung zeigen sollen, Gespenstergeschichten, in denen die Wut des Teufels gegenüber Unschuldigen offenbar wird – also das Wüten der Teufel gegen die Schöpfung Gottes –, dies alles ist eingebettet in das persönliche Schicksal eines fast unbekannten Abtes eines kleinen, heute bis auf wenige Reste verschwundenen Klosters in der Nähe der damals bedeutenden Stadt Laon in der Picardie.
Die hinsichtlich Stil, Wortwahl und Grammatik unorthodox niedergeschriebenen Lebenserinnerungen liegen hier erstmals in einer deutschen Übersetzung vor, welche einerseits um Lesefreundlichkeit bemüht ist, andererseits ihre Eleganz sowie die gelegentlich sarkastische Ironie mitschwingen lässt.– Das Buch ist wegen seiner reichen Stofffülle eine hervorragende Quelle für Theologen, Historiker, Psychologen, Latinisten – und alle, die aus nächster Nähe mehr über die Welt vor eintausend Jahren erfahren wollen.








Wolfgang
Kirsch: Laudes sanctorum. Geschichte der hagiographischen Versepik vom IV. bis X. Jahrhundert
Halbbd. 2: Entfaltung (VIII. bis X. Jahrhundert), Teilbd. 2
(Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters 14)
Stuttgart, Hiersemann, 2012
ISBN 978-3-7772-1217-3
VI, 304 Seiten

 


Wolfgang Kirsch (1938 – 2010) hat mit seinem großen Werk eine in ihrer Fülle bisher kaum wahrgenommene  Literaturlandschaft erschlossen: Von Juvencus, der das lateinische Epos mit der «absoluten Dominanz einer einzigen Zentralgestalt, hinter der alle anderen Personen zurücktreten», revolutioniert, über die spätantiken hagiographischen Epen bis zu den karolingischen Großdichtungen und ihren Ausläufern. Die lateinische Epik ist jetzt bis zum Jahr 1000 überblickbar.





  

Walter Berschin: Einleitung in die Lateinische Philologie des Mittelalters
Eine Vorlesung
Herausgegeben von Tino Licht
Heidelberg, Mattes,
2012
180 S., 33 Abb.
ISBN 978-3-86809-063-5

Eine umfassende, alle Bereiche des Faches ausleuchtende Einführung in die Lateinische Philologie des Mittelalters  wurde von Walter Berschin zwischen 1974 und 2005 mehrfach an der Universität Heidelberg als Vorlesung angeboten. Die von ihm korrigierte Fassung des Skripts liegt hier noch einmal behutsam überarbeitet und aktualisiert vor. Für die Publikation wurde die Diktion der Vorlesung beibehalten; Nachweise und bibliographische Angaben sind mit Absicht knapp gehalten. Ziel ist es, dem mediävistisch Interessierten einen umfassenden und lesbaren Überblick über Erkenntnisse und Methoden der mittellateinischen Philologie zu vermitteln. Jenen, die sich bisher dem Mittelalter aus Interesse an der Geschichte und den Nationalliteraturen genähert haben, soll der Weg zur Hauptsprache der mittelalterlichen Literatur gewiesen werden. Der Zugang zum Fach erfolgt in der Tradition des Fachgründers Ludwig Traube, der die mittellateinische Philologie auf die Überlieferungsgrundlage, die Grundlage der mittelalterlichen Handschrift festgelegt hat.





Reichenauer Wandmalerei 840–1120
Goldbach – Reichenau-Oberzell St. Georg – Reichenau-Niederzell St. Peter und Paul
Walter Berschin unter Mitarbeit von Ulrich Kuder
(Reichenauer Texte und Bilder Band 15)
Heidelberg, Mattes, 2012
96 S., 42 Abb.
ISBN 978-3-86809-052-9



Bild für Bild ist in den vergangenen 140 Jahren die großeTradition der Reichenauer Wandmalerei wieder zutage getreten. Die sechs erhaltenen Zyklen, die zwischen 840 und 1120 entstanden, werden in Bild und Wort vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den  zeitgenössischen Beischriften (Tituli); denn sie sagen, wie die Zeit selbst ihre großen Bilder verstanden und gedeutet hat.








