Neue Publikationen aus dem Seminar

Wolfgang Kirsch: Laudes sanctorum. Geschichte der hagiographischen Versepik vom IV. bis X. Jahrhundert
Halbbd. 2: Entfaltung (VIII. bis X. Jahrhundert), Teilbd. 2
(Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters 14)
Stuttgart, Hiersemann, 2012
ISBN 978-3-7772-1217-3
VI, 304 Seiten

Walter Berschin: Einleitung in die Lateinische Philologie des Mittelalters
Eine Vorlesung
Herausgegeben von Tino Licht
Heidelberg, Mattes, 2012
180 S., 33 Abb.
ISBN 978-3-86809-063-5

Reichenauer Wandmalerei 840–1120
Goldbach – Reichenau-Oberzell St. Georg – Reichenau-Niederzell St. Peter und Paul
Walter Berschin unter Mitarbeit von Ulrich Kuder
(Reichenauer Texte und Bilder Band 15)
Heidelberg, Mattes, 2012
96 S., 42 Abb.
ISBN 978-3-86809-052-9
Wolfgang Kirsch: Laudes sanctorum. Geschichte der hagiographischen Versepik vom IV. bis X. Jahrhundert
Halbbd. 2: Entfaltung (VIII. bis X. Jahrhundert), Teilbd. 1
(Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters 14)
Stuttgart, Hiersemann, 2011
ISBN 978-3-7772-1120-6
VIII, 248 Seiten (S. 497–744)
Band zwei verfolgt die Entwicklung vom
VIII. bis X. Jahrhundert in den Kapiteln Rhytmische Dichtungen, Opera
gemina, Kleinere epische Formen I (im ersten Teilband); Epische
Großformen, Kleinere epische Formen II, Metrische
Translationsberichte, Tituli, Summarien, Kalendarien, Martyrologien (im
zweiten Teilband). Im Mittelpunkt steht hierbei die beschreibende,
vergleichende und genetische Untersuchung der Struktur dieser Werke.
Gemeinsam sind ihnen ihr Stoff: das Leben bzw. die Passion von
Heiligen, die Versform, der relativ große Umfang, die
Verselbständigung der Einzelszene, die offene Konstruktion, die immer neue Nachträge ermöglicht, und
der Gestus des Rühmens. Im Übrigen dominiert der
experimentelle Charakter der Dichtungen; zwar führen sie antike
und spätantike Traditionen fort, doch wird die Entwicklung im
Ganzen durch Brüche und immer neue Ansätze bestimmt. In die
gesellschaftlich-kulturelle, insbesondere literarische
Gesamtentwicklung gefügt werden die Dichtungen einerseits durch
die Darstellung der Biographie des Dichters, soweit sie für das
Anliegen belangvoll ist, anderseits durch die Frage nach ihren
Adressaten, den intendierten Kommunikationssituationen und nach ihrer
Funktion, drittens durch die Untersuchung der Beziehungen zu anderen
literarischen Entwicklungen, etwa zur Bibelepik (Juvencus) bzw. zur
liturgischen Hymnik (Hilarius, Ambrosius), ihre Beeinflussung durch die
hagiographische und historiographische Prosa (Sulpicius Severus, Beda),
durch das Aufkommen des opus geminum (Sedulius), die Prägung ihrer
poetischen Sprache durch herausragende Dichtergestalten (Juvencus,
Aldhelm), schließlich die Entwicklung von Ansätzen
historischer Epik aus dem Geist der hagiographischen Passagen. Den Forschungsstand, insbesondere umstrittene Fragen,
dokumentiert der Autor ausführlich, um dem Leser den Einstieg zu
ermöglichen bzw. zu erleichtern. Wolfgang Kirsch (1938 – 2010) hat mit
seinem großen Werk eine in ihrer Fülle bisher kaum
wahrgenommene Literaturlandschaft erschlossen: Von Juvencus, der das
lateinische Epos mit der «absoluten Dominanz einer einzigen
Zentralgestalt, hinter der alle anderen Personen
zurücktreten», revolutioniert, über die
spätantiken hagiographischen Epen bis zu den karolingischen
Großdichtungen und ihren Ausläufern. Die lateinische Epik
ist jetzt bis zum Jahr 1000 überblickbar.Prudentius: Das Gesamtwerk
Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Wolfgang Fels
Stuttgart, Hiersemann 2011
widmete. So hoffte er, sich letztlich den
Himmel erwerben zu können. Seine Dichtungen reichen von meist langen
Hymnen zu einzelnen Tageszeiten und Jahrfeiern bis hin zu kleinen
Vierzeilern für Wandbilder mit biblischem Inhalt. In unfangreichen
Versepen greift er die damals von Kirche und Politik immer wieder
diskutierten Fragen zur Trinität und zur Göttlichkeit des Gottessohnes
auf, ein Lehrgedicht behandelt die Entstehung der Sünde. Viel gelesen
und illustriert wurde sein allegorisches Werk Psychomachia, in welchem
er drastisch den Kampf zwischen Tugenden und Lastern schildert, der sich
in jeder Seele abspielte.Prudentius setzte sich im Sinne des Kaiserhofs für ein Verbot der altrömischen Götter und Bräuche ein, lehnte jedoch eine Zerstörung alter Kultbilder ab. Mit großer Lust am Detail erzählt er in seinem Buch Peristephanon die grausamen Qualen und die Standhaftigkeit der Märtyrer, darunter auch den Tod des Lehrers Cassian von Imola, den aufgestachelte Schüler bei der Christenverfolgung des Diokletian mit ihren Griffeln erstachen. Die metrische Vielfalt seiner Verse brachte dem großen frühchristlichen Dichter Prudentius das Lob ein, ein christlicher Vergil und Horaz in einer Person zu sein. Die mehr als 300 Handschriften, in denen das Werk überliefert ist, zeugen von der herausragenden Bedeutung dieses Poeten, an dessen Versen die Klosterschüler die Verskunst zu erlernen hatten.
Die Gedichte, die bisher nur in einzelnen Teilen ins Deutsche übersetzt wurden, liegen nun erstmals in einer deutschen Gesamtübersetzung vor. Sie stellt sich an die Seite der vor mehr als einem halben Jahrhundert erschienenen französischen, englischen und spanischen Übersetzungen, unterscheidet sich von ihnen jedoch durch die strikte Beibehaltung sämtlicher von Prudentius verwendeter Versmaße und bemüht sich, auch seine sprachlichen Eigenarten so wortgetreu wie möglich nachzuempfinden. Die Einführung in Leben und Werk hebt hervor, dass Prudentius über die christlichen Inhalte hinaus ein kulturgeschichtlich aufschlussreiches Lesevergnügen bietet; das Namen- und Sachverzeichnis erschließt seinen literarischen Kosmos. Die vom Dichter in sein Werk einbezogene Welt wird auf einer geographischen Vorsatzkarte veranschaulicht.
Adamnan: Das Leben des heiligen Columba von Iona. Vita S. Columbae
Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Theodor Klüppel
Bibliothek der Mittellateinischen Literatur Band 8
Stuttgart, Hiersemann 2010
ISBN 978-3-7772-1009-4

Mit ihrem Reichtum an erzählten Einzelheiten geriet die Vita überdies zu einem Bilderbogen, durch lose Reihung in einem wohldurchdachten Rahmen in eine gestalterische Form gebracht. Adamnan zeigt die Vielfalt menschlicher Existenz: Pilger, Büßer und Mönche, kleine Gauner und gewalttätige Menschen, Herrscher und einfache Leute, Alltagsereignisse und abenteuerliche Unternehmungen, nicht zuletzt die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur und die Allgegenwart des göttlichen Waltens. Wie ein kunstvoll gewobener bunter Teppich gibt das Werk Leben und Denken im irischen Christentum des 6. und 7. Jahrhunderts wieder. Nach dem Urteil eines Fachmanns handelt es sich bei dieser Biographie um «the most considerable surviving literary production of the Celtic Church of Ireland»(James F. Kenney).
Die mit erläuternden Anmerkungen versehene Übersetzung wird flankiert von einer ausführlichen Einleitung sowie von einem Register der Personen und geographischen Namen.
Nikolaus Bähr (1639-1714) und seine Ornithophonia
hg. von Karl Wilhelm Beichert
(Editiones Heidelbergenses 35)
Universitätsverlag Winter Heidelberg 2010
X + 475 Seiten.

5270 Verse in elegantem Latein, in unterschiedlichen Versmaßen, zur Kenntnis und zum Ruhm von neun Vögeln, mit besonderer Berücksichtigung ihrer Stimmen, das ist die im Jahr 1695 erschienene ‚Ornithophonia’ des Bremer Dichters Nicolaus Bähr (1639–1714). Dieses einmalige Werk ist hier ediert, in deutsche Prosa übersetzt und kommentiert. Einzelne Aspekte sind im Zusammenhang dargestellt. Darüber hinaus sind die wenigen bisher bekannten Lebensdaten des Subkantors an der Bremer Domschule zusammengetragen und durch Recherchen in norddeutschen Archiven ergänzt, sodass nun zum ersten Mal eine Biographie des nicht unbedeutenden, auf jeden Fall originellen Barockdichters vorliegt. Im Rahmen dieser Biographie werden auch andere Werke Bährs vorgestellt. Zusätzlich sind in einer Liste alle seine Werke zusammengefasst. Das neulateinische Werk ‚Ornithophonia’ wird nicht nur das Interesse von Philologen, sondern auch das von Kulturhistorikern und Biologen, speziell Ornithologen, finden.
Walter Berschin: Mittellateinische Studien II
Mattes Verlag 2010
XII + 414 Seiten, 60 Abb.
ISBN 978-3-86809-009-3c
I Hieronymus († 420) und das Epitaphium als biographische Form