Wolfgang
Kirsch: Laudes sanctorum. Geschichte der hagiographischen Versepik vom IV. bis X. Jahrhundert
Halbbd. 2: Entfaltung (VIII. bis X. Jahrhundert),
Teilbd. 1
(Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters 14)
Stuttgart, Hiersemann, 2011
ISBN 978-3-7772-1120-6
VIII, 248 Seiten (S. 497–744)

Band zwei verfolgt die Entwicklung vom VIII. bis X. Jahrhundert in den Kapiteln Rhytmische Dichtungen, Opera gemina, Kleinere epische Formen I (im ersten Teilband); Epische Großformen, Kleinere epische Formen II, Metrische Translationsberichte, Tituli, Summarien, Kalendarien, Martyrologien (im zweiten Teilband). Im Mittelpunkt steht hierbei die beschreibende, vergleichende und genetische Untersuchung der Struktur dieser Werke. Gemeinsam sind ihnen ihr Stoff: das Leben bzw. die Passion von Heiligen, die Versform, der relativ große Umfang, die Verselbständigung der Einzelszene, die offene Konstruktion, die immer neue Nachträge ermöglicht, und der Gestus des Rühmens. Im Übrigen dominiert der experimentelle Charakter der Dichtungen; zwar führen sie antike und spätantike Traditionen fort, doch wird die Entwicklung im Ganzen durch Brüche und immer neue Ansätze bestimmt. In die gesellschaftlich-kulturelle, insbesondere literarische Gesamtentwicklung gefügt werden die Dichtungen einerseits durch die Darstellung der Biographie des Dichters, soweit sie für das Anliegen belangvoll ist, anderseits durch die Frage nach ihren Adressaten, den intendierten Kommunikationssituationen und nach ihrer Funktion, drittens durch die Untersuchung der Beziehungen zu anderen literarischen Entwicklungen, etwa zur Bibelepik (Juvencus) bzw. zur liturgischen Hymnik (Hilarius, Ambrosius), ihre Beeinflussung durch die hagiographische und historiographische Prosa (Sulpicius Severus, Beda), durch das Aufkommen des opus geminum (Sedulius), die Prägung ihrer poetischen Sprache durch herausragende Dichtergestalten (Juvencus, Aldhelm), schließlich die Entwicklung von Ansätzen historischer Epik aus dem Geist der hagiographischen Passagen. Den Forschungsstand, insbesondere umstrittene Fragen, dokumentiert der Autor ausführlich, um dem Leser den Einstieg zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Wolfgang Kirsch (1938 – 2010) hat mit seinem großen Werk eine in ihrer Fülle bisher kaum wahrgenommene Literaturlandschaft erschlossen: Von Juvencus, der das lateinische Epos mit der «absoluten Dominanz einer einzigen Zentralgestalt, hinter der alle anderen Personen zurücktreten», revolutioniert, über die spätantiken hagiographischen Epen bis zu den karolingischen Großdichtungen und ihren Ausläufern. Die lateinische Epik ist jetzt bis zum Jahr 1000 überblickbar.






Prudentius: Das Gesamtwerk

Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Wolfgang Fels
Bibliothek der Mittellateinischen Literatur Band 9

Stuttgart, Hiersemann 2011
ISBN 978-3-7772-1111-4


Der gelernte Jurist und hohe Hofbeamte Aurelius Prudentius, 348 in Spanien geboren und nach 405 gestorben, beendete freiwillig seine politische Karriere am römischen Kaiserhof in Mailand und zog sich in seine Heimat zurück, wo er sich fortan der Dichtkunst mit ausschließlich christlich-religiösen Themen Prudentiuswidmete. So hoffte er, sich letztlich den Himmel erwerben zu können. Seine Dichtungen reichen von meist langen Hymnen zu einzelnen Tageszeiten und Jahrfeiern bis hin zu kleinen Vierzeilern für Wandbilder mit biblischem Inhalt. In unfangreichen Versepen greift er die damals von Kirche und Politik immer wieder diskutierten Fragen zur Trinität und zur Göttlichkeit des Gottessohnes auf, ein Lehrgedicht behandelt die Entstehung der Sünde. Viel gelesen und illustriert wurde sein allegorisches Werk Psychomachia, in welchem er drastisch den Kampf zwischen Tugenden und Lastern schildert, der sich in jeder Seele abspielte.
 Prudentius setzte sich im Sinne des Kaiserhofs für ein Verbot der altrömischen Götter und Bräuche ein, lehnte jedoch eine Zerstörung alter Kultbilder ab. Mit großer Lust am Detail erzählt er in seinem Buch Peristephanon die grausamen Qualen und die Standhaftigkeit der Märtyrer, darunter auch den Tod des Lehrers Cassian von Imola, den aufgestachelte Schüler bei der Christenverfolgung des Diokletian mit ihren Griffeln erstachen. Die metrische Vielfalt seiner Verse brachte dem großen frühchristlichen Dichter Prudentius das Lob ein, ein christlicher Vergil und Horaz in einer Person zu sein. Die mehr als 300 Handschriften, in denen das Werk überliefert ist, zeugen von der herausragenden Bedeutung dieses Poeten, an dessen Versen die Klosterschüler die Verskunst zu erlernen hatten.
Die Gedichte, die bisher nur in einzelnen Teilen ins Deutsche übersetzt wurden, liegen nun erstmals in einer deutschen Gesamtübersetzung vor. Sie stellt sich an die Seite der vor mehr als einem halben Jahrhundert erschienenen französischen, englischen und spanischen Übersetzungen, unterscheidet sich von ihnen jedoch durch die strikte Beibehaltung sämtlicher von Prudentius verwendeter Versmaße und bemüht sich, auch seine sprachlichen Eigenarten so wortgetreu wie möglich nachzuempfinden. Die Einführung in Leben und Werk hebt hervor, dass Prudentius über die christlichen Inhalte hinaus ein kulturgeschichtlich aufschlussreiches Lesevergnügen bietet; das Namen- und Sachverzeichnis erschließt seinen literarischen Kosmos. Die vom Dichter in sein Werk einbezogene Welt wird auf einer geographischen Vorsatzkarte veranschaulicht.




Adamnan: Das Leben des heiligen Columba von Iona. Vita S. Columbae

Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Theodor Klüppel
Bibliothek der Mittellateinischen Literatur Band 8
Stuttgart, Hiersemann 2010
ISBN 978-3-7772-1009-4


adamnan

Einhundert Jahre nach dem Tod des heiligen Columba, der auf der kleinen Insel Iona vor der schottischen Westküste ein Kloster gegründet hatte, stellt Abt Adamnan (Adomnán), sein neunter Nachfolger (679-704), dessen Leben der Öffentlichkeit vor. Sein vorrangiges Ziel war es, die Bedeutung dieses Gottesmannes über Irland hinaus bekannt zu machen.
Mit ihrem Reichtum an erzählten Einzelheiten geriet die Vita überdies zu einem Bilderbogen, durch lose Reihung in einem wohldurchdachten Rahmen in eine gestalterische Form gebracht. Adamnan zeigt die Vielfalt menschlicher Existenz: Pilger, Büßer und Mönche, kleine Gauner und gewalttätige Menschen, Herrscher und einfache Leute, Alltagsereignisse und abenteuerliche Unternehmungen, nicht zuletzt die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur und die Allgegenwart des göttlichen Waltens. Wie ein kunstvoll gewobener bunter Teppich gibt das Werk Leben und Denken im irischen Christentum des 6. und 7. Jahrhunderts wieder. Nach dem Urteil eines Fachmanns handelt es sich bei dieser Biographie um «the most considerable surviving literary production of the Celtic Church of Ireland»(James F. Kenney).
Die mit erläuternden Anmerkungen versehene Übersetzung wird flankiert von einer ausführlichen Einleitung sowie von einem Register der Personen und geographischen Namen.









Nikolaus Bähr (1639-1714) und seine Ornithophonia

hg. von Karl Wilhelm Beichert

(Editiones Heidelbergenses 35)

Universitätsverlag Winter Heidelberg 2010
X + 475 Seiten.