II Ich Patricius... Die Autobiographie des Apostels der Iren († 461?)
III Alkuin († 804) und die Biographie. Appendix: Zwei weitere Eusebius-Gedichte der Sylloge Epigraphica Turonensis in der Merseburger Handschrift 105
IV Die karolingische Vita S.Galli metrica (BHL nr.3253), Werk eines Iren für St.Gallen?
V Die griechisch-lateinische Paulus-Handschrift der Reichenau «Codex Paulinus Augiensis» (Cambridge, Trinity College B.17.1)
VI Waltharius-Glossen
VII Illustrierte Biographie in Westeuropa. Appendix: «So der Westen wie der Osten»? Der Heilige als Kind
VIII Lateinische Biographie des X.Jahrhunderts geographisch gesehen
IX Der Hauptschreiber des «Codex Egberti» . Ein Kalligraph des X.Jahrhunderts
X Drei griechische Majestas-Tituli der Trier-Echternacher Buchmalerei
XI Historia S.Wiboradae. Das sanktgallische Wiborada-Offizium des XI.Jahrhunderts
XII Die Figur des Dolmetschers in der biographischen Literatur des westlichen Mittelalters (IV.-XII.Jahrhundert)
XIII Os meum aperui. Die Autobiographie Ruperts von Deutz († um 1130)
XIV Pulcherrima libraria. Die Bibliothek des Augustiner-Chorherrenstifts St.Maria Magdalena zu Frankenthal (1119-1562)
XV Bibliotheca Salemitana . Zimelien einer Reichsabtei (1134-1803)
XVI Uodalscalc von Augsburg († um 1150). Appendix: <Uodalscalc?,> Miracula (II) S.Uodalrici anno 1146 conscripta (BHL nr.8368)
XVII <Walter von Arrouaise?,> Historia S.Augustini. Das Augustinus-Offizium des XII.Jahrhunderts
XVIII Die Vita Sanctae Hildegardis (BHL nr.3927) des Theoderich von Echternach (1181-1189). Ihre Stellung in der biographischen Tradition
XIX Weingartensia
XX Rufillus von Weißenau (um 1200) in seiner Buchmalerwerkstatt
XXI Die Goldene Legende des Dominikaners Iacobus de Voragine († 1298) und
ihre deutsche Fassung von Richard Benz (1884—1966)
XXII Is there Such a Thing As a Latin Epochal Style?
XXIII Anfang und Ende der Digraphie im westlichen Europa (vor 961—1941)
XXIV Traube († 1907), Loew/Lowe († 1969), Bischoff († 1991) und die Codices Latini Antiquiores
Verzeichnis der zitierten Handschriften und Urkunden
Namenregister
Wörter, Junkturen, Zeichen
Initia carminum
Bibliographie Walter Berschin (Supplement)
Heito und Walahfrid Strabo: VISIO WETTINI
Einführung, lateinisch-deutsche Ausgabe und Erläuterungen von Hermann Knittel
Dritte erweiterte Auflage
Mit einem Geleitwort von Walter Berschin
Mattes Verlag 2009
164 Seiten
ISBN 978-3-86809-013-0

Willem van der Beke: CAELI TERRAEQUE DELICIUM
Ein weihnachtlicher Elegienkranz von Willem van der Beke (1608–1683)
Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Maximilian Gamer, Jonas Göhler,
Eduardo Otero Pereira und Hermann Wiegand
Mattes Verlag 2009
111 Seiten
ISBN 978-3-86809-031-4

In zehn lateinischen Elegien zeichnete der flämische Jesuit und Barockdichter die biblische Weihnachtsgeschichte nach. Er ging dabei vom 2. Kapitel des Lukas-Evangeliums aus, ergänzt um die Geschichte der Heiligen Drei Könige aus dem Matthäus-Evangelium. Unschwer erkennbar ist auch der Einfluß der römischen Liebesdichtung auf van der Beke. Die 1655 erstmals gedruckten Weihnachtselegien liegen hier zum ersten Mal in einer lateinisch-deutschen Studienausgabe vor (mit Einführung, Übersetzung und Anmerkungen). Van der Bekes Elegien vorangestellt ist Kapitel 2 des Lukas-Evangeliums in lateinischer Sprache sowie in der deutschen Übertragung Alliolis. Werke barocker Meister illustrieren die einzelnen Lebensstationen von der Geburt des Heilands in der Krippe bis zur Begegnung des Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel und machen das Bändchen somit zu einer Liebhaberausgabe.
Dorothea Walz / Jakobus Kaffanke OSB (Hgg.):
Irische
Mönche in Süddeutschland. Literarisches
und kulturelles Wirken der Iren im Mittelalter
(Lateinische
Literatur im deutschen Südwesten Bd. 2)
Mattes Verlag 2009
351 Seiten
ISBN 978-3-86809-028-4
Irische
Mönche waren im Mittelalter in Süddeutschland als Missionare
und Klostergründer aktiv und hinterließen kulturell und
literarisch ihre Spuren. Zehn Beiträge widmen sich den
großen irischen Mönchsgestalten in diesem Raum, ihrem Wirken
und ihrer Rezeption: Columban von Bobbio, Erhard und Albert von
Würzburg, Magnus von Füssen, Pirmin von der Reichenau,
Sedulius Scottus, Macarius von Würzburg. Nicht alle waren
tatsächlich Iren, doch zeigt sich ihre hohe Bedeutung im
Mittelalter darin, daß auch Nichtiren zu Iren
»gemacht« wurden. Auch die wohl bekanntesten irischen
Heiligen Patricius (Patrick), Brigit von Kildare und Columba von Hy
(Iona) werden hier gewürdigt, obwohl sie selbst nie das
europäische Festland betraten. Dennoch sind sie in
Süddeutschland zugegen und werden verehrt.Richard Antoni: Das ruhmreiche Leben des heiligen Guido. Die lateinischen Biographien
Schriften des Diözesan-Archivs Speyer 39
Speyer, Pilger Druckerei 2009
ISBN 978-3-87637-098-9

Im Jahr 1047 brachte Kaiser Heinrich III. den Leib des hl. Abtes Guido von Pomposa nach Speyer, wo er in der nach ihm benannten Stiftskirche verwahrt wurde. Guido war ein Anhänger der kirchlichen Reformbewegung. In seiner fast 40jährigen Amtszeit entwickelte sich Pomposa zu "einem der ersten Klöster Italiens". Guidos erster Biograph war ein Mönch, der unter ihm in Pomposa gelebt hatte und bestrebt war, im wesentlichen das Leben des Heiligen innerhalb des Klosters zu beschreiben. Um so mehr erstaunt, wie vielfältig die Aussagen dieser Vita mit Angaben über Guido in Urkunden und Schriften seiner Zeitgenossen übereinstimmen. Eine weitere, heute unvollständige Vita entstand noch im 11. Jahrhundert. Anders als man es von anderen Heiligen kennt, gibt es zum "Leben" Guidos keine "Fortsetzung" (in Form von "Miracula"). Im vorliegenden Band ist daher außer den beiden Viten eine Vielzahl von Texten ediert, die das Erzählte variieren. Nach Möglichkeit sind biographische Angaben über diejenigen Autoren hinzugefügt, die im Laufe der Jahrhunderte diese Umformung in liturgische Texte, Dichtungen etc. vornahmen.
Gervasius von Tilbury: Kaiserliche Mußestunden. Otia imperialia. Zweiter Halbband
Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Heinz Erich Stiene
Bibliothek der Mittellateinischen Literatur Band 7
Stuttgart, Hiersemann 2009
ISBN 978-3-7772-0904-3

Mirakelerzählungen gewidmet ist der dritte Teil. Darin hat Gervasius wundersame Begebenheiten, Aberglauben und Erscheinungen, vor allem Naturwunder und Sagenhaftes, aus seiner Zeit dokumentiert und damit der Volkskunde und Motivforschung unserer Tage einen reichen Schatz für den Volksglauben im Mittelalter hinterlassen.
Paul Gerhardt: Die lateinischen Dichtungen
Herausgegeben und übersetzt von Reinhard Düchting
Heidelberg, Mattes Verlag 2009
ISBN 978-3-86809-024-6

Die lateinischen Gedichte von Paul Gerhardt waren seit dem 19. Jahrhundert aus seltenen Drucken wiedergefunden worden, 15 waren seit 50 Jahren bekannt; nun hat der Heidelberger Philologe Reinhard Düchting 3 weitere entdeckt, sodaß in dieser ersten selbständigen Ausgabe erstmals alle lateinischen Carmina ediert, übersetzt und kommentiert werden und das Bild des Barockdichters durch die Facette seiner lateinischen Kleindichtung frische und teils neue Konturen gewinnt.