      ISBN 978-3-8253-5764-1


Nikolaus Bähr




5270 Verse in elegantem Latein, in unterschiedlichen Versmaßen, zur Kenntnis und zum Ruhm von neun Vögeln, mit besonderer Berücksichtigung ihrer Stimmen, das ist die im Jahr 1695 erschienene ‚Ornithophonia’ des Bremer Dichters Nicolaus Bähr (1639–1714). Dieses einmalige Werk ist hier ediert, in deutsche Prosa übersetzt und kommentiert. Einzelne Aspekte sind im Zusammenhang dargestellt. Darüber hinaus sind die wenigen bisher bekannten Lebensdaten des Subkantors an der Bremer Domschule zusammengetragen und durch Recherchen in norddeutschen Archiven ergänzt, sodass nun zum ersten Mal eine Biographie des nicht unbedeutenden, auf jeden Fall originellen Barockdichters vorliegt. Im Rahmen dieser Biographie werden auch andere Werke Bährs vorgestellt. Zusätzlich sind in einer Liste alle seine Werke zusammengefasst. Das neulateinische Werk ‚Ornithophonia’ wird nicht nur das Interesse von Philologen, sondern auch das von Kulturhistorikern und Biologen, speziell Ornithologen, finden.







 Walter Berschin: Mittellateinische Studien II
Mattes Verlag 2010
 XII + 414 Seiten, 60 Abb.
ISBN 978-3-86809-009-3c

Inhalt
I    Hieronymus († 420) und das Epitaphium als biographische FormMittellateinische Studien II
II    Ich Patricius...    Die Autobiographie des Apostels der Iren († 461?)
III    Alkuin († 804) und die Biographie. Appendix: Zwei weitere Eusebius-Gedichte der Sylloge Epigraphica Turonensis in der Merseburger Handschrift 105
IV    Die karolingische Vita S.Galli metrica (BHL nr.3253), Werk eines Iren für St.Gallen?
V    Die griechisch-lateinische Paulus-Handschrift der Reichenau «Codex Paulinus Augiensis» (Cambridge, Trinity College B.17.1)
VI    Waltharius-Glossen
VII    Illustrierte Biographie in Westeuropa. Appendix: «So der Westen wie der Osten»? Der Heilige als Kind
VIII    Lateinische Biographie des X.Jahrhunderts geographisch gesehen
IX    Der Hauptschreiber des «Codex Egberti» . Ein Kalligraph des X.Jahrhunderts
X    Drei griechische Majestas-Tituli der Trier-Echternacher Buchmalerei
XI    Historia S.Wiboradae. Das sanktgallische Wiborada-Offizium des XI.Jahrhunderts
XII    Die Figur des Dolmetschers in der biographischen Literatur des westlichen Mittelalters (IV.-XII.Jahrhundert)
XIII    Os meum aperui. Die Autobiographie Ruperts von Deutz († um 1130)
XIV    Pulcherrima libraria. Die Bibliothek des Augustiner-Chorherrenstifts St.Maria Magdalena zu Frankenthal (1119-1562)
XV    Bibliotheca Salemitana . Zimelien einer Reichsabtei (1134-1803)
XVI    Uodalscalc von Augsburg († um 1150). Appendix: <Uodalscalc?,> Miracula (II) S.Uodalrici anno 1146 conscripta (BHL nr.8368)
XVII    <Walter von Arrouaise?,> Historia S.Augustini. Das Augustinus-Offizium des XII.Jahrhunderts
XVIII    Die Vita Sanctae Hildegardis (BHL nr.3927) des Theoderich von Echternach (1181-1189). Ihre Stellung in der biographischen Tradition
XIX    Weingartensia
XX    Rufillus von Weißenau (um 1200) in seiner Buchmalerwerkstatt
XXI    Die Goldene Legende des Dominikaners Iacobus de Voragine († 1298) und
ihre deutsche Fassung von Richard Benz (1884—1966)
XXII    Is there Such a Thing As a Latin Epochal Style?
XXIII    Anfang und Ende der Digraphie im westlichen Europa (vor 961—1941)
XXIV    Traube († 1907), Loew/Lowe († 1969), Bischoff († 1991) und die Codices Latini Antiquiores

Verzeichnis der zitierten Handschriften und Urkunden
Namenregister
Wörter, Junkturen, Zeichen
Initia carminum
Bibliographie Walter Berschin (Supplement)



Heito und Walahfrid Strabo: VISIO WETTINI

Einführung, lateinisch-deutsche Ausgabe und Erläuterungen von Hermann Knittel
Dritte erweiterte Auflage
Mit einem Geleitwort von Walter Berschin
Mattes Verlag 2009
164 Seiten
ISBN 978-3-86809-013-0



Visio Wettini

Am 1. November 824 mußte der Reichenauer Klosterlehrer Wetti das Refektorium vorzeitig verlassen. Sobald er sich in einen Nebenraum niedergelegt hatte, erlebte er eine Vision, die ihm sein Ende ankündigte. Nach einer angstvollen Zeit des Wachens setzte sich die Vision als Jenseitsreise fort, auf der Wetti u. a. schrecklich bestrafte Zeitgenossen sah. Am  3. November drängte er die Mitbrüder, seinen Bericht aufzuschreiben. Ohne ernstlich erkrankt zu sein, starb er in der Nacht vom 3. auf den 4. November. Die Vision hat die Reichenau erschüttert. Altabt Heito zeichnete sie in Prosa auf; bald danach setzte sie Walahfrid in erweiterter Form in Verse. Bis heute wird dieses erste große Werk Reichenauer Literatur gelesen und diskutiert.









Willem van der Beke: CAELI TERRAEQUE DELICIUM
Ein weihnachtlicher Elegienkranz von Willem van der Beke (1608–1683)
Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Maximilian Gamer, Jonas Göhler,
Eduardo Otero Pereira und Hermann Wiegand
Mattes Verlag 2009
111 Seiten
ISBN 978-3-86809-031-4

Becanus


In zehn lateinischen Elegien zeichnete der flämische Jesuit und Barockdichter die biblische Weihnachtsgeschichte nach. Er ging dabei vom 2. Kapitel des Lukas-Evangeliums aus, ergänzt um die Geschichte der Heiligen Drei Könige aus dem Matthäus-Evangelium. Unschwer erkennbar ist auch der Einfluß der römischen Liebesdichtung auf van der Beke. Die 1655 erstmals gedruckten Weihnachtselegien liegen hier zum ersten Mal in einer lateinisch-deutschen Studienausgabe vor (mit Einführung, Übersetzung und Anmerkungen). Van der Bekes Elegien vorangestellt ist Kapitel 2 des Lukas-Evangeliums in lateinischer Sprache sowie in der deutschen Übertragung Alliolis. Werke barocker Meister illustrieren die einzelnen Lebensstationen von der Geburt des Heilands in der Krippe bis zur Begegnung des Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel und machen das Bändchen somit zu einer Liebhaberausgabe.







Dorothea Walz / Jakobus Kaffanke OSB (Hgg.):
Irische Mönche in Süddeutschland. Literarisches und kulturelles Wirken der Iren im Mittelalter
(Lateinische Literatur im deutschen Südwesten Bd. 2)
Mattes Verlag 2009
351 Seiten
ISBN 978-3-86809-028-4

 

IrenIrische Mönche waren im Mittelalter in Süddeutschland als Missionare und Klostergründer aktiv und hinterließen kulturell und literarisch ihre Spuren. Zehn Beiträge widmen sich den großen irischen Mönchsgestalten in diesem Raum, ihrem Wirken und ihrer Rezeption: Columban von Bobbio, Erhard und Albert von Würzburg, Magnus von Füssen, Pirmin von der Reichenau, Sedulius Scottus, Macarius von Würzburg. Nicht alle waren tatsächlich Iren, doch zeigt sich ihre hohe Bedeutung im Mittelalter darin, daß auch Nichtiren zu Iren »gemacht« wurden. Auch die wohl bekanntesten irischen Heiligen Patricius (Patrick), Brigit von Kildare und Columba von Hy (Iona) werden hier gewürdigt, obwohl sie selbst nie das europäische Festland betraten. Dennoch sind sie in Süddeutschland zugegen und werden verehrt.











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